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Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 14 – SpecialKids.Company

Manchmal fühlt sich die Suche nach dem perfekten Onesie an wie das berühmte „eiserne Dreieck“, also einem Dreieck mit starren Seiten, bei denen die Eckpunkte z.B. für Qualität, Preis und Zeit bei der Erledigung von Tätigkeiten oder Herstellung von Produkten stehen. Verschiebt man einen Punkt zur Mitte, also dem Idealzustand, entfernen sich die anderen weiter davon.

In der Welt der Windelbodys/ Pflegebodys lässt sich das ebenfalls vielfältig anwenden. Beispielsweise kann allein eine schlechte Passform alle anderen Vorteile eines Produktes zunichtemachen. Ein anderes Mal ist es einfach die schlampige Herstellung, die andere Aspekte null und nichtig macht und wieder ein anderes Mal ist es schlicht ein überzogener Preis, der verhindert, dass sich das Produkt durchsetzt und entsprechend populär wird.

Für mich sind häufig die größten Hindernisse Größen und eine vernünftige Farbauswahl, die auch für und zu Erwachsenen passen, weshalb ich mich schon ziemlich gefreut habe, dass ich endlich mal die KayCey Vests von SpecialKids.Company in die Hände bekommen habe, nachdem das mal von jemandem beiläufig auf einem Forum erwähnt wurde und meine Neugier geweckt war. Nach ein paar Nachforschungen und Kontaktaufnahme zwecks passender Bestellung ging es dann auch los und so kann ich euch heute hier diese Bodys vorstellen.

Farben und Muster

Auch wenn ich nichts gegen auffällige bis schrille Farben und bunte Muster habe, selbst wenn sie beispielsweise während der Physiotherapie für alle Welt zu sehen sind, wenn ich da auf der Yogamatte rumturne, gibt es natürlich genug Momente, bei denen man etwas ernsthafter an die Sache herangehen und auf seine Kleidung achten muss. Das trifft für Leute zu, die es vielleicht nicht so lustig finden, wenn ältere Damen wohlwollend über einen bunten Onesie schmunzeln, der unterm Sweatshirt vorblitzt, aber natürlich auch für Kinder, damit die Gefahr von unnötigem Mobbing minimiert wird und es keine Hänseleien gibt.

SpecialKids.Company KayCey Vest, T-Shirt Version, Farben

Die SpecialKids.Company erfüllen diese Anforderungen ziemlich gut. Alle Farben sind schon mal von Anfang an etwas gedämpft und stechen damit nicht so heraus. Das trifft natürlich insbesondere für das Rosa und das Himmelblau zu. Beide orientieren sich eher an einer „warmen“ Interpretation der Farben, wodurch sie weniger aufdringlich wirken und das vermeidet dann auch gleich das Problem, dass sie zu sehr nach Babyfarben aussehen, weil sie zu blass ausfallen.

Das Himmelblau ist zudem auf die entsprechende typische Farbe der Polohemden von britischen Schuluniformen abgestimmt und zusammen mit der weißen Variante kann man demzufolge die jeweiligen Poloshirts eins zu eins durch die Bodys ersetzen, sollte man sich dafür entscheiden. Andere Schnitte wie z.B. die ärmellose Variante können natürlich bei anderen Einsatzgebieten wie Schulsport in Frage kommen, wenn es einheitliche Kleidungsvorschriften gibt.

Für uns Erwachsene sind natürlich neben Weiß vor allem das dunkle Navy (Blau) und Grau relevant. Letztere Variante hat die typische melierte Struktur, wie man sie von entsprechenden grauen Sweatpants kennt oder eben anderen ähnlichen Kleidungsstücken, welche dann meist aber mit Polyesteranteilen kommen oder gar ganz daraus sind. Dadurch sollte es ebenso einfach sein, die Bodysuits mit dieser Art von Kleidung zu kombinieren, ohne dass man es gleich merkt.

