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Windelzubehör: Suprima 1270

Auch wenn ich aufgrund der scheinbar nicht enden wollenden Sommerhitze weiterhin ziemlich träge bin und mich diverse andere Dinge auf Trab halten, werde ich mal versuchen, aus diesem Sommerloch rauszukommen und wieder etwas mehr Schwung in die Sache zu bekommen und an neuem Kram arbeiten. Fürs Erste habe ich aber erstmal einen kurzen Überblick zum Suprima 1270 Bodyguard Slip ultra.

Suprima 1270 Verpackung

Die Bodyguard Slip Produkte gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei sich das vor allem auf die Schnittform und verwendeten Materialien bezieht. Als solches ist der ultra das Oberklasseprodukt, weil es das spezielle Membrangewebe rundherum verwendet. Die anderen Versionen sind von 1 bis 6 durchnummeriert und haben jeweils nur in einzelnen Bereichen eine undurchlässige Beschichtung. Als Teil der männlichen Bevölkerung würde ich dann entsprechend die Nummer 6 nehmen, aber das soll heute natürlich nicht Gegenstand des Artikels sein. ;-)

Suprima 1270 Vorne

Vielmehr handelt es sich bei der ultra um ein unisex Produkt, das beide Seiten abzudecken versucht und deshalb eine Art Kompromiss mit all den guten und schlechten Seiten darstellt. Eine der guten Seiten sind dabei üblicherweise günstigere Preise, weil größere Stückzahlen eine kosteneffizientere Herstellung erlauben. Eine der negativen Seiten für die Männer ist beispielsweise der fehlende Platz für die Männerbeule, was viele davon abhält, solche Produkte überhaupt zu verwenden. Letzteres ist für mich kein Problem, da ich mich sowieso ziemlich „luftdicht“ wickele, so dass sich da unten nicht mehr viel fasch bewegen kann, aber wie immer variieren die Meinungen und Vorlieben zu dem Thema.

Passend zum Thema kann ich mich immer noch nicht so recht an das mehrschichtige Stoffmaterial gewöhnen, das dem der Suprima 1276 entspricht, die wir Anfang des Sommers besprochen haben. So gesehen ist es gut, dass ich die meiste Zeit „richtige“ Windeln trage, weil das Gefühl des synthetischen Trägergewebes bzw. der Folie auf der Haut für mich besser zu akzeptieren ist. Leider könnte ich aber nicht mal sagen, was genau mich an dem Stoff stört, aber eine Verwendung zusammen nur mit Vorlagen/ Einlagen wie auch auf der Packung dargestellt, könnte ich mir nicht vorstellen. Vielleicht müssen Suprima und die Zulieferer da nochmal ein paar Runden in den jeweiligen Entwicklungslaboren einlegen und ein Material austüfteln, das sich auf der Haut einfach glatter anfühlt.

Suprima 1270 Seite

Für meinen Artikel hat mir Suprima ein Muster in Männergröße 5/ Damengröße 40-42 entsprechend europäischer Standardmaße geschickt, was man heutzutage ganz allgemein als Größe M eintütet, allerdings in diesem Fall eher etwas kleiner ausfallend. In meinem Fall hätte es nicht geschadet, eine Nummer größer zu gehen, also 44-46. Wie man in den Bildern erkenne kann, ist die Passform entsprechend stramm. Deshalb sieht es auch so aufgeplustert auf meinem Kissen aus, welches ich immer als Platzhalter nehme. Ich sollte mir wohl wirklich mal so eine Schaufensterpuppe besorgen oder einen knackigen Kerl für meine Fotoaufnahmen anlachen… ;-) Da ich textile Produkte hauptsächlich als Fixierungshilfe mit kleiner Sicherheitsreserve fürs Auslaufen und nicht so sehr als ultimative Schutzhose ansehe, ist das aber trotzdem okay.

Trotzdem liegt es in der Natur der Sache, sprich des Produkts, dass es für normalgebaute Menschen besser geeignet ist als für uns kleine Pummelchen. Selbst wenn man es größer kaufen würde, würde das nicht zwingend einige Aspekte der Passform verbessern. Was allerdings besser wäre, wären die Beinsäume, die dann weiter unten am Bein sitzen würden. Aufgrund der Tatsache, dass es nun mal für Jungs und Mädels gedacht ist, sind für meinen Geschmack die elastischen Bündchen einfach zu schmal und das kann schon mal unangenehm werden, wenn sie zu weit oben sitzen. Ähnliches könnte man für den Hüftbund sagen, bei dem sich das Gummiband immer irgendwie zu klein anfühlt. Das Günstige daran ist lediglich, dass sich auch nichts aufrollen kann, wenn der Bauch es runterdrückt, weshalb ich da etwas hin- und hergerissen bin, ob das nun gut ist oder nicht.

Wie ich schon bei der 1276 ausgeführt habe, ist die Hälfte des Erfolges bei diesen Produkten dem Umstand geschuldet, dass sie kleine Mengen von Flüssigkeit sowie die Verdunstungsfeuchtigkeit im Stoff aufnehmen, während die eingebettete Membran verhindert, dass das was innen passiert, keine negativen Auswirkungen nach außen hat. So weit, so gut. Leider bleibt ein grundsätzliches Problem dabei, dass man eine ganze Menge dieser Produkte bräuchte, sofern man vorhat, diese regelmäßig zu verwenden. Weil immer welche in der Wäsche wären, ließe sich nur bei ausreichender Reserve ein entsprechender Zyklus etablieren. Selbst wenn man keine größeren „Unfälle“ hat, nimmt der Stoff nämlich nach einer Weile durch die Ausdünstungen diesen typischen stechenden Geruch an, der entsteht, wenn Harnstoff in Ammoniak und andere Bestandteile zerfällt und das geht einem ziemlich schnell auf den Keks.

 

Suprima 1270 Hinten

Auch wenn das Produkt (unter anderem) für schwere Inkontinenz verkauft wird, bleiben da doch erhebliche Zweifel, ob es diesen Anspruch erfüllen könnte. Bedingt durch die Materialauswahl ergeben sich da schon Einschränkungen. Kombiniert man das dann noch mit allgemeineren Problemen, die so ziemlich alle Hochziehprodukte gemeinsam haben, wie potenziell umständlichen Wechselprozeduren, kann ich mir das wirklich nur für weniger ernste Fälle vorstellen, wo man mit kleineren Vorlagen/ Einlagen auskommt, die sich leicht wechseln lassen und man nicht mit großen und schweren Pads und Windeln jonglieren muss. Für mich persönlich ist das auch nur eine gelegentliche Alternative, wenn man sich mal weniger dick verpacken will oder es zu heiß draußen ist.

Wie man aus dem Artikel schließen kann, ist das Produkt nicht wirklich was für mich. Das heißt jetzt nicht, dass es schlecht ist, es heißt einfach, das die Umstände, unter denen ich das Produkt verwenden würde, zu spezifisch sind, die Gelegenheiten dazu zu selten und die Passform ansonsten einfach nicht so toll, dass ich das ständig haben müsste. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, sowas bei der Physiotherapie und Rehasport anzuziehen, wo Plastikhöschen und dicke Windeln manchmal eher stören (wenn der Therapeut mal wieder die Druckpunkte für Glutaeus & Co. am Hintern in der Mache hat beispielsweise ;-) ), aber dazu müsste es besser passen (und vielleicht wenigstens auch in Schwarz verfügbar sein). Letzten Endes denke ich, dass Suprima es gar nicht vermeiden kann, das Produkt in zwei Varianten aufzuspalten und eine Version zu entwickeln, die besser für Männer passt. Außerdem bleibt das Problem mit dem Material. So, wie es jetzt ist, ist es für mich einfach nicht attraktiv.

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Ein Kommentar zu “Windelzubehör: Suprima 1270

  1. Wieder einmal mehr eine intelligente abgefasste Analyse und ein Schuss Humor kann nicht schaden. Ich bin von Suprima weggekommen, es gibt einfach bessere Produkte. Als Träger von waschbaren Windeln in allen möglichen Varianten, bin ich auf „sichere“ Schutzhosen angewiesen. Es gibt Lösungen von PUL und einer Herstellerin von Gummihosen, die wirklich aus Gummi und nicht Plastik sind.Komisch, dass das Windel Gesindel immer von Gummihosen spricht, dann aber Plastik gemeint ist. Ich verwende gerne zwei Schichten in denen ich mich sicher fühle. Die erste ist eine Plastick Schlupfhose aus Euroflex PVC die angenehm weit geschnitten ist und den gesamten Bereich perfekt abdeckt. Darüber knöpfe ich eine von PUL (PVC-U-Like) aus einem festen, leicht dehnbaren Plastikmaterial. Diese ist etwas enger und überdeckt die darunter sitzende Plastikhose nicht, sondern ist eben etwas kleiner. Damit schaut die darunter liegende eben ein wenig heraus. (Ich würde allenfalls mal drei Fotos posten wenn man das hier könnte).
    Dann gibt es die „klassische“ Gummihose welche aus dem altbekannten Bettgummi hergestellt ist. Sie ist ist null dehnbar, deckt aber den gesamten Windelbereich völlig ab und hält ewig. Regina Schulz von der Firma GUKOWE macht diese eigenhändig mit viel Liebe zu Detail. Allerdings kann man diese schlecht unter Jeans tragen weil sie ziemlich dick aufträgt. Aber zu Hause und über Nacht ist sie perfekt und ich trage diese wirklich gern.
    Deine Ilustrationen (Fotos) sind immer gut, aber Du hast recht, angezogen an einem echten Modell wäre es natürlich deutlich besser. Warum machts denn nicht Du gleich das Fotomodell?

    Herzliche Grüsse ich hoffe mein Beitrag war informativ.

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