Windeltest: AMD Slip Maxi

Diese Woche gibt’s ein französisches Menü und auch wenn es nicht in die Feinschmecker-Kategorie passt, ist es gar nicht mal so schlecht. Zeit also für eine Kostprobe der AMD Slip Maxi.

AMD Slip Maxi

Ich gebe zu, dass ich immer skeptisch und zögerlich war, das Produkt auch nur auszuprobieren. Das hatte verschiedene Gründe. Der erste und wichtigste ist, dass es auf den verfügbaren Fotos immer so aussah, als ob es das gleich wie die Molicare Premium Soft Super ist. Nach meinen nicht so tollen Erfahrungen damit, wollte ich kein Geld für etwas ausgeben, was sich genauso als Fehlgriff erweisen könnte. Der zweite Grund ist das gesamte Erscheinungsbild. Die Verpackung sah auf Bildern immer ziemlich zerknautscht aus und dann stopfen die da 20 Windeln hinein? In meinem Kopf hat das nicht zusammengepasst und konnte nur bedeuten, dass es nicht so gut ist, wie die Werbung glauben machen will. Wie sich herausstellte, hätte ich nicht mehr danebenliegen können!

AMD Slip Maxi

Klar, einige der Punkte bleiben. Die Verpackung ist alles andere als elegant und wenn man ein der Windeln entnimmt, sieht sie erstmal aus wie ein Pfannkuchen. wenn man sie aber erstmal aufgefaltet und glattgestrichen hat, ergibt das schon einen besseren Eindruck. Wegen der Kompaktheit hatte ich ja schon damit gerechnet, dass das Ganze eher klein ausfällt, aber tatsächlich sind die Abmessungen ziemlich normal, was gute Vorraussetzungen für Tragekomfort und Auslaufschutz sind.

AMD Slip Maxi

Die äußere Hülle, welche von der atmungsaktiven, textilartigen Sorte ist, fühlt sich wie eine Mischung aus Stoff und Papier an, ist aber extrem stabil. Bei dieser Art von Windel ist das sehr willkommen, weil es nichts Schlimmeres gibt, als wenn einem das Saugpolster zwischen den Knien hängt, weil das Gewebe sich dehnt und nachgibt. Der Nachteil ist aber, dass Menschen, die auf diese steiferen Materialien empfindlich reagieren, erstmal schauen müssen, ob es für sie passt. Besonders wenn es sich an den Beinsäumen in Falten legt, kann es zu Hautabdrücken und kleineren Kratzern auf der Haut kommen. Das trifft umso mehr zu, weil die Klettbändchen sehr stark sind, auch wenn sie eher klein ausfallen. Wenn man keinen guten Sitz der Windel erzielt, schnürt man sich schnell ein und fühlt sich, als ob man mit Seilen gefesselt ist. also etwas Zeit und Sorgfalt darauf verwenden, es richtig hinzukriegen! Immerhin kann man die Bändchen ja beliebig oft wieder auf machen und fixieren (zumindest, bis man ein Loch in die Oberfläche gerissen hat).

AMD Slip Maxi

Die beste Passform ist natürlich nicht viel wert ohne vernünftige Saugkraft (es sei denn, ständige Windelwechsel sind ein Hobby oder törnen einen an *g*), weshalb es auch hier eine angenehme Überraschung gibt. Das Polster ist groß genug und dehnt sich auch im Front- und Rückenbereich genug seitlich aus, ohne dass man dabei aber Passungsprobleme bekommt. Für diesen spezifischen Sauglevel tut das Polster genau das, was es soll und nimmt so viel auf, dass man durch eine normale Nacht kommt. Während dieser Zeit fühlt es sich angenehm und einigermaßen trocken an. Es wird aber auch ziemlich steif, gerade gegen Ende der nutzbaren Zeit. Es ist da ähnlich wie bei der „alten“ Kolibri Comslip Supra (die mit den grünen Anteilen).

In der Zusammenfassung finde ich meine Analogie zu französischem Essen sogar ganz passend. Die Windel ist auf ihre eigen Art schmackhaft, aber eben nicht jedermanns Geschmack. Sie ist mehr ländliche Hausmannskost als Haute Cuisine – vernünftig, rustikal und lecker, aber nicht mit aufwendigen Garnierungen auf einem schönen Teller präsentiert. Selbst für den Preis kann man das sagen, denn er passt mehr zu einem Dorfrestaurant als einem Fünf-Sterne-Restaurant. allein deshalb ist es einen Versuch wert. Am allermindesten sollten damit einige Sorgen für den nächsten Ausflug nach Frankreich in Sachen Windelnachschub zerstreut sein… ;-)

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