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Windelupdate: Tena Slip 2016, Teil 2

In diesem zweiten Teil unseres Blicks auf die diesjährige Ausgabe der Tena Slip Windeln werden wir uns auf die „normalen“ Versionen konzentrieren., Ja, leider macht’s uns SCA auch dieses Mal nicht einfach und hat zwei Sorten im Angebot, deren Verfügbarkeit  mal wieder davon abhängt, wo man wohnt und ob man ein ganz normaler Nutzer ist oder in der Pflege arbeitet. Da soll nochmal einer was über erzwungene Marktaufteilung sagen… Deswegen muss nicht alles, was ihr hier lesen werdet, unbedingt für euer Land zutreffen.

Tena Slip

Die damals „neue“, atmungsaktive Standard-Slip (ohne irgendwelche lustigen Marketinganhängsel im Produktnamen) habe ich im letzen Jahr schon gut abgedeckt, denke ich mal, weshalb es da nicht so viel zu berichten gibt, außer dass dieses Mal die Fotos wesentlich besser sind. ;-)

Tena Slip

Ich habe immer noch keine Ultima Saugstärke in die Finger bekommen, obwohl das Paket per DHL aus Holland kam und diese dort ganz normal verfügbar zu sein scheint. Wenn jemand eine Packung hat und es nichts ausmacht, mal ein paar Stück in einen Umschlag zu stopfen und mir zu schicken, wäre das prima. Dann könnten wir ein für alle Mal klären, ob sich das im Vergleich zur Maxi auch wirklich lohnt. Einfach per Kommentar kurz anfunken.

Tena Slip

Die Tena Slip verwendet immer noch „richtige“ Klebebänder anstatt Klettverschlüssen und zu meiner Überraschung bleibt es eines der wenigen Produkte, wo das auch wirklich gut funktioniert. Im Vergleich zur Slip Original ist das Saugpolster auch nicht noch weiter zurechtgestutzt worden, was schon mal gut ist.

Tena SlipTena Slip

Als SCA die „alte“ Folienversion eingestampft hat, gab es schon so etwas wie einen Aufschrei und die Leute haben sogar Petitionen gestartet, um sie zurückzubringen. Auch wenn das ziemlich wahrscheinlich nie zur Diskussion stand, war eine folienbeschichtete Version nie ganz vom Tisch und schon bald entdeckte jemand etwas Entsprechendes auf den indischen Tena-Seiten. Es dauerte nicht lange, und schon bald tauchte diese Version als Tena Slip Active Fit auf den europäischen Märkten auf.

Tena Slip Active Fit

Hier in Deutschland gibt’s die natürlich mal wieder gaaaanz offiziell nur für medizinisches Personal, aber natürlich kann man sie sich trotzdem bei alternativen Anbietern wie SaveExpress besorgen. Der große Unterschied ist natürlich die Folie und all die guten (aber auch schlechten) Dinge, die damit verbunden sind.

Tena Slip Active Fit

Auch wenn es letzten Endes irgendeine Sorte von Folie ist, hat das mit der Vorgängerversion der Tena Slip überhaupt nichts zu tun. Die Folie ist viel dünner und weniger widerstandsfähig und macht damit schon zwingend die üblichen doppelschichtigen Klebebänder notwendig, weil sonst nix mit aufmachen und wieder befestigen wäre, ohne dabei irgendwas kaputt zu machen. Die bequeme Einfachheit, die Bänder einfach vom verstärkten Frontbereich abzuziehen ist dahin. Das ist besonders bei den stärkeren Saugstufen ziemlich schade, da es dort noch am ehesten Sinn machte, die Windel mal wieder straffzuziehen, wenn man sie ein Weilchen getragen hatte, auch wenn es selten vorkam. Der Verlust dieses „Alleinstellungsmerkmals“, um mal Werbesprech zu bemühen, stuft die Tena auf das Niveau anderer Produkte herab und sie ist dann eben auch nur eine von vielen Millionen zu ähnlichen Windeln anstatt etwas Einzigartiges und heißbegehrt zu sein.

