Hinterlasse einen Kommentar

Windeltest: Kolibri Comslip

Nach dem wir nochmal zurück gegangen sind und einen Blick auf die Premium-Version der Kolibri Comslip geworfen haben, können wir uns jetzt was wirklich Neuem zuwenden in dem Sinn, dass wir es hier auf unserer schnuckeligen kleinen Seite noch nicht behandelt haben, indem wir uns die „Standard“-Version zu Gemüte führen. Ja, genau die ohne Namenszusätze, die ich schon immer mal abdecken wollte, wo ich aber nie dazu bekommen bin.

Kolibri Comslip

Das Produkt ist eine dieser Hybrid-Windeln, das heißt sie hat ein folienbeschichtetes Mittelteil und atmungsaktive Seitenflügel. in der ganzen Zeit hier hatten wir nur eine Handvoll davon und offensichtlich gibt es dafür auch scheinbar gute Gründe. Die möglichen Schwierigkeiten bei der Herstellung können ja immerhin negativ auf das Produkt durchschlagen, so wie das bei der Tena Slip Original war/ ist. Deshalb lasst uns mal ohne Umschweife schauen, wie sich dieses Produkt schlägt.

Kolibri Comslip

Einer der grundsätzlichen Widersprüche mit Hybrid-Produkten ist die Art und Weise, wie sie fixiert werden (sollen). Theoretisch müsste man ja immer dafür vorsorgen, dass die Verschlussbänder auf den Textilanteilen landen können und entsprechend Klettverschlüsse anbieten, gleichzeitig aber auch herkömmliche Klebebänder, die auf der Folie haften können. Was machen also die Hersteller? Sie wählen Klebebänder und hoffen, dass es irgendwie funktioniert, während sie gleichzeitig dadurch etwas bei den Kosten sparen, weil es billiger ist. Das kann durchaus funktionieren, aber es bleibt eben ein Kompromiss. Die Bänder müssen ziemlich stark sein, damit sie auf den stoffartigen Teilen haften, zugleich aber auch nicht so stark, dass sie die Folie zerstören, wenn sie darauf landen.

Bei der Comslip funktioniert das einigermaßen gut, wenn auch nicht unbedingt perfekt. auf dem Mittleteil ist es durchaus möglich, die Klebis ein-, zweimal vorsichtig wieder abzulösen, vorausgesetzt, man hat sie nicht schon zu stark angedrückt und festgerubbelt. die Folie ist dafür stabil genug. Auch wenn das Abziehen auf den textilen Teilen natürlich grundsätzlich entsprechend leichter geht, ist es mein Eindruck, dass hier alles etwas hin und her rutscht, wenn die Bänder in diesen Bereichen angebracht sind. Das Material ist einfach etwas zu glatt und der Klebstoff an den Bändern etwas zu schwach bzw. gleitfähig, um sofort eine starke Verbindung zu ergeben. Das bessert sich erst, wenn durch die Körperwärme alles etwas geschmeidiger geworden ist, aber bis dahin kann sich dann eben schon was verschoben haben. Da muss man etwas zusätzliche Sorgfalt aufwenden.

Kolibri Comslip

In Bezug auf die stoffartigen Teile muss man sich noch etwas Anderem bewusst sein: Sie sind extrem widerstandsfähig. Obwohl das gut ist in dem Sinne, dass das so robust ist, dass man vermutlich auch Abschleppseile daraus drehen könnte, kann das für manche Leute auch zum Problem werden. Auf der Haut kann genau diese seilartige Qualität ziemlich starke Druckmarken hinterlassen, wenn sich irgendwas zusammenrollt oder doppelt faltet und genauso können die sehr stabilen und teilweise scharfen Kanten zu Abschürfungen oder gar kleinen Einschnitten auf der Haut führen, wenn sie sich unter Bewegung verschieben. Das ist definitiv nix für Leute mit empfindlicher Haut.

Auf eine Art könnte man Vergleichbares auch für den Plastikanteil sagen. So komisch, wie das auch ist, habe ich keine Probleme, Windeln, die komplett aus Folie bestehen vernünftig anzulegen wie das auch bei vollständig atmungsaktiven Produkten kein Thema ist, aber bei diesen Hybrid-Dingern wird das manchmal zum K(r)ampf. Ich schiebe das hauptsächlich auf die Notwendigkeit, bei dieser Produktkategorie immer alles besonders genau mittig ausrichten zu müssen, damit es richtig sitzt.

Das ist quasi schon so eine ab Werk eingebaute Schwäche/ Macke. Wenn man auch nur um ein paar Millimeter nach links oder rechts, nach vorne oder hinten verrutscht, fühlt es sich unangenehm an. Die Kanten des Plastikteils scheuern dann an der Innenseite der Oberschenkel, die Übergangsbereiche zwischen den Materialien landen an der falschen Stelle auf den Pobacken und im Leistenbereich, man  kann die Klebebänder nicht mehr korrigieren und all der ganze nervige Kram. Natürlich muss ich fairerweise dazu sagen, dass ich das Produkt nicht ständig trage. Wenn ich das würde, würde sich das sicher alles bessern, weil man mit der Zeit ein instinktives Gefühl entwickelt, wie man die Windel richtig anlegt.

