Windeltest: Beesana Superslip Comfort

In Fortsetzung unserer Begutachtung von Produkten etwas abseits der großen Marken haben wir heute die Beesana Superslip Comfort auf dem Plan. Was die Benennung betrifft, wird Comfort natürlich oft im Sinne von „gerade so ausreichend für die Krankenkassenzulassung“ verwendet und alles, was darüber hinausgeht ist dann Premium oder ähnliches. Aber lassen wir uns davon mal nicht zu sehr ablenken. Vielleicht gibt’s ja doch noch was Lohnenswertes zu entdecken.

Beesana Superslip Comfort

In meinem Test der BetterDry hab ich mich ja ein wenig über das – nun ja – nicht so tolle Verpackungsdesign ausgelassen, aber wie es so schön heißt: Schlimmer geht immer. Es ist im wahrsten Sinne nur einen Schritt von den ganz weißen Folien mit Aufkleber entfernt, die man bei diesen für medizinische Einrichtungen und andere Großabnehmer bestimmten Packungen findet. Der einzige Grund, warum man das großzügig übersehen kann, ist natürlich, dass  Meditrade als Großhandel für Medizin- und Sanitätsbedarf eher diese Klientel im Blick hat und sich vielleicht da nicht so viele Gedanken drüber macht.

Beesana Superslip Comfort

Das Produkt gibt es sowieso nur in Größe M und L wie oben dargestellt. Wenn wir schon mal dabei sind, muss man natürlich die Passform erwähnen. Die Produkte sind erheblich untermaßig. Ich würde sogar fast so weit gehen, zu sagen, dass die M eher wie eine S ausfällt. Die größere L ist da etwas weniger problematisch. Es ist wirklich ziemliche eigenartig – wenn ich eine M anlege, sitzen manche Stellen perfekt eng und fast luftdicht und man denkt, es wäre ideal und auslaufsicher, aber an anderen Stellen kriegt man es nicht komplett geschlossen oder es bilden sich Spalten, weil die Folie etwas zu kurz ist und die Spannung zu groß wird.

Beesana Superslip Comfort

Die Passprobleme werden durch die Folie noch verstärkt, weil sie erstaunlich widerstandsfähig und extrem glatt ist, weshalb die Klebebänder sich leicht lösen können. Normalerweise würde ich das ja gut finden, aber die Bänder sind schon ziemlich schwach und es ist deshalb nicht nützlich, wenn sie auf der Folie hin- und herrutschen (können). Andererseits mag der Glanz für bestimmte Leute ganz attraktiv zu sein wie auch das laute Knistern. Das ist aber nicht durchgängig so und scheint von Charge zu Charge zu variieren. Außerdem scheint es sich auf die blaue Größe M zu beschränken. Die Größe L hat eine mattere und weichere Folie.

Beesana Superslip Comfort

Wie ich schon in diesem Test geschrieben habe, sind solche Lo-Tech Windeln dazu da, regelmäßig gewechselt zu werden oder bestenfalls als temporäre Maßnahme z.B. bei längeren Operationen. Weil das so ist, kann man bei der Saugfähigkeit nicht allzu viel erwarten. Das Polster ist hier nicht dicker als ein Frottee-Handtuch und nimmt entsprechend wenig auf, auch wenn die Form eigentlich ganz okay ist. Mit der schon erwähnten engen Passform gäbe es hier durchaus Potenzial für ein besseres Produkt. Da die Dinge nun aber so sind, wie sie sind, habe ich meine Probepackung als Überbrückung für die zwei, drei Stunden zwischen Abendbrot und Nachtruhe aufgebraucht, bevor man sich die „richtige“ Nachtwindel anlegt.

Beesana Superslip Comfort

In der Not würde ich niemanden wegschicken, der mir eine Packung dieser Windeln geben will, doch sonst gibt es nicht so viele Gründe, sie zu benutzen. Man kann zum Spaß mit der Knisterfolie experimentieren und für die zwei Stunden für die Fahrt zu den Großeltern im Auto reicht es auch, aber im Großen und Ganzen ist einfach nicht viel da. Das Produkt ist einfach eine Sparversion und es gibt keinen Grund, es regelmäßig zu nutzen. Es rechtfertigt sich nur durch den niedrigen Preis, aber auch hier gilt der alte Satz: Wenn man eine billige Windel zweimal wechseln muss, während man mit einem besseren Produkt nur einmal gewechselt hätte, verplämpert man trotzdem sein Geld.

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