Tena Slip Active Fit

Interessanterweise wirkt sich die mit dem atmungsaktiven Modell eingeführte leicht überarbeitete Form auch hier positiv aus. Wenn man sich erinnern mag, hatte ich ja trotz der herausragenden Qualität immer so meine Bedenken wegen der kurzen Länge im hinteren Teil und wurde das Gefühl nicht los, dass da meine Poritze rausschaut. Dank der geringfügig veränderten Proportionen zwischen Vorder- und Hinterteil (die Gesamtmaße haben sich erstaunlicherweise nicht geändert) fühlt es sich jetzt etwas besser an. Die weichere Folie trägt dazu auch bei und passt sich besser an.

Tena Slip Active Fit

Dieser zugegebenermaßen etwas kurze Artikel hat sicher nicht so viel angesprochen, was man nicht schon wusste oder sich denken konnte, aber wenigstens gibt’s ein paar bessere Bilder. Meiner Meinung nach bringt es nichts, der Active Fit hinterherzurennen, nur „weil Folie besser ist“ oder man wegen der alten Version nostalgische Gefühle hat. Weil Tena Produkte nun mal nicht so ganz billig sind, ist es einfach eine Sache, immer danach zu schauen, wo man die Produkte eben am preiswertesten bekommt oder der persönlichen Vorlieben. Technisch gesehen sind die Produkte sowieso mehr oder weniger gleich und das Gute ist und bleibt die wirklich gute Saugkraft.

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Windelzubehör: Suprima 1249 und 1250

Wie vor ein paar Wochen versprochen, wird es Zeit, dass wir uns mal ein paar nützliche Dinge ansehen, die einem helfen können, Inkontinenzprobleme besser in den Griff zu bekommen. Die Verwendung von Plastikschutzhosen (Gummihosen) ist ein nicht ganz unumstrittenes Thema, deshalb bitte ich schon mal vorab um Geduld, wenn ich ein bissl zu sehr in die theoretischen und hypothetischen Punkte abdrifte. Ich könnte da stundenlang drüber reden. Zuerst erinnern wir uns nochmal daran, warum wir diese Art der extra Verpackung eigentlich brauchen (könnten).

Viele der Punkte lassen sich leicht aus diesem Post ableiten, in dem wir die verschiedenen Für und Wider verschiedener Windelarten abgehandelt haben. Diese lassen sich kurz und schnell nochmal so zusammenfassen:

  • Für viele Windeln braucht man trotz allem noch zusätzliche Fixierung und Unterstützung, sei es wegen doch nicht 100prozentig perfekter Passform oder dem Durchhängen, wenn sie sich füllen.
  • Man will vielleicht eine extra Schutzschicht haben, um Gerüche und Stoffe einzuschließen, damit man nicht gleich ungewollt in der Öffentlichkeit im Mittelpunkt steht.
  • Man will definitiv seine normale Kleidung vor Verschmutzungen schützen oder verhindern, dass sie Teil des Saugpolsters wird (wenn ihr versteht, was ich meine).
  • Man möchte die Zeit verlängern, die man seine normale Windel gefahrlos tragen kann und noch eine Sicherheitsreserve haben.

Suprima 1249

Diese „Schwedenknöpfer“ sind meine Lieblingsform bei Schutzhosen aus einer Reihe von Gründen. Einer der wichtigsten ist der Umstand, dass man sie in verschiedensten Stellungen anlegen kann, genauso wie eben die Windel selbst. ich denke, ich beherrsche die meisten davon mittlerweile und könnte es vermutlich notfalls auch in der Schwerelosigkeit. Im Gegensatz zu Hochziehhöschen muss man nicht stehen oder Beinakrobatik im Bett vollführen. Das ist auch ein großer Vorteil, wenn man unterwegs mal einen Windelwechsel in einer engen Ecke oder diesen winzigen Kabüffchen in öffentlichen Toiletten machen muss.

