Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 13 – Care Better

Nach der anfänglichen Sturm und Drang Phase geht es in dieser Artikelserie etwas gemütlicher zu, aber das heißt nicht, dass wir schon am Ende wären oder uns die Produkte ausgehen. Deshalb gibt’s auch heute wieder hier was zu sehen. Tatsächlich handelt es sich um die zweite Hälfte meiner Insenio-Bestellung von damals, als ich den Active Pro geordert hatte. Sagt also hallo zum Better Care Pflegebody.

Farben und Muster

Wie regelmäßige Mitleser wissen, hab ich einen ziemliche Neigung zu Blau, weil es einfach meine Lieblingsfarbe ist (zumindest bestimmte Töne) und deswegen kann ich dann auch kaum Produkten widerstehen, die in diesem Bereich einigermaßen anständig aussehen. Das ist hier nicht anders. Nachdem ich den Body mal auf einem Bild gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich mir den definitiv mal eines Tages zulegen würde. es war nur eine Frage der Zeit, wann das genau passiert. Das Produkt selbst gibt es genau genommen in zwei Farben – einem dunklen Marineblau/ Navy und eben der hellblauen Farbe, wie sie hier über den Artikel verteilt zu sehen ist. Aus Preisgründen (ja, die Dinger sind leider etwas teurer; siehe spätere Abschnitte im Artikel) habe ich nur einen zum Ausprobieren bestellt und mich für die hellere Farbe entschieden.

Das Hellblau ist dabei dem der Kiwisto-Bodys nicht unähnlich, also ein blasses Himmelsblau mit einem leicht gräulichen Unterton. Hierbei geht das mehr in Richtung Türkis/ Cyan, während es beim Kiwisto unter gleichen Lichtverhältnissen einen leichten Touch in Richtung Blaulila hat. Trotzdem stimmen sie gut überein. Natürlich kann ich euch nicht genau sagen, wie die andere Farbe ausfällt, aber zumindest deuten die Fotos auf der Webseite des Herstellers darauf hin, dass es sich wirklich eher um ein sehr dunkles, noch erkennbares Blau handelt anstatt ein bläuliches Schwarz, wie das bei manch anderem Anbieter der Fall ist. Schaut es euch am besten selber an und bildet euch eure eigene Meinung.

Größe und Passform

Anhand der verfügbaren Größeninformationen, meiner eigenen Erfahrung und ein bisschen gesundem Menschenverstand, wie denn nun die üblichen generischen Buchstaben-Größen richtigen deutschen Größen zuzuordnen sind, habe ich mich für Größe L entschieden. Zwar konnte ich mir freilich nicht 100%ig sicher sein, aber als ich den Anzug dann bekam, haute das schon hin. In der Tat war ich sogar einigermaßen überrascht, weil sowas auf Fotos immer verdammt groß aussieht und ich schon befürchtet habe, dass der Body furchtbar locker sitzen würde und dann ständig rumflattert. Dankenswerterweise stellte sich das aber dann doch als angenehm enge Passform heraus, so wie ich es eben bevorzuge. Trotzdem ist im Märchenland nicht alles in Butter, denn die ganze Sache hat einen Haken.

Care Better Pflegebody, Vorderseite

Wie sich herausstellte, konnte ich den Anzug nicht so tragen, wie es beabsichtigt ist, also mit dem Reißverschluss auf dem Rücken. Manchmal ist die Realität komischer als die Serien im Fernsehen und deswegen kann ich den Anzug nur mit dem Reißverschluss vorne tragen. Das hat nichts damit zu tun, dass die Sache mit dem Hochziehen des Verschlusses sonderlich unbequem wäre (auch wenn es das ohne Hilfe oder eine zusätzliche Kordel, wie man sie an einem Surfanzug meist findet, natürlich ist). Nein, stattdessen baut sich beim „richtigrum“ Tragen bei mir eine komische Spannung im Stoff auf, die es schwer macht, den Rücken gerade zu halten. Es fühlt sich fast an, als hätte man die Stoffteile für Vorder- und Rückseite vertauscht, auch wenn das definitiv nicht der Fall ist und somit zumindest diese Theorie nicht haltbar. Für mich bleibt es deswegen ein ungelöstes Mysterium, für das ich keine Erklärung anbieten kann, selbst wenn ich übliche Dinge wie mein Hohlkreuz ausschließe.

Care Better Pflegebody, Rückseite

Nachdem ich erstmal über diesen „Ach nö…“-Moment hinweggekommen war, fand ich die Passform insgesamt aber akzeptabel und es ist in Anbetracht dieser kleinen Katastrophe zumindest hilfreich, dass der Schnitt weitestgehend symmetrisch ist und somit ein paar Nachteile ausgleicht. Kaum vorstellbar, wie ich da reingefallen wäre, wenn die Unterschiede der Form stärker herausgearbeitet wären oder das Teil sowas wie speziell geformte Beinröhren hätte!

Windelfixierung

Die Fixierung der Windel ist hier hervorragend. Das kommt durch zwei Faktoren: Einmal die enge Passform, wie schon erwähnt, und zweitens die Beinteile, die quasi als „Stopper“ fungieren und das Windelpaket abbremsen, so dass es nicht zu weit herunterrutscht. Da passt es auch gut, dass der Stoff eine ziemlich formstabile Mischung aus 80% Baumwolle und 20% Polyester ist, was gerade noch genug Dehnbarkeit ergibt, um sich gut dem Körper anzupassen, aber eben auch nicht zu viel, so dass etwas nachgeben könnte. Zumindest bei mir ist es superbequem und alles bleibt dort, wo es hingehört.

Care Better Pflegebody, Beinreißverschluss

Wegen der relativ engen Passform und dem festen Stoff kann es jedoch ziemlich anstrengend sein, den Beinreißverschluss zu schließen, ohne dass man dabei ins Schwitzen oder Fluchen kommt. Meistens vermeide ich das und ziehe den Body einfach mit geschlossenem Zipper wie bei einem konventionellen Modell hoch. Ich muss dazu aber sagen, dass ich noch ziemlich kräftige Oberschenkel habe, auch wenn ich schon jahrelang nicht mehr intensiv Rad fahre, wie ich das eine Zeit lang mal getan habe. Wenn man also etwas schlankere Beine hat, hat man das Problem vielleicht nicht so, weil dann alles etwas ausgeglichener ist und man trotz engem Sitz am Körper den Reißverschluss leichter zu bekommen kann.

Materialien und Herstellungsqualität

Wie schon erwähnt, handelt es sich beim Stoff um eine Baumwolle/ Polyester Mischung, die mechanisch sehr robust ist. Wie üblich hat es ein Momentchen gedauert, bis ich mich an das Hautgefühl gewöhnt hatte, weil sich Polyester für mich irgendwie immer „staubig“ anfühlt, aber nach einer Weile ist es okay. die Farben sind stabil und durchgehend, was man von einem speziellen Produkt für den Pflegebereich auch erwarten können sollte, da es aus hygienischen Gründen eine 60-Grad-Wäsche verkraften muss.

Ein weiterer Hinweis auf diesen Einsatzzweck ist der absichtlich seitlich versetzte Rückenreißverschluss, der noch dazu auch von außen angenäht ist. Das soll Druckstellen und wunde Stellen vermeiden, wenn man im Bett auf dem Rücken liegt. Ansonsten gäbe es vollen Kontakt mit den vorstehenden Teilen der Wirbel, was erhebliche Schädigungen selbst bei jüngeren Menschen hervorrufen kann, wenn, um es mal so lax zu sagen, nicht genug Fleisch am Knochen bzw. Fettgewebe unter der Haut ist, das den Druck absorbieren kann. Wegen der Passprobleme und weil ich immer zusammengerollt auf der Seite schlafe, spielt es aber für mich keine Rolle.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Hals

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Größenlabel

Die Qualität der Nähte ist insgesamt okay, auch wenn es, wie hier gezeigt, ab und zu mal kleine Unsauberkeiten gibt. Die meisten Nähte sind perfekt gerade und bewirken keinen Verzug, auch wenn man in den üblichen Bereichen mit starken Kurven wie beim Beinreißverschluss etwas Nachsicht walten lassen sollte. Da kommt es dann doch schon mal zu etwas unregelmäßigen Verzerrungen, die sich erst wieder am Körper glattziehen. Bei meinem Exemplar habe ich auch ein paar kleine Löcher entdeckt, bei denen ich nur schlussfolgern kann, dass sie von Stecknadeln stammen, mit denen die Teile temporär zusammengehalten wurden und die Löcher dann auf der falschen Seite der Naht gelandet sind, anstatt in den überlappenden Bereichen zu verschwinden.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Stopper

Was für mich überhaupt nicht funktioniert, ist das kleine Stück Stoff, das verhindern soll, dass der Verschluss vom Zipper auf der Haut kratzt. Da stecken zwar gute Absichten dahinter, aber die Umsetzung ist einfach schlecht gemacht. Das kleine Fähnchen ist einfach zu schmal und verschiebt sich beliebig, weshalb das Metall meist doch freiliegt. Meiner Meinung nach müsste es mindestens doppelt so breit sein, damit es auch sinnvoll zum Einsatz kommen kann.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Kratzschutz Innen

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Kratzschutz Innen

Preise und Verfügbarkeit

Wie schon in der Einleitung gesagt, kann man den Pflegebody bei Insenio und einigen anderen Anbietern kaufen. Man kann ihn auch direkt beim Hersteller Care Better über die Webseite bestellen. Als ich damals meine Bestellung aufgegeben habe, lag der Preis noch bei über 30 Euro, aber jetzt scheint er eher bei um die 26 Euro zu liegen, was absolut akzeptabel ist. Die Verfügbarkeit scheint gut zu sein und entweder der Hersteller oder die Händler haben immer was auf Lager. Eine Bestellung sollte deswegen recht schmerzfrei über die Bühne gehen, auch wenn man dabei bedenken muss, das aktuell nur aus Deutschland oder der Schweiz geliefert wird und man deswegen eventuell in anderen Regionen länger warten muss, bis das Paket eintrudelt.

Zusammenfassung

Im Vergleich zum Active Pro ist dieses Produkt wesentlich befriedigender und für mich auch nützlicher, auch wenn es wegen der Macke mit dem Reißverschluss am Ziel vorbeischrammt. Hätte es dieses Problem nicht, wäre es eine Überlegung als dauerhafter Schlafanzug-Ersatz wert. So wie es ist, werde ich mir aber auf absehbare Zeit wohl nicht noch eines dieser Teile zulegen. Ein Teil von mir wäre auch sehr dafür zu begeistern, wenn man die schönen Farben auch für einen Body verwenden würde, den man auch tagsüber als Unterhemd oder sogar ganz für sich allein als T-Shirt-Ersatz tragen kann (natürlich dann ohne Reißverschluss auf dem Rücken), während die Funktionalität in der unteren Hälfte dabei genauso gut erhalten bleibt.

Insgesamt ist das Produkt nicht schlecht, auch wenn die meisten Leute, die dieses Blog lesen, damit sicher nicht so viel anfangen können und ihr Geld lieber für was anderes ausgeben. Es ist eine einfache Wahrheit, dass es eben mehr als genug Alternativen gibt, die einem weniger Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Selbst wenn es funktionieren würde, wie man erwartet, wäre es doch ein etwas umständlich zu handhabender Body. Wie immer hängt das natürlich stark vom Körperbau ab, aber ich hoffe, dass der Artikel wenigstens eine kleine Entscheidungshilfe ist.

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