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Windeltest: ABU Simple Ultra und PeekABU

Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es die Produkte schon ein Weilchen und ganz unüblich für mich haben die Packungen auch schon fast zwei Monate in meiner Wohnung rumgestanden und Staub gefangen, aber wie es nun mal so ist, bin ich erst jetzt dazu gekommen, die ABU Simple Ultra und ABU PeekABU wirklich zu testen. Dabei ist die eine lediglich die etwas farbenfrohere Version der anderen oder eben umgekehrt.

ABU Simple Ultra, Packungen verschiedener Größen

Wie man schon im ersten Bild sieht, hab ich mir dieses Mal den vollen Wahnsinn gegeben und das Produkt in drei Größen – M, L und XL – bestellt und natürlich dann noch die bunte Variante in M, womit der Test mit insgesamt vier teuren Paketen für mich etwas kostenintensiver als sonst ausgefallen ist. Ich habe mir ja mittlerweile angewöhnt, die Größe L immer mit zu teste, wenn möglich, damit ich einen Vergleich habe, aber dabei frustriert es mich, dass ich da oft sozusagen zwischen den Stühlen hänge, was die Passform angeht, weil natürlich mein Bauch im Weg ist.

Ich habe zwar in den letzten Monaten schon etwas an Gewicht verloren, bin aber noch nicht ganz da, wo ich sein will. Deshalb ist es typischerweise so, dass die L entweder nicht hoch genug reicht (oder schon zu hoch, je nachdem wie man das sehen will) und damit genau in dieser ungünstigen (Bauch-)Äquatorzone landet, wo die Windel wieder runtergedrückt wird. Das bedeutet, dass ich mich entweder damit zufriedengeben muss, Größe M unterhalb des Bauchansatzes zu tragen oder ich gehe in die andere Richtung und nehme eine XL. Bei letzterer ist das dann immer wieder eine recht interessante Erfahrung, weil es sich für mich dann fast anfühlt, als würde ich ein Schnürleibchen bzw. eine Weste tragen.

Nicht dass es mir was ausmachen würde, sowas auch furchtlos in der Öffentlichkeit zu tragen, aber es fühlt sich schon etwas gewöhnungsbedürftig an. Am auffälligsten dabei ist, dass die Bewegungsfähigkeit im unteren Bereich der unteren Wirbelsäule und des Unterleibs ganz schön eingeschränkt wird, was z.B. bei der Physiotherapie total unpraktisch wäre. Außerdem gibt es bei sowas natürlich auch realistisch gesehen keinen Weg, die Kapazität des Saugpolsters auch nur annähernd voll auszunutzen, weil große Teile davon gar nicht „in Reichweite“ sind.

ABU Simple Ultra, Größen

Die eigentlichen Abmessungen der verschiedenen Größen skalieren gut mit jedem Größenschritt und halten sich gut an etablierte Standards, was bei der M einer Länge von Vorn nach Hinten von ca. 80 cm entspricht und einer Breite der Panele von 66 cm. Das geht dann hinauf bis zu 98 cm Länge und 85 cm Breite bei der XL, wobei sich die L dabei mit ihren 90 cm und 75 cm fast perfekt in der Mitte einordnet. Besonders für uns Europäer macht es das einfach, die Maße hier üblichen Gegebenheiten gegenüberzustellen und zu vergleichen, wodurch man keine Schwierigkeiten haben sollte, die richtige Größe zu finden. Es sollte eigentlich keinen Grund geben, etwas anderes wählen zu müssen und man sollte problemlos bei seiner gewohnten Größe bleiben können. Trotzdem fühlen sich diese Windeln etwas geräumiger an, auch wenn es nicht mehr wie früher ist, als Produkte für den US Markt noch mehr extra Zentimeter hatten und somit gelegentlich ziemlich übergroß daherkamen.

