Schwitzen auf der Kinderstation

Ich hab ein Weilchen überlegt, ob ich das hier nochmal schreibe, aber ich fand die Annekdote so süß, dass ich es einfach mal mache. Wie auf meinem englischen Blog schon vermeldet, war ich am Freitag an der Uniklinik Halle zum Schweißtest. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering war, hätten sich damit einige meiner Probleme erklären lassen. Nicht nur der extrem klumpige und zähe Lungenauswurf (mittlerweile find ich’s selber schon eklig), auch andere „Baustellen“ in meinem Körper.

Der Test selbst ist relativ einfach – über Elektroden am Arm werden die Natriumchloridionen „sortiert“ und danach an einem der Pole ein Sammelsystem für den Schweiß angebracht. Das kann irgendwelches Vlies sein, aber in meinem Fall war es die Hightechvariante mit einem Kapillarschläuchchen, das zusammengerollt in einer entsprechenden Kapsel verstaut war. Dann wird das noch ein bissl mit Folie eingepackt und fixiert und man mus damit eine halbe Stunde warten. Am besten bewegt man sich dabei und das nicht zu wenig, damit natürlich auch der Schweiß fließt. Danach wird die Probe entnommen und ausgewertet. In meinem Fall geschah das vollautomatisch mit einem Gerät der neuesten Generation (ein sogenanntes Minilab) mit positivem Ergebnis ohne auch nur den Hauch von Anfangsverdacht. Einerseits beruhigt mich das, andererseits ist es aber auch frustrierend, weil man ja doch gerne ’ne Erklärung für seine diversen Problemchen hätte.

Der süße Teil war der, dass das ganze auf der Kinderstation stattfand. Im Normalfall wird sowas ja wenige Wochen nach der Geburt getestet, wenn ein begründeter Verdacht besteht, da war das schon lustig und die Schwestern haben erstmal komisch geschaut, als ich da aufkreuzte. Nach der Untersuchung haben sie mir sogar ein Bonbon angeboten, weil das eben so üblich ist. :-) Weniger schön war der ganze Heckmeck drumrum, bei dem sich auch wieder wunderbar zeigte, wie doof unser deutsches Gesundheitssystem sein kann. Neben organisatorischen Verwirbelungen, weil ich am „falschen“ Tag da war und das Gerät erst extra eingschaltet werden mußte, ging es dann wieder um Budget- und Abrechnungsfragen. Die Tests sind nur in begrenzter Stückzahl vorrätig und die Krankenkasse will dann wieder eine extra begründete Verordnung haben will, weil man eben kein Kind mehr ist. Bei den lieben Kleinen tut sie das aber ohen Probleme.  Da fragt man sich dann schon, ob man im falschen Film ist.

Nachdem meine anderen Untersuchungen dann auch noch erledigt waren, war ich auch froh, dass ich nach Hause konnte. Irgendwie war ich fix und fertig, weil ich die Nacht vorher auch schlecht geschlafen hatte und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Nach einem Entspannungsbad hab ich erstmal den halben Nachmittag verschlafen, bevor ich dann ans Abendbrot denken konnte…

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