Windelgrundlagen: Ein neuer Blick auf Hautpflege bei Inkontinenz – Teil 5 – Hartmann

Meine guten Absichten wurden nach meiner Medikamentenumstellung (die mal wieder recht wenig gebracht hat) von einer Erkältung durchkreuzt, die ich mir eingefangen hatte und somit ging es schon wieder nicht so voran, wie ich das ursprünglich geplant hatte. also bin ich schon wieder zu spät dran (mit dem Artikel für diese Woche), aber ich hoffe, dass der Inhalt das wenigstens wieder wettmacht.

Bevor wir überhaupt richtig anfangen, erstmal ein wichtiger Hinweis. Kurz bevor ich soweit war, mein Geschreibsel zu veröffentlichen, hat Hartmann die Verpackungen der Produkte umgestaltet und den Namen von Menalind auf MoliCare Skin geändert. Weil es nun mal eines gewissen Vorlaufs bedarf, um die Artikel vorzubereiten und natürlich durch die ständigen Verzögerungen und Verschiebungen im Zusammenhang damit, wie ich überhaupt in der Lage bin, an Kram zu arbeiten, basiert deshalb für diesen Artikel alles noch auf den ursprünglichen Menalind Versionen. Um es einfacher zu machen, die neuen Verpackungsdesigns den alten zuzuordnen, habe ich die offiziellen Marketingfotos von der Hartmann Webseite geschnappt und sie so zusammengeschraubt, dass die Produkte immer an der gleichen Stelle auftauchen wie in meinen eigenen Bildern.

Die einzigen Unterschiede sollten dementsprechend bei den dargestellten Packungsgrößen liegen und natürlich allen weiteren kleinen Änderungen/ Verbesserungen wie beispielsweise den Dosierpumpen bei einigen Produkten. Ansonsten gehe ich einfach davon aus, dass sich der Inhalt der Flaschen und Tuben in Sachen chemische Zusammensetzung, Dosierung und Verwendung oder auch Dingen wie dem Geruch nicht verändert haben. Ich arbeite daran, das auch zu verifizieren und deswegen gibt’s vielleicht irgendwann noch mal einen kurzen Folgeartikel. Dann könnten da auch die Produkte wie das Shampoo und das Body Oil dabei sein, die mir für den jetzigen Artikel nicht zur Verfügung standen. Bis dahin haltet euch einfach an die offiziellen Hartmann Seiten für weitere Informationen.

Allgemeines

Die Menalind/ MoliCare Skin Produkte sind entsprechend der üblichen Schritte bei der persönlichen Hygiene und Körperpflege eingeteilt – Reinigung (clean), Schutz (protect) und Pflege (care), wobei der Schwerpunkt auf Reinigung und Schutz liegt. Abweichend von meiner sonstigen Vorgehensweise schnappe ich mir diese Schlagworte auch gleich mal als Überschriften für die entsprechenden Abschnitte. Jeder Unterbereich ist logisch farbig gekennzeichnet, womit das Risiko von Verwechslungen beseitigt oder zumindest minimiert wird. Beide Farbschemen sind einigermaßen zurückhaltend und haben was in Richtung hochwertiger, erstklassiger Produkte, besonders die neuen warmen Pastelltöne bei MoliCare Skin. Wäre das nicht alles so mit mehrsprachigen texten zugepflastert, würde es sogar noch edler wirken.

Die Packungsgrößen folgen dem Muster der meisten anderen Anbieter, bei dem die flüssigen Produkte in Flaschen und Tuben von 200 ml bis 500 ml daher kommen. Einige Produkte gibt es in zwei Größen – eine große und eine kleinere – was aktuell die Körperlotion und die Waschlotion betrifft. Bei anderen Produkten könnte es das vielleicht in Zukunft auch geben. Zumindest könnte ich mir das vorstellen, aber mehr dazu an anderer Stelle.

Etwas, das mich angenehm überrascht hat, ist die einheitliche Geruchsgestaltung bei diesen Produkten, was heißen soll, dass der Duft von Anfang an recht angenehm ist und auch konsequent über mehrere Produkte hinweg durchgezogen wird. Dadurch wird es einfacher vorherzusagen, wie die Haut riecht und wie sich das mit anderen Düften wie von Parfüm oder anderen Kosmetikprodukten verträgt. Es bewahrt einen zudem davor, sich mit allzu aufdringlichen oder beißenden Gerüchen rumzuärgern, wenn die Produkte frisch aus der Packung erstmal eine Duftwolke freisetzen. Die meisten Produkte haben einen recht angenehmen süßlichen Mandelduft, auch wenn es natürlich gelegentlich Ausnahmen gibt.

Clean

In dieser Abteilung sind die üblichen Verdächtigen versammelt: Feuchttücher, (feuchte) Waschhandschuhe, Reinigungsschaum, Waschlotion und sogar ein Badezusatz. Die Feuchttücher kommen in einer 50er Packung und orientieren sich größenmäßig eher an Seni als an Attends. Das bedeutet, dass sie a) relativ groß sind und man damit mit weniger Tüchern pro Durchgang zurechtkommt und b) sie aber auch ziemlich nass sind. Wie ihr wisst, ist der letztere Punkt etwas, das ich eher kritisch sehe, weil sich dadurch die Trocknungszeiten verlängern und zu viel Feuchtigkeit auf der Haut eventuell ungewollte Nebenwirkungen hat. Deshalb sollte man sowas vorsichtig und sparsam einsetzen.

Menalind clean, Feuchttücher MoliCare Skin clean, Feuchttücher

Die Waschhandschuhe sind im Prinzip das gleiche, eben nur, dass sie als doppellagiges Häubchen zum Überstreifen daherkommen. Der Grund, warum acht Stück in der Packung sind, liegt darin, dass sie für ein komplettes Bettbad vom Kopf bis zu den Füßen gedacht sind und man jeweils für eine bestimmte Körperregion einen Handschuh verwenden soll. Für unseren Anwendungsfall wird man sich natürlich meist damit begnügen, den Intimbereich mit einem solchen Teil zu reinigen und selten mehr brauchen.

Beiden vorab befeuchteten Produkten tut es gut, wenn man sie vor der Verwendung etwas „atmen“ lässt. Wenn man die Packung öffnet und die benötigten Produkte so weit, wie möglich, herauszieht, kann etwas von der überschüssigen Feuchtigkeit verdunsten. Das erlaubt dem Duft, sich zu entfalten und sorgt auch dafür, dass sich insbesondere die Handschuhe auch nicht so schwitzig und komisch in/ auf den Händen anfühlen. Wie immer – nach der Anwendung gehört das Ganze in den Hausmüll, nicht Wertstoff- oder Biotonne.

Menalind clean, Waschhandschuhe MoliCare Skin clean, Waschhandschuhe

Der Reinigungsschaum hat wieder den etwas umständlichen auf dem Kopf stehenden Sprühmechanismus den ich schon bei Seni kritisiert hatte. Zumindest wenn man versucht, das Spray selbst zu verwenden, ist es schwer, die richtigen Stellen immer gleich direkt aus der Dose zu treffen. Da braucht man schon etwas Übung. Dankenswerterweise wird das dadurch wieder etwas gutgemacht, dass der Schaum recht fein und stabil ist. Damit kann man ihn auch erstmal auf die Hand sprühen und dann dorthin verteilen, wo man ihn haben will. Es ist auch anzumerken, dass die Masse relativ ölig/ cremig ist, was es leicht macht, sie nach dem Einwirken wieder abzuwischen. Die Haut bleibt im Gegensatz zu anderen Produkten, die sie eher auslaugen und austrocknen, auch schön glatt.

Menalind clean, Diverse Produkte MoliCare Skin clean, Diverse Produkte

Ein paar wenige Worte kann man zum Badezusatz und der Waschlotion verlieren, die ja beide nicht wirklich unerlässlich sind, zumindest nicht für das, was wir so im Sinn haben. Das ist wirklich nur der Vollständigkeit halber. Die Lotion ist fast komplett durchsichtig und auch wenn sie ihren Zweck erfüllt, ist die Anwendung doch etwas frustrierend. Das liegt meiner Meinung nach vor allem daran, dass sie kaum schäumt. Klar, manchmal übertreiben es die Hersteller damit, ihre Produkte mit (technisch unnötigen) Zusatzstoffen aufzubohren, aber sie fast komplett wegzulassen hat eben auch Nachteile. Wenn man nicht aufpasst, sieht man hier nämlich nicht, welche Stellen des Körpers man sich schon eingeseift hat.

Das Pflegebad ist meinem Nivea Schaumbad, das ich sowieso schon verwende, nicht ganz unähnlich. Auf der Flasche steht, dass man eine Kappe pro Bad verwenden soll, aber das erscheint mir viel zu wenig. Wenn, dann ist das bestenfalls was für eine flache Pfütze in der Wanne wie wenn man Babys und Kleinkinder badet. Ich habe immer mehr verwendet und somit war die Flasche auch schnell aufgebraucht. Passenderweise braucht man aber nach so einem Bad wirklich kaum noch andere Pflegeprodukte, weil die Haut sich schön glatt anfühlt.

Care

Die Menalind care Produkte umfassten für den Test nur die Handcreme und die Körperlotion. Das Handpflegeprodukt würde man naturgemäß erst verwenden, wenn man alle nötigen Schritte erledigt und sich die Hände abschließend nochmal gewaschen hat. Dann kann man seinen Händen was Gutes tun und ihnen wieder etwas von der Feuchtigkeit und dem Fett zurückgeben, die durch das viele Waschen verloren gegangen sind.

Die Körperlotion kommt noch eine Stufe vorher, dient aber letzten Endes dem gleichen Zweck. In diesem Fall fühlen sich die Produkte tatsächlich sogar ziemlich gleichartig an, wobei die Lotion lediglich etwas weniger fetthaltig und flüssiger ist. Bei meiner Haut funktioniert dieses Duo ganz gut, besonders in der Art, dass die Produkte schnell einziehen. Zusätzlich merkt man auch gut, wann die Haut genug hat. Im Gegensatz zu manch anderem, sehr wässrigen Produkt, bei dem sich die Haut dann wie ein Schwamm anfühlt, der auch die ganze Flasche aufsaugen könnte, nimmt sie einfach nicht noch mehr auf. Man landet also nicht bei dieser Endlosschleife, wo man sich fragt, ob das nun schon genug war und ob man nochmal nachcremen muss.

Menalind care, Diverse Produkte MoliCare Skin care, Diverse Produkte

Protect

Auch wenn Hartmann es jetzt nicht direkt so nennt, sind die Mittelchen in dieser Kategorie doch den Produkten anderer Anbieter gleich und lassen sich, ohne dabei rot zu werden, als „filmbildende Schutzcremes“ und so weiter bezeichnen, weil man sie eben genau dafür verwendet. Wie anderswo gibt es die Cremes in zwei Ausführungen: Die klassische Variante mit Zinkoxid und dann die etwas neumodischere, die darauf basiert, mit fettigen Substanzen und Paraffin einen dünnen Schutzfilm zu bilden. Da gibt’s auch nicht wirklich viel zu erklären, allerdings ist mir hier erneut die gut austarierte Zusammensetzung der Produkte aufgefallen.

Bei Produkten anderer Hersteller ist es z.B. leicht, einfach viel zu dicke Schichten der Zinkcreme/-salbe aufzutragen, weil sie auf der Haut sehr schnell anfangen zu stocken und somit klebrig und trocken werden. Hier ist die Emulsion so eingestellt, dass man es ohne Probleme schafft, eine dünne, gleichmäßige Schicht aufzutragen, die fast unsichtbar ist, sich aber trotzdem glatt und geschmeidig anfühlt. Auf ähnliche Art kommt einem die transparente Creme erstmal zu flüssig vor, lässt sich aber auch leicht gleichmäßig verteilen und nur eine dünne Schicht der isolierenden Substanzen bleibt zurück.

Menalind protect, Schutzcremes MoliCare Skin protect, Schutzcremes

Das Ölspray ist der letztgenannten Creme nicht ganz unähnlich, aus meiner Sicht aber wesentlich umständlicher in der Anwendung. Für mich ist es das Produkt, das in diesem Portfolio am wenigsten Sinn macht. Diese Einschätzung kommt daher, dass es verdammt schwer ist, es in akzeptabler Dosis aufzutragen. durch den kontinuierlichen Strom, der da aus der Düse geschossen kommt, ist es viel zu einfach, zu viel aufzutragen und dann tropft einem wortwörtlich das Öl vom Körper. Bei mir hatte die Düse auch noch eine kleine Macke bei der Herstellung, wodurch der Sprühkegel ringförmig war und nicht massiv, weshalb sich die richtige Menge noch schwerer abschätzen ließ. In der Praxis bedeutete das einfach, dass ich immer irgendwelche Papiertücher zum Abwischen griffbereit haben musste.