ABU Simple Ultra und PeekABU, Packungen

Das „große Ding“ bei diesen neuen Produkten ist laut ABU, dass sie dünner sein sollen als vergleichbare Windeln, weil sie mal wieder den neuesten aller neuen Superabsorber verwenden. Na gut, solange die Windel so funktioniert, wie angegeben, ist mir das eigentlich ziemlich wurscht, welche Generation von SAP da verwendet wird und auch die Dicke stört mich dann nicht wirklich. Es ist ja nicht so, dass wir hier über eine dünne Kassenwindel reden, sondern über ein hochwertiges Premiumprodukt, welches auf maximalen Tragekomfort und Saugkraft abzielt. Den meisten Leuten sollte es daher schon von Anfang an klar sein, dass sowas immer eine gewisse Dicke und Größe des Saugkerns voraussetzt. Deshalb ist das für mich letzten Endes nur dummes Marketinggewäsch, das in der Praxis wohl kaum Relevanz hat.

ABU Simple Ultra, Packung

Meine Tests scheinen das auch zu bestätigen. Während die Windel real tatsächlich dünner sein mag (schwer zu messen), ergeben weder das Trockengewicht noch der Gesamteindruck einem das Gefühl, es wäre da groß etwas anders als bei anderen ABU Produkten. Das soll heißen, dass irgendwelche Verbesserungen in Verbesserungen zuzuschreiben sind als aufwendigen Forschungsarbeiten in einem geheimen Labor. Ich sag ja nicht, dass das schlecht ist, aber man muss da auch keinen Wind drum machen. Wenn man die Zielgruppe dieser Produkte bedenkt, kam einem das sowieso komisch vor.

Entsprechend dieser tiefschürfenden Erkenntnis kann sich also jeder entspannen und einfach den gewohnten Tragekomfort genießen, den man schon von anderen ABU Produkten kennt. Die neuen Materialien, die verwendet wurden, haben keinen negativen Einfluss auf die Gesamtaufnahmefähigkeit. Wie ihr wisst, bin ich ja nicht der Typ, der ewig über Maximalkapazitäten philosophiert, weil es unter praktischen Bedingungen sowieso oft unmöglich ist, ein Produkt maximal auszunutzen, aber hier bewegen wir uns natürlich weiterhin im oberen Bereich des möglichen Spektrums. Die 6250 ml nach ISO entsprechen schon ganz gut 2000 ml effektiver Nutzung und wenn man es drauf anlegt, kann man natürlich unter Aufhebung aller Sicherheitsreserven darüber hinaus bis an die Grenze gehen. Man würde damit also unter Umständen auch an einem Tag, an dem man lange ohne Wechsel unterwegs ist, über die Runden kommen, sollte aber dennoch nicht vergessen, dass diese Windel eher was für zu Hause, wenn man unbeobachtet durch die Wohnung tigert, oder das Bett ist.

ABU PeekABU, Rückseite Packung

Die PeekABU ist „nur“ der buntere Bruder der Simple Ultra und teilt sich mit dieser deshalb so ziemlich alle Eigenschaften. Weil man zehn Stück pro Packung bekommt, es aber nur vier Designs gibt, landet man wieder bei dem alten Problem, dass das eigene Lieblingsmotiv vielleicht nur zweimal vorhanden ist, ein weniger begehrtes aber dafür dreimal.

ABU PeekABU, Designs

Die Bedruckungen sind okay, reißen mich jetzt aber auch nicht vom Hocker, weil die Farbauswahl gewöhnungsbedürftig ist. Sie sehen eher „kalt“ aus, anstatt leuchtend und freudestrahlend. Deshalb ist der neutral-graue Wolf mein Lieblingsmotiv. Die Idee selbst ist ja eigentlich ganz lustig, hat aber in der Realität wohl kaum einen Mehrwert, es sei denn, man lässt ständig die Hosen runter nach dem Motto „Schau mal, wer da guckt.“. Wenigstens hat man auf die Abbildung bestimmter Tierchen verzichtet, sonst hätte die Formulierung „Hast du ein Frettchen in der Hose?“ eine weitere eindeutig mehrdeutige Interpretation ergeben können, die viel Spielraum für ungewollt peinliche Diskussionen gelassen hätte. ;-) Immer diese Wortspielereien!