Das Navyblau ist für meinen Geschmack etwas zu dunkel und schlägt leicht in Richtung Cyan/ Petrol, weshalb es die meiste Zeit einfach nur irgendwie schwarz aussieht. Das ist jetzt nicht irgendwie schlimm, aber es passt dann vielleicht doch nicht so zur Farbe der Jeans, wie man sich das vorgestellt hat oder hat zu starken Kontrast mit anderen Kleidungsstücken. Man sollte es im Blick haben, auch wenn es wohl eher eine Kleinigkeit ist, die nur einigermaßen modebewusste Menschen interessiert. Passend zum Stichwort Mode wäre es natürlich schön, wenn es mehr Farben zur Auswahl gäbe und sogar sowas wie die zweifarbig abgesetzten Varianten wie bei der älteren Wonsie Produktlinie von SpecialKids.Company. Vielleicht wird das ja wiederbelebt.

Größe und Passform

Ich muss zugeben, das britische Kindergrößensystem mit seinen Altersangaben werde ich wohl nie verstehen. Es ist viel zu ungenau und zu abhängig von der jeweiligen Auslegung der Anbieter, weshalb es genauso verwirrend wie das amerikanische System ist, bei dem alles in Größen von S bis XL gequetscht wird. Mir ist das deutsche/ französische System, welches auf der Körperhöhe in Zentimeter basiert, viel lieber. Deswegen bin ich für diesen Artikel auf Nummer sicher gegangen und habe die größte verfügbare Größe ausgewählt, die für die Altersgruppe 15-16 Jahre klassifiziert ist und der Größe 176 entspricht.

Das stellte sich auch als einigermaßen richtig heraus, auch wenn ich zugegebenermaßen beim nächsten Mal sicher eine Nummer kleiner ausprobieren werde. Ich ziehe einfach eine enge Passform vor und die KayCey Vests sind recht großzügig geschnitten, selbst für ein Pummelchen wie mich. Klar, wie immer ist das ein Frage des persönlichen Geschmacks und rein subjektiv.

In erster Linie werden diese Produkte natürlich für Kinder mit Einschränkungen gemacht. Die Zwerge wollen ihre Bewegungsfreiheit und wollen es deshalb vielleicht nicht so eng, Rollstuhlfahrer brauchen ein paar Zentimeter mehr Stoff, damit alles richtig bedeckt ist, Betroffene mit Nahrungssonden brauchen etwas Spielraum, damit sie die Kleidung leicht beiseiteschieben können, um an den Bauchbereich zu kommen usw.. Es gibt also viele mögliche Gründe für eine etwas lockerere Passform. Es sieht zudem auch einfach doof aus, wenn man z.B. den Polo-Onesie zu sehr streckt und der Kragen verrutscht.

Aufgrund der gewählten Größe gibt es genug Bewegungsfreiheit, damit man sich wohlfühlen kann und man hat auch keine Unannehmlichkeiten wie aufplatzende Druckknöpfe, weil zu viel Spannung entsteht. Bei meinen 1,80 m Größe und leicht untersetzter Figur habe ich damit überhaupt keine Probleme. Selbst wenn ich die Arme während der Physiotherapie über dem Kopf ausstrecke gibt es da keine Nebenwirkungen wie bei manch anderem Produkt, das am Oberkörper etwas kurz ist.

Für meinen Geschmack könnten allerdings die Arme etwas länger sein. Mir ist völlig klar, dass man bei solcher Kleidung vermeiden will, dass sich zu lange „Anhängsel“ verdrehen und damit das Anziehen erschweren, gerade wenn man dabei Hilfe braucht, aber es sind wirklich nur ein paar Zentimeterchen. Es würde besser aussehen und die Bodys noch überzeugender als normales T-Shirt durchgehen.

Der untere Teil ist so designt, dass der Popo gut bedeckt ist und der Stoff reicht auch ein Stück auf die Oberschenkel. Dadurch sind dann die verwendeten Inkontinenzprodukte auch wirklich völlig abgedeckt und versteckt und es ist auch alles warm verpackt. Die Bilder sehen vielleicht nach dickem Hintern aus, weil der Schnitt etwas keilförmig ist, aber in der Realität ist das nicht so. Der Anzug passt sich ganz normal und natürlich der Körperform an.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Polo Version, Vorderseite

SpecialKids.Company KayCey Vest, Polo Version, Rückseite

SpecialKids.Company KayCey Vest, Polo Version, Halsausschnitt

Als Alternative zu meinem bevorzugten T-Shirt-Schnitt gibt es den schon häufig erwähnten Polo Stil und eine ärmellose Version. SpecialKids.Company haben freundlicherweise ein paar Muster dieser Varianten kostenlos mit ins Paket gepackt und deswegen könnt ihr die auch in einer kleinen Verlosung gewinnen (in einem separaten Post findet ihr dann alle Infos).

