Orthopädie in Orange

Auch wenn sich dieses Blog vor allem mit Inkontinenzprodukten beschäftigt, versuche ich schon von Zeit zu Zeit mal was anderes zu machen und rauszukommen. Nach dem Besuch der Medcare im letzten Jahr bot sich dazu jetzt mal wieder die Gelegenheit, in andere Bereiche der Medizin einzutauchen und an der OT World teilzunehmen. Eh wir uns den spezifischen Dingen zuwenden, erstmal ein Blick auf ein paar spaßige Sachen am Rande. Am Stand von OFA Bamberg gab’s dieses große Schäfchen und natürlich wollte der kleine Kerl in mir es gleich mitnehmen. Ging natürlich nicht, also hab ich mich da mal ablichten lassen und dafür eine kleine Version bekommen. Das ganze soll man dann auf Instagram, Facebook und Twitter posten, aber weil ich da nicht aktiv bin, kann ich ja wenigstens das Ganze hier mit einbringen.

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Auf einem anderen Stand gab’s dieses Piratenschiff, was sicher was für den kleinen Niklas gewesen wäre. Auch wenn er in jüngster Zeit mehr auf Ninjago abfährt, hätte es sicher ’nen Moment gedauert, ihn da wegzubekommen. Da hat nur noch eine dicke Kanone gefehlt.

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Als Messe, die sich um alles dreht, was mit Rehabilitation, Physiotherapie und so weiter zu tun hat, war es natürlich überall voll mit Bandagen, Schienen, Fixierungen, Prothesen, Orthesen und was man sich sonst noch so vorstellen kann. Ich hätte ’ne Million Fotos von mehr oder weniger immer gleichen Produkten machen können, eben halt von verschiedenen Anbietern. Deswegen sind die Bilder nur allgemeine Appetithäppchen. Viele Hersteller versuchen ihr Wissen auch weiter zu verwerten und bieten Schutz- und Funktionsbekleidung für Sportaktivitäten an, was ja gaaaaanz zufällig auch finnaziell einigermaßen lukrativ ist. Fussballfans hätten aber sicher was dagegen, Borussia Dortmund und Bayern München so nah beieinander zu haben.

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Was auffiel – und deswegen auch die Überschrift des Artikels – ist eine eigenartige Vorliebe dieser Industrie für die Farbe Orange. Von den Kleiderpuppen bis zum Teppich war sie auf manchen Ständen so vorherrschend, dass einem fast schon die Augen wehtaten. Nicht, dass ich da pauschal was dagegen hätte, aber es wäre schon ein eigenartiges in einem Raum mit so viel Orange.

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Bei diesen Kraftmaschinen wäre es auch schwierig, sie sauber zu halten. Auf so hellen Farben sieht man jeden Kratzer und jeden Fleck. Das hat mich auch an meine Zeit bei Kieser Training vor ein paar Jahren erinnert. Da fühlte man sich manchmal wirklich wie im Schraubstock eingespannt, womit auch der Beweis erbracht wäre, dass zwischen medizinischem Training und Folter nur eine dünne Grenzlinie verläuft. ;-)

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Keine solche Show wäre natürlich ohne Rollis vollständig. Auch wenn ich mich manche Tage so kaputt fühle, dass ich zu faul bin, vom Bett zum Bad zu laufen und mich gerne durch die Gegend schieben lassen würde, ist es gottseidank noch nicht ganz so weit. Diese kleine Auswahl an Kinderrollis ist deshalb rein zufällig und orientiert sich nur am Aussehen. Dass überhaupt noch Holz verwendet wird (für einen Indoor-Rolli, so wie es aussieht) fand ich interessant und die Schaustücke, wo sich die Orthopädietechniker mal ausgetobt haben, sind einfach lustig.

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Ersatzprothesen für Gliedmaßen üben immer irgendwie eine eigenartige, etwas morbide Faszination aus. Es ist komisch, zu wissen, wofür sie sind, und sich dann trotzdem an den ausgeklügelten Formen und technischen Details zu begeistern. Das geht sogar zurück bis zu meinem Trip nach London vor einigen Jahren, bei dem ich am Abreisetag einen Mann, bei dem ich davon ausging, dass es ein Irak-Veteran war, der beide Beine verloren hatte, in kurzen Hosen durch die Hallen auf dem Flughafen Heathrow lief und die „Ersatzteile“ offen sichtbar waren. Auf der Messe konnte man etliche solche Menschen sehen, die als Models für die verschiedenen Hersteller unterwegs waren. Mich hat dabei aber gestört, dass das alles irgendwie etwas glorifiziert wurde, weil natürlich vor allem sportliche Menschen da zeigen, wie ausgefeilt die Ersatzarme und -beine doch sind. Da bekommt man fast schon Minderwertigkeitskomplexe und fühlt sich angehalten, sein Bein abzusägen, weil man ja ein künstliches bekommen kann, das besser ist und dann an den Paralympics teilnehmen kann. Aber gut, es ist trotzdem schön zu sehen, wie sich das von diesen alten Holzschnitzereien weiterentwickelt hat.

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Einer der Vorteile dieser Weiterentwicklung ist die Materialvielfalt und die Möglichkeit, alles nach Wunsch zu gestalten mit bedruckten Plastikmaterialien, Laminier-/Kaschierpapieren und Stoffen. Besonders beeindruckt hat mich U-Exist, offensichtlich ein Team von ausgebildeten Modedesignern. Als ich das Design mit den Tieren gesehen habe, kam fast unvermeidlich wieder meine kindische/ kindliche Seite durch und ich war schon ein wenig aufgeregt. Ich schwöre, ich würde sogar diesen Überzieher im Herbst/ Winter mit kurzen Hosen als extralange Strümpfe tragen. Einfach total süß! Einige der anderen Designs gefielen mir auch, besonders das mit dem Weltraum und die mit den spinnennetzartigen Strukturen.

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Ein weiteres prominentes Thema waren selbstverständlich orthopädische/ therapeutische Schuhe aller Art. Vermutlich hätte ich da einen guten Messepreis für ein gutes Paar Lederschuhe, angepasst an meine krummen Füße, aushandeln können, aber ich war da einfach von der Fülle überwältigt und hab nicht dran gedacht. ;-) Ich hab nur ein paar Schnappschüsse von Korrekturschühchen für Kleinkinder gemacht und von Schuhen, die nach deutschen Städten benannt sind.

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Am Ende meines Ausflugs nach nur knapp drei Stunden oder so, war ich sowas von kaputt, da hätte ich fast Lust gehabt, damit heimzufahren.

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Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, obwohl ich keinen richtigen Plan hatte, wonach man so schauen kann, weil ich das erste Mal dort war. Ich bin mir sicher, dass ich massig Zeug verpasst und übersehen habe, aber das wird mit Sicherheit beim nächsten Mal in zwei Jahren dann besser…

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