Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 8 – Onesies Downunder

Gut Ding braucht Weile und das trifft dieses Mal nicht nur wegen meiner üblichen Schwierigkeiten bei der Nachbearbeitung der Bilder zu (irgendjemand könnte wirklich mal dafür sorgen, dass ’ne vernünftige Kamera vom Himmel fällt *g*). Es hat tatsächlich ein ganzes Weilchen gedauert, bis ich die Produkte von Onesies Downunder dann auch wirklich in den Händen halten konnte. Das ergibt sich aus einer wilden Kombination aus Dingen wie überhaupt erstmal das Geld zusammenzukratzen und sich dann auch dazu durchzuringen, eine teure Bestellung in Australien aufzugeben. Als es dann soweit war, waren einige Artikel nicht vorrätig und das hat somit alles dazu beigetragen, dass es etwas gedauert hat. Aber jetzt ist es endlich soweit!

Farben und Muster

Wenn Leute Zeug von ganz weit weg bestellen sollen, muss es dafür natürlich einen guten Grund geben. Den gibt es tatsächlich – die einzigartigen Designs oder um es genauer zu sagen die Drucke. Ich werde da jetzt nicht drumrumreden – dieser Artikel wird sicher etwas voreingenommen werden, einfach weil ich die Muster wirklich toll finde. Das wird daher auch meine Meinung zu den praktischen Aspekten beeinflussen, so sehr ich das auch nicht will. Auf eine Art sind das für mich eben kleine Kunstwerke und Sammlerstücke, weshalb ich da natürlich etwas großzügiger über kleine Macken hinwegsehe. Dennoch werde ich mich bemühen, wie immer so gründlich wie möglich zu sein und ein umfangreiches Bild zu vermitteln.

Onesies Downunder Windelbodys

Natürlich sprechen die Bilder eigentlich für sich selbst. Auch wenn der Eine oder Andere das vielleicht als „die übliche China-ware“ abtun würde und das zumindest in Sachen Herstellungsland zutrifft, ist die Wahrheit doch, dass das hier auf ein ganz neues Niveau gehoben wird und die Konkurrenz weit hinter sich lässt.

Der entscheidende Teil dabei ist, dass man die Muster eben nicht woanders bekommen kann (zumindest nicht soweit ich weiß; natürlich kann es sein, dass es auf Alibaba dafür irgendeine finstere Ecke gibt, wo sie auch zu haben sind). Sie sind so designt, dass ihre visuelle Wirkung in Sachen Größe, Wiederholungen und Verteilung der Elemente berücksichtigt wurde. Man hat sich auch Mühe gegeben, westlichen Gewohnheiten zu entsprechen und nicht alles mit asiatisch angehauchten Elementen und mangamäßigen Grafikstilen umzusetzen. Besonders gefällt mir, dass hier gewagt wird, die Designs auch wirklich groß skaliert einzusetzen, was das Risiko allzu offensichtlicher Musterwiederholungen reduziert und den Grafikelementen auch erlaubt, wirklich herauszustechen anstatt nur kaum noch erkennbare Farbklekse zu sein.

Onesies Downunder Windelbodys

Zu jeder Zeit sind irgendwo zwischen 15 und 20 verschiedene Muster im Angebot und das Programm wird zügig mit ein oder zwei neuen Varianten aller zwei bis drei Monate erweitert. Einer der jüngeren Zugänge ist z.B. ein Onesie mit ein paar niedlichen Otter-Babys drauf. aus verständlichen Gründen ist es unmöglich, alle zu haben, also habe ich mich auf die konzentriert die einigermaßen „neutral“ erscheinen und mein inneres Kind zufriedenstellen ohne dass es dabei zu sehr in Richtung „kleine Prinzessin“ geht (auch wenn ich nix gegen Rosa habe). Die Schönheit liegt natürlich im Auge des Betrachters, weshalb eure Präferenzen dabei selbstverständlich anders ausfallen können (und werden).

Zusätzlich zu den normalen Mustern bringt Onesies Downunder jedes Jahr spezielle Feiertagseditionen heraus, namentlich zu Halloween und Weihnachten. Ich hab davon noch keinen bestellt, aber ich bin schon gespannt, was dieses Jahr in Vorbereitung ist und vielleicht ergibt sich ja die Chance, einen Body mit Kürbissen, dem Weihnachtsmann oder Eisbären der Sammlung hinzuzufügen, wenn mir was gefällt. ;-) Einige der Designs werden auch für ergänzende Produkte wiederverwendet wie beispielsweise die Nucki-Bänder in den Bildern unten. Da ich dafür keine wirkliche Verwendung habe, gebe ich sie in einem kleinen Wettbewerb weg, also die Augen offen halten für den entsprechenden separaten Post.