Idealerweise solltet ihr daher jemanden finden, der euch das Zeug mit genügend Abstand aufsprühen kann und ihr solltet dabei flach auf einer Einmalwickelunterlage oder was ähnlichem liegen, damit ihr euch nicht durch herunterlaufende Tröpfchen irgendwas versaut und alles gleich aufgesaugt wird. Zudem sollte man dann erstmal kurz liegen bleiben, bis das Ganze etwas angezogen hat. Trotzdem muss man meist noch unnötige Rückstände wegtupfen, damit sich nicht das Inkontinenzprodukt gleich mit Öl vollsaugt oder man sich Flecken auf die Unterhosen/ Fixierhosen macht.

Menalind protect, Sprays MoliCare Skin protect, Sprays

Der Hautschutzschaum ist wieder ein komplett anderes Ding und würde sogar besser in die care Produkte passen, weil die Schutzfunktion begrenzt ist und er wirklich mehr eine regenerierende Wirkung auf die Haut hat. Wie ihr wisst, mag ich diese schaumigen Produkte, weil sie wahrscheinlich der einfachste Weg sind, gleichmäßige Schichten zu erzielen. Wenn die Bläschen in sich zusammenfallen, passiert das fast automatisch. Der Schaum an sich ist wieder recht fest und etwas ölig, also sollte das auch keine Probleme geben.

Als ich das Produkt das erste Mal verwendet habe, dachte ich, ich habe was falsch gemacht oder eine schlechte Charge erwischt. Wenn der Schaum aus der Dose kommt, riecht er sehr scharf nach Chemie, was mich doch überrascht hat. Das verfliegt allerdings sehr schnell und der Duft ändert sich zu etwas, was ich als den Geruch von feuchtem Stroh/ Heu bezeichnen würde. Vermutlich ist das Verhalten die Folge von einem Lösungs- oder Konservierungsmittel, das erstmal verdampfen muss, also ist es auch nicht so kritisch. Man muss sich nur darauf einstellen. Übrigens ist das beim weiter oben erwähnten Reinigungsschaum auch so.

Zusammenfassung

Nach ein paar dieser Produkttests zeichnet sich ein klareres Bild ab und ich muss sagen, wenn man sich die Produkte selektiv zusamenstellen könnte, hätten einige Menalind/ MoliCare Skin Sachen gute Chancen. Bei meinem Hauttyp funktionieren sie gut und weil ich jemand bin, der auf „strenge Gerüche“ schnell genervt reagiert, könnte ich mir auch schlimmeres als einen leichten Mandelduft vorstellen. Natürlich muss man sich jetzt trotzdem nicht auf Krampf in Unkosten stürzen. Wie bei den Windeln, ist der Kram von Hartmann immer etwas teurer als die Konkurrenz und wenn man mit dem billigen Zeug aus dem Drogeriemarkt zurechtkommt, gibt es jetzt wenig Grund, sich eine andere Zinkcreme, Lotion oder Badezusatz anzuschaffen.

Ich finde es auch etwas komisch, dass das einzige Produkt, welches etwas einzigartig ist, nämlich der Hautschutzschaum, auch wieder so teuer ist und nur in einer kleinen 100 ml Spraydose daherkommt, dass es sich auch nicht unbedingt lohnt. Das wäre ein perfekter Kandidat für eine größere Packung zu einem günstigeren Preis. Wer noch nicht solche spezialisierten Produkte verwendet hat, für den ist jetzt die Gelegenheit sogar vielleicht günstiger als je zuvor, es mal zu probieren, weil die alten Menalind Versionen in dieser Übergangsphase teilweise mit Rabatt verkauft werden. Man kann hier nicht viel falsch machen.

An dieser Stelle Dank an Hartmann für die Bereitstellung der Produkte für den Artikel.

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