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Windelkurztest: Jessa Hygiene Slip Flex Slip

Ich hänge immer noch etwas hinter meiner Planung her, weil ich mich mal wieder um ’ne ganze Menge lästigen Kram im Zusammenhang mit meiner chronischen Erkrankung und dem ganzen Drumherum kümmern musste, aber nachdem diese Hindernisse nun aus dem Weg geräumt sind, sollte wieder alles etwas besser werden. Ich habe noch so einiges in der Mache, aber fangen wir mal mit einem Mini-Test eines Produktes an, das zwar erst vor kurzem auf den Markt gekommen ist, aber in anderer Form doch schon ein ganzes Weilchen existiert. Verwirrend? Dann lest mal weiter! Für unsere ausländischen Freunde dürfte das auch ein interessanter Reisetipp, denn die Sommerurlaubssaison ist ja nicht mehr weit weg und der Eine oder Andere hat vielleicht sogar schon Ferien. Also erst recht ein Grund, genau hinzuschauen.

Wie ihr ja aus meinen Artikeln wisst (oder aus anderen Quellen und eigenen Erfahrungen), werden hier in Deutschland die meisten ernsthafteren Inkontinenzprodukte durch Sanitätshäuser/ Rehatechnik Firmen vertrieben. Das hat aus mehreren Gründen einige Nachteile wie begrenzte Produktauswahl, bei der je nach Region ein Anbieter vorherrschend ist, mutmaßlich unnötig hohe Preise, weil alles irgendwie reguliert und vorgegeben ist und natürlich, und da wird’s interessant, Öffnungszeiten wie in den Achtzigern, als sich noch keiner vorstellen konnte, dass Geschäfte jemals länger als bis abends um sechs geöffnet haben werden.

Wenn man sich da vorstellt, dass man vielleicht gerade spät am Nachmittag mit dem Flieger landet oder mit dem Zug irgendwo ankommt und sich schnell noch was Kuscheliges zum Verpacken für die Nacht besorgen will, hat man möglicherweise ein Problem. Sofern man das nicht vorher schon durchgeplant und telefonisch reserviert hat, kann man schnell vor verschlossenen Türen stehen. Im Ausland, wo das ja durchaus weiter verbreitet ist, würde man einfach in den nächsten großen Supermarkt oder eine Drogerie gehen, aber in Deutschland ist das leider nicht ganz so einfach. Meistens findet man nämlich in diesen Verkaufseinrichtungen nur Pull-Ups/ Pants mit niedriger bis mittlerer Saugstärke, aber keine „richtigen“ Windeln.

Glücklicherweise begreifen immer mehr Verantwortliche in den Konzernzentralen, dass in einer alternden Gesellschaft auch mit Inkontinenzprodukten der eine oder andere Euro zu verdienen ist und die Situation ändert sich. Einige Drogerieketten haben deshalb angefangen, entweder bekannte Windelmarken in ihr Programm aufzunehmen oder eigene OEM-Marken zu entwickeln. Das hat in den entsprechenden windel-zentrischen Communities schon einige Aufregung verursacht, weil es eben noch die Ausnahme ist. Mit diesem langen Vorwort, das hoffentlich irgendeinen Sinn für die Leser ergibt, kommen wir nun zum interessanten Teil und beschnuppern die Jessa Hygiene Slip Flex Slip.

Jessa Hygiene-Slip

Das Produkt wird in den dm Drogeriemärkten vertrieben, also bei der Jagd danach immer schön nach der rot-gelben Welle Ausschau halten! Ich habe auch mal Vorder- und Rückseite der Packung fotografiert wegen der Wiedererkennbarkeit. Wie üblich findet man den Artikel irgendwo zwischen Babywindeln, Damenbinden und Toilettenpapier in den hinteren Ecken der dm-Märkte und muss dann zielgerichtet dahin gehen und all die verführerischen Lippenstifte und Cremes links liegen lassen. Da ich in einem kleine Städtchen im Leipziger Umland wohne und wir seit der Schlecker-Pleite keinen Drogeriemarkt mehr in Reichweite haben, schon gar keinen dm, musste ich warten, bis sich bei einem Ausflug in die „große Stadt“ die Gelegenheit ergab, mal ein Paket für diesen Artikel mitzunehmen.

Jessa Hygiene-Slip

Die Packung enthält zehn Windeln und wenn man eine davon herausnimmt, kommt einem das gleich sehr bekannt vor. Ja, es handelt sich mehr oder weniger um eine Attends Adjustable. Wenn man sich das Packungsdesign genau anschaut, findet man da schon von vornherein genug Hinweise, weil einige der Bilder stilistisch ziemlich ähnlich sind und auch die Darstellung des Produkts ziemlich genau die Details wiedergibt. Selbst ohne die Packung zu öffnen, kann man das dann irgendwie erahnen. Ein weiteres Indiz ist die Adresse des Vertreibers, die mit der der deutschen Vertriebszentrale von Attends übereinstimmt. Es handelt sich also nur um eine separate GmbH aus steuerrechtlichen Gründen und um die Spuren etwas zu verschleiern. Mit all diesen Hinweisen sollte man sich schon seine Meinung machen können, wenn man noch dazu den ursprünglichen Produkttest liest.

Trotzdem muss man noch ein paar Kleinigkeiten beachten. Zunächst wäre da erstmal die Größe. Aus Gründen, die man nicht wirklich nachvollziehen kann, hat man sich für die Adjustable in Größe L entschieden, womit das Produkt für viele Menschen eigentlich zu groß ausfällt, auch wenn man es als M/ L Mischgröße betitelt. Das hat schon einige Diskussionen verursacht. Selbst für mich sind die Bänder eigentlich zu lang und das einzige, was das wieder wettmacht ist der Umstand, dass man solche Gürtelprodukte für gewöhnlich ziemlich hoch um die Taille trägt und ich da mit meinem Bauch den Umfang etwas erweitern kann. Günstigerweise erledigt sich damit aber zumindest das Problem der Popobedeckung, was ja in kleineren Größen schon mal etwas knapp wird. Trotzdem bleibt es eine eigenartige Entscheidung und es bleibt nur zu wünschen, dass bald eine S/M nachgeschoben wird, die von der originalen Größe M abgeleitet wird.

Jessa Hygiene-Slip

In Sachen Qualität bekommt man, was man erwarten würde. Zwar hatte ich keine originalen Attends Adjustable in Größe L zur Hand, aber ich glaube kaum, dass es große Unterschiede im technischen Sinn gibt. Es macht einfach keinen Sinn, nur deswegen die Produktionslinie umzustellen und das Produkt zu verändern. Wenn überhaupt ist es etwas leichter, weil etwas weniger Zellstoff im Polster ist, aber wie schon gesagt, kann ich das aktuell nicht überprüfen

Von den Unterschieden bei den Materialien sollte man sich nicht zu sehr ablenken lassen. In jüngster Zeit verwendet Attends einfach ein anderes Material für die Außenseite, das ganz weiß erscheint anstatt den bläulichen Schimmer zu haben, wie die ältere Ausführung. Das ist auch bei meinen von Kassenversorgung mit der Attends Slip Regular so. Das neue Material ist auch etwas weicher, was das Tragen der Produkte nochmal etwas angenehmer macht. Natürlich nicht ganz so angenehm wie bei meinem Lieblingsprodukt, der ID Slip Super, aber ich werde mich jetzt nicht beklagen…

Darüber hinaus gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Mir persönlich gefällt es, dass solche Produkte jetzt immer mehr auftauchen und die Hersteller umdenken. Das kann für einen offeneren Wettbewerb nur hilfreich sein und zumindest dafür sorgen, dass die Preise für Inkontinenzprodukte nicht ganz aus dem Ruder laufen. Wenn man Glück hat, kann man diese Windeln sogar schon für um die 7 Euro bei Rabattaktionen bekommen und damit liegt dann der Ladenpreis für zehn Stück sogar unter manchem Onlineangebot für die normale 21er Packung Attends Adjustable, wenn man es entsprechend in Relation setzt. Das ist gar nicht mal so schlecht. ;-)

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