Suprima 1249

Die andere Sache ist die, dass ich mich mit einer Plastikhose am Hintern irgendwie sicher und wohl fühle. Wenn man meine normalen Windeltests liest, weiß man ja, dass ich eine nahezu luftdichte Passung mag und noch eine extra Schicht PVC drüber zu haben, trägt dazu auf jeden Fall bei. Die Suprima 1249 und 1250 schlagen sich in dem Bereich besonders gut, weil sie zufällig so gut sitzen, als ob sie extra für mich maßangefertigt wären. Das heißt, wenn man eine einigermaßen normale Windel trägt und Größe M nutzt. Wenn man es natürlich übertreibt, kommt man schnell an die Grenzen des Machbaren und eine besonders dicke Windel erzeugt soviel Spannung im Material, dass sich die Knöpfe wieder öffnen oder das Material gar einreißt.

Suprima 1249

Letzteres kann schon mal vorkommen, aber der Haken dabei ist, dass es für jede Farbe anders ist, von denen es ungefähr zehn gibt. Verschiedene Farben verwenden unterschiedliche Folien, die variable Beimischungen wie Pigmente oder Titanoxid haben, um die Durchsichtigkeit zu verändern, was die Widerstandsfähigkeit auf molekularer Ebene beeinflusst. Einige Folien sind auch etwas dicker und fühlen sich schon von Anfang an steifer an. Wie man sich vorstellen kann, gehen sie umso leichter kaputt, je weniger elastisch sie sind, obwohl man bei der ganzen Rechnung auch mit einbeziehen muss, wie der eigene Körper beschaffen ist und wie beispielsweise auch die Körpertemperatur sowas beeinflusst.

Suprima 1249

Wenn man das berücksichtigt, spielt die Auswahl der Größe eine wichtige Rolle. Das obere Bild bringt das nicht so gut rüber, aber die Größenunterschiede sind auf den ersten Blick gar nicht mal so gut erkennbar. In erster Linie erscheint die Größe L auf der rechten Seite (nach Suprima Lesart ist die Farbe Lavendel [Farbcode 007]) vor allem wegen der größeren Länge von vorne nach hinten und der optischen Verzerrung beim Fotografieren so groß, weil sie näher an der Kamera dran war. Der Umfang unterscheidet sich nur um ein paar Zentimeter, was besser erkennbar wird, wenn man sie wie gezeigt übereinander legt.

Suprima 1249

Der Hüftbund hat zwei Paare von Knöpfen, mit denen man den Umfang anpassen kann. Ich glaube, das ist noch nicht mal so sehr zur eigentlichen Größenanpassung gedacht sondern hat was mit dem Winkel zwischen Hüfte und Taille zu tun, der ja bei Männern und Frauen unterschiedlich ist. aber natürlich kann man das einfach handhaben, wie es einem in den Kram passt. Man sollte nur beachten, dass sich möglicherweise eine größere Lücke zwischen mittlerem und oberem Knopf auftut, weil sich das Material nach außen wölbt, wenn man die inneren Knöpfe verwendet.

Je nach Verwendungszweck funktionieren für mich beide Größen ganz gut. Eine L ist dabei vorzuziehen, wenn man sich mal wieder in einer besonders dicken Windel wie einer BetterDry oder ähnlichem im Bett einkuschelt, die M reicht dann für die meisten anderen Gelegenheiten. Es geht aber nicht nur um den Bauchumfang. Ich war ja mal ein einigermaßen gut trainierter Radfahrer und wenn ich noch meine dicken, muskulösen Oberschenkel hätte, müsste ich wahrscheinlich die L die ganze Zeit verwenden.

Suprima 1250

Die Spannung am Körper wird durch Gummibänder in Tunnelsäumen an den Beinen und um die Hüfte sichergestellt. Sie sind vernünftig breit und sollten keine Probleme bereiten, auch wenn sie sich in den Tunneln aufrollen, wenn die Figur nicht so perfekt dem entspricht, wofür das Produkt designt wurde. Das ist am Anfang nicht mal so sehr ein Problem, aber mit der Zeit, wenn sich die Zeichen der Nutzung zeigen und sich alles immer mehr in Falten legt, wird es immer schwerer, die Flachgummibänder wieder zu entrollen und irgendwann lässt man es eben einfach als zusammengerolltes „Gummiseil“. Hier würde etwas Ingenieurskunst nicht schaden. Man könnte sicher ein etwas stabileres Stück Plastik einarbeiten oder die Bänder mit einer Ziernaht versehen, so dass sie in Querrichtung steifer werden, aber in Längsrichtung dehnbar bleiben.

Suprima 1250

In den „normalen“ Größen von S bis L sind die Suprima Produkte hochfrequenzverschweißt, was bedeutet, dass sie, abgesehen von den Knöpfen, komplett aus Plastikmaterial sind. Das hat den Vorteil, dass man sie einfach großzügig mit Wasser reinigen kann, ohne befürchten zu müssen, dass sich Nähte mit Wasser vollsaugen und in einzelne Fäden auflösen.

Andererseits gibt es auch einen Nachteil und den dann auch noch in zwei Ausprägungen: Die doppelte Folie bildet besonders starke (und relativ feste) „gerippte“ Bereiche, die Abdrücke auf der Haut hinterlassen können, wobei zugleich auch durch zu starken Druck beim Schweißen die Versenkungen zu dünn werden können. Das bietet dann wieder eine Angriffsstelle für’s Reißen und wie man erraten kann, ist mir genau das auch schon mal passiert.

Die größeren Größen für XL und darüber werden genäht, aber ich kann da nicht konkret sagen, wie Suprima das macht. Ich kann das nur mit einem Produkt eines anderen Herstellers vergleichen. Während man geschweißte Produkte einfach abspülen kann, muss man genähte Sachen eher vorsichtig mit einem feuchten Lappen abwischen. Das ist kein großes Problem, nur aufwendiger und somit etwas unbequemer.

In beiden Fällen sollte man aufpassen, welche Reinigungsmittel man verwendet. Die sollten frei von Ölen sein und auch keine kationischen Tenside enthalten, wie sie im Weichspüler vorhanden sind. Diese interagieren mit den Weichmachern im Plastik und lassen es vorzeitig altern und spröde werden. Natürlich sollte man auch niemals aggressive Lösungsmittel, Farbverdünner und ähnliches verwenden. Letzten Endes reicht ein billiges Spülmittel, um Schweiß, Hautpartikel und andere Reste loszuwerden.

Suprima 1250

Der einzige große Unterschied zwischen der 1249 und 1250 sind augenscheinlich die Knöpfe. Das sollte eigentlich nicht viel ausmachen, aber das tut es eben doch, insbesondere wenn die Knopfleisten in einer empfindlichen Gegend im Leistenbereich oder auf den Beckenschaufeln landen. Die kappenlosen Ringknöpfe der 1250 sind weicher und etwas nachgiebiger, auch wenn sie andererseits etwas fummeliger beim zuknöpfen sind, weil sie weniger Widerstand bieten.

Wie man erkennen kann, bin ich schon ein Fan dieser Plastikhöschen, aber natürlich gibt’s Nachteile. Das Material ist natürlich undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase, weshalb es prima ist, um aus Versehen aus der Windel entwischtes Zeug aufzuhalten. Zugleich jedoch hält es auch den Schweiß, was man dann eher nicht so toll findet, selbst wenn die Windel durch ihre Absorption das zumindest etwas abmildert. Man kriegt dadurch Hautreizungen, Rötungen, Akne und vielleicht noch Schlimmeres, wenn man nicht strengstens auf die Reinigung des Produkts und auch die eigene Körperpflege achtet.

In diesem Sinne finde ich es auch etwas komisch, dass Suprima bei den Bildern Die Schutzhosen immer noch Formvorlagen zeigt. So sehr ich auch das glatte Material um meinen Hintern und meine Windelbeule mag, würde ich nie wollen, dass zu viel blankes PVC meine Haut berührt. Wie ich schon mal in einem meiner älteren Artikel erklärt habe, fühlt es sich so an, als würde es auf der Haut kleben. Wie alles, was mit Plastik zu tun hat, hat es auch den Nachteil, möglicherweise sehr bloßstellend zu wirken. Es macht nun mal Geräusche und wie man sich vorstellen kann, wäre ein Plastikrand, der aus der Jeans schaut, kaum zu leugnen.

Trotz aller Ausnahmen finde ich diese Schutzhosen von unschätzbarem Wert und eigentlich unerlässlich für meine spezielle Form der Inkontinenz und die Suprima’s passen einfach perfekt, sowohl im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinne. Es macht mir, ungelogen, nicht mal mehr was aus, sie an 30 Grad und mehr warmen Sommertagen zu tragen. Zugegeben, es ist eben nicht für jeden, deshalb mal abwarten und dranbleiben, wenn wir uns demnächst (oder so) mit ein paar textilen Alternativen beschäftigen. ;-)

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Frag mich, wo die Windeln sind, wo sind sie geblieben?

Diese kleine Wortspielerei in Abwandlung eines bekannten Liedes erlaube ich mir mal, weil man sich ja in Anbetracht das immer weiter fortschreitenden Rückzugs der sogennanten Leistungsträger (Krankenkassen, Pflegeversicherung etc.) aus der Inkontinenzversorgung wohl eines Tages doch fragen wird, warum denn der Postbote mit den Windelpaketen nicht mehr klingelt. Auch wenn ich persönlich kaum glaube, dass sich das mit noch so vielen Umfragen ändern wird, habe ich doch auch meine Meinung in dieser neuesten Variante kundgetan und wer auch als Betroffener unterwegs ist, sollte das vielleicht auch tun. Vielleicht passiert ja doch noch ein kleines Wunder…

Windeltest: MoliCare Premium Slip, Teil 2

Im zweiten Teil unseres Blicks auf die MoliCare Premium Slip Produkte wenden wir uns jetzt den Varianten der höheren Saugstufen mit den Bezeichnungen maxi und maxi plus zu.

MoliCare Premium Slip maxi

Bei der maxi plus handelt es sich um die damals neu eingeführte Molicare Premium soft Super Plus, die das Ganze, wie im Einführungsartikel erläutert, ins Rollen gebracht hat und letztendlich der Grund ist, warum wir uns an diesem Punkt befinden. Damals hatte ich nur eine Handvoll Muster und keine ganze Packung, weshalb es nur konsequent ist, jetzt nochmal einen zweiten Blick darauf zu werfen und nach etwas längerem Testen noch ein paar zusätzliche Gedanken mit einzubringen.

MoliCare Premium Slip maxi

Wie im obigen Bild ersichtlich (zumindest teilweise), ist das Produkt (und sein Bruder maxi plus)in allen Standardgrößen von S bis XL verfügbar. Man mag sich fragen, warum das überhaupt erwähnenswert sein sollte, aber heutzutage kann man das leider nicht mehr bei allen Produkten voraussetzen. Viele Hersteller bieten außerhalb der Größen M und L nur niedrigere Saugstärken, weil sie offensichtlich der Meinung sind, dass bei den anderen Größen der Markt zu beschränkt ist und der Aufwand für Marketing und Vertrieb nicht kosteneffizient. Wenn man also in eine dieser Kategorien fällt und es leid ist, nur dünne Windeln tragen zu können, nur weil man zu klein ist, können die MoliCare Produkte eine Alternative sein, die man sich mal anschauen kann.

MoliCare Premium Slip maxi

In meinem Artikel im letzten Jahr war ich ja einigermaßen überrascht, wie gut die Super Plus, jetzt maxi, im Vergleich zu ihren schwächeren Geschwistern funktionierte. Eigenartigerweise weiß ich bis heute noch nicht so genau, warum. Grundsätzlich haben alle Varianten die gleichen Eigenschaften – gleiche Form, gleiche Materialien für die Trägerschichten, gleiche sonstige Materialien. Einzig die Unterschiede in der Form, Größe, Dicke und möglicherweise Zusammensetzung des Saugpolsters ist jeweils anders und das macht wohl den großen Unterschied aus. Meine Theorie ist, dass das anders gestaltete Polster dafür sorgt, dass nicht zu viel Feuchtigkeit zu schnell an die Oberfläche dringt und somit insgesamt eine bessere Formstabilität und ein weniger schwammiges Gefühl gegeben ist. Letzten Endes kommt es wohl auf einen meiner Lieblingspunkte zurück: Eine gute Windel (und nicht nur die) ist immer eine Frage gut abgestimmter und ausbalancierter Zutaten und in dem Fall ist es perfekt. Das gleiche trifft auf die Passform zu, zumindest in meinem Fall. Die Windel sitzt genau richtig, erst recht mit dieser dickeren Version. Sie könnte lediglich etwas höher über die Hüfte hinausgehen, aber das ist ja rein subjektiv und individuell unterschiedlich.

MoliCare Premium Slip maxi

Wie man erwarten würde, erfüllt das Polster sein Versprechen und verdient sich sein maxi auch wirklich. Tatsächlich merkt man sogar einen ganz schönen Sprung zu seinem unmittelbar davor liegendem Abkömmling, der super plus. Ich habe auch den Eindruck, dass es sogar noch besser ist als die MoliCare Slip maxi, auch wenn die Namensanhängsel gleich sind. Das ist aber mehr ein Gefühl, weil ich es nicht überprüft habe und mich von obskuren Sachen wie dem Wiegen voller Windeln fern halte. Das ist was für ein anderes Mal oder andere Leute. ;-)

MoliCare Premium Slip maxi

Unabhängig davon zeigt es aber natürlich, wie willkürlich selbst das neue Wertungssystem für die Saugstärke ist und wie wichtig eigene Tests. Das bezieht sich auch auf die nächste Version, die maxi plus, welche die zehn Tropfen auf der Skala erstmals voll ausfüllt. Auf den ersten Blick scheint das nicht so viel auszumachen. Es sollte ja nicht so viel geben, was man auf eine maxi noch draufpacken kann, oder? Aber natürlich gibt’s dabei einen besonderen Dreh.

MoliCare Premium Slip maxi plus

Viele Anbieter machen sich nicht wirklich viele Gedanken darüber, solch ein saugstarkes Produkt von ihren anderen abzugrenzen, und machen einfach die Polster noch dicker oder verwenden mehr Superabsorber. Das ist hier nicht der Fall. Die Form des Polsters ist deutlich anders und innerhalb der Premium Slips einzigartig in der Form, dass es hintenrum besonders breit ist. Damit ist auch klar, dass diese Windel nur dafür gedacht ist, im Bett verwendet zu werden. Ich bin da nicht verklemmt und habe kein Problem, meinen gewindelten Hintern auch in der Öffentlichkeit zu zeigen, aber in diesem Fall würde ich das wohl wirklich weglassen. Zusätzlich dazu, sehr groß zu sein, ist das Polster nämlich auch relativ fest und fühlt sich hart an, wenn man drauf sitzt, was man selbst merkt, wenn man auf dem Bett abhängt und Fernsehen schaut. Es funktioniert wirklich nur gut, wenn man mehr oder weniger horizontal bleibt und eine gute Position zum Einkuscheln gefunden hat.

MoliCare Premium Slip maxi plus

Der Grund, warum das Polster so groß ist, ist natürlich der, dass, wenn man im Bett auf dem Rücken liegt, die Flüssigkeit der Schwerkraft folgt und auch in beachtlichen Mengen weiter hinten landet. Das klingt theoretisch erstmal gut, aber leider ist es nicht ganz so einfach. Es hat seine Nachteile, wenn das Polster so groß ist, und die sind potenzielle Probleme mit Passform und Flüssigkeitsverteilung. Wie einem ungeschriebenen Naturgesetz folgend, ist das hier so. Bei meinem Rumprobieren wollte die Flüssigkeit einfach nicht dahin, wo ich das gerne wollte und ich hatte mehr als einmal einen „Unfall“. vielleicht hat sich das Polster wegen der größeren Breite unvorteilhaft zwischen den Beinen zusammengerollt und damit alles blockiert, vielleicht war es auch was anderes. Wie auch immer, ich konnte das nur zu meiner Zufriedenheit lösen, indem ich eine zusätzliche kleine Rechteckeinlage als Docht/ Drainage verwendet habe, um den Urin dorthin zu leiten, wo er hin sollte. Möglicherweise habe ich damit auch erfolgreich einen entstandenen Hohlraum in der Windel ausgefüllt, überbrückt und abgedichtet, so dass es funktionierte.

MoliCare Premium Slip maxi plus

Es gab noch eine andere Sache, die mir teilweise ziemlich auf den Keks ging und das waren die Klebebänder, die sich all zu leicht ablösten. Natürlich handelt es sich dabei um Klettbänder und das funktioniert auch gut, aber irgendwas muss während der Herstellung schiefgegangen sein, weshalb sie an ihrem anderen Ende, mit dem sie an der Windel unter Wärme aufgepresst/ aufgeklebt werden, nicht richtig hielten. Mal rissen sie gleich ab, wenn ich die Windel angelegt habe oder sie lösten sich, wenn ich am nächsten Morgen das Ding abmachen wollte. Letzteres würde meinen Verdacht bestätigen, dass das ein thermisches Problem ist, bei welchem die Haftschicht auf die Körpertemperatur reagiert und sich was ablöst. Es ist nicht bei jedem einzelnen Exemplar passiert, aber die Anzahl der Ausfälle war überproportional hoch, gerade für ein Markenprodukt.

MoliCare Premium Slip maxi plus

In der Zusammenfassung kann man nur sagen, dass dort, wo Licht ist, es auch Schatten gibt. Die MoliCare Premium Slip maxi ist wirklich großartig mit perfektem Sitz und guter Saugfähigkeit, aber die maxi plus nicht so recht. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist mein Eindruck, dass diese nochmal eine zweite Runde, also eine Überarbeitung braucht, damit sie wirklich funktioniert. Abgesehen von den Qualitätsproblemen, die ich vollständig auf Anlaufschwierigkeiten bei der ersten Produktionscharge schiebe, sollte sich der Nutzer bei einem so hochpreisigen Produkt nicht mit Auslaufproblemen rumschlagen müssen. Irgendwas haut einfach nicht hin und muss zurechtgebogen werden. Ich bin mit Hartmann in Kontakt, also immer schön die Augen aufhalten und diesem Blog die Treue halten für Neuigkeiten, während sich die Dinge so entwickeln. ;-)

Windelupdate: Tena Slip 2016, Teil 1

Im vergangenen Jahr habe ich meine eigene Verwirrung über die verschiedenen Tena Slips mit dem Rest der Welt geteilt. In der Tat war es ziemlich verwirrend, weil es zu der Zeit, als ich das geschrieben hatte, fünf oder sechs verschiedene Produkte auf dem Markt waren, je nachdem, wie man das zählt. Tena/ SCA haben da eindeutig Mist gebaut, weil sie scheinbar selber nicht wussten, wo sie mit ihren Produkten hin wollten und haben das dann auch noch schlecht den Kunden gegenüber kommuniziert. Deshalb ist es mehr als angebracht, jetzt nochmal einen Blick darauf zu werfen, nachdem sich die Wogen geglättet haben und sich ein etwas klareres Bild abzeichnet.

Tena Slip Varianten

Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es drei unterschiedliche Modelle – die Tena Slip, Slip Active Fit und Slip Original. Nicht alle sind aber in allen Saugstärken und Varianten verfügbar, je nachdem, wo man lebt. Den Sinn hinter der Vertriebs- und Produktpolitik mancher Firmen sollte man gar nicht erst versuchen zu verstehen, sonst kriegt man Kopfschmerzen. Akzeptieren wir das einfach mal so. Es reicht aber allemal noch, um die Oma komplett durcheinander zu bringen, aber einer der Gründe, warum dieses Blog existiert, ist ja, die Feinheiten für euch auszuknobeln.

Tena Slip Original

Für diesen Artikel starten wir mal mit dem „Problemkind“ der letztjährigen Ausgabe, der Slip Original. so ziemlich alles, was schiefgehen konnte, ging auch schief, als sie das erste Mal auf den Markt geworfen wurde. Das meiste davon hing natürlich mit Produktionsmängeln und falscher Auswahl der Materialien zusammen. Die Seitenflügel lösten sich ab, die Klebe- und Stichnähte zwischen den Materialschichten lösten sich, so dass saugfähiges Material herauskrümelte und das Trägergewebe selbst war sehr leicht einzureißen. Da hat sich SCA wirklich mit heruntergelassenen Hosen und völlig unvorbereitet erwischen lassen.

Tena Slip Original

Wie man erwarten würde, sind all diese Ausfälle auf die eine oder andere Art behoben worden. Wie die Dinge nun mal stehen, bin ich dennoch nicht überzeugt, dass das ein Must-Have-Produkt ist. Wie mir mein stetig wachsendes Wissen und meine Erfahrung gezeigt haben, gibt es einfach bessere Hybrid-Windeln. Die Seitenflügel sind irgendwie schlabberig und ich habe immer zu kämpfen, alles ordentlich zu fixieren, weil sich alles aufrollt, sobald etwas Spannung auf das Gewebe kommt. Eine Größe L verwenden zu müssen hat das nicht einfacher gemacht und dieses Problem noch mehr verdeutlicht. Nicht nur an der Oberkante, auch an den Beinen. So sehr ich es auch probiert habe, ich konnte es einfach nicht dazu bekommen, so stramm zu sitzen, wie ich es gern gehabt hätte. Das Material ist einfach weich und entzieht sich allen Versuchen, es eng der Körperkontur anzupassen. Der Fairness halber muss aber gesagt werden, dass es mit einer M weniger oder gar kein Problem wäre.

Tena Slip Original

Wenn man genau hinschaut, sieht man auch, dass das Saugpolster nochmal leicht überarbeitet wurde und nun vorne fast rechteckig ist und nur wenig seitliche Verlängerung hinten hat. Diese Art von „Effizienz“ ist für mich immer ein Warnsignal und dann frage ich mich, ob ich so ein Produkt mit meiner Stuhlinkontinenz jemals kaufen würde, selbst wenn man ausblendet, dass ich mich mit einer einfachen Plus Saugstärke wohl gar nicht erst abgeben würde und mindestens eine Super nehmen würde.

Tena Slip Original

Innerhalb der Tena Slip Windeln bleibt die Original das „aus der Art geschlagene Kind“. Es fällt schwer, sich vorzustellen, wann man es den normalen Varianten vorziehen würde, außer wenn man ein paar Euro sparen will. Selbst dabei wird aber mit zunehmender Saugstärke der Abstand geringer, weil der kostentreibende Faktor natürlich die Menge an Saugmaterial ist, nicht die äußