Windeltest: Lilfit ClassicFit

Der Windeltest diese Woche ist etwas anders, weil wir mal etwas von unseren ausgetretenen Pfaden abweichen und uns ein dünneres Produkt anschauen. Normalerweise verwende ich ja sowas nicht, also was ist denn da los? Finden wir es raus und wenden uns der Lilfit ClassicFit zu.

Lilfit ClassicFit

Abgesehen von meinem Bestreben, diese Seiten so umfänglich wie möglich zu halten und einen Überblick über möglichst viele Produkte zu geben, klingen meine ursprünglichen Beweggründe, mir dieses Produkt zuzulegen, erstmal etwas eigenartig für jemanden, der von diesem Kram keine Ahnung hat. Yupp, ich rede hier vom „Doppelwhopper“ wie in meinem Artikel zur Molicare Premium Soft angedeutet.

Da ist nichts Geheimnisvolles oder Kompliziertes dran. Es ist wirklich, was man denkt – man legt eine Windel über einer anderen an. Die einzige Anforderung dabei ist, dass man die Oberfläche der inneren Windel irgendwie durchlässig macht, indem man mit einem spitzen Werkzeug wie einer Schere, einem Messer oder was auch immer man im Haushalt hat ein paar Löcher reinsticht. Natürlich habe ich das vor allem gemacht, um meinen Bestand des anderen Produktes zu „retten“, seine Macken zu kompensieren und es besser nutzen zu können, aber ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich es nicht auch von Zeit zu Zeit genieße, mich auch mal mehrschichtig dick einzupacken. ;-)

Lilfit ClassicFit

Außer diesem außergewöhnlichen Verwendungszweck würde man die Windel natürlich sonst nur einfach so tragen. Damit kommt die Frage auf, wie sie sich denn so schlägt.

Da es das Produkt nur in den zwei niedrigsten Saugstärken mit einem oder zwei Tropfen (als T1 und T2 bezeichnet) gibt, ist die mögliche Verwendung natürlich eingeschränkt. Typischerweise werden solche Produkte nur für bettlägerige Patienten entwickelt, wo sie regelmäßig aller drei oder vier Stunden oder sogar weniger gewechselt werden. Wenn ich eine schwere Harninkontinenz hätte und nur auf dieses Produkt zurückgreifen könnte, bräuchte ich einen extra Rucksack, nur um den Wechselvorrat dabeizuhaben, wenn ich unterwegs bin. Deshalb halte ich das Ganze als mobile Person für weitestgehend ungeeignet für längere, ernste Aktivitäten.

Trotzdem kann man bei genauer Planung diese Windel tragen. Wenn man weiß, dass man nur so und so viele Stunden unterwegs ist und/ oder Gelegenheit hat, zwischendurch zu wechseln, ist es absolut möglich, sie gut zu nutzen. An einem schlechten Tag, wenn meine Durchfälle wieder besonders schlimm sind und ich meine Versorgung öfter wechseln muss, als mir lieb ist, würde es sowieso keinen Unterschied zu einem normalen Produkt machen – wenn mein Verdauungstrakt spinnt, landen beide schnell im Müll.

Lilfit ClassicFit

Die Windel selbst schlägt sich ganz gut. Wie ich schon in meinem Test der SupremFit geschrieben habe, fallen Lilfit Produkte größer als die Durchschnittsgrößen aus und das ist auch hier der Fall. Man muss sich da erst dran gewöhnen, wenn man sonst eher normal ausfallende Windeln verwendet, aber wenn man erstmal soweit ist, fühlt es sich bequem an. Dabei hilft auch das Polster, das trotz seiner begrenzten Saugkraft recht großflächig ausfällt. So hat man wenigstens nicht das Gefühl, dass man nur eine Plastiktüte um den Hintern gewickelt hat.

Was mich etwas verblüfft hat, ist die intensive, sehr satte grüne Farbe der Folie. Ich habe die Fotos nicht übersättigt, es ist wirklich so dunkel. Zumindest ist das bei der T2 Version so, die T1 hat eine eierschalenblaue Farbe mit einer Spur Türkis. Das könnte ganz nebenbei auch ein Problem sein, wenn die Windel nicht vollkommen von der Kleidung abgedeckt ist. Eigenartigerweise ist die Folie sehr robust und würde sich auch gut bei höherwertigen Produkten machen. Sie ist matt und fühlt sich leicht rau an, was eine gute Balance zwischen Klebekraft der Bänder und der Möglichkeit, diese mehrmals abzulösen und neu zu positionieren, gibt. Wenn man sie erstmal festgemacht hat, halten die Bänder sehr gut, weshalb man nichts zu befürchten hat.

Lilfit ClassicFit

Auch wenn es nicht das typische Produkt ist, auf das wir uns hier sonst fokussieren, hat diese Windel doch ihre guten Seiten. Als „Sparversion“ ist sie manchmal etwas rudimentär, aber trotzdem gut zu benutzen und besser als ähnliche Produkte. Wenn sie mit einem dickeren und saugfähigeren Polster angeboten würde, wäre es fast schon eine Empfehlung wert. Ohne das muss jeder selbst einen guten Verwendungszweck ausdenken. Ich habe meinen gefunden und solange immer wieder einige nicht so tolle Windeln meinen Weg kreuzen, werde ich sicher auch noch bei diesem Plan B bleiben, um diese Produkte zu nutzen.

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