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Windeltest: Fabine Exklusiv

Auch wenn ich versuche, alle möglichen Produkte hier immer relativ zeitnah zu präsentieren, gibt es doch einige, die ich immer wieder in meiner Planung hin- und herschiebe. Eines davon ist schon seit Ewigkeiten die Fabine Exklusiv.

Fabine Exklusiv, Packungen

Üblicherweise haben die Gründe, warum ich Sachen verschiebe was damit zu tun, dass ich eben nur soundso viel schaffe. Auch passiert es oft, dass in der Zwischenzeit neue Produkte rauskommen oder ältere Produkte überarbeitet werden, womit dann meine Arbeit an einem Artikel mit dem Vorgängermodell auch für die Katz wäre und ich wieder von vorne anfangen muss. In diesem Fall kann ich aber so eine Ausrede nicht anführen und es auf niemanden schieben, weil ich tatsächlich ganz bewusst dem Ganzen bisher aus dem Weg gegangen bin. Da werdet ihr euch sicher nach dem Warum fragen und hier sind meine Gründe.

Das Produkt gibt’s ja im Prinzip schon lange und der Name leitet sich von dem ab, der’s mal erfunden hat und eben mit Nachnamen Faber heißt. Der hatte mal vor Jahren die Idee, einen Schwung von diesen Dingern in China fertigen zu lassen. Das ist erstmal nicht ungewöhnliches. Macht ja mittlerweile irgendwie jeder. Die Windeln waren auch einigermaßen beliebt, aber bei nachfolgenden Serien ging dann immer mehr schief. Die Leute haben immer vorbestellt und mussten dann ewig warten, bis die Ware auch wirklich produziert und ausgeliefert. Da das offensichtlich mehr als einmal vorgekommen ist, hat sich der Anbieter damit einen etwas zweifelhaften Ruf eingefangen.

Aus den gleichen Gründen war es deshalb nahezu unmöglich, einen Artikel vernünftig zu planen, weil man nie wissen konnte, wann und in welchen Mengen die Produkte eintreffen würden und natürlich hätte ich euch dann auch hinterher nicht eine zuverlässige Quelle für eure eigenen Einkäufe nennen können. Vor Kurzem hat sich das aber geändert, weil SaveExpress das Produkt in sein Programm aufgenommen hat. Wenn wir Glück haben, bedeutet das auch, dass im Hintergrund ein vernünftiger Liefervertrag ausgehandelt wurde, der sicherstellt, dass immer genug Nachschub verfügbar ist.

Fabine Exklusiv, Packung, Größe M

Entsprechend dem, was ich gerade geschrieben habe, befasst sich dieser Artikel mit der aktuellen Ausgabe des Produktes (Stand Juli/ August 2017), nicht älteren Varianten. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil es im Verlauf der Jahre verschiedene Versionen gab. Das kann ich zumindest indirekt bestätigen, weil mir Freunde immer mal wieder einzelne Exemplare aus ihrer Schatzkammer gegeben haben. Diese alten Varianten sind komplett anders, aber weil sie sowieso nicht mehr verfügbar sind, macht es keinen Sinn, das Thema auszuwalzen.

Fabine Exklusiv, Farbvarianten

Die aktuelle Auswahl umfasst einige Farbvarianten, von denen ein paar hier dargestellt sind. Die Zyan/ Magenta Version ist im Prinzip die Grundvariante und die vollständig pinke ist dann einfach auf mädchenhaft getrimmt.

Das blaue Jeansmuster ist etwas aus der Art geschlagen. Nicht nur, dass Jeans-Hotpants schon ein Weilchen aus der Mode gekommen sind, auch die Ausführung ist etwas grobschlächtig. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass jemand das trägt und auch noch stolz darauf ist. Wenigstens hätte man die Hosenstall-Imitation weglassen und den Kontrast an den Nähten reduzieren können. Um es noch schlimmer zu machen, gibt es davon dann auch noch eine knallpinke Version, aber das war mir dann doch zu krass, weshalb ich sie nicht mit verwendet habe.

Ein weiterer Hinweis, dass das Produkt so seine kleinen gestalterischen Macken und Problemchen hat, ist die seitenverkehrte Bedruckung. Ja, wirklich, da hab ich nicht aus Versehen das Foto gespiegelt, da hat der Verantwortliche in der Druckvorstufe die Druckplatten falschherum belichtet. Ist ’ne Kleinigkeit, aber trotzdem lustig.

Fabine Exklusiv, Größen

Da ich mir mittlerweile angewöhnt habe, immer zumindest die zwei gebräuchlichsten Größen zu testen (sofern das eben relevant ist und innerhalb der Einschränkungen, was ich mir gerade leisten kann), habe ich den gleichen Ansatz hier verfolgt. Das war auch keine schwierige Entscheidung, weil man sowieso nur Größe M und L kaufen kann, was die Auswahl von vornherein einschränkt. Da ich immer auf der Hut bin, hatte ich schon damit gerechnet, dass das wieder eine x-te Variante der üblichen „Standard-China-Windel“ ist, aber sieh da, dieses Mal kriegen wir doch etwas anderes geboten.

Beide Größen halten sich gut an europäische Standardmaße und Gewohnheiten und passen deshalb bei mir gut und sollten auch so ziemlich jedem passen, der ins Schema passt und an die Produkte großer Anbieter, die es hier gibt, gewöhnt ist. Innerhalb der normalen Erwartungen ist eine L dann eigentlich schon zu groß, während die M eine gutsitzende Angelegenheit ist, weshalb ich dann auch nicht die größere Version als Standard für den Test heranziehen musste, wie das ja immer mal wieder vorkommt.

Fabine Exklusiv, Vorderseite

Die Proportionen sind etwas gewöhnungsbedürftig, weil die Windel sehr asymmetrisch ist. Der Vorderteil ist sehr schmal, wo hingegen der Hinterteil viel größer ist. Dadurch wird es notwendig, sich Gedanken zu machen, wie man das Produkt am besten genau fixiert. In meinem Fall bedeutet das, dass ich den Vorderteil schon ein ganzes Stück hochziehen muss, damit hinten alles gut an der Rückseite der Beine und am Hintern anliegt und sich gleichzeitig auch im vorderen Bereich kein Hohlraum bildet und somit alles gut verpackt ist, damit nichts auslaufen kann.

Im Ergebnis kann das bedeuten, das einiges von der Folie aus der Schutzhose, dem Windelbody oder was auch immer herrausschaut und man es eventuell verstecken muss. Weil der Rückenteil so hoch/ lang ist, hat man möglicherweise auch etwas damit zu kämpfen, dass sich der Bund aufrollt oder faltet, besonders wenn man wie ich ein Hohlkreuz hat. Davon abgesehen mag ich aber die wirklich exzellente Abdeckung am Popo.

Fabine Exklusiv, Seitenansicht

Wenn wir schon mal von der Bequemlichkeit hintenrum reden, müssen wir uns das Saugpolster auch anschauen. Im Gegensatz zu den schon erwähnten „China-Produkten“ schlägt sich dieses ziemlich gut, weil es nicht unter dieser extremen Härte und Festigkeit leidet, die die Flüssigkeitsaufnahme beeinträchtigt. Hier ist das Polster von Anfang an weich und flauschig, was viele Dinge einfacher macht, auch das Anlegen der Windel. Anstatt sich mit einem steifen, fast unbeweglichen „Brett“ rumärgern zu müssen, kann man hier alles relativ einfach anpassen.

Das setzt sich dann bei der eigentlichen Verwendung fort, bei der man keine Angst davor haben muss, es nicht einfach laufen lassen zu können, weil vielleicht das Polster die Flüssigkeit nicht schnell genug aufsaugt. Es ist vielmehr anzumerken, dass die Flüssigkeiten sich aufgrund der lockeren Struktur des Saugkerns schön gleichmäßig in den richtigen Mengen im Polster verteilen.  Das bedeutet auch, dass der Hintern nicht schon nass wird, lange bevor die Windel richtig voll ist, man aber andererseits auch keine Sorge haben muss, dass sich alles nur an einer einzigen Stelle sammelt.

Die Gesamtaufnahmefähigkeit ist definitiv im oberen Bereich, aber ich würde jetzt nicht unbedingt den in der Werbung versprochenen extremen Werten Glauben schenken. Ja, das Produkt ist besser als einige andere, aber auch nicht die ultimative Lösung für alle Probleme.  Die Naturgesetze kann man nun mal nicht außer Kraft setzen.

Fabine Exklusiv, Innenseite

Bevor wir zum Abschied kommen, erlaubt mir, noch ein paar Sätze zu den Klebbändern einzuschieben. Diese sind auch wieder eine Nummer für sich, zumindest an der Jeansmuster Variante. Im Gegensatz zu den normalen Bändern, die ihren Job gut erledigen, werden an diesem Modell halbtransparente, sehr dünne Klebis verwendet, die auch nicht die üblichen blauen enden haben.

Ich verstehe total, dass man damit erreichen wollte, das Gesamtbild nicht zu verhunzen, aber leider sind diese Bänder sehr klebeschwach und halten selbst auf dem glänzenden Frontsticker nicht sonderlich gut. Das erinnert mich an ein vergleichbares schwachklebendes Scotch-Tape (oder eben auch Tesa) fürs Büro, das auch so matt aussieht und erst transparent wird, wenn man es irgendwo aufklebt. Auf jeden Fall sollte man etwas Reserveklebeband griffbereit haben nur für den Fall…

Fabine Exklusiv, Rückseite

Im Abschluss kann ich sagen, dass sich das Warten und die Aufschieberei bei diesem speziellen Produkt mal gelohnt und es sich besser geschlagen hat, als erwartet. Das Druckmuster ist okay und nicht zu aufdringlich, die Passform sehr gut und das Saugverhalten kann sich mit anderen hochwertigen Produkten messen. Natürlich ist es nicht gerade das billigste, aber im Vergleich mit aus den USA oder von anderswo importierten Produkten, ist der Preis für deutsche Verhältnisse noch okay.

Natürlich muss das alles nichts bedeuten – der Hersteller könnte seine alten Gewohnheiten wieder aufnehmen und schon die nächste Charge wieder komplett anders ausfallen. Ich kann nicht versprechen, dass ich da immer gleich am Ball bin, aber ich werde das Ganze auf jeden Fall weiter kritisch beobachten. Fürs Erste könnt ihr aber ein paar von diesen Windeln bestellen, ohne euch Sorgen machen zu müssen. Könnte ja sogar sein, dass der Fehldruck irgendwann ein wertvolles Sammlerstück wird wie bei alten Briefmarken. Wer weiß das schon? ;-)

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Ein Kommentar zu “Windeltest: Fabine Exklusiv

  1. Eine gute und hilfreiche Idee.

    Liebe Gruesse

    Monika

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