Windeltest: Confidence Dry 24/7

Es gibt Sachen, die will man einfach mal haben und ausprobieren so wie die komplett weißen Windeln ohne Aufdruck, die man in vielen Tumblr-Blogs sieht. Man steigert sich dann rein und will unbedingt herausfinden, was das für eine Marke ist. Schnell ist man dann aber genau so frustriert, weil man feststellt, dass es das Produkt nur in den USA und anderswo gibt, aber nicht in Deutschland. Glücklicherweise hat sich das Anfang des Jahres geändert, als SaveExpress angefangen hat, sie zu importieren. Also habe ich mir mit einer meiner Bestellungen ein paar Exemplare mit geordert, um sie begutachten zu können.

Confidence Dry 24/7

Als erstes merkt man, dass es ein teures Produkt ist. Selbst auf der Herstellerwebseite wird die Packung mit 18 Stück für ca. 40 US Dollar angeboten. Da kann man sich leicht vorstellen, was da nach der Umrechnung mit Zollgebühren und Steuern noch drauf rauskommt. Deshalb ist natürlich die entscheidende Frage: Ist der hohe Preis gerechtfertigt? Das kann man nicht so leicht beantworten, selbst wenn man alle Fakten bedenkt.

Confidence Dry 24/7

Alles fängt damit an, wenn man die noch zusammengelegte Windel das erste Mal in der Hand hält. Man spürt förmlich, dass es ein Luxusprodukt ist. Die Folie ist glatt und weich und es hat fast schon was Sinnliches. Wenn man die Windel auffaltet, setzt sich dieser Eindruck fort. Die Innenseiten sind ebenfalls sehr glatt. Man sieht einfach, dass sich da jemand Mühe gegeben hat. Es gibt keine losen Fäden, keine schiefen Nähte, die Form ist sauber ausgeschnitten und das Saugpolster ist ein ordentliches Vlies, nicht nur eine lockere Matte aus Zelluloseflocken. Man kann sich leicht vorstellen, dass allein schon die Qualitätskontrolle und das Aussortieren von Mängelexemplaren das Ganze teurer machen.

Sobald man die Windel anlegt, fühlt sie sich sehr seidig am Hintern an, fast schon wie normale Unterwäsche. Das macht schon Eindruck und ich habe es bei keiner anderen Windel, die ich bisher getestet habe, so erlebt. Als amerikanisches Produkt fällt es eher größer aus als die entsprechenden europäischen Größen. Meine übliche Größe M fühlt sich deutlich größer an. Für mich ist das gut, weil ich nicht ganz so klein bin und mein Bauch den Extraplatz gut vertragen kann, aber für andere Leute kann es schon Sinn machen, sogar ’ne Nummer kleiner zu nehmen. Wie man im Bild sieht, sind Vorder- und Rückseite unterschiedlich hoch, so dass sich der größere hintere Teil gut um den Po legt und man die Windel relativ hoch in die Taille ziehen kann, was dazu beiträgt, dass sie gut sitzt und dichthält. Das wird durch die Rüschenzonen vorne und hinten noch verstärkt, die alles zusammenziehen und straff halten. Die Beinsäume sind ebenfalls sehr breit, weshalb sie gut abdichten und sich auch nicht so leicht aufrollen und Striemen verursachen.

Confidence Dry 24/7Confidence Dry 24/7

Klingt alles ein wenig zu perfekt? Natürlich gibt es auch hier einige Dinge, die besser sein könnten. Der erste offensichtliche Punkt ist die Saugfähigkeit. Ach wenn diese sich im oberen Bereich bewegt, ist es nicht das ultimative Produkt mit dem größten Saugvolumen. Auf dem Papier klingt die Gesamtaufnahme eindrucksvoll, aber man kommt gar nicht soweit. Leider transportiert und verteilt das Polster die Flüssigkeit nicht so gleichmäßig, wie das wünschenswert wäre. Darum bleiben große Bereich trocken und ungenutzt, wo hingegen andere schon überschwappen und man die Windel wechseln muss. Zusammen mit dem seidigen Gefühl macht es das auch schwer, den Füllstand zu beurteilen, auch wenn ich sicher dafür auch ein Gefühl bekommen würde, wenn ich die Windel öfter und regelmäßig tragen würde. Der andere Punkt sind die Klebebänder. Diese könnten definitiv etwas stärker sein. Mehrfach haben sich bei mir die unteren Bänder um die Beine gelöst und das scheint sich erst zu bessern, wenn die Windel sich erwärmt hat und der Klebstoff besser haftet.

Insgesamt ist es trotz meiner kleinen Nörgeleien eine hervorragende Windel. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es die 2 Euro pro Verwendung wert ist, abgesehen vom „die Gute für sonntags“ Gefühl zum selber verwöhnen. Wenn es nur die Hälfte kosten würde, wäre es realistischer, sie öfter zu tragen.

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