Windeltest: DryLife Slip Super

Obwohl wir schon eine ganze Menge abgedeckt haben, habe ich doch fast jede Woche mit einem weiteren Artikel zu tun. Es ist schon lustig, wie immer gerade dann was neues auftaucht, wenn man denkt, man kann sich zurücklehnen und die Dinge mal etwas lockerer angehen. Schauen wir also, was die DryLife Slip Super für uns bereithält.

DryLife Slip Super

Das Produkt selbst ist nicht wirklich so neu und ist in Großbritannien schon ein ganzes Weilchen verfügbar, aber natürlich war es für uns Kontinentaleuropäer, und dabei insbesondere hier in Deutschland, nicht so einfach, über normale Vertriebskanäle ranzukommen. Das hat sich seit September geändert, seitdem das Produkt in die heiligen Hallen von SaveExpress aufgenommen wurde und im Onlineshop auftauchte. Der Preis ist eigentlich ganz okay, wenn man bedenkt, welche verschlungenen Wege das Produkt genommen haben muss, um hierher zu kommen und was all die Steuern und Zollgebühren kosten, aber es wird nicht die billigste 15er-Packung Windeln sein, die ihr jemals kaufen werdet.

Seit seinem Debüt hat das Ganze schon einigen Wirbel verursacht, da einige Leute behaupten, dass es eine genaue Kopie einer älteren Kolibri Comslip Plus wäre, oder ums auf den Punkt zu bringen, das exakt gleiche Produkt, das auf den exakt gleichen Maschinen bei irgendeinem Auftragshersteller in Europa gefertigt wird, nur anders verpackt und unter anderem Namen. Da das zu einer Zeit war, als ich noch gar keine Windeln getragen habe, habe ich da keinen Vergleichsmaßstab und kann die entsprechenden Mutmaßungen und Gerüchte weder bestätigen noch entkräften. In dieser verrückten  Industrie ist alles möglich, aber ich werde das Produkt wie jedes andere behandeln und versuchen, einen so gut wie möglich umfassenden und unvoreingenommenen Blick darauf zu haben, als wäre es ein unbeschriebenes Blatt.

DryLife Slip Super

Einer der Gründe, warum dieses Produkt so viel Aufmerksamkeit erfährt ist natürlich, weil es auf Folie basiert. Mit dem Aufkommen von immer mehr Windeln mit textilartigen Oberflächen wird es ja immer schwerer, vernünftige, hochwertige Folienprodukte zu bekommen abgesehen von speziellen Sachen wie ABU und Rearz. Die meisten Hersteller vor Ort stellen ja um, gerade hier in Deutschland, wo sich ab nächstes Jahr schon wieder die Anforderungen für verordnungsfähige medizinische Inkontinenzprodukte ändern. Das ganze Kuddelmuddel ist sicher mal eine etwas ausschweifendere Erläuterung wert, aber warten wir erstmal ab, bis die Gesetze überhaupt beschlossen sind. Wie auch immer, es hat natürlich Gründe, warum die Leute ein bissl am Sender drehen.

Als solches ist die Folie ziemlich stabil, auch wenn sie etwas transparent ist, wie man in den Bildern sieht. Das könnte man leicht als dünn und schwach interpretieren, aber das ist hier nicht der Fall. Zusammen mit dem textilen Untermaterial bildet das Ganze einen robusten Träger für alles andere. Wie üblich, kommt mir das sehr gelegen bei meinem Bestreben, die Windeln möglichst luftdicht anzulegen und dabei wie ein Elefant, der einen Bus abschleppt, daran zu ziehen. ;-) Es ist mir (bisher) noch nicht gelungen, dadurch eine Windel kaputt zu kriegen, also kann man das als sichere Sache ansehen, auch wenn ich mit dem Wort „unzerstörbar“ vorsichtig wäre. Ein Nachteil, wenn auch in diesem Fall in geringerem Umfang, ist natürlich, dass das in einer Art Steifigkeit resultiert, wenn man das Produkt anlegt. Da ich das immer noch hauptsächlich im Stehen mache und mir dabei die Windel zwischen die Beine klemme, ist es etwas schwerer, die Flügel gerade und glatt zu fixieren, damit alles gut sitzt.

