Windelzubehör: Suprima 1252

Sommerloch und hitzebedingte Faulheit sorgen dafür, dass es zur Zeit etwas gemächlicher hier zugeht, weshalb ich schon wieder still und heimlich den Artikel letzte Woche unter den Tisch fallen lassen habe. Diese Woche ist es daher wieder an der Zeit, ein Suprima PVC Produkt zu begutachten, genau genommen die 1252. Da wir uns schon ausgiebig mit der 1249 und 1250 beschäftigt haben, werde ich mich vor allem darauf konzentrieren, die Unterschiede herauszustellen.

Suprima 1252

Dieses Mal ist die Farbe „Milch (-weiß)“ (Farbcode 040), weshalb es bedeutend durchsichtiger aussieht. Das kommt uns aber durchaus zu passe, weil wir dadurch einen etwas besseren Blick auf die besonderen Features dieses Produktes haben.

Suprima 1252

Am auffälligsten is natürlich der zusätzliche „Gurt“ über den Frontbereich. Er besteht aus klassischen, elastischen stoffumwebten Gummibändern und ist mehr oder weniger eine Hilfsvorrichtung um die Schutzhose an Ort und Stelle zu halten, wenn man die Klappe aufmacht. In der Mitte wird es ganz altmodisch über einen Kissenknopf zusammengehalten, den man durch zwei Schlitze fädelt.

Suprima 1252

Damit ergibt sich auch ein weiterer entscheidender Unterschied – die Klappe wird genau umgekehrt verschlossen. Anstatt die äußeren Flügel auf den Mittelteil zu drücken wird hier der Mittelteil auf den Flügeln fixiert. Eindeutig ist hier natürlich die Absicht, einfachen Zugang zum Intimbereich zu gewährleisten, ohne dass die Hose dazu komplett abgelegt werden muss. Das ist ähnlich der Art, wie Flex-Windeln (Gürtelvorlagen) und kann ganz nützlich sein, wenn man noch eine normale Toilettenroutine aufrecht erhalten möchte.

Dieses Design bietet sich auch an, um einfach alles zu überprüfen und sauber zu halten, wenn man einen Katheter trägt und die Windel als zusätzlichen „Tropfschutz“ bzw. als Schutz vor weiteren Problemen darüber trägt, wenn man gezwungen ist, längere Zeit im Bett zu bleiben. Auf ähnliche Art kann das nützlich sein, wenn man da unten nach Operationen Wunden reinigen und die Wundversorgung wechseln muss, aber trotzdem noch auf eine Form der saugenden Inkontinezversorgung angewiesen ist. Wie auch immer, auf jeden Fall sollte es auch für ungeübte Personen durch das zusätzliche Halteband und die Art, wie die Hose aufklappt, einfacher sein, sie auch in unbequemen Stellungen anzulegen.

Suprima 1252

Das andere, weniger offensichtliche „Tuningfeature“ sind die verstellbaren Bändchen am Beinsaum. Anfangs habe ich sie auf der Standardeinstellung gelassen, aber nach einer Weile habe ich sie um drei Löcher versetzt, um einen engeren und dichteren Sitz zu erreichen. Erstaunlicherweise wirkt sich das vor allem auf den hinteren Bereich aus und ich habe ein bisschen gebraucht, bis mir das dämmerte, weil die Passform merklich anders ist als die der 1249/ 1250. Man kann das schwer beschreiben, aber im oberen Bereich des Hinterns fühlt es sich enger an, während es unten zwischen den Beinen etwas luftiger ist, selbst mit angepaßten Beinabschlüssen.

Suprima 1252

Etwas, was man auch erwähnen muss ist, dass die Knöpfe durch die Art, wie sie angebracht sind, etwas weiter außen landen. Abhängig von der individuellen Anatomie kann es dann schon mal vorkommen, dass sie auf den Rändern der Beckenschaufeln landen, was dann drückt und unangenehm ist, weshalb man dann vielleicht eine Nummer größer nehmen muss.

Suprima 1252

Für mich war das auch eine neue Erfahrung, weil ich dieses Modell vorher noch nie ausprobiert habe, und bisher bin ich ganz zufrieden. Es bietet eine interessante Alternative zu meinen bewährten 1249/ 1250. Man muss jedoch ein wenig rumprobieren, bis man einen perfekten Sitz findet und muss eine gewisse Toleranz in Sachen Druckempfindlichkeit am Oberschenkel haben, sobald man an den Bändchen etwas verstellt.

Was mich ein wenig beunruhigt, sind mögliche Probleme mit den textilen Anteilen der freiliegenden Gummibänder. Die lösen sich definitiv mit der Zeit auf und sie sauber und hygienisch zu halten ist nicht einfach. Der Langzeittest wird zeigen, wie das hält, aber man könnte das sicher leicht verbessern, indem man Silikonbänder verwendet, wie sie bei Sportbekleidung oder den Kostümen der Artisten bei großen Shows mittlerweile üblich sind.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: