Impfmüde?

In der derzeitigen Diskussion um die Masernepidemie schieben sich mal wieder alle nur gegenseitig die Schuld zu und mir sträuben sich die Haare. Politiker schielen wieder nur auf die nächste Wahl und zögern, endlich mal eine Impfpflicht durchzusetzen, die Impfgegner holen wieder ihre schon längst entkräftigten Argumente aus der verstaubten Schublade und alle anderen tun so, als ob das doch alles gar nicht so schlimm wäre. Bemerkenswert, da doch die Masern noch dieses Jahr bei uns als ausgerottet gelten sollten und das trotz aller Schwachstellen unseres Gesundheitssystems möglich gewesen wäre. Natürlich klar, dass ich definitiv für Schutzimpfungen bin. Hier sind ein paar Gedanken, die mir dazu gerade so einfallen.

  • Sein Kind nicht impfen zu lassen ist aus meiner Sicht schlichtweg verantwortungslos – dem eigenen Kind gegenüber, aber auch allen, die mit dem Kind Kontakt haben, was ja auch überbesorgte Eltern mit einschließt, aber natürlich auch Spielkameraden, Kitaerzieher und Medizinpersonal, was sich dann mit den kranken Kindern rumärgern muss.
  • Die möglichen Nebenwirkungen sind überschaubar oder sogar vernachlässigbar. Bei einer Chance von eins zu einer Million, dass das Kind eine schwere Enzephalitis bekommt, muss man schon hinter’m Wald leben, wenn man es noch sicherer haben will. Und an den „normalen“ Nebenwirkungen jeder Immunisierung wie kurzzeitiges Fieber, Unwohlsein oder Hautausschlag (um die Impfstelle) ist noch keiner kaputtgegangen.
  • Im Gegensatz zu den Nebenwirkungen der Schutzimpfung, sind die möglichen Schäden durch eine echte Infektion geradezu desaströs. Neben dem Risiko, an der akuten Infektion zu sterben oder längerfristige Rekonvaleszenzzeiten und aufwendige Therapien zu brauchen, sollte man vor allem an die Spätfolgen wie Nervenschäden, geschwollene Gelenke und rheumatische Beschwerden, Immunreaktionen, Schäden an inneren Organen usw. denken. Viele dieser Krankheiten verlaufen ja jahrelang schleichend und wenn man dann was merkt, ist es oft schwer, was zu retten.
  • Ja, natürlich tut die Impfung dem Kind erstmal weh und traumatisiert es vielleicht auch ein wenig, aber wir haben es ja auch alle überstanden und zu meiner Zeit Ende der 1970er Jahre wahren die Kanülen noch um einiges dicker und länger als diese dünnen „Härchen“, dei heute verwendet werden.
  • Es ist einfach doof, wenn man als Kind wochenlang daheim bleiben muss.
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