DryLife Slip Super

Die Bänder selbst halten gut. Genau genommen fast schon zu gut, denn obwohl die Folie sehr widerstandsfähig ist, muss man doch ganz schön aufpassen, wenn man die Klebebänder auf- und wieder zu macht. Wenn die Flügel noch lose herumflattern, werden sie fast magisch von den Klebis angezogen, was das Ganze noch weiter verkompliziert. Diese erscheinen vielleicht auch etwas klein im Vergleich zum Rest der Windel, aber das ist überhaupt kein Problem. Nicht nur sind sie wirklich ziemlich kräftig, sondern sie landen auch an den richtigen Stellen. Damit bietet sich auch gleich die Gelegenheit, kurz ein paar Worte zur Gesamtform zu verlieren.

Eigenartigerweise, auch wenn das Produkt in Sachen Maße eigentlich sogar am oberen Ende einer normalen Größe M angesiedelt ist, fühlt es sich doch irgendwie knapp an. Am besten kann ich das mit einer Abri-Form (Folienversion) vergleichen, die sich ähnlich anfühlt – eigentlich eine ziemlich große Windel, doch am Körper fühlt sie sich vorne und hinten etwas kurz an. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach darin, dass diese Produkte eine stark ausgeprägte Rückseite haben und wenn man sie erstmal angelegt hat, verhindert das „Hosenbein“ dann, dass man es höher ziehen kann.

Das ist jetzt überhaupt nicht schlecht gemeint, weil man dadurch auch fast automatisch bei den Klebeändern nichts falsch machen kann und sie an den richtigen Stellen platziert werden – man hat einfach nicht so viele Möglichkeiten, etwas verkehrt zu machen. Trotzdem kann es passieren, dass man sich „nackig“ fühlt, wenn man an Windeln gewöhnt ist, die weiter nach oben reichen.

DryLife Slip Super

Wenn wir nochmal auf die Theorien zurück zu kommen, dass das eine Kolibri Comslip Plus in neuer Aufmachung wäre, ist es unvermeidlich, dass wir auch über das Saugpolster reden. Was ich aus den Erzählungen der alten Legenden schließen kann, war das auch eines der herausragenden Merkmale, das von anderen Produkten in dieser Preisklasse nicht erreicht wurde (ja, billig + toll ist eine Kombination, die auch bei Windelliebhabern immer funktioniert), und wenn das stimmt, dann kann ich euch versichern, dass das überlebt hat.

Die Saugkraft wird der Bezeichnung Super gerecht und man kann das Produkt eine ganze Zeit tragen, bevor man es wechseln muss. Ich habe es sowohl zum Schlafen wie auch tagsüber unter meinen Hosen ohne Probleme getragen, während ich mich um meine üblichen medizinischen Termine gekümmert habe. Wenn ich um 8 Uhr aus dem Haus zur Physiotherapie oder zum Arzt gehe und dann oft gegen 12 Uhr zurückkomme, reicht es trotzdem noch, sich ohne weiteren Wechsel zur Mittagsruhe hinzulegen (mal abgesehen von „Bremsspuren“ wegen meiner Stuhlinkontinenz, die das vielleicht dann doch öfter nötig machen)

 

Ein weiterer Vorteil ist die günstige und Schnelle Verteilung von Flüssigkeit im Polster. Man hat nie das Gefühl, als müsste man ewig warten, bis die „Pfützen“ aufgesaugt werden, wenn man es laufen lässt. Genauso fühlt es sich nie an, als ob das ganze Polster geflutet wird, nur weil man einmal reinpinkelt, so wie das oft bei billigen Produkten in niedrigen Saugstärken vorkommt. Man könnte sagen, dass es gut abgestimmt ist, was das angeht. Ich mag auch die elegant abgerundete Form des Polsters. Ich war zwar etwas skeptisch, weil es merklich schmaler ist als bei anderen Windeln aus der saugstärksten Abteilung, aber es sitzt gut genug am Körper und hält alles, weshalb es keinen Sinn macht, noch mehr Material an manchen Stellen zu haben.

Es ist schwer, bei diesem Produkt Fehler zu finden, ohne dabei alle zu langweilen und wieder die alten Warnungen bezüglich individueller Ansprüche und Eignung wieder aus der Kiste zu kramen. diese Windel ist beinahe zu gut, um wahr zu sein fast bis an den Punkt, wo es perfekt ist. Das trifft natürlich nur zu, wenn man a) was für Folie übrig hat und b) bis das nächste neue Lieblingspielzeug kommt. ;-) Wenn es etwas preiswerter wäre und hier in Deutschland auch weiterverbreitet, könnte das Produkt gut mit der schon erwähnten Abri-Form oder auch der ID Expert Slip Super mithalten. Wenn man in UK wohnt, sieht die Sache natürlich etwas anders aus und sollte etwas vorteilhafter sein…

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