Vorlagentest: Tena Comfort

Nachdem ich die Dinge etwas ruhiger angehen lassen musste, wird es Zeit, dass ich so langsam wieder in die Gänge komme. Ich hoffe, es klappt jetzt wieder regelmäßiger mit Artikeln, ab und an Newsmeldungen und meinem gelegentlich hier abgeladenen Gedankensalat. ;-) Fürs erste baue ich mal meinen Rückstau ab und präsentiere einen Test, den ich schon ein Weilchen vor mir herschiebe. Das hat natürlich auch mit dem Inhalt zu tun. Es geht mal wieder um Vorlagen, bei denen ich immer meine Schwierigkeiten habe, sie in meine Abläufe zu integrieren und zu testen. Schauen wir aber trotzdem einfach mal, wie sich die Tena Comfort so macht.

Tena Comfort, Saugstärken

Für diesen Artikel habe ich mich all der Probenpackungen bedient, die sich im Lauf der Zeit so angesammelt haben, und habe meinen guten Draht zu Tena genutzt, um wortwörtlich die Lücken mit den noch fehlenden Varianten zu schließen. Deswegen kann ich euch sozusagen auch das volle Programm mit allen fünf Saugstärken in beiden Varianten zeigen.

Tena Comfort, Saugstärken

Wie man auf dem Foto sehen kann, verwenden alle Saugstärken die gleiche größere Größe, wobei nur der niedrigste Level, der einfach als normal bezeichnet wird, das kleinere Format verwendet. Die kleinere Fläche macht natürlich Sinn, weil man diese dünnste und schwächste Version sowieso öfter wechseln muss. Da brächte es nicht so viel, wenn sie größer wäre.

Bei der realen Verwendung wird dieser Punkt auch leicht bestätigt. In meinem Fall läuft es darauf hinaus, dass ich es im Prinzip nur einmal richtig laufen lassen kann und dann war es das auch schon. Selbst dabei muss man vorsichtig sein. Ist die Blase zu voll, kommt es fast unvermeidlich zum Unfall. Deswegen kann man das Produkt eigentlich auch nur für leichte Fälle von Dranginkontinenz empfehlen oder Situationen, bei denen man vielleicht kleine Pannen hat, wenn man zu heftig lacht.

Tena Comfort, Saugstärken

Die anderen Stärken folgen den Konventionen der Tena Slip, sowohl was Farbkodierung als auch Saugstärke betrifft. Lediglich eine zusätzliche extra Stufe ist noch zwischen plus und super eingeschoben. Diese Stärke gibt’s nur bei den Vorlagen und anderswo ist sie nicht zu finden. Die eigentliche Saugfähigkeit geht mehr in Richtung der super als der plus, tendiert also zu den höheren Werten.

Auch wenn zumindest im technischen Sinne die theoretischen Werte für das Gesamtaufnahmevolumen bei einigen Varianten fast mit den Slip identisch oder zumindest sehr nah dran sind, wird man sie im realen Betrieb mit großer Wahrscheinlichkeit nie soweit ausreizen, dass man auch noch das letzte bisschen Sicherheitsreserve nutzt. Die Gründe dafür habe ich ja bereits in meinem Artikel zur Kolibri Compact dargelegt, wobei der wichtigste einfach das höhere Auslaufrisiko bleibt.

Tena Comfort Original, Saugstärken

Dieses Argument hat auch Bestand für die Folienversionen, die noch zusätzlich das Original im Namen haben. Man kann sie auf den Fotos leicht daran erkennen, dass sie noch etwas weißer wirken und die Punktmuster aus kleinen Ringen bestehen. Darüber hinaus gibt es keine Unterschiede, also bleibt es jedem selbst überlassen, ob er atmungsaktiv oder foliert bevorzugt. Für mich wäre das eher die atmungsaktive Version, weil sie durch die rauere Außenseite weniger in der Unterhose hin und her rutschen. Das sollte man vielleicht beachten.

Tena Comfort Original, Saugstärken

Was man auch berücksichtigen sollte, ist die Dicke. Wie ich schon öfter bei Flex-Windeln/ Gürtelvorlagen gesagt habe, macht es nicht unbedingt Sinn, den stärksten verfügbaren Sauglevel zu verwenden. Dicker ist nicht immer besser. Das kann sich viel stärker unnötig in Falten legen, wodurch es viel schwerer wird, die Produkte perfekt glatt anzulegen. Hab ich schon erwähnt, dass dadurch auch das Auslaufrisiko steigt? Diese zwei Dinge sollten allein schon ausreichen und dafür sorgen, es eher vorsichtig anzugehen und sich bei Passungsproblemen lieber mit einer niedrigeren Stufe zufriedenzugeben anstatt sich dich aufzupolstern.

