Windeltest: Abena Abri-Form

Nach einer kleinen Zwangspause wegen meines Krankenhausaufenthalts und dem ganzen Kram, mit dem man danach immer noch zu tun hat, wird’s nun Zeit, unsere Produkttests fortzusetzen. Dieser Test wird genau so groß und umfangreich, wie der für die Tena Slip, deshalb muss man durchhalten, auch wenn’s viel zu lesen ist. Dieses Mal schauen wir uns die Abri-Form Produkte an.

Abri-Form

Ähnlich wie bei den schon erwähnten Tena, gibt’s hier Einiges, was Verwirrung stiften könnte, weil der Name von zwei Produktversionen verwendet wird. Als ob das nicht schon genug wäre, sind beide auch noch verfügbar. Als erstes widmen uns der alten, klassischen Version. Dabei handelt es sich um eine Windel mit Folienbeschichtung. Ich trage Windeln noch nicht lange genug, um die genauen Hintergründe zu kennen, aber was man so auf Foren liest, handelt es sich dabei um eine Lizenzproduktion in einer unabhängigen Fabrik, die die Produktionsstrecke und Rezeptur gekauft hat. Manchmal wird das auch unter dem Namen Abri-Form X-Plus erwähnt. Da diese Version nicht über Abenas eigene Vertriebskanäle zu haben ist, kann man sie nur bei bestimmten Firmen wie, wieder mal, SaveExpress bekommen, die sie (re-)importieren.

Abri-Form

Ich gebe zu, dass, auch wenn ich die nostalgischen Gefühle mancher Windelliebhaber für „die guten alten Zeiten“, als diese Dinger noch richtig dick waren, nicht teile, verstehe ich zumindest diesen Punkt und sträube mich nicht, einfach auch das kuschelige Gefühl zu genießen. Als solches ist die alte Abri-Form tatsächlich so etwas wie eine Reise in die Vergangenheit und man bekommt ein Gefühl dafür, was man daran so mögen kann.

Abri-Form

Als erstes ist das Saugpolster so groß und dick, dass die ganze Sache ziemlich voluminös wird. Wenn man das unter Kleidung tragen will, sollte man sich das schon gut überlegen, besonders, wenn die Hosen nicht die nötigen extra Zentimeter Platz um die Hüfte haben. Ich sag nicht, dass es unmöglich ist, aber es wird definitiv eine Herausforderung. Das ist umso mehr der Fall, weil der altmodische Touch auch einen etwas kastenförmigen Schnitt einschließt mit großen seitlichen Fortsätzen am Polster, der den verfügbaren Platz unter der Hose weiter einschränken kann.

Gleichzeitig, und das ist der Teil, den ich wirklich verstehe, gibt einem gerade dieses Gefühl, rundum eingepackt zu sein, dieses Gefühl der Sicherheit. Als Nachtwindel ist das perfekt. Man kann sich abends einkuscheln und wacht am nächsten Morgen auf, ohne das etwas ausgelaufen und trotzdem noch Luft im Polster ist. Anhand dieser Beschreibung sollte klar sein, dass das Saugpolster hervorragend ist und keine wirklichen Mängel hat, außer natürlich den üblichen möglichen Passprobleme, je nach Figur. Ansonsten sind Form und Größe ziemlich durchschnittlich, also weder zu groß noch zu klein für meine normale Größe M.

Abri-Form

Der Rest der Features und Parameter bedarf keiner großen Erwähnung. Die Folie ist einigermaßen stabil, so dass man zumindest beim Anlegen die Klebebänder richtig positionieren kann, ohne die Folie zu zerreißen, auch wenn man die Bänder ein- oder zweimal wieder ablösen muss. Die altmodische Form hat auch den Vorteil, dass genug Material da ist, das um die Oberschenkel stramm und dicht zu umschließen. Selbst die Nässeindikatoren funktionieren, wie man das erwarten würde. Wo sie bei anderen Produkten oft vorzeitig blau werden, repräsentieren sie bei dieser Windel wirklich den aktuellen Flüssigkeitsstand, was erneut für die Qualität des Polsters spricht.

Insgesamt ist also nichts falsch an dem Produkt, aber natürlich ändern sich die Zeiten und selbst Abena musste modernisieren. Als Ergebnis gibt’s deshalb jetzt zwei Produktlinien, die im Prinzip gleich sind bis auf die Oberfläche der Außenseite. Eins davon ist die „normale“ Abri-Form (Seht ihr, warum das verwirrend ist?), die auch als Abri-Form Comfort geführt wird und eine Oberfläche ähnlich der Delta-Form vom gleichen Hersteller hat. Diese Oberfläche ist ein Zwischending zwischen verdichtetem Gewebe und Folie, ist aber nicht explizit atmungsaktiv, obwohl es eine matte, papierartige Oberfläche ist. Diese Version ersetzt direkt den Vorgänger. Die Abri-Form Premium ist andererseits atmungsaktiv, hat eine textilartige Oberfläche und wird entsprechend vermarktet.

Abri-Form Comfort

Der gemeinsame Nenner für beide ist die veränderte Form, insbesondere beim verkleinerten Polster. Für diesen Artikel werde ich beispielhaft die einfachere Version nehmen, aber am Ende gibt’s wenigstens ein Verpackungsfoto von der Premium. Man würde auch „Air Plus“ auf der Bedruckung lesen und sie würde noch etwas stumpfer aussehen, aber ehrlich gesagt war ich einfach zu faul, noch einen dritten Satz Fotos zu knipsen und zu photoshoppen. Vielleicht mache ich das irgendwann mal. Wie auch immer, die wichtigen Punkte lassen sich auf den Bildern erkennen.

Abri-Form Comfort

Ich habe ja schon die veränderte Form des Polsters erwähnt. Für meinen Geschmack ist es ein wenig zu sehr gekürzt worden, besonders vorne. Es ist dort kaum breiter, als die durchschnittliche Breite, was Tür und Tor für seitliches Auslaufen öffnet, wenn man im Bett liegt. Tagsüber ist das allerdings nicht so ein großes Problem. Ich kann mich noch nicht so ganz entscheiden, wie ich es finden soll, dass auch hinten alles eingekürzt wurde. Als jemand mit Stuhlinkontinenz habe ich da imemr das Gefühl, dass sich da keiner Gedanken über Situationen macht wo – man verzeihe die Sprache – Wasser scheißt und ein großes und saugfähiges Polster ein Geschenk des Himmels sein kann.

Abri-Form Comfort

Andere Veränderungen umfassen einen leicht höheren Schnitt vorne und hinten und Verschlussbänder, die eine Kombination aus Klett- und Klebebändern sind. Besonders für die Premium ist das eine etwas eigenartige Entscheidung, weil klebrige Bändchen die Oberfläche beschädigen können. Die Produkte sehen ansonsten mehr oder weniger gleich aus, so dass man sie mit einem schnellen Blick kaum unterscheiden kann.

Es gibt dennoch ein(en) oder zwei Schwachpunkt(e): Die Premium fängt an, komisch auszusehen und fühlt sich auch so an, wenn sie nass wird, weil die Form sich ändert. Außerdem, auch wenn ich mich nicht endlos im Streit zwischen Folie gegen atmungsaktiv verzettele, muss ich leider sagen, dass sich die Oberfläche nach einer Weile auch feucht anfühlt, was auch nicht optimal ist, egal, von welcher Seite man Anhänger ist. Nicht das Ende der Welt, aber eben auch nicht „premium“. Der tröstende Punkt hier ist, dass Abena Produkte allgemein ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, weshalb man es doch mal probieren kann. Damit will ich den Artikel abschließen und hier nun auch noch das versprochene Packungsbild. *tada*

Abri-Form Premium

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