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Windeltest: Seni Optima

Die heißesten Tage des Jahres sind wahrscheinlich vorbei, aber das soll uns nicht davon abhalten, ein Produkt zu begutachten, das an solchen Tagen eine gute Alternative zur normalen Windel wäre. Inspizieren wir also die Seni Optima.

Seni Optima

Wie ich in der Vergangenheit schon öfter gesagt, bin ich nicht unbedingt ein Freund von Gürtelvorlagen/ Flex-Windeln und ähnlichen. Ein Teil dieser Abneigung beruht natürlich auf den Besonderheiten meines Körperbaus und dass ich ein Bäuchlein vor mir herschiebe, ein anderer Teil lässt sich auf die unzureichende Abdeckung des Hinterteils in Bezug auf die Anforderungen meiner Inkontinenzform schieben und selbstverständlich haben meine schlechten Ersterfahrungen damals mit der Tena Flex auch was damit zu tun. unabhängig davon, versuche ich aber dennoch, aufgeschlossen zu bleiben und probiere diese Produkte immer mal wieder aus. Man weiß ja nie, ob man dabei nicht vielleicht doch was Gutes ausgräbt.

Als Produkt von TZMO/ Seni hat diese Windel so ziemlich alles mit der Super Seni gemein, was wir dort schon besprochen haben. Die Farbkodierung ist die gleiche und so sieht man auf den Fotos die Plus, während die Packung von der Trio ist. Wer sich jetzt fragt: Dieses Kuddelmuddel hat meist was damit zu tun, wenn ich mir einzelne Muster für die Fotos besorge und dann zu einem anderen Zeitpunkt nochmal ganze Packungen einer anderen Version. Ganz im gleichen Sinne hat die Windel übrigens auch wieder diese sehr weiße, aber auch sehr papierhafte Oberfläche auf der Außenseite.

Seni Optima

Die Ähnlichkeiten setzen sich bei der unterdurchschnittlichen Größe fort. Wieder mal musste ich auf die L zurückgreifen anstatt einer viel zu kleinen M, um einen akzeptablen Sitz zu bekommen. Zum Glück für uns (mich) spielt uns das in diesem Fall in die Hände. Auch wenn’s eigenartig klingt, ist das aus genau diesem Grund die erste Flex-Windel, die sich für mich „richtig“ anfühlt wie eine normale Windel, weil alles gut anliegt und sich auch gemütlich anfühlt. Alles landet da, wo es hingehört und selbst hintenrum fühlt es sich einigermaßen dich an.

Trotzdem geht dieses Gefühl, als ob man „nackt“ wäre nicht so ganz weg. Es fehlt einfach was. Deshalb besteht da für mich kein Zweifel, dass ich niemals diese Art der Versorgung als bevorzugte Dauerlösung betrachten werde. Da gibt es genug Gründe und die fehlende Größe des Polsters an für mich kritischen Stellen ist einer der wichtigsten davon. Das Risiko ist einfach zu groß, dass das, was aus der Po-Ritze rausquillt, auch links und rechts aus der Windel rauskommt. Die Saugfähigkeit des Polsters lässt sich ansonsten mit der der normalen Slip-Varianten vergleichen, doch muss man sich immer vor Augen halten, dass man es mit einer zurechtgestutzten Form zu tun hat, die eben doch etwas weniger aufnimmt und man muss das berücksichtigen.

Seni Optima

Der wichtigste Teil ist natürlich der Gürtel/ die Halteriemen und das ist eine ganz andere Erfahrung als bei der doch etwas nervigen Geschichte mit der Tena Flex. Alle möglichen Fallstricke werden geschickt umgangen. Das fängt damit an, dass sich die Bänder schon viel leichter von der Innenseite des Trägermaterials lösen, womit die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass man in kritischen Bereichen Schäden verursacht. Ich habe auch festgestellt, dass die Riemen besser an Ort und Stelle bleiben. Bei der Tena würde einem ja der Spaß am Tragen schon oft verdorben, weil die sich überlappenden Teile der Bänder verrutschten und herumflatterten und sich dann zu einer Rolle zusammenschoben. Das passiert hier nicht, vermutlich wegen besserer Reibungshaftung zwischen den Bändern.

Die große Sache dabei ist, dass Seni zu uns sogar ganz nett ist und uns nicht mit Klettbändern belästigt, die über die ganze Breite der Bänder gehen und dann an den Ecken und Kanten, an denen sie mit dem Bauch und Unterbauch in Berührung kommen, kratzen und jucken. Zu Tenas Ehrenrettung muss man aber sagen, dass dieser Makel mittlerweile bei neueren Versionen der Flex behoben worden zu sein scheint, was vielleicht nochmal einen Produkttest irgendwann wert ist.

Wie auch immer, die Seni Optima verwendet jedenfalls nur eines dieser breiten Bänder genau in der Mitte, aber es ist etwas konventioneller im Aufbau, weshalb man es leicht strategisch und exakt platzieren kann. Die eigentliche Frontklappe wird dann mit stinknormalen kleinen Klettbändchen and den Gürtel getackert. Das ist aus meiner Sicht auch besser als wie bei der Tena die Fixierungspunkte unter der Klappe zu verstecken. Man sieht einfach, was man macht und kann nicht aus Versehen irgendwas so festmachen, dass es kratzt. Es sieht halt nur nicht ganz so raffiniert und elegant aus, aber in dem Fall würde ich Bequemlichkeit und Funktionalität jederzeit ästhetischen Gesichtspunkten vorziehen.

Seni Optima

Trotz meiner generellen Vorbehalte gegenüber dieser Klasse von Produkten ist dieses mal ganz okay. Kombiniert mit den guten Preisen bei Seni spricht nichts dagegen, sich für den Sommer eine Zehnerpackung ins Lager zu legen, falls man sie an einem Tag, an dem die Sonne besonders heiß durch die Bäume strahlt und einem das Gehirn ansengt, ja doch mal gebrauchen könnte. Ansonsten bleibt es eben eine Frage der persönlichen Vorlieben und körperlichen Gegebenheiten. Die Kriterien dabei sind sehr selektiv und entweder es funktioniert gut oder eben nicht.

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Ein Kommentar zu “Windeltest: Seni Optima

  1. Die Seni Optima(Plus) trage ich schon eine ganze Weile tagsüber und bin mit ihr sehr zufrieden. Habe schon andere flexwindeln gehabt von Tena über Attends und finde das die Seni Optima einen sehr guten Verschluss bietet. Richtig angelegt kann ich mit ihr gut über mehrere Stunden den Tag verbringen. Einzig das etwas keine Polster im hinteren Teil könnte etwas größer sein. Denn wie du es beschrieben hast ist eine Gefahr gegeben. Das Risiko ist einfach zu groß, dass das, was aus der Po-Ritze rausquillt, auch links und rechts aus der Windel rauskommt. Aber selbst das ist mir noch nicht passiert. Trotzdem bleibt ein kleines Gefühl der Unsicherheit das es eben doch mal passieren kann. Trotzdem bleibt die Seni Optima für mich eine sehr gute Windel für den Tag über.

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