Onesies Downunder Nucki-Bänder Onesies Downunder Windelbody Monster Onesies Downunder Windelbody Meerjungfrauen

Wie es der Zufall nun mal so will, war ich auch voll in den Vorbereitungen für diesen Artikel, als vor ungefähr drei Wochen weitere Produkte im Shop auftauchten und zwar die einfarbigen  „Basic“ Windelbodys. Irgendwann in der Vergangenheit gab es schon mal einen schwarzen Body im Angebot, aber da wurde nie das Lager wieder aufgefüllt. Die jetzigen einfarbigen Varianten sollen aber nach Aussage der Betreiber dauerhaft verfügbar bleiben. Aktuell gibt’s die üblichen schwarzen und weißen Varianten sowie Rot, einen graumelierten und hellblau und -rosa („baby blue“ und „baby pink“). Mehr Farben werden definitiv noch kommen und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja meinen Willen und es gibt ein schönes Sonnenblumengelb oder Limettengrün.

Größe und Passform

Wie so viel Produkte, die aus China kommen, sind auch diese Windelbodys nicht immun gegen das Problem der „Schrumpfgrößen“. Man muss sie immer mindestens eine Größe größer kaufen, als das, was man sonst als seine normale Größe voraussetzen würde. In meinem Fall bedeutete das mal wieder, dass ich XL nehmen musste anstatt L, obwohl ich gerade mal so knapp unter 1,80 m kurz/ groß bin. Alternative Größen gibt es derzeit von S bis 4XL. Man sollte also auf beiden Seiten des Spektrums was Passendes für sich finden.

Onesies Downunder Windelbody Baby

Die Gesamtform ist der der SaveExpress AO 1021 sehr ähnlich, die wir bereits in einem früheren Artikel abgehandelt haben. Das überrascht nicht wirklich, wenn man die Herkunft bedenkt. Es gibt jedoch ein paar kleine Unterschiede. Am erwähnenswertesten hierbei ist, dass dieses Modell geringfügig länglicher ausfällt, was ein etwas besseres Verhalten im Schritt und um die Beinöffnungen ergibt weil alles etwas dreieckiger ist. Das sind Kleinigkeiten und die Fotos zeigen das auch nicht gut, aber wenn man das Produkt trägt, merkt man’s.

Onesies Downunder Windelbody Baby

Die Passform ist ansonsten das, was man von einem enganliegenden Produkt erwarten würde. Da hilft es enorm, dass der Stoff eine Mischung aus 95% Baumwolle und 5% Spandex ist. Dadurch fühlt es sich nicht nur sehr weich an, es hilft auch, die Form zu erhalten, egal, wie sehr man es auch streckt. Die Arme profitieren davon auch und fühlen sich nicht so eingeengt an, obwohl sie ja genau so nah an der Haut anliegen.

Onesies Downunder Windelbody Piraten

Die „Flügel“-version ist in diesem Fall mehr oder weniger wie ein normaler Body, weil die überlappenden Bereiche mit ein paar Stichen aneinander festgenäht sind. Dadurch wird zwar die Gefahr geringer, dass das Produkt die Schultern runterrutscht, aber andererseits könnte es auch etwas kontraproduktiv sein, wenn man den Onesie eben gerade gekauft hat, um dieses Gefühl wie bei einem echten Kleinkindbody zu haben. Das ist eine Kleinigkeit über die man natürlich stundenlang debattieren kann. Manche ziehen es so vor, andere nicht. Seite Neuestem gibt es auch ärmellose Varianten für die, die es ganz besonders luftig mögen.

 

Windelfixierung

Einer der Punkte, die mir bei reinen Baumwollprodukten etwas Kummer bereitet, ist der Umstand, dass sie meist nicht die beste Option sind, wenn es darum geht, die Windel an Ort und Stelle zu halten, es sei denn, sie sind wirklich entsprechend perfekt geschnitten und liegen eng an. Irgendwie muss man da immer Kompromisse eingehen – entweder man kauft eine Größe kleiner und muss akzeptieren, dass man am Oberkörper etwas weniger Bewegungsfreiheit hat und es spannt oder man kauft eine etwas lockerer sitzende Variante, die dann kaum unterstützende Wirkung beim Halten des Inkontinenzprodukts hat. Stoffe mit gemischten Fasern lösen dieses Dilemma relativ simpel und elegant und befriedigen beide Seiten. Natürlich gibt es auch da Grenzen und ich persönlich trage trotzdem immer noch zusätzliche Schutz- und Fixierhosen, aber für eine nicht zu schwere Windel ist es nur mit Body schon okay.

Onesies Downunder Windelbody Space

Die Ähnlichkeiten mit „diesem anderen Produkt“ enden nicht bei den Druckknöpfen, auch wenn sie hier geringfügig größer sind. Sie scheinen auch von einem anderen Hersteller zu stammen, was bedeuten könnte, dass sie etwas haltbarer sind und sich die Verchromung vielleicht nicht so schnell abwetzt. Weil ich dieses Onesies noch nicht so lange wie die anderen habe, kann ich diese Hypothese aber nicht mit Fakten untermauern, aber es gibt ja immer die Chance, dass ich dazu mal noch einen Artikel über langzeitige Abnutzungseffekte mache.

Onesies Downunder Windelbody Space

Materialien und Herstellungsqualität

Wie schon erwähnt, verwenden diese Produkte einen Baumwoll/ Spandex (Elasthan) Stoff. Er ist sehr fein und glatt, könnte aber für meinen Geschmack noch etwas dicker sein. Jetzt auch nicht wieder so viel, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass um die zwanzig Prozent mehr der ganze Sache noch etwas mehr Spannung und Schwung geben würden. Wie immer ein rein subjektiver Punkt natürlich und eine Frage des persönlichen Geschmacks. Bei mir zumindest hat mich da mit Sicherheit meine Radfahrerzeit geprägt, in der ich manchmal den ganzen Tag nur in meinen Lycra-Klamotten rumgelaufen und -gefahren bin. ;-)

Die Drucke selbst sind wieder mit Direktdruckverfahren aufgebracht und müssen entsprechend sorgsam behandelt werden, gerade wenn sie vollflächig sind. Die Wäscheschildchen empfehlen Handwäsche und auf Links gedreht, aber aus meiner Erfahrung schadet auch normale Maschinenwäsche bei dreißig bis vierzig Grad nicht. Man muss nur ein geeignetes sanftes Waschmittel verwenden, das auf diese Art von Stoffen abgestimmt ist, ein Programm mit viel Wasser wählen, damit die Teile gut schwimmen und die Waschtrommel nicht zu voll stopfen. Ansonsten könnte es fleckige Entfärbungen geben und das will man ja nicht. Die Farben sind aber sonst recht stabil und halten innerhalb des zu erwartenden Rahmens gut.

So sehr ich das Produkt auch mag, bleibt doch ein Kritikpunkt erhalten: Dieser ewige Mist mit den „China-Verzerrungen“. Leider ist das auch sehr unvorhersehbar. Mal ist alles gut und die Nähte schön gerade und spannungsfrei, ein anderes Mal wieder krumm und unter Spannung zusammengeschossen. Ist jetzt nicht das Ende der Welt, aber doch ärgerlich… Wäre wirklich schön, wenn man sich eines Tages mal drauf verlassen könnte, sich nicht über sowas aufregen zu müssen. Natürlich zieht sich das aufgrund der Elastizität am Körper von selbst zurecht und man sieht es gottseidank fast nicht.

Die Nähte waren bei meinen Exemplaren weitestgehend in Ordnung, aber klar gibt es auch mal Ausnahmen z.B. an den Armen, wo dann aufeinander zulaufende Nähte von verschiedenen Teilen kreuz und quer übereinander laufen und hässliche Knäule bilden oder lose Fäden mit eingenäht sind, die man dann vorsichtig unter den Stichen hervorfädeln oder abschneiden muss. Die Saumbändchen schlagen sich da besser. Auch wenn sie industrielle Standardware sind, sind sie doch etwas anders wie bei den SaveExpress und auch einen Hauch breiter. Das kommt der Platzierung der Knöpfe zugute, die hier etwas besser ist.

Preise und Verfügbarkeit

Jetzt kommen wir zu dem Teil, der euch möglicherweise die Tränen in die Augen treibt. Ja, auch wenn’s traurig ist, sich diese Windelbodys zu besorgen kostet einen schon den einen oder anderen Euro extra. Die Produkte selbst sind daran weniger schuld – mit ungefähr 40 australischen Dollar, was sich dann je nach Wechselkurs auf ca. 30 US Dollar (USD), 20 britische Pfund (GBP) oder 27 Euro (EUR) umrechnen lässt, liegen sie innerhalb der Grenzen, die man erwarten würde. Jedoch muss man dazu dann nochmal fast den gleichen Betrag für Versandkosten bei internationalem Versand drauflegen oder sogar noch mehr. praktisch bedeute das, dass man immer weniger bestellen kann, als man vielleicht vorhatte, sofern man sein Budget nicht großzügig geplant hat. Man will drei Onesies kaufen, muss sich aber dann mit zweien zufrieden geben, weil ein Drittel des Geldes schon durch die Zusatzkosten verschlungen wird.

Deshalb ist es auch besser, lieber gleich eine größere Menge zu bestellen. Zumindest denkt man das erstmal, wenn man dann schon ganz begeistert seine Freunde anrufen will, um sich die Kosten einer Sammelbestellung zu teilen. Die Sache hat nur einen Haken – Australien gehört nun mal nicht zur EU, den Vereinigten Staaten und ist auch keine kanadische Provinz, zumindest als ich das letzte Mal auf die Weltkarte geschaut habe. Deswegen fallen dann möglicherweise auch Zollgebühren, Einfuhrsteuern und eventuell weitere Gebühren und Kosten an, wenn man das von den jeweiligen Gesetzen vorgesehen Limit führ zollfreie Wareneinfuhr überschreitet. Nicht nur das, man muss dann vielleicht auch einen nervigen persönlichen Besuch bei der Zollbehörde hinlegen, wenn das Paket festgehalten/ beschlagnahmt wird, bis man die fälligen Kosten abgedrückt hat. Da muss man ein Auge drauf haben und schon vorher mal grob nachrechnen.

Abgesehen von diesen technischen Problemen ist die Verfügbarkeit meist ganz gut. Wenn ein neues Design rauskommt, sind die Vorräte schnell ausverkauft, aber bei den späteren Nachlieferungen vergrößern sich die Chancen dann. Oft werden im Onlineshop die Produkte schon nach wenigen Tagen wieder als lieferbar gelistet, wenn sie mal ein paar Tage nicht verfügbar waren. Das heißt letztendlich, dass meist schon ein Container aus China auf dem Weg war und vorausschauend geplant wird. Im schlimmsten Fall kann man aber natürlich auch mal sechs Wochen warten müssen, wenn man gerade in eine Lieferlücke gerutscht ist. Darauf sollte man sich einstellen und entsprechend geduldig sein. Wenn man auf ein bestimmtes Design in einer bestimmten Größe scharf ist, das gerade nicht lieferbar ist, kann man das Team auch anfunken und vorbestellen/ reservieren. Normalerweise reagieren die sehr schnell.

Die Warterei bezieht sich natürlich auch auf die eigentliche Lieferung, selbst wenn die Produkte verfügbar sind. Seitdem es einen Vertrag mit DHL gibt, ist das mit der Logistik besser geworden, aber man muss trotzdem wenigstens zehn Tage für internationale Bestellungen rechnen. Das bedeutet, man muss das alles mit einplanen und diese Einschränkungen im Blick haben. Mal eben so schnell was als Geschenk drei Tage vorm Geburtstag bestellen wird wohl nicht gutgehen.

Zusammenfassung

Was kann einem also an der ganzen Sachen nicht gefallen? Zumindest vom künstlerisch-gestalterischen Standpunkt aus wird man wohl kaum schönere Windelbodys finden (wenn man mal individuell gefertigte Teile von kleineren Anbietern nicht mitzählt). Die Qualität ist okay, wenn auch nicht 100% perfekt und es macht einfach Laune, sich die Bodys anzusehen. Die zusätzlichen Kosten sind selbstverständlich eine Hürde, aber keine, die man nicht überwinden könnte. Man muss halt nur einen Monat länger Geld sparen. Wenn ich das kann, könnt ihr das auch! Das Team von Onesies Downunder hat mir sehr geholfen, alles zusammenzutragen und auch finanziell für etwas Erleichterung gesorgt (ja, manchmal hat es auch seine Vorteile, so ein Blog zu betreiben), also bedanke ich mich an dieser Stelle schon mal. Außerdem haben sie ein bissl Zeug für unsere kleine Verlosung geschickt, also schön die Augen aufhalten.

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