Windelupdate: Tena Slip Ultima

Manche Dinge brauchen ja eine ganze Weile, aber irgendwie bekomme ich es dann doch immer hin, die Produkte in die Finger zu kriegen. Deswegen kann ich euch heute auch endlich meine Gedanken zur Tena Slip Ultima präsentieren. Ja, genau die,  bei der vermutlich schon lange viele Leute auf die Ultima-tive Bewertung gewartet haben. Mal abgesehen von diesen offensichtlichen billigen Wortspielereien wollen wir einfach mal schauen, wie sich diese Variante gegenüber den anderen Versionen der Tena Slip schlägt. Zur Auffrischung kann man sich ja auch nochmal den letztjährigen Artikel ansehen, damit man weiß, worum es geht.

Tena Slip Ultima, Packung

Weil SCA/ Tena da immer noch nicht mitspielt und das Produkt nicht offiziell in Deutschland anbietet, musste ich mir diese Version über verschlungene Wege aus dem Ausland besorgen. Ich habe mir meine bei einem belgischen Anbieter besorgt, aber mittlerweile hat auch unser aller liebster SaveExpress die Dinger vorrätig. In anderen Ländern sollte das natürlich einfacher sein und das Produkt auch über die regulären Vertriebskanäle zu bestellen sein, also beispielsweise die örtliche Apotheke. Für diesen Artikel habe ich mich für die normale atmungsaktive Version entschieden, aber wer das will, kann auch die Active Fit mit Folie kaufen.

Tena Slip, Saugstärken

Die erste Frage wäre natürlich, ob es bereits auf den ersten Blick ein entscheidender Unterschied zu bemerken ist. Die einfache, aber auch enttäuschende Antwort darauf ist, dass man direkt aus der Packung keinerlei Unterschied feststellen kann, mal abgesehen von der anderen Farbgebung. Es ist, egal wie man es dreht, erstmal „nur noch eine weitere“ Tena Slip wie die anderen auch und fühlt sich nicht anders an. Es gibt kein spürbares Gefühl von besonders hohem Gewicht, was auf große Mengen saugfähigen Materials hindeuten würde, keine fühlbare Struktur und Textur, die es von den geringeren Saugstärken abheben würden.

Tena Slip, Saugstärken

Wenn man die verschiedenen Modelle in der Reihenfolge ihrer Saugstärke aufeinanderstapelt, wird es schon etwas interessanter. Ich habe eine schwere Bodenfliese oben draufgelegt, um die Luft rauszudrücken und die reale Dicke der Produkte zu zeigen, aber eigentlich bräuchte man dazu einen Elefanten, um genug Druck auszuüben. Wenn man genau hinsieht, erkennt man trotzdem irgendwie den Unterschied zwischen der blauen Plus und der grünen Super, welche dann wieder eine kleine Differenz in der Dicke zur lila Maxi hat. Wenn man die Produkte in die Hand nimmt, wird das noch eindeutiger. Gleichzeitig bemerkt man dabei aber kein weiteres Anwachsen der Dicke bei der Ultima.

Tena Slip, Saugstärken

Selbstverständlich deutet dieser Mangel an zusätzlichem Volumen auch gleich darauf hin, dass sich die Form und das Design vermutlich nicht groß von den anderen unterscheiden. Ein kurzer Blick auf die Fotos bestätigt das und so langsam kommt dabei ein etwas ungutes Gefühl auf. Wenn es eine Steigerung der Saugstärke gibt, wie wird sie dann erreicht? Die Antwort, die einem dabei sofort ins Gesicht springt ist natürlich der allmächtige Superabsorber (SAP).

Tena Slip Ultima, Vorderseite

Tena Slip Ultima, Seitenansicht

Tena Slip Ultima, Rückseite

Damit kommen wir auch gleich zum Kern unserer kleinen Begutachtung: Funktioniert’s? Ich sage mal, dass es das nicht tut. Wie ich immer wieder in meinen Artikeln schreibe, liegt die Kunst bei einer guten Windel darin, all die verschiedenen physikalischen Effekte gut auszubalancieren und leider reicht es da selten, einfach den Anteil an SAP zu erhöhen. Der Gewichtsunterschied in trockenem zustand im Vergleich zur Maxi beträgt ungefähr 30 Gramm, was theoretisch ungefähr 300 Milliliter mehr Flüssigkeitsaufnahme bedeutet, wenn man mal konservativ von einem Verhältnis SAP zu Wasser von 1 zu 10 ausgeht. Irgendwie schafft man es nur nie, diese extra Kapazität auszunutzen.

Aus meiner Sicht gibt es dafür zwei Hauptgründe. Den ersten habe ich ja schön erwähnt – die unveränderte Form des Saugpolsters und somit das Fehlen von weiterer Zellulose, die die Flüssigkeit weiterleiten und abtransportieren kann. Der zweite Grund bezieht sich ganz allgemein auf die bei Tena-Produkten häufig zu findende Steifigkeit/ Härte und die starke Kompression der saugenden Teile. Bei meinem Paket ging das soweit, dass die Führungsrollen aus der Maschine sichtbare Abdrücke hinterlassen haben (ich habe zur Veranschaulichung den Kontrast im Bild erhöht), was nichts Gutes bedeutet.

Tena Slip Ultima, Innenseite

Um das Produkt überhaupt nutzen zu können, muss man es schon mal ordentlich „weichkneten“ und der Länge nach rollen/ verdrehen („Schiffchen machen“), um die innere Struktur des Saugkerns aufzulockern. Wenn man das gemacht hat, fühlt es sich okay an, aber ehrlich gesagt, sehe ich einfach den Vorteil nicht. Wegen der technischen Beschränkungen, die sich aus dem Design ergeben (oder eben dem Fehlen eines angepassten Designs), erreiche ich nie den Punkt, der der Ultima ihre Daseinsberechtigung geben würde. Die zwei oder drei Mal, die man dann noch zusätzlich in die Windel machen könnte, sind völlig vernachlässigbar, weil zu diesem Zeitpunkt die Windel schon so voll und labberig ist, dass man auch gleich wechseln kann. Auch ist die verbleibende Sicherheitsreserve dann doch eher gering und rettet einem dann auch nicht den Arsch, wenn man z.B. im öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist und das Produkt nicht wechseln kann.

Auch wenn’s schlimm klingt, aber für mich habe ich entschieden, dass das nicht wirklich sein Geld wert ist. Außer für einen kleinen Teil der Betroffenen, denen die höhere Saugstärke bei einer Nachtversorgung entgegenkommt, wird es für die meisten anderen nicht viel bringen. Hier hat Tena wirklich eine Chance verpasst. Die Ironie dabei ist, dass es nicht viel gebraucht hätte, um das Produkt so zu gestalten, dass es auch funktioniert. Auf eine Art kommt das wieder auf meine Idee mit der Slip+ in diesem Artikel zurück. Ein größeres Rückenteil hätte es erlaubt, das Polster anders zu formen und dann würde es vielleicht funktionieren. so, wie es jetzt ist, ist der einzige Grund, das Produkt zu kaufen, wenn es mal irgendwo im Angebot ist und der preis günstiger als der normale Preis für die Super oder Maxi.

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