Windeltest: Absorin Comfort Slip Ultra

Immer, wenn ich einen Artikel fertig habe oder einige der Grafiken vorbereitet habe, ertappe ich mich dabei, zu denken, dass ich irgendwann bald kein Material mehr zu verarbeiten habe, weil schon so viel hier auf der Seite ist, aber dann stolpere ich kurz darauf immer über ein mir noch unbekanntes Produkt. Die Absorin Comfort Slip Ultra stand schon ein Weilchen auf meiner Liste, aber genauso lange ist auch nichts passiert, weil ich drauf gewartet habe, dass sich der originale holländische Anbieter mal auf meine Anfrage meldet. Aber wie es nun mal so ist, hat sich keiner gemeldet und ich musste mich mal wieder auf SaveExpress verlassen und mir selber ein Paket kaufen.

Absorin Comfort Slip Ultra

Als importiertes Produkt ist es nicht das billigste, weshalb es zumindest einigermaßen gut sein sollte. Auch wenn es simpel ist, hat das Design der Packungen einen eleganten Stil mit fast einfarbigen Flächen und leichten Verläufen hier und da. Und dunkle Grautöne gehören immer noch zu meinen Lieblingsfarben, also ist das Ganze ganz nett anzusehen. Aber natürlich kommt es auf den Inhalt an, oder?

Absorin Comfort Slip Ultra

Das Produkt enttäuscht nicht und macht seinem Namen Ehre. Es fühlt sich schon schwer an, wenn man eine Windel aus der Packung nimmt und insgesamt ist das Gewicht nicht weit von speziellen Windeln wie der Comficare oder den neueren Rearz Produkten entfernt. Das klingt für mich immer gut und ist ein gutes Zeichen dafür, was man so in Sachen Aufnahmefähigkeit erwarten kann. Die ist tatsächlich ziemlich gut und man kommt damit durch die Nacht, ohne im Stich gelassen zu werden.

Das Saugpolster fühlt sich für lange Zeit trocken an und gibt auch keine Flüssigkeit wieder ab, weil es eine ziemlich hohe Dichte hat und gut mit Superabsorber durchzogen ist. Das hat aber auch einige Nachteile. Das Polster selbst ist ziemlich stark komprimiert und deswegen schon von Anfang an ziemlich steif. Das ist nicht nach jedermanns Geschmack, weil man da nicht viel machen kann, um es dazu zu zwingen, sich der Körperform anzupassen. Entweder passt es einigermaßen oder eben nicht. Das kann sogar noch unbequemer werden, wenn das Polster sich mit Flüssigkeit füllt, anschwillt und noch steifer wird.

Ein anderer, kleinerer Nachteil bei dieser Sorte von Polstern ist, dass man beim ersten Mal Reinpinkeln etwas vorsichtig sein muss. Die feste Oberfläche ist anfangs nicht so ganz aufnahmefähig und man muss sie erst „aufweichen“. Insgesamt ist die Feuchtigkeitsverteilung aber ziemlich okay, wenn man über diese Hürde gekommen ist. Man hat nie das Gefühl, dass sich einzelne Pfützen bilden würden wie auch die Flüssigkeit nicht gleich überall hin schwappt und in alle Ritzen läuft, so dass man einen nassen Hintern bekommen würde. In Ermangelung einer besseren Beschreibung: Die Flüssigkeit breitet sich ziemlich vorhersehbar linear aus, weshalb man gut abschätzen kann, wann die Windel gewechselt werden muss.

Absorin Comfort Slip Ultra

Die Form des Polsters ist insgesamt auch okay, nur leider ist es in eine etwas knapp ausfallende Windel eingearbeitet. Zumindest bei mir ist das von der Passform her am Rande des noch akzeptablen. Mich stört das nicht, wenn es im Schritt etwas eng wird (ich bin der Meinung, je weniger sich der kleine Freund da unten bewegen kann, umso weniger kann schiefgehen, weil er vielleicht nicht richtig liegt), aber um die Beine ist es doch hart an der Grenze. Hätte ich das gewusst, hätte ich Größe L anstatt M genommen.  Ich werde das sicher mal irgendwann machen, nur um es zu überprüfen.

Sofern man also druckempfindlich ist und die persönliche Größe etwas abseits der Standardmaße liegt, sollte man die größere Variante nehmen. Das Trägermaterial ist nämlich sehr robust und egal, wie man dran zupft und zieht, es ist fast unmöglich, es einzureißen. Im Notfall wäre es vielleicht sogar als Abschleppseil verwendbar. Weil das so ist, kann man sich damit schnell Druckstellen und Einschnürungen einfangen, wenn die Windel zu eng sitzt. Der Vorteil dabei wiederum ist der, dass die Windel, abgesehen von Anschwellen des Polsters, nicht groß die Form ändert und sehr stabil ist. Wenn man sie einmal richtig festgemacht hat und sie sitzt, muss man nicht aller halben Stunde nachschauen, ob was verrutscht ist oder strammgezogen werden muss.

Mit der Textiloberfläche wäre das aber natürlich möglich, aber man sollte vorsichtig sein. so wie die Oberfläche sehr stark ist, sind es auch die Klettbänder und man kann da leicht was kaputtmachen. Meiner Meinung nach hat das was damit zu tun, dass es vier Reihen Zähnchen sind im Gegensatz zu den sonst eher üblichen zwei oder drei und noch dazu sind diese ziemlich stark ausgeprägt. Wenn ihr versteht: Einfache Physik. Größere Haftfläche, größere Kräfte.

Absorin Comfort Slip Ultra

Insgesamt muss ich sagen, dass es definitiv eines der besseren Produkte ist, die es so gibt, aber es hat halt seine Eigenheiten und Macken, die es vom Aufstieg in die Oberklasse abhalten. Insbesondere die relativ große Steifigkeit in Kombination mit der etwas gering bemessenen Größe ist problematisch, wenn man in diesen Bereichen empfindlich ist. Außerhalb dessen ist es eine vernünftige Windel mit sehr guter Saugkraft und absolut einen Versuch wert, wenn man sie für einen guten Preis bekommt. Wenn mir nochmal jemand eine Packung schicken würde, würde ich sie auf jeden Fall verwenden, es müsste halt nur eventuell eine Größe größer sein.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: