Elektrisch stimulierend

Selbstverständlich dümpelt meine Inkontinenz nicht einfach so unbehandelt vor sich hin, sondern meine Ärzte und ich versuchen natürlich, was zu tun – mit begrenztem Erfolg. Zusätzlich zu den komischen Übungen zur Stärkung des Schließmuskels („Einsaugen statt Auspressen“) gibt es noch Elektrostimulation. Weil ich das Gerät wieder zurückgeben muss (nur den Pulsgenerator, den Stöpsel und das Gel kann ich als Erinnerungsstücke behalten, weil es aus erkennbaren hygienischen Gründen Einmalartikel sind), schildere ich mal kurz meine Erfahrungen.

Electro Plug

Als experimentierfreudiger Mensch, dem auch etwas abgefahrenere Sexspielereien nicht fremd sind, konnte ich mich noch an Elekrtrostimulation erinnern und dabei auch, wie ich es so überhaupt nicht mag. Die entsprechenden Geräte aus dem spezialisierten Versandahandel sehen natürlich etwas anders aus, aber das Prinzip ist ja ähnlich. Yupp, man steckt sich den Minidildo/ Plug in den Hintern, nachdem man ihn mit dem leitfähigen Gel eingeschmiert hat und dann wählt man ein Program aus, das, wenn es läuft, entsprechende Impulse erzeugt, die Muskelkontraktionen erzeugen sollen. Leider funktioniert das überhaupt nicht zufriedenstellend.

Erstens paßt das Ding überhaupt nicht. Für meinen Geschmack ist es einfach viel zu dünn und glatt, um zuverlässig in Position zu bleiben. Man muss nur eine leichte falsche Bewegung machen, und es verrutscht. Das Gel verstärkt diesen Gleiteffekt und somit sitzt es nicht richtig, um so zu wirken, wie es soll. Lustigerweise sind die dickeren Plugs aus dem Sexshop da viel brauchbarer. Zweitens ist es mir nie gelungen, eine vernünftige Stromstärke zu finden. Ein Miliampére (mA) kann an so einer empfindlichen Stelle einen riesigen Unterschied machen. Drittens konnte ich es irgendwie die Hälfte der Zeit eigentlich nicht verwenden. Manche Tage, wenn es bei mir besonders stark hinten rauslief, war alles so empfindlich, dass schon eine geringe Stärke einen stechenden Schmerz verursachte. Das fühlt sich dann wirklich so an, als würde da ein stacheliges Tier drin rumkriechen. Dann gab es wieder Tage, wo ich den Strom bis zum Anschlag aufdrehen konnte, ohne was zu merken. Und an „normalen“ Tagen lief es darauf hinaus, dass eien Seite reagierte und die andere nicht, was sich auch nicht angenehm anfühlte. Das muss ich noch schonend meinem Proktologen beibringen.

Im Großen und Ganzen hat also die ganze Sache nicht viel gebracht, außer dass es die Krankenkasse Geld gekostet hat…

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