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Warentest != Windeltest

Eigentlich freue ich mich ja immer, wenn sich mal jemand etwas ernsthafter mit dem Thema Inkontinenz und dem Test entsprechender Produkte beschäftigt, aber leider kann man beim neuesten Kunstwerk der Stiftung Warentest nur sagen, dass das wohl gründlich daneben ging. Ich habe mir mal den kleinen Luxus gegönnt und den Artikel gekauft, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ich die 3 Euro umsonst ausgegeben habe. Der sogenannte „Test“ zeigt mal wieder, wie man es eben nicht machen sollte, weshalb ich mich dann auch aus dem Programmierbereich bedient habe und entsprechend Warentest != (nicht gleich) Windeltest geschrieben habe.

Besonders zu kritisieren ist die unzureichende Auswahl an Herstellern und Produkten, da man sich z.B. bei Tena, Hartmann und Seni ausschließlich auf die in der Regel aufzahlungspflichtigen/ selbst zu zahlenden „Premium“-Produkte konzentriert hat, aber komplett ausblendet, das auch diese Anbieter Billigproduktlinien im Angebot haben, die in der Regel das sind, was den Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung aufs Auge gedrückt wird. Bei anderen Anbietern kehrt sich das entsprechend komplett um – dort werden nur die Basisprodukte getestet, höherwertige Produkte aber nicht. Da kann sich kein sinnvolles, vergleichbares Bild ergeben.

Genauso finde ich es komisch, dass ausschließlich Produkte in Größe L getestet wurden, was bei aller Liebe für die meisten normal gebauten Menschen und selbst Moppelchen wie mich im Normalfall zu groß ist. Ich stelle mir da schon vor, wie da eine Oma mit schlecht sitzenden Pants rumläuft und natürlich laufen die dann auch noch besonders schnell aus, weil sie nicht eng genug sitzen. Auch das verfälscht das Ergebnis ungemein. Ähnliches könnte man auch für die Vorlagen sagen, die nur in der „gerade ein bisschen besser als Papiertaschentücher“ Kategorie getestet wurden.

Insgesamt kann man also nur sagen, der Test ist aufgrund seiner methodischen Mängel und willkürlichen Auswahl eigentlich nichts wert. Man merkt richtig, dass hier nur Hersteller zum Zuge gekommen sind, die entsprechende Produktkontingente kostenlos zur Verfügung gestellt haben und ansonsten keine große Mühe in den Test investiert wurde.  *** Dann da noch einen Artikel mit ein paar Binsenweisheiten über schlechte Kassenversorgung, Festbeträge und Sonstiges drumrum zu stricken, macht das Ganze auch nicht besser. Liebe Stiftung Warentest, ihr habt es einfach vergeigt! Wer eine etwas umfangreichere Inhaltszusammenfassung will, ohne das Geld auszugeben, kann sich hier noch etwas schlau machen, aber auch hier sollte man die Art der Quelle und ihre Motivation beachten.

*** Richtigstellung nach diversen Hinweisen: Ja, die kaufen ihr Zeug selbst, um „neutral“ zu sein. Siehe auch Folgebeitrag zum Thema und Kommentare. Euphemistisch verschwurbelt hätte man wohl sagen sollen: „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass…“

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3 Kommentare zu “Warentest != Windeltest

  1. Gut gebrüllt Löwe.
    Stimme Dir da absolut zu.
    Was die da getestet haben ist eigentlich reichlicher Quatsch. :-)

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  2. Der Vorwurf, die Stiftung Warentest hätte nur die Produkte getestet, die kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, ist im Grunde schon üble Nachrede.

    Seit jeher ist das Vorgehen bei allen Tests so, dass aus der Sicht von „Otto Normalverbraucher“ getest wird, das schliesst in solchen Fällen den Kauf der Testartikel im regulären Handel mit ein.

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    • Das kann man sehen, wie man will. Es ändert aber nix daran, dass der Test mangelhaft gemacht wurde und keinesfalls repräsentativ ist, so wie das die Stiftung Warentest immer gern für sich proklamiert. Entsprechend bleibt es dabei: Der praktische Nutzwert geht gegen Null.

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