SpecialKids.Company KayCey Vest, Ärmellose Version, Vorderseite

SpecialKids.Company KayCey Vest, Ärmellose Version, Rückseite

Ich habe beide Varianten mal kurz anprobiert, aber das ist einfach nicht mein Ding. Ich kann einfach nicht sehen, dass ich dauerhaft die Polo-Variante tragen würde, egal, was das nun für eine Farbe ist. Bei der ärmellosen Variante würde ich wahrscheinlich auch die Armausschnitte etwas größer haben wollen, also so, dass sie etwas weiter unterhalb der Achselhöhlen anfangen. Die Denke hinter der etwas knappen Auslegung ist natürlich wiederum, dass verhindert werden soll, dass sich die Kids aus Versehen unabsichtlich selbst ausziehen. Trotzdem denke ich, dass es für Erwachsene angenehmer und hilfreich wäre, wenn das etwas großzügiger ausgelegt wäre, egal, wie ich es persönlich mag.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Ärmellose Version, Armausschnitt

SpecialKids.Company KayCey Vest, Ärmellose Version, Halsausschnitt

Zuletzt noch ein kleiner Hinweis: Alle KayCey Vests gibt es auch mit einem extra Schlitz als Zugang für Nahrungssonden und Ähnliches für Leute, die darauf angewiesen sind. Zusätzlich zu den normalen Schläuchen kann das auch Kabel von Überwachungsgeräten oder Zugänge beispielsweise bei Bauchfelldialyse mit einschließen. Mir treibt’s aber schon bei dem Gedanken kalte Schauer über den Rücken, weshalb ich das nicht so auswalzen werde. Ich bin froh, dass es mich aktuell nicht betrifft und erwähne das nur der Vollständigkeit halber.

Windelfixierung

Bei fast schon stramplerartigen Bodys mit etwas längeren Beinteilen bin ich immer etwas skeptisch. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die Knöpfe nicht so optimal platziert sind, was dann wieder negative Konsequenzen haben kann. Entweder sind sie schwierig zu schließen oder reiben aufeinander und verfangen sich, weshalb sie dann auch bloß zur unpassendsten Zeit aufgehen. Hier ist das nicht der Fall.

Die Wahrscheinlichkeit solcher Vorfälle hängt aus meiner Sicht davon ab a) wie weit herab die Beinteile wirklich reichen, b) die Anzahl und Platzierung der Knöpfe und c) deren Stärke.

Die Beine sind genau genommen gar nicht mal so lang und die Bedeckung entspricht eher Opas Doppelrippunterhosen, also hat sich Punkt a) eigentlich schon erledigt. Die Druckknöpfe bilden eine schöne gerade Linie im Schrittbereich. Schlimmstenfalls landen dann halt die äußeren Knöpfe in der Leistenbeuge, was sich etwas unangenehm anfühlen könnte, weil es drückt.

In Sachen b) sollten fünf Knöpfe mehr als ausreichend sein. Wie sich im Lauf meiner Artikelserie gezeigt hat, scheint das sowieso so eine Art magische Grenze zu sein. Drei ist definitiv zu wenig, vier führt oft zu komischen Verzerrungen da unten rum und nur fünf, relativ dicht aneinandergereiht, scheinen genug Stärke zu bieten, damit alles gerade und zuverlässig abgeschlossen ist.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Knöpfe

Eine ungerade Anzahl hat auch den Vorteil, dass man in der Mitte anfangen kann und die Zuordnung der Knopfteile nicht durcheinanderbringt. So sehr ich auch z.B. meine Sanetta Onesies mag, passiert es mir doch gelegentlich immer noch, dass ich Vorder- und Hinterteil nicht richtig ausrichte und dann sind drei Knöpfe verschlossen, während die ungenutzten Teile des vierten Knopfs links und rechts überstehen. Richtig! Da bleibt einem nichts weiter übrig, als nochmal von vorne anzufangen.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Kontrast Farbige Knöpfe