Tena Comfort Original, Saugstärken

Ich denke, für mich wären das die extra und super, auch wenn ein Problem bleibt: Wie zur Hölle legt man die Dinger vernünftig an? Für mich ist das immer noch der nervigste Teil. Wenn man sie in der Hand hält, kommen einem die Teile riesig vor und man hat teilweise ganz schön zu tun, sie zwischen Beinen und auf dem Hintern so in Position zu bringen, wie man will.

Bei der Tena Comfort wird das etwas erleichtert, weil die zusätzlichen blauen Fäden für eine gewisse Grundspannung sorgen, wodurch sich fast automatisch eine leicht geschwungene, an den Körper angepasste Form ergibt. Außerdem gibt es relativ hohe seitliche Auslaufschutze. Wenn man so eine Vorlage frisch aus der Packung aufklappt, sieht es genau genommen sogar fast perfekt rund aus und lustigerweise denke ich dann immer, dass das wie ein Untersetzer/ eine Hülle für einen Blumentopf aussieht.

Gleichzeitig bietet sich dadurch aber auch die Gelegenheit, sich das Leben etwas zu erleichtern, wenn man das Produkt eben in genau diesem Bereich festhält. Wenn man die Spannung nicht kaputtmacht, sorgt sie dafür, dass Vorder- und Hinterteil nach oben stehen und man kann das Ganze relativ leicht mit einer Hand zwischen die Beine fädeln beziehungsweise fast wie eine „Kappe“ hochschieben.

Tena Comfort, Innenseite

Die Passform am Körper ist einigermaßen okay, auch wenn ich es anstrengend finde, es so hinzubekommen, wie ich will. Die Schuld dafür sehe ich mal wieder bei Tenas altem Problem mit den zu festen/ zu stark komprimierten Saugkissen und dem Umstand, dass sie infolge dessen dann an der Oberfläche zu glatt sind. Soll heißen, sie rutschen auf dem Popo noch hin und her, bis sie durch Körperwärme oder leichtes Aufquellen und Aufweichen nach der ersten Benutzung oder Schweiß ihre endgültige Position finden. Es hilft auch, sich nach dem Anlegen zu bewegen, damit rein mechanisch die Kräfte wirken können und alles dorthin rutscht, wo es soll.

Tena Comfort, Vorderseite

Die Bedeckung der kritischen Bereiche ist gut, auch wenn ich mein Misstrauen gegenüber Vorlagen wohl nie ablegen werde, was „Unfälle“ am Hintereingang angeht. Sofern ich nicht genug Zeit auf der Toilette verbracht habe und mir einigermaßen sicher sein kann, dass es in den nächsten zwei Stunden oder so keine unerwarteten Aktivitäten im Verdauungstrakt gibt, ist das für mich einfach nicht das Richtige. Bei Tena kommt noch dazu, dass sich die Produkte hinten immer noch irgendwie kurz anfühlen und mich immer der Verdacht beschleicht, da würde die Poritze freiliegen oder im Fall der Fälle dann da oben alles rausquellen.

Tena Comfort, Seitenansicht

Die abschließende Frage ist natürlich, ob sich diese Vorlagen auch als Saugverstärker für herkömmliche Windeln verwenden lassen und hier sag ich einfach mal „Nein!“. Mal abgesehen von den Anforderungen an die Größe, die ich schon im Kolibri Compact Artikel erwähnt habe (Kurzversion: erst ab Größe L reicht die Bedeckung und passt der Tragekomfort), wirkt sich hier die Härte der Polster negativ aus.

Selbst wenn man alles gut durchknetet und seine Katze den ganzen Tag die Oberfläche aufreißen lässt, ist das nicht ideal. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die Flüssigkeiten dann eher durch die Löcher und Ritzen durchlaufen und damit die äußere Verpackung – was auch immer das sein mag – schneller vollgesaugt ist als die Vorlage. Das bedeutet, es könnte draußen schon tröpfeln, obwohl innen das Produkt noch relativ trocken oder kaum gefüllt ist.

Tena Comfort, Rückseite

Insgesamt ist das ein Produkt bei dem man sich sagt, es ist okay, mit allen guten und schlechten Bedeutungen, die man dem zuordnen kann. Für mich ist es auf den ersten Blick „typisch Tena“ in dem Sinn, dass seit der großen Umstellung vor ein paar Jahren irgendwas verlorengegangen ist. Besonders die harten Polster machen es einem immer wieder schwer. Deshalb würde ich mich hierbei auch mit den extra und super Versionen begnügen, bei denen man sich wenigstens einigermaßen sicher sein kann, dass man sie auch ausnutzt. Wenn man etwas anderes braucht, wird man woanders glücklicher, so blöd das auch ist.

Vielleicht sollte sich Tena einfach mal die Zeit nehmen und nochmal drüber nachdenken. Früher waren das hochwertige und begehrte Produkte, die jeder gut fand, aber heutzutage scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Einige von euch teilen diesen Eindruck, da bin ich mir ziemlich sicher…

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