ABU PeekABU, Vorderseite

In der üblichen Art und Weise sind die Gesichter auf den zusätzlichen Foliensticker gedruckt
der auch die Grundlage bildet, auf die man die Klebebänder pappt. Das erlaubt natürlich auch, diese wieder abzulösen und wieder festzumachen, wenn nötig. Andererseits wird dadurch auch alles etwas steifer. Es ist also eine doppelschneidige Sache, umso mehr, da ich nach Jahren des Windeltragens mittlerweile ziemlich zielsicher geworden bin und es meist beim ersten Mal hinbekomme, so dass ich diese Sicherheitsmaßnahme nicht unbedingt bräuchte. Wenn man das Anlegen aber doch mal verratzt, ist es natürlich trotzdem super.

Die eigentliche Passform ist ziemlich gut, zumindest an meiner Wenigkeit. Wie ich schon im ersten Absatz gesagt habe, fühlen sich diese Produkte etwas größer an, als sie sind, was für ihre gut optimierte Form spricht. Was das angeht, ist das Pad gottseidank recht traditionell/ konventionell gehalten, was für mich, der ja immer eine gewisse Bedeckung am Allerwertesten braucht nur gut sein kann.

ABU PeekABU, Seitenansicht

Die Panele vorne und hinten, respektive die Flügel, reichen relativ weit nach oben, was wiederum bei Problemen mit Stuhlinkontinenz recht hilfreich ist. Das kommt auch meinem Hohlkreuz entgegen, weil der hintere Teil so hoch ist, dass sich bei meinem nach vorne gebogenen Rücken kein Spalt bildet. Mein einziger kleiner Kritikpunkt wäre, dass die Folie fast schon zu stabil ist. Man muss schon aufpassen und sich Mühe geben, damit man alle zusammengerollten und in Falten gelegten Stellen schön glattzieht, sonst gibt’s gleich wieder Abdrücke und Einschnürungen, gerade an den Beinen. Andere Produkte sind da etwas pflegeleichter und weniger kritisch.

Die andere Sache ist die, dass vielleicht die seitlichen Auslaufschutze etwas höher sein könnten, gerade jetzt, wo sich die meisten Hersteller auf Maße zubewegen, die fast schon Gartenzaunhöhe erreichen. Klar, man kann sich darüber streiten, weil sowas natürlich andere Macken des Polsters nicht wettmachen würde. Wenn das Polster nicht schnell genug alles aufnimmt und verteilt, nützt es auch nix, wenn diese Dämme alles zurückhalten, wenn ihr wisst, was ich meine. Bei der Simple Ultra/ PeekABU ist das gottseidank kein Thema, weil das Durchnässungsverhalten recht gleichmäßig ist. Die Flüssigkeiten werden durch das gesamte Polster transportiert und der Superabsorber ist überall verteilt. also gibt’s auch keine Klümpchen oder Bereiche, in denen sich nur matschige Zellstoffpampe befindet.

ABU PeekABU, Rückseite

Wenn nicht der Preis wäre, wäre das mal wieder ein top ABU Produkt, aber in Anbetracht preisgünstigerer Alternativen wie die BetterDry/ Crinklz kann man hier keine eindeutige Empfehlung geben. Es kommt wirklich an einen Punkt, an dem es langsam völliger Wahnsinn wird und man die Preise auch nicht mehr mit zusätzlichen Importkosten und Steuern hier in Europa rechtfertigen kann. Man kann sich auch keine Ausrede à la „Es ist eben die neueste Technologie.“ zurechtlegen, weil man davon praktisch nicht viel merkt. Bleibt also ein eigentlich ziemlich hervorragendes Produkt übrig, das man sich blöderweise aber nicht so oft leisten können wird, wie man das gern hätte. Deswegen sollte man sich das für die ganz besonderen Momente aufheben und Freunde und Familie anstacheln, ob sie einem nicht mal eine Packung zum Geburtstag oder zu Weihnachten sponsern/ schenken…

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