Zusätzlich zu dieser simplen Logik in Sachen gerade vs. ungerade Anzahl an Knöpfen, versucht SpecialKids.Company das Ganze noch weiter zu vereinfachen, indem der mittlere Drücker in einer anderen Farbe gehalten ist. Aktuell ist das das Lila des Firmenlogos, aber weil das bei manchen Farbkombinationen etwas schwer zu erkennen ist, fände ich es prima, wenn man bei zukünftigen Produktchargen da vielleicht auch eine andere Farbe mit verwenden würde, einfach wegen des besseren Kontrasts. Ich weiß, dass die Umsetzung je nach Stückzahlen und Kosten schwierig sein könnte, aber man kann ja mal träumen. Deswegen habe ich das Ganze auch schon mal Photoshop-technisch simuliert.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Simulation Farbige Knöpfe

Sofern man sich selber anziehen kann, ist das natürlich nur begrenzt bis gar nicht relevant. Ich selber verlasse mich die meiste Zeit ja auch auf meine Fingerspitzen und stelle mich nicht extra vor den Spiegel oder beuge mich extrem nach vorne, um zu sehen, was ich da im Schritt an den Knöpfen rumfummele. Andererseits sehe ich schon, wie es für Eltern, Pflegekräften, Erzieherinnen usw. die Sache etwas vereinfacht, wenn sie den Kleinen beim Anziehen zur Hand gehen.

Punkt c) unserer kleinen Hypothese in diesem Absatz lässt sich ebenfalls positiv beantworten. Die Knöpfe hier sind extrem stark, auch wenn es nur die kleineren 7 mm Versionen sind, während anderswo die großen 9 mm Varianten genutzt werden. Genau genommen ist es sogar gut, dass der Streifen, auf dem sie befestigt sind, nochmal mit einem Vlies zwischen den Stofflagen unterfüttert ist, sonst würde man möglicherweise da schnell irgendwelche Löcher reinreißen. Zudem kommt der Sache zugute, dass es sich um ein separat gefertigtes Anhängsel handelt und die Knöpfe nicht einfach in den Rändelsaum gehämmert wurden. Man hofft ja, dass sowas nie passiert, aber sollte doch mal ein Knopf ausreißen und alles kaputt machen, hat man dadurch eine saubere Ansatzstelle, an die man notfalls auch ein neues Stück Stoff mitsamt neuen Knöpfen ansetzen könnte.

Wo es viel Licht gibt, gibt es immer auch mindestens etwas Schatten und hier bedeutet das, dass der Stoff vielleicht insgesamt doch etwas zu fein ist, um wirklich große und schwere Windeln für Erwachsene alleine an Ort und Stelle zu halten. Bis zu einer bestimmten Größe und Dicke/ Gewicht ist das vermutlich sogar noch ganz okay, aber so ab Altersstufe 12 denke ich, dass da etwas Verstärkung gebraucht wird. Die leicht verlängerten Beinausschnitte wirken zwar durch die Reibung wie ein Stopper, aber alles können sie eben nicht halten. Deswegen will ich auch unbedingt noch eine kleinere Größe ausprobieren, die enger sitzt, wo dann die Gesamtspannung dem Absacken entgegenwirkt.

Langfristig denke ich aber, dass man das grundsätzlich anders lösen muss und die Produkte etwas angepasst werden müssen, zumindest für Leute, die keine extra Fixierhosen tragen. Vielleicht heißt das, dass man einen extra Textilstreifen als „Gürtel“ einnähen muss, vielleicht muss man den Stoff doppelt nehmen, vielleicht auch eine komplett neue Produktlinie entwickeln, die sich an Erwachsene richtet. Ich weiß es nicht. Aber egal, natürlich sind das wieder so typische Nörgeleien aus Sicht eines Erwachsenen und keine Fehler im Produkt selbst, denn das Ganze richtet sich ja nach wie vor in erster Linie an Kinder und Jugendliche. Es bleibt aber ein Fakt, dass mit zunehmender Größe eben auch die Windeln schwerer werden.

