Windeltest: Bambino Magnifico

Nach einigen eher enttäuschenden Erfahrungen mit bunten Windeln versuche ich, mich zusammenzureißen und nicht mehr allzu viel von meinem wenigen Geld für derartige Produkte zu verplempern, aber natürlich gibt es ab und zu auch mal was Neues, bei dem ich dann der Versuchung nicht widerstehen kann. Die Bambino Magnifico ist genau so ein Fall.

Bambino Magnifico

Der einzige Grund, warum ihr diesen Artikel überhaupt zu lesen bekommt ist, weil irgendwie bei mir da eine Sicherung durchgeknallt ist. Dazu muss man sich nur vorstellen, wie ich hier vorm Computer saß, als ich Ende letzten Jahres (oder war es Anfang dieses Jahres?) erste Bilder dieses Produktes gesehen habe, dabei babymäßig Grimassen geschnitten habe und einfach nur „Issss dassss süüüüßßßß!“ vor mich hin säuseln konnte. Diese kleinen Drachen/ Dinos mit ihren schönen runden Windelpopos sind einfach nur herrlich! Wie die Borg in Star Trek immer sagen: „Widerstand ist zwecklos!“. Ich konnte einfach nicht an mich halten.

Von da an war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Chance ergeben würde, diese Windeln auch mal irgendwo zu bestellen und vor ein paar Wochen war es dann soweit und dank Nappies’R’Us erfüllten sich mein geheimes Verlangen. Wenn ihr euch nach dem Lesen des Artikels beeilt, habt ihr vielleicht sogar Glück und könnt euch auch noch ein paar von den Dingern bestellen, solange sie noch vorrätig sind, was ja leider wie üblich das größte Problem ist. Es ist einfach unheimlich schwierig, die Produkte überhaupt mal an sich selbst erleben zu können.

Bambino Magnifico

Auf den ersten Blick kam mir das Produkt recht groß vor, da ich diese ziemlich exklusive und seltenen Sorten von Windeln nun mal nicht ständig trage und sie noch dazu als Doppelgrößen für S/ M und L/ XL gekennzeichnet waren, weshalb ich davon ausging, dass es wohl eher in Richtung oberes Ende dieses Bereiches ausgerichtet ist. Das konnte mit kurzem Nachmessen schnell widerlegt werden und die Maße stimmen fast komplett mit den normalen Bambinos überein. Dennoch gibt es hier ein kleines Extra, das vielleicht so einiges erklärt.

Im Gegensatz zu den traditionellen Klebebändern wird hier ein Klettverschluss verwendet, wenngleich das erstmal ungewöhnlich erscheint, weil die Außenhaut trotzdem aus Folie ist. Entsprechend ist dann auch anstatt des üblichen extra transparenten Aufklebers, der bei den anderen Modellen als verstärkte Klebefläche dient, auf die man die Tapes pappt, dort ein Aufkleber mit Klettschlingen. Die Häkchen sind dann natürlich an den Flügeln dort, wo sonst die Bändchen sitzen. Um es aber noch ungewöhnlicher zu machen, sind diese keine separaten Tapes, sondern auf einem extra breiten Zwischenstück aus elastischem Gewebe vorstehende Laschen, die dann in die Schlingen des Aufklebers greifen.

Nach dem, was man so hört, ist das bei diversen lokalen asiatischen Marken mittlerweile weit verbreitet, aber natürlich habe ich da keinen Zugriff und kann das nicht aus erster Hand bestätigen. Vielleicht sollte ich ja langsam anfangen, Chinesisch/ Koreanisch/ Japanisch und so weiter zu lernen, um die Webseiten lesen zu können… ;-) Wie auch immer, es ist ziemlich cool anzusehen und funktioniert auch gut. Zudem fügt es sich auch gut in die Umgebung ein und wird damit fast unsichtbar.

