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Windeltest: ID Expert Slip Super

Einer der eigenartigeren Punkte im Windel“geschäft“ ist, dass, obwohl es scheint, als ob es jeden Monat eine neue oder überarbeitete Windel rauskommt, auch erprobte und vertraute Produkte vom Markt verschwinden und man sich nach Alternativen umschauen muss. Diese Situation gab es, als die Folienversion der Tena Slip eingestellt wurde und die Leute versessen darauf waren, andere folienbasierte Produkte auszuprobieren. Ich persönlich sehe das neutral, ob eine Windel nun Folie oder eine stoffartige Oberfläche hat, solange sie gut sitzt und sich gemütlich anfühlt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, obwohl zumindest bei Stuhlinkontinenz Plastikoberflächen besseren Schutz bieten und vorzuziehen wären. Aber egal. Ich habe also diese Diskussionen mitverfolgt und die ID Expert Slip Super wurde ziemlich deutlich in vielen davon erwähnt, weshalb ich sie ausprobiert habe.

ID Expert Slip Super

Die erste Überraschung war die ungewöhnliche Packungsgröße. Ähnlich wie die Dry 24/7 verwendet sie das lange Format im Gegensatz zum weiter verbreiteten 4:3 Format bei anderen Herstellern. Wenn schon nichts anderes, hat es mich zumindest gezwungen, meinen Windelvorrat umzustapeln. Außerdem macht es das Tragen eines Kartons mit vier dieser Packungen bis in den fünften Stock nur mit Treppe auch um einiges schwerer. Da schleppt man ganz schön was! Andererseits sind eben 28 Windeln pro Packung drin und wenn man bei günstiger Gelegenheit nur 15 Euro pro Packung bezahlt, nimmt man diese Problemchen gern in Kauf.

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Wie man auf dem Bild vielleicht erkennt, ist die Form der Windel sehr, sehr gut. Ich kann euch sagen, dass ich mich ziemlich sexy fühle, wenn ich sie trage! Es gibt noch ein paar andere Dinge, die neben der guten Gesamtpassform dazu beitragen. Einer der Hauptgründe ist die Plastikfolie, die sich sehr glatt anfühlt. Ähnlich wie die teureren Rearz und Dry 24/7 hat sie genau die richtige Dicke und Weichheit, um sich nicht zu sehr in Falten zu legen und zu verziehen oder zu reißen. Das hilft natürlich auch bei der Positionierung der Klebebänder, da man sie vorsichtig abziehen kann und nochmal neu platziert, wenn man es beim ersten Mal nicht richtig erwischt hat.

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Der andere geniale Teil ist das Saugpolster. Es ist superweich und trotzdem glatt und kuschelig, was selten ist. Die meisten anderen Pads fühlen sich rauher an. Interessanterweise ist es trotzdem sehr formastabil und fällt auch nicht auseinander, wenn es nass wird. Da fragt man sich, warum andere Hersteller das nicht auch hinkriegen. Ich mag es auch, dass das Polster besonders im Frontbereich bis in die Leistengegend geht. Das ist meiner Meinung nach ein Schwachpunkt bei vielen „überoptimierten“ Produkten, die zu sehr auf Unauffälligkeit getrimmt sind, und das Pad deshalb etwas zu knapp ist. Mag komisch klingen, aber wenn ein bisschen mehr von dem Zeug gegen den Unterleib drückt, fühlt man sich sicherer und es kann nicht so leicht seitlich was weglaufen. Das ist einer der Gründe, warum ich diese dickeren Windeln bevorzuge, die sonst für schwere Inkontinenz oder Nachtverwendung gedacht sind.

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Die einzige kleine dunkle Wolke – zumindest in meiner Welt – ist wieder mal die etwas zu kurze Rückseite. Das ist zwar technisch gesehen kein Mangel, aber irgendwie hab ich so einen magischen Punkt im Bereich der Lendenwirbel, der einfach bedeckt sein will, um dieses Gefühl der Sicherheit zu bekommen. Das Verstärkungsband würde da schon helfen, aber es fehlen eben diese zwei Zentimeterchen.

Abgesehen von den kleinen Nörgeleien ist klar, dass ich ziemlich von diesem Produkt überzeugt bin. Der Preis ist vernünftig und die technischen Parameter ausgewogen. Es fühlt sich bequem an und kann viel Flüssigkeit aufnehmen. Ich habe diese Windeln schon über einen halben Tag lang getragen, wenn ich zu Ärzten unterwegs war, und nichts ist ausgelaufen. Definitiv ihr Geld wert. Man muss nur aufpassen, dass man auch genau das richtige Produkt bekommt. Wie bei den meisten Herstellern gibt es unterschiedliche Varianten in unterschiedlichen Ländern und auch wenn ich sicher bin, dass die atmungsaktiven Produkte ähnlich sind und viele gute Features mit dieser Variante gemeinsam haben, könnte es einige Haken geben.

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Ein Kommentar zu “Windeltest: ID Expert Slip Super

  1. Hallo

    Eine tolle Seite hast Du da aufgebaut. Ich kann mich mit Deinen Problemen und Erfahrungen sehr gut identifizieren. Bin seit einen Unfall mit 12 Jahren (also vor 42 Jahren) Blaseninkontinent. Somit kenne ich auch den Ärger mit unserem Gesundheitssystem nur zu gut. Ich bekomme zum Glück derzeit noch 2 Kartons Windeln je Monat von der Kasse bei sehr geringer Zuzahlung. Es sind natürlich keine Top-Windeln (bekomme Easy-Slips und Easy Vorlagen). – aber sie sind ganz OK und brauchbar und die Menge passt. Ich nutze die Vorlagen als Boostereinlagen – dann haben sie eine ausreichende Saugleistung. Aber ich habe aus meiner Zeit als Selbstständiger Jahre lang meine Windeln immer selbst gekauft – und aus dieser zeit (ist noch nicht so lange her) auch noch eine ganz nettes Windellager aufgebaut – somit werde ich in den kommenden Jahren sicher keinen Windelengpass erleben.

    Ich hatte auch viele Jahre (über 10 Jahre) eine eigene, recht umfangreiche Homepage zum Thema Inko und Windeln – diese habe ich aber aus pers. Gründen vor einiger Zeit eingestellt. Somit freut es mich sehr hier eine ebenfalls gute Seite gefunden zu haben, die sich mit diesem Thema befasst. Mach weiter so. Gruß Ingo

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