B.Y.O.D.

Die letzte Woche war ich wieder im Krankenhaus für meinen jährlichen Gesundheitscheck mit endoskopischen Untersuchungen der Lunge und des Verdauungstrakts, Ultraschall, CT, etlichen Blutentnahmen und einigen andere diagnostischen Maßnahmen. Abgesehen von den üblichen Unannehmlichkeiten wie der Langeweile zwischen den Untersuchungen, dem Umstand, mit drei fremden Leuten im gleichen Zimmer zu sein, ungewöhnlichen Zeiten für die Mahlzeiten (Abendbrot gibt’s immer furchtbar zeitig) und dem Teilen einer Dusche mit mehreren Leuten (in dem Fall, genau genommen, der halben Station) war ich dieses Mal wenigstens clever genug und hab ein B.Y.O.D. durchgezogen. Auch wenn das mittlerweile ein geflügeltes Wort für „Bring your own device.“, also „Bring dein eigenes (mobiles elektronisches) Gerät mit.“ geworden ist im Sinne, Leuten zu erlauben, ihre internetfähigen Geräte mit auf Arbeit zu bringen und sogar das Firmennetzwerk damit zu nutzen, lässt es sich natürlich passenderweise für mich ummünzen in „Bring your own diaper.“, also „Bring deine eigene Windel mit.“.

Ja, leider ist es so, dass Krankenhäuser, zumindest in Deutschland, ziemlich unvorbereitet sind für Leute, die schon Inkontinenzprobleme haben. Am augenfälligsten ist der Fakt, dass es immer nur so etwas wie eine „Standardwindel“ gibt, die über die Zulieferer als Massenware bestellt wird. Das sind nicht zwingend die besten Produkte, die es am Markt gibt und um weitere Kosten zu sparen, gibt’s die dann nur in einer „Einheitsgröße“ (meistens L) und einer Saugstärke. die einzige Wahl, die man dann vielleicht noch hat, ist zwischen Pull-Up Pants und normaler Slipwindel. Dort, wo ich war, gab es atmungsaktive Abri-Form/ Abri-Flex und es sah so aus, als ob die gerade auf Kolibri Comslip umgestiegen sind. eine Schwester erwähnte sogar, dass sie mit der „neuen“ Windel gar nicht zufrieden ist.

Natürlich gibt es auch eine bestimmte Logik dahinter, wenn man es mal von der anderen Seite betrachtet. Bei Patienten, die unter ständiger Beobachtung und Betreuung stehen, würde man aller paar Stunden die Versorgung sowieso wechseln (inklusive Wechsel der Bettwäsche, wenn nötig) und wenn man den ganzen Tag im Bett liegt oder damit bzw. im Rolli zu Untersuchungen geschoben wird, sind Dinge wie die richtige Größe oder zusätzliche Fixierung von untergeordneter Bedeutung. Außerdem würden bei schwerer Urininkontinenz oder immobilen Patienten auch Katheter gelegt, damit das Pflegepersonal es einfacher hat.

Aber egal, ich hatte jedenfalls eine Packung Molicare Super Plus dabei und konnte das ganz gelassen angehen, weil ich auf keinen der genannten Punkte angewiesen war. Da ich auch im Krankenhaus einige meiner üblichen Durchfallprobleme hatte und sich mein Magen zudem an das andere Essen gewöhnen musste, wie ich auch an manchen Tagen gar nichts essen durfte, um für Untersuchungen nüchtern und sauber zu sein, war ich ganz froh, meine eigene Polsterung dabei zu haben, sei es auch nur vorbeugend. Nichts ist schlimmer, als einen fahren zu lassen, um all die Luft aus dem Darm wieder rauszukriegen und sich dann die Unterwäsche zu versauen, wenn ihr versteht, was ich meine. ;-) Wenn ihr also ähnliche Probleme habt, seid schlau und macht beim nächsten Mal ein B.Y.O.D.!

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