Materialien und Herstellungsqualität

Mal von den potenziellen Problemen mit der Tragfähigkeit abgesehen, muss man den feinen Stoff aber sonst lieben. Es ist ein Material ähnlich dem der Onesies Downunder Bodys mit 95% Baumwolle und dem Rest Elasthan. Der offensichtliche Vorteil ist dabei die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Körperproportionen und Formstabilität (sofern man diese nicht durch zu heißes Waschen oder Bügeln ruiniert).

Wenn wir schon mal beim Thema Waschen sind: Farbstabilität und Haltbarkeit entsprechen dem, was man erwarten würde. Diese feinen Stoffe sind oft viel robuster, als man ihnen das zutrauen würde und weil sie in diesem Fall auch durchgefärbt sind, ist das noch weniger ein Thema. Sofern man sich an die Waschanleitung hält, dürfte es keine Probleme geben. Ich kann aber hier nicht für extreme Härtefälle sprechen, weil ich in der Regel nicht solche Dinge mache, wie mich mit Ketchup bekleckern, wo es dann schon mal notwendig sein kann, bei hohen Temperaturen zu waschen. Bei mir ist es eher umgekehrt. Ich muss aufpassen, dass nicht alles grau wird, wenn ich mit zu wenig Waschmittel bei zu niedrigen Temperaturen wasche.

Unabhängig, welche Waschmethodik man nun bevorzugt, ist es insgesamt aber wahrscheinlicher, dass die Folienbedruckung im Inneren sich ablöst, lange bevor die Bodys ihr Lebensende erreicht haben. Neben den üblichen Angaben wie Größen und Herstellungsangaben kann man hier auch mit einem Textilmarker den Namen eintragen. Das verhindert Verwechslungen in Umkleideräumen und ist auch nützlich in Einrichtungen, wo die Wäsche für alle gemeinsam gewaschen wird.

Der feingewirkte Stoff selbst fühlt sich auf der Haut sehr zart an und sollt deshalb zu keiner Zeit lästig sein und kratzen, selbst nach längerer Nutzung. Es gibt auch weitere Maßnahmen, die genau das verhindern sollen. Als erstes gibt es absolut keine eingenähten Kleiderschildchen, was ich sehr clever finde. Es gibt eigentlich nie eine optimale Stelle dafür und nach einer Weile sehen sie dann schäbig aus oder machen einen verrückt, weil die teilweise doch recht scharfen Ecken und Kanten auf der Haut reiben, gerade bei der neumodischen Sorte aus Plastik. Jeder, der schon mal ein Kleidungsstück von einem großen internationalen Markenhersteller gekauft hat, weiß ja, wie lästig und schwierig es sein kann, diese „Bücher“ in zwanzig Sprachen loszuwerden, selbst wenn man sie bis auf einen schmalen Streifen abschneidet oder aus den Nähten herausfummelt.

Wenn sie nicht richtig umgesetzt werden, können die Nähte selbst genauso zur wortwörtlich schmerzhaften Erfahrung werden. Wir alle haben ja diese Tage, wo wir schon am Morgen mit Abdrücken vom Schlafanzug oder unserem liebsten Einhorn-Onesie aufwachen. Da gehört nicht viel dazu, sich vorzustellen, wie unangenehm das wäre, wenn man eingeschränkt bewegungsfähig und sich nicht einfach in eine bequemere Position bringen kann oder wenn man spezielle Stützkorsette, Schienen usw. tragen muss. SpecialKids.Company löst die Sache, indem grundsätzlich alle Nähte so flach wie möglich gehalten werden.

SpecialKids.Company KayCey Vest, Nähte

Dazu werden zwei Strategien eingesetzt: Die Fäden werden horizontal als Flatlocknähte ausgeführt (was übrigens auch recht schick und angenehm aussieht) und wo das nicht möglich ist, werden die dicken Wülste von zusammenlaufenden Nähten verlegt, teilweise auch so, dass diese außen sind. Weiterhin werden auch innen alle Kanten mit Flatlock versäubert. Natürlich hat das seine Grenzen und an manchen Stellen sieht man auch, dass die Nähkunst und die Näher(innen) dabei an das Limit des Machbaren kommen.

Während die Qualität insgesamt gut ist, gibt es deshalb natürlich trotzdem mal hier und da kleinere Macken und Unsauberkeiten, gerade an Stellen, an denen mehrere Nähte aufeinandertreffen. Man fragt sich dann, ob man das nicht auch anders hätte machen können. Ich werde mich da aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil ich mit meiner sehr begrenzten Näherfahrung das nur unter dem Motto „Wie hätte ich das gemacht?“ bewerten kann.

