Windeltest: ABU PreSchool

Weihnachten steht mal wieder vor der Tür und wie auch im letzten Jahr ist das eine gute Gelegenheit, sich mal wieder eine ABU Windel anzusehen, auch wenn sich das Timing wirklich komplett zufällig ist. Wie die Zeit vergeht! Es ist vielleicht etwas zu spät, um die PreSchool zum Wunschzettel hinzuzufügen oder auf die vorweihnachtliche Einkaufsliste zu setzen, aber man kann ja sein Geld immer noch hinterher ausgeben.

ABU PreSchool

Für diesen Artikel schauen wir uns die originale, ursprüngliche Version des Produkts an, die eine atmungsaktive Textiloberfläche hat. Seitdem hat ABU aufgrund der Nachfrage jedoch auch eine folienbasierte Version rausgebracht, die mit dem Namenszusatz Plastic versehen ist. Da war ich dann schon etwas überrascht, aber auch angenervt, als ich diese Neuigkeit gehört habe, aber was will man machen? Wäre ja auch zu schön gewesen, das hier gleich in einem Artikel abzuwickeln und zu vergleichen. Aber es ist nicht alles hoffnungslos. Ehrlich gesagt glaube ich nämlich, dass die Folienversion mehr oder weniger gleich mit den Space oder Little Pawz ist. Ich werde natürlich versuchen, schnellstmöglich diese Variante in die Finger zu bekommen, um das zu überprüfen. Wie üblich: Wenn jemand irgendwen kennt, der jemanden kennt oder das Geld ausgeben will, um mir eine Packung zu schicken, wäre ich dankbar. Und diese strahlend bunten ABU Onesies wären auch irgendwie schön. ;-) Aber wenden wir uns wieder dem eigentlichen Thema zu.

ABU PreSchool

Was ich im vorherigen Absatz gesagt habe, bringt uns zu einem interessanten Punkt: Das ist eben nicht die typische Standard ABU Windel. Von der Form und den Maßen über die Auswahl der Materialien bis hin zu einigen Details ist es offensichtlich, dass das auf einer anderen Produktionsstrecke gefertigt wird. Das hat auch Konsequenzen für die praktische Verwendung.

ABU PreSchool

Eine dieser Konsequenzen ist, dass die Bedruckung nicht so kräftig und farbenfroh rüberkommt, wie das wahrscheinlich bei Folie der Fall wäre. Das Textilgewebe hat sowieso einen leichten Farbschlag und kann zudem einfach nicht so viel Licht reflektieren, wie eine strahlend weiße Folie. Es gibt vier Motive und in jeder Zehnerpackung kriegt man demzufolge zwei der Designs immer jeweils dreimal und die anderen beiden dann eben nur zweimal – einfache Mathematik! Bei meinem Exemplar hatte ich drei Stück mit dem Nachthimmel und drei mit den zufälligen Zahlen und Buchstaben auf Grün. Diese Verteilung in der Packung variiert natürlich jedes Mal, was ein bisschen Aufregung und zusätzliche Überraschungsmomente beim Windelkauf bringt. Der Nachthimmel ist übrigens auch mein Favorit, aber um ganz wortwörtlich etwas Farbe in den Artikel zu bringen, habe ich mich bei den nachfolgenden Fotos für das Luftfahrtdesign entschieden.

ABU PreSchool

Die Drucke selbst befinden sich auf dem transparenten Folienaufkleber im Frontbereich, der etwas milchig ist, was auch auf eine Art erklärt, warum die Farben etwas blass wirken. Er fühlt sich auch merklich anders an, als der gleiche Aufkleber auf den Folienwindeln, was auch zu dem passt, was ich bereits über die Materialauswahl gesagt habe. Die Abdeckung erstreckt sich über die ganze Breite von links nach rechts und dient deshalb auch als Haftbereich für die konventionellen Klebebänder. Für mich ist das immer eine Sache mit gemischten Gefühlen, denn bei atmungsaktiven Windeln ziehe ich wirklich Klettbänder vor, weil zumindest die unteren Bänder nicht zwingend so weit oben am Körper landen, wo die Klebezone ist. Das ist natürlich eher ein kleineres Problem, aber sobald man eben die Klebebänder absichtlich oder aus Versehen auf der Textiloberfläche angebracht hat, verliert man die Möglichkeit, sie wieder abzulösen, wie man das auf dem Frontpanel könnte.

ABU PreSchool

Die Passform ist sehr ähnlich zu anderen ABU Produkten, aber nicht ganz. Die Grundmaße ergeben eine schöne Größe M Windel, aber selbst ohne das Lineal anzulegen, bemerkt man die unterschiedlichen Proportionen, auch wenn man die üblichen Herstellungstoleranzen berücksichtigt. Am deutlichsten wird das beim Saugpolster, das im hinteren Bereich nicht ganz so breit ist. Es ist trotzdem noch groß genug, aber man sieht sofort die leichte Variation.

Das klingt bis hierhin erstmal alles super, aber jetzt kommt der große Haken: für eine atmungsaktive Windel ist diese eigentlich zu groß – zumindest für meinen Körper. Selbst die besten Produkte dieser Art fangen nach einer Weile an, sich zu dehnen und zu verziehen und je größer sie bereits zu Beginn sind, umso problematischer wird das mit der Zeit. Das ist unglücklicherweise hier der Fall und als ob das nicht schon genug wäre, gehört das ausgewählte Gewebe auch nicht gerade zu denen, die eine besonders gute Formstabilität haben.

Daraus ergeben sich einige Komplikationen und man fühlt sich nach einer Weile einfach nicht mehr richtig wohl, weil im wörtlichen Sinne die Schwerkraft zuschlägt und die „Unterwäsche“ in Richtung Boden fallen will. Zumindest mich macht das nach einer gewissen Zeit immer ganz irre und man ist nur noch am rumfummeln, damit alles oben bleibt. Trotz meiner Bemühungen kam es dann doch zum Auslaufen, und das ist etwas, das ich definitiv nicht gut finde. Die Lehre aus dem Ganzen: Niemals ohne zusätzliche Fixierung tragen, damit alles an Ort und Stelle bleibt!

ABU PreSchool

Auch wenn ich gern was anderes sagen würde, aber dieses Produkt kriegt von mir keine Bestnoten. Es ist eine interessante Idee und eine nette Ablenkung für zwischendurch, aber der Herstellungsprozess wurde nicht gut durchdacht und das Ganze leidet darunter.  So, wie ich es sehe, sind diese Mängel auch einer der Gründe, warum die Leute eine Folienversion haben wollten – sie wollten die niedlichen Designs, aber auch bessere Zuverlässigkeit.  Ich würde sogar so weit gehen, dass dieser Artikel schnell seine Relevanz einbüßt und die Textilversion hinfällig wird, sobald die Folienvariante überall verfügbar ist.

Deswegen sollte man sich trotzdem nicht davon abhalten lassen, es mal zu probieren, und sich Weihnachten nicht verderben, aber für mich ist es eben ein klassisches Beispiel, „die Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen“, damit es keine Pfützen unterm Weihnachtsbaum gibt, während man beim Spielen die Zeit vergisst. ;-) Mal wieder wurde dieser Artikel von einem lieben Menschen ermöglicht, der mir die „heiße Ware“ zur Verfügung gestellt hat, also an dieser Stelle vielen Dank dafür! Du liest ja hier mit! :-)

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