Bambino Magnifico

Die elastischen Bänder brauchen einen Moment, um ihre Wirkung zu entfalten, weshalb man fast unweigerlich nach ein paar Minuten nochmal nachjustieren muss. Anfangs erscheint es etwas steif aber dann wird es vermutlich durch die Körperwärme geschmeidiger. In meinem Fall muss ich es dann immer etwas enger einstellen. Aufgrund dieser Erfahrung bin ich aber nicht wirklich davon überzeugt, dass das mit den Doppelgrößen in der Praxis wirklich gut funktioniert. Wenn man nicht immer diese zehn Minuten hat, bis das Band entsprechend dehnbar ist, dürfte es je nach körperlichen Voraussetzungen schwer sein, gleich von Anfang an einen guten Sitz der Windel zu erreichen. Wenn man breite Hüften hat (wenn ihr versteht, was ich damit meine), können einem dann schnell mal die zwei, drei Zentimeter fehlen oder man zerreißt das Band, weil man zu stark dran zieht wenn es noch „kalt“ ist.

Bei meinen Exemplaren waren die Bänder durch eine Herstellungsmacke nicht ganz gleichmäßig ausgerichtet, weshalb es manchmal etwas windschief aussah, aber gehalten hat es trotzdem. Die Bänder sind übrigens zwischen der Außenfolie und dem textilen Innenfutter eingebettet, weshalb man da doch ganz schön Schaden anrichten kann, wenn es mal ausreißt. Einer der Vorteile dieser Bänder für mich ist allerdings, dass ich auch die große Größe viel besser tragen kann, weil ich mehr Freiheiten habe, alles so zu optimieren, dass es passt. Gerade hinten rum kriegt man da viel bessere Abdichtung und auch mein Bäuchlein lässt sich damit effektiv umspannen, ohne dass alles gleich wieder weggedrückt wird.

Ein weiteres Feature, was diese Windel von anderen unterscheidet (inklusive andere Bambinos) ist das nochmals gesteigerte Saugvolumen/ Größe und Gewicht des Polsters. Dieses kann mit den besten Produkten der Oberklasse mithalten und fühlt sich insgesamt sehr dick und schwer an. Trotzdem teilt es aber auch die gleichen Probleme mit seinen Leidensgenossen – zu dem Zeitpunkt, an dem man das Saugvolumen annähernd voll ausgenutzt hat, ist die Windel dann auch wirklich „reif“ und man wird es vorziehen, trotz allem schon eher zu wechseln. Nichtsdestotrotz kann man sich mit diesem Produkt sehr, sehr sicher fühlen und auch mal durch eine ganze Nacht kommen, wenn man sonntags länger ausschläft.

Bambino Magnifico

Der Rest ist mehr oder weniger wie bei den anderen Bambinos. Das Polster ist sehr großzügig bemessen, die Folie knistert ziemlich und die gesamte Form der Windel ist irgendwie etwas altmodisch, aber trotzdem sehr effizient und angenehm zu tragen. Neuerdings sind auch zehn anstatt nur acht Stück in einer Packung, auch wenn man das nicht unbedingt eine Verbesserung nennen kann. Es macht lediglich den Vergleich mit anderen Produkten bei gleichen Stückzahlen einfacher und erleichtert das grobe Überschlagen der Preise im Kopf, wenn man seine Einkäufe plant.

Insgesamt ist der absolute Preis aber dadurch höher und wenn man es wieder auf den Stückpreis runterrechnet, bleibt alles beim Alten und es ist nun mal eines der teureren Produkte, die es gibt. Zusammen mit der mangelhaften Verfügbarkeit kann es deswegen nur ein gelegentliches Schmankerl als Abwechslung von der täglichen Routine bleiben und kein vollwertiger, dauerhafter Ersatz für die normale Inkontinenzversorgung.

Insgesamt mag ich das Produkt wirklich, und das kommt ja selten genug vor. Ich bin ziemlich zufrieden und selbst meine Grafikdesignersensoren gehen nicht auf Alarmstufe Rot. Es ist eine der wenigen bunten Windeln, die man sich gern ansieht und nicht eine von diesen fürchterlichen Dingern von denen man Augenkrebs kriegt. Selbst wenn man für gewindelte Drachenbabys nix übrig hat, kann man sich zumindest immer noch an der Qualität und Machart erfreuen, indem man die komplett weiße Version Bambino Bianco UltraStretch verwendet.

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