Windeltest: Param Pants Basis

Nachdem ich erstmal einiges nachholen musste und den Stapel abgearbeitet habe, der sich angestaut hat, als ich krank war, wird es Zeit, wieder voranzugehen und auch mal wieder ein Auge auf einige der weniger bekannten Marken zu werfen wie die Param Pants Basis.

Param Pants Basis

Der Name ist erstmal etwas verwirrend, weil „Pants“ ja normalerweise für Pull-Ups/ Pull-Ons verwendet wird, aber es ist eben Marketing-Denglisch und irgendein Schlaumeier hat bei der Übersetzung danebengegriffen. Es handelt sich aber ganz normal um Klett-/ Klebe-/ Slipwindeln. Wenn wir schon bei den Feinheiten der Sprache sind, fällt natürlich auf, dass da was von Basis steht, was auf eine etwas eingeschränkte „Sparversion“ hindeutet. Das muss jetzt nichts schlimmes sein, aber man muss sich darauf einstellen, dass einige Dinge aus Kostengründen eingespart wurden.

Param Pants Basis

Eins davon ist die einheitliche Folienfarbe. Das Produkt kommt komplett weiß in allen Größen und Saugstärken und hat außer den Produktionscodes keine weiteren Aufdrucke. Das kann für eine gewisse Verwirrung sorgen, insbesondere wenn man die normalen Tag- und die stärkeren Nachtvarianten unterscheiden will. Man muss schon genau hinschauen. Andererseits bekommt man damit auch eine einfache Wahlfreiheit, wenn man gerade weiße Windeln sucht, die eben nicht in allen möglichen Farben funkeln oder Aufdrucke haben. Passenderweise sind Schnitt und Sitz ziemlich normal, so dass man die Windel auch als eine Art „weiße Unterwäsche“ verwenden kann, wenn man der Typ Mensch ist, der nicht so gern zu viel von seiner Spezialunterwäsche verraten möchte. Andererseits knistert die Folie doch ganz schön, weshalb sie schon einige Geräusche macht.

Param Pants Basis

Wie schon angedeutet, hat diese Windel keinerlei Extras, Finessen oder sonstigen Schnickschnack, womit das Ganze zu einer „Nimm’s oder lass es bleiben“ Sache wird. Entweder es passt zu den eigenen Bedürfnissen oder eben nicht. Die Klebebänder richtig hinzukriegen ist gar nicht mal so schwer, aber natürlich kriegt man keine zweite Gelegenheit oder man zerreißt die Folie. Lustigerweise halten gerade bei diesen einfachen Produkten die Bänder oft besonders gut, obwohl (oder gerade weil?) diese eine andere Klebeschicht verwenden. Unter diesem Gesichtspunkt und streng in Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt ist wohl das Fehlen der zugehörigen „Faltengebirge“ sogar das größere Problem. Der obere Rand wird mit der Zeit definitiv ausleiern und sich lockern und das kann man dann eben nicht durch Nachstellen der Klebebänder kompensieren. Ich empfehle auf jeden Fall eine zusätzliche Fixierung zu tragen, und zwar der robusteren Art, damit die Windel gegen den Unterbauch gepresst wird und dicht abschließt.

Das Saugpolster hat die klassische, eckige Form und erstreckt sich auch schön in die Seitenbereiche vorne und hinten, da aber die Zellulose und der Superabsorber zu den teureren Bestandteilen der Windel gehören, ist es in dieser Preiskategorie nicht superdick oder hat irgendwelche herausstechenden Merkmale. Man kann halt so und so oft reinpieseln und natürlich verhindert es, dass man sich die Klamotten versaut, aber es gibt nicht viel Luft nach oben und es empfiehlt sich, vorausschauend damit umzugehen. Es ist schon wichtig, dass man mitzählt oder die Uhr im Blick hat, um den nächsten Wechsel nicht zu verpassen, genauso wie man die Verfärbung der Windel beobachten kann. Das ist ganz beiläufig einer der Vorteile dieser halbtransparenten weißen Folien – man hat alles auch ohne Nässeindikatoren im Blick.

Param Pants Basis

Als Massenprodukt, das ohne Zweifel aus einer stinknormalen Fabrik kommt, die auch für andere Firmen als Auftragsfertiger fungiert, wird man dieses Produkt auch unter anderen Namen in anderen Ländern finden. Hier in Deutschland ist es eben die Param GmbH als Medizinproduktevertrieb, was aber auch gleich wieder den Finger auf ein mögliches Problem richtet. Tendenziell wird es schwerer, die Produkte zu finden, weil sie in den meisten Sanitätshäusern und Apotheken nicht vorrätig sind und kaum sichtbar beworben werden. Meistens muss man dann schon hingehen, am besten mit der Bestellnummer in der Hand, und sie entsprechend anfordern. Das ist sogar ein bisschen schade, gerade bei so einigermaßen guten und kostengünstigen Produkten.

Das darf man nicht missverstehen – Wunder sind auch nicht zu erwarten, aber wenn man ein Auge auf die regelmäßigen Wechselintervalle hat, kommt man ganz gut durch den Tag. Man würde vermutlich auch einfach die Nachtvariante nutzen, um diesen Zeitraum noch etwas auszudehnen. Bei den im Vergleich zu anderen Produkten immer noch relativ dünnen Polstern fällt da auch nix auf. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Produkt ganz okay ist und ich schon schlimmere Windeln ausprobiert habe. Jedoch kann die ehrliche Antwort nur die sein, dass es ein schmaler Grat zwischen „ganz gut“ und „totale Katastrophe“ ist. Da muss man noch nicht mal an die üblichen Dinge wie die Passform denken, sondern daran, dass die Verwendung von kostengünstigen Produkten ihren Preis hat und der heißt Selbstdisziplin und strenge Einhaltung der Regeln, wenn man ganz wortwörtlich keine Sauerei haben oder in unvorhersehbare Situationen kommen will.

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