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Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 11 – Suprima

Es ist schon lustig, wie sehr man sich ans Internet gewöhnt und davon abhängt. Das merkt man vor allem, wenn es mal nicht funktioniert. Entsprechend haben mich auch die technischen Störungen bei meinem Internetprovider Anfang der Woche in meiner Planung zurückgeworfen, weil ich an meinem stationären Computer nicht an diesem Artikel arbeiten konnte. Ist aber auch nicht ganz so schlimm, da wir uns sowieso in neue Bereiche vorwagen. Da wir schon so viele herkömmliche Windelbodys/ Onesies abgedeckt haben, wird es jetzt etwas ernster mit „richtigen“ Pflegebodys. Weil es die Dinger, zumindest in Europa, so ziemlich überall gibt, wird unser erstes Produkt in diesem Bereich der Suprima Pflegebody. Damit haben wir dann auch eine gute Referenz, mit der wir die anderen Produkte dann vergleichen können.

Farben und Muster

Etwas, an das man sich bei dieser Sorte von Produkten gleich gewöhnen muss ist der Umstand, dass sie in einer sehr begrenzten Farbauswahl daherkommen, meistens eben nur durchgehend einfarbig. Der Grund dafür liegt darin, dass aus hygienischen Gründen diese Bodys bei mindestens 60 Grad waschbar sein müssen und das bedeutet wiederum, dass dafür die Farbe entsprechend beständig sein muss oder eben gar keine verwendet wird. Das kann man mit verschiedenen Methoden erreichen indem man das Garn oder den Stoff mit entsprechenden Heißfärbeverfahren behandelt, aber schließt in der Mehrheit der Fälle Muster aus, es sei denn man verwendet teuren, richtigen Siebdruck oder vergleichbare Methoden.

Suprima Pflegebody, Farben

Bei Suprima heißt das, dass man sich derzeit auf zwei Farben beschränken muss, die auch gleich für zwei verschieden Arten von Stoff stehen (mehr dazu im Abschnitt Materialien). Ja, es gibt wirklich nur Weiß und Grau, wobei das letztere dem üblichen melierten Typ entspricht, wie man ihn auch bei vielen Arten von Sportbekleidung findet, die dann in einem eher hellen mittelgrauen Ton daherkommen.

Größe und Passform

Für diesen Artikel waren die Leute bei Suprima so nett, mir den auf den Bildern zu sehenden ärmellosen Body in Größe M zu schicken. Allerdings habe ich schon beim auspacken aus der Tüte gleich gemerkt, dass ich da nie reinpassen werde. So gern ich auch ein 1,70 m kleiner athletischer Kerl wäre, entspricht das dann leider doch nicht der Realität. ;-) Nach ein paar e-Mails hin und her haben wir es dann doch noch hingekriegt, dass ich einen passenden Body in Größe L bekommen habe. Das ist der weiße auf den Bildern weiter unten. Ich hatte mir auch gewünscht, dass er Ärmel hat, weil ich nicht so ein großer Freund von ärmellosen Oberteilen bin. die gute Nachricht dabei ist, dass ich den zu klein geratenen Body trotzdem behalten durfte und damit der nicht in meinen Rümpelkisten Staub fängt und ich selbst nichts damit anfangen kann, gibt es den in einer kleinen Verlosung zu gewinnen. Haltet die Augen für einen entsprechenden weiteren Post in den nächsten Tagen offen.

Suprima Pflegebody, Grau, ärmellos, Vorderseite

Suprima Pflegebody, Grau, ärmellos, Rückseite

Wie schon angegeben, passt mir die M definitiv nicht und ist zu klein und in meinem fall sitzt selbst die L ziemlich stramm. Natürlich mag ich das so und es ist für mich okay, aber wer da nicht so drauf steht, sollte noch eine Nummer größer nehmen. Bei einer Größe von 1,80 m haut das für mich noch hin, aber wer über 1,85 m groß ist, wird da schon Probleme bekommen und sollte dann lieber die XL nehmen, weil es dann schon wieder losgeht und man Probleme mit der Bewegungsfreiheit in den Armen bekommt und es auch an anderer Stelle etwas schwieriger werden kann. Damit meine ich insbesondere die Beine, denn man darf nicht unterschätzen, wieviel Stoff es doch braucht, wenn man einigermaßen kräftige/ muskulöse Oberschenkel hat und wie schwierig es dann wird, den Reißverschluss auch zu schließen, wenn er unter zu viel Spannung steht. Das ist erst Recht der Fall, wenn man in der Bewegungsfähigkeit der Hände eingeschränkt ist oder die Beine nicht mehr richtig bewegen kann. das ist erst recht ein Grund, dann die größere Größe zu nehmen.

Suprima Pflegebody, Weiß, Vorderseite

Insgesamt passen Größe und Proportionen ganz gut zu den europäischen Standardgrößen, wobei die L den Männergrößen von 46 bis 50 entspricht (üblicherweise falle ich in den Bereich um Größe 48, wobei dann nur der Bauch dafür sorgt, dass ich z.B. bei Hosen doch größere Sachen kaufen muss). Die M in der Verlosung passt demzufolge Leuten mit Größe 40 bis 44. Natürlich variieren die Details je nach Körperstatur. Aber egal, ohne das jetzt endlos zu wiederholen, es fällt alles eher eng geschnitten aus und das sollte man beachten.

Suprima Pflegebody, Weiß, Rückseite

Windelfixierung

Je nach gewählter Größe ist dieser Punkt entweder ziemlich gut oder nicht vorhanden. Neben dieser offensichtlichen Feststellung ergibt sich hier durch den Reißverschluss noch eine zusätzliche Problematik. Solange dieser nämlich nicht geschlossen ist, hält eigentlich nichts von alleine und anders als bei Knopfverschlüssen kann man auch nicht mal eben schnell tricksen und vorübergehend was fixieren, indem man erst einen Knopf zu macht und dann die anderen nach und nach. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall und man muss alles auf einmal machen, wodurch sich die Chancen erhöhen, dass etwas schiefgeht.

Suprima Pflegebody, Reißverschluss

Vieles davon hat damit zu tun, dass man sehr wahrscheinlich sitzen oder stehen muss und sich dabei nach vorne beugt, um den Reißverschluss einzufädeln. Auch muss man ihn teilweise weiterhin festhalten, während man an der Lasche zieht. Man kann also nicht mal eben blind unter der Bettdecke rumfummeln wie man das bei Druckknöpfen machen könnte. Dadurch erhöht sich auch das Risiko, dass die Windel verrutscht. Sie kann im Stehen runterrutschen oder sich aufplustern, während man sitzt. Deswegen sollte man davon ausgehen, dass es ein Weilchen dauert und man üben muss, bis das alles reibungslos klappt. Da diese Produkte für hilfsbedürftige Personen entwickelt wurden, ist es natürlich prima, wenn man jemanden zur Hand hat, der einem helfen kann und man das ganze entspannt genießen kann.

Suprima Pflegebody, Reißverschluss

Mit den Beintunneln verändert sich auch die Dynamik wenn man sich bewegt. Wer sich nicht schon daran hält, sollte hier nochmal meine Ratschläge bezüglich richtiger Größe und Passform nachlesen. Übergroße Windeln machen sich auf jeden Fall hier nicht so gut, weil sich bei zu viel Material im unteren Bereich was zusammenschieben kann und sich dann das Saugpolster dann dicke Falten bildet, die dann wie ein Schwamm bei jeder Bewegung Flüssigkeit abgeben. Das Motto ist hier jeden Fall eher „knapp und eng“.

Materialien und Herstellungsqualität

Wie im Absatz Farben angedeutet, entsprechen die aktuell verfügbaren Farben zwei verschiedenen Materialien. Nach dem kleinen Missverständnis mit dem ärmellosen Body hatte ich dann zunächst einmal den weißen für meine Begutachtung zur Verfügung. Dieser besteht aus einer Mischung mit 92 Prozent Baumwolle und 8 Prozent Elasthan. Weil ich aber trotzdem neugierig war, wie es sich anfühlt, habe ich mir dann auf eigen Kosten noch einen grauen Body besorgt, der aus einem Mix von Polyester und Baumwolle besteht und auch wieder Elasthan enthält.

Da beide Versione diese magische Faser beigemischt haben, muss man sich schon fast keine Sorgen mehr um die langfristige Formstabilität machen. Der weiße Anzug ist sehr fein und weich und fühlt sich auf der Haut sehr glatt an. Die graue Variante ist etwas rauer, aber wirklich nur sehr geringfügig und nichts, was man nicht vertragen würde. Die meisten billigen Produkte, die man bei SaveExpress und anderswo kaufen kann sind selbst im Neuzustand da teilweise schlechter. Ein weiterer Unterschied ergibt sich direkt aus der Auswahl der Materialien. Wie eigentlich alle Polyester-Produkte, fühlt sich der graue Body viel wärmer an und man neigt dazu, leichter darin zu schwitzen.

Wei man bei einem Produkt, das aus Deutschland kommt, erwarten kann, ist die Gesamtqualität Spitze. Alles andere wäre auch eine Enttäuschung gewesen. Hier ist nichts falsch oder schief, es gibt keine losen Nähte, keine Fadenreste. Einzig der Reißverschluss sorgt dafür, dass das Produkt manchmal etwas verzogen erscheint. Das ist aber wirklich nur eine Wahrnehmungssache und hat mit der eigentlichen Qualität nichts zu tun.

Preise und Verfügbarkeit

In diesem Teil der Welt kann man Suprima-Produkte eigentlich in jedem Sanitätshaus kaufen und viele Onlinehändler, die auch in diesem Bereich aktiv sind, bieten sie auch an. Das heißt nicht, dass man immer gleich in den Laden spazieren und sofort alles mitnehmen kann, weil nicht jeder Anbieter diese Bodys auf Vorrat hat, aber selbst in dünn besiedelten Regionen kann man eigentlich davon ausgehen, dass man in der nächstgrößeren Stadt innerhalb von zwei oder drei Tagen sowas bestellen könnte. Ist also das Gepäck am Flughafen verloren gegangen oder man hat seinen Onesie zu Hause vergessen, stehen die Chancen gut, dass der Urlaub trotzdem gerettet ist, weil man schnell Ersatz bekommen kann.

In so einer Notsituation kann man natürlich vielleicht nicht so wählerisch sein, was den Preis angeht, aber sofern man einen normalen Einkauf plant, lohnt es sich, etwas die Preise zu überprüfen. Die Preisempfehlung liegt irgendwo bei um die 25 Euro, aber wenn sorgfältig genug sucht, findet man genügend Angebote um die 21 Euro. Wenn man Glück hat, findet man es manchmal sogar noch billiger bei Ausverkäufern, auch wenn das selten ist und meist nur weniger gefragte Größen betrifft, wo die Ware dann nur das Regal verstopft und Staub fängt. insgesamt kostet so ein Pflegebody aber nicht mehr als manches China-Produkt, hat aber dabei keine der Qualitätsprobleme, weshalb es auf jeden Fall mal eine Überlegung wert ist.

Zusammenfassung

Dieser Pflegebody entsprach voll dem, was ich erwartet hatte, was Qualität und Bequemlichkeit angeht. Leider fehlt es aber an der Vielfalt, weshalb es wirklich nur als Nachtwäsche oder Ersatz fürs Unterhemd in Frage kommt. Für sich allein genommen hat dieser Body keinerlei modische Qualitäten (es sei denn, man tut so schreckliche Dinge wie weiße T-Shirts tragen) und hat auch sonst so gar nichts anregendes, weil es eben weder Muster noch abwechslungsreiche Farben oder wirklich spannende Features gibt. Er ist eben 100 % „praktisch“ – solide, aber etwas langweilig. Trotzdem schadet es nichts, wenn man sich einen oder zwei dieser Dinger zulegt, gerade jetzt zu dieser Jahreszeit, wenn man sich vielleicht doch etwas mehr einkuscheln will und einem der wärmende Stoff und die längeren Beine dabei zu Passe kommen, ohne dass man gleich den langen Schlafanzug rausholen muss…

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