Preise und Verfügbarkeit

Auch wenn es sich um speziell angefertigte und individuell designte Kleidung für „Special Needs“ handelt, sind die Preise für die KayCey Vests mehr als vernünftig. Die Preise sind nach Größen gestaffelt und fangen bei ungefähr 15 Pfund (GBP), etwa 17 Euro an und gehen bis zu 21 GBP (24 Euro) für die größeren Varianten. Bei anderen Währungen schwankt das wegen der Wechselkurse von Tag zu Tag und wegen dem Brexit weiß ja niemand, wohin die Reise geht, aber ich will damit eigentlich nur sagen, dass die Teile nicht unerschwinglich sind.

Die Verfügbarkeit ist generell kein Thema. Bei SpecialKids.Company scheint es immer genug Nachschub zu geben, zumindest bei meinen gelegentlichen Stichproben in ihrem Onlineshop und dem Folgen auf Facebook. Die eigentliche Lieferung kann allerdings etwas abenteuerlich sein.

Wenn man außerhalb von UK wohnt, kommen irgendwelche internationalen Logistikfirmen/ Abwicklungshelferlein mit ins Spiel. SpecialKids.Company verschicken ihre Ware mit Hermes. Das klingt auch erstmal ganz einfach, aber blöderweise hat die britische Version scheinbar erstmal nix mit der deutschen zu tun, trotz gleichen Namens. Deswegen bekommt man dann auch erstmal verwirrende e-Mails von irgendeiner dieser erwähnten Firmen (deren Namen ich völlig vergessen habe), die sich um Zollabwicklung usw. kümmern. Diese Mails sind leider nicht wirklich hilfreich, denn so Sätze wie „Die Sendung wurde im Zielpaketzentrum bearbeitet.“ haben ja nicht viel Aussagekraft. Deswegen hat es mich auch gar nicht überrascht, als der Paketbote dann doch irgendwie völlig aus dem Blauen heraus klingelte, obwohl ich das mangels entsprechend detaillierter Ankündigung nicht erwartet hatte. Ja, ich bin einer dieser unmöglichen Menschen, die alle paar Minuten nach den bunten Autos Ausschau halten, wenn ein Paket angekündigt ist und würde deshalb am liebsten immer auf die Minute genau wissen, wann es kommt. ;-)

All das ist aber nicht der Fehler von SpecialKids.Company. Diese Problemchen müssen nicht immer auftreten und jetzt könnte das schon wieder alles anders laufen und völlig glattgehen. trotzdem wäre es für ungeduldige Leute wie mich vielleicht sinnvoll, wenn es eine alternative Versandmethode mit DHL oder einem anderen Anbieter gäbe, einfach um es berechenbarer zu machen.

Zusammenfassung

Im Vergleich zu vielen so-lala Einträgen in unserer Artikelserie, ist das mal wieder richtig gut. Die KayCey Vests sind keineswegs hundertprozentig perfekt (sofern es sowas überhaupt gibt), aber über bestimmte Dinge beim Design und der Herstellung hat sich jemand ernsthafte Gedanken gemacht und das merkt man auch am Endprodukt. Was noch zu tun ist, ist die Optimierung der großen Größen für Erwachsene und die Erweiterung des Angebotes mit mehr Schnittvarianten, mehr Farben und all die anderen „Kleinigkeiten“.

Ich hoffe auch, dass sich daraus auch eine zuverlässige Quelle für hochwertige Windelbodys/ Pflegebodys hier in Europa entwickelt, auch wenn über der Zukunft Großbritanniens derzeit ein großes Fragezeichen schwebt. Die Produkte findet man – abgesehen davon, dass ich hier die Links nochmal reinpflastere – auch über eine Onlinesuche leicht sowie selbstverständlich in ihrem eigenen Onlineshop, über Facebook oder auch bei Amazon. Ich kann auf jeden Fall empfehlen, sich die Bodys mal auf die Wunschliste zu schreiben, und wer weiß, vielleicht ergibt sich die Gelegenheit zum Probieren ja gleich mit unserer kleinen Verlosung…

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