Kolibri Comslip

Manchmal kann man solchen Problemen aus dem Weg gehen, indem man auf eine andere Größe ausweicht, aber das ist hier auch nicht wirklich möglich. Während es mir bei der Premium nichts ausgemacht hat, sie höher um die Hüfte zu wickeln und dabei das kuschelige Gefühl einer stramm gewickelten Größe L zu genießen, gelingt mir das bei dieser Variante nicht. Wie man sich vielleicht schon denken kann, sind das sehr feste Gewebe und die Folie da nicht ganz unschuldig. wenn man sich in einer Größe nicht wohlfühlt, bleibt das leichte Missempfinden auch in der anderen Größe erhalten.

Kolibri Comslip

Ums noch komplizierter zu machen, hat die Windel auch wieder diese eigenartige Stufe dort, wo die Flügel am Mittelteil angesetzt sind und weil der mit Plastik beschichtet ist, ist er noch umständlicher unter Kontrolle zu bekommen. Wenn man mal wirklich Pech hat, ist das der einzige Teil, der herausschaut, auch wenn man den Rest der Windel gar nicht sieht und dann kommt man ins Fluchen. Die ziemlich raschelige Qualität der Folie könnte das noch weiter verschlimmern.

Kolibri Comslip

Machen wir mal bei der Saugkraft weiter. Das Produkt kommt in drei Saugstärken namens extra, ultra und plus. Zur Abwechslung hätte ich ja gern noch ein Foto der orangen Packung der extra gehabt, aber ich hatte nur die ultra und die plus zur Verfügung. Letztere kommt in einer völlig unauffälligen weißen Packung mit einem einfachen Aufkleber daher, weil sie nicht für den Ladenverkauf gedacht ist und nur über entsprechende Vertriebskanäle bezogen werden kann. Deswegen eben die unglamouröse Aufmachung.

Kolibri Comslip

Direkt beieinander gibt es keinen erkennbaren Unterschied der beiden Saugstärken, aber wenn man die trockenen Windeln wiegt, bestätigt sich, dass in der plus eine größerer Gewichtsanteil der entsprechenden Zutaten verarbeitet wurde. Trotzdem, selbst diese Variante ist ein Leichtgewicht, weshalb ich da keine Wunder erwartet habe. Andererseits hatte aber schon mein Test der Premium gezeigt, dass man keine 200 Gramm Material braucht um ein beachtliches Flüssigkeitsvolumen aufzunehmen – wenn das Produkt gut ausbalanciert ist und alles „richtig“ ist.

Es freut mich, berichten zu können, dass dieses Produkt diese Erwartungen erfüllt und mit seinen softeren Artgenossen mithalten kann. Ich persönlich würde aber die Absorption als nicht ganz so hoch einschätzen. Für mich fühlte es sich immer so an, als ob es immer gerade so ein bisschen unter den vergleichbaren Premium-Varianten lag. Das kann aber auch an einer gewissen Unsicherheit gelegen haben, das Produkt bis auf den letzten Drücker zu benutzen, da ich wegen der schon erwähnten ungewohnten Passform nicht immer zuverlässig abschätzen konnte, wieviel „Luft“ noch ist.

Also um das mal aufzudröseln: Die 10 Tropfen der plus fühlen sich für mich eher wie 9,5 Tropfen an und die 7 Tropfen der ultra entsprechend mehr wie 6,5. Das ist nicht viel und passt prima zu den durchschnittlich 120 ml Flüssigkeit, die unter normalen Bedingungen mit einmal Pipi so aus mir rauskommen, aber man muss die Sache im Blick haben, bewusst oder unbewusst. Der absolute Abstand zwischen ultra und plus liegt nach meiner Einschätzung ähnlich wie bei den Premium-Produkten bei ungefähr 300 ml, so dass es einen deutlichen Sprung nach oben gibt und dementsprechend der Preisunterschied auch zu rechtfertigen ist. Wenn man bedenkt, dass man 28 Stück pro Packung kriegt, ist das durchaus okay.

Kolibri Comslip

Auch wenn es von der gleichen Firma kommt, ist das interessanterweise im Prinzip ein komplett anderes Produkt. Auch wenn es die Form und Proportionen mit der Premium gemein hat und auch einige der gleichen Materialien verwendet werden, ist die Ähnlichkeit eher oberflächlich. Das sehr spezifische Verhalten der Materialien macht die Entscheidung auch nicht einfacher.

Ich mag ja z.B. eigentlich die etwas festere Art im Vergleich zum manchmal doch etwas arg weichen Schwesterprodukt, aber gleichzeitig stört mich auch irgendwas ungemein, auch wenn ich das nicht genau benennen kann. Ich musste mich wirklich manchmal zwingen, das Produkt zum Testen zu tragen, nachdem mir IGEFA großzügiger Weise ein paar Probepackungen geschickt hatte. Das heißt nicht, dass es für euch nicht genau richtig sein könnte, aber ich würde es sehr gründlich testen, bevor ich mir da größere Vorräte zulege.

Advertisements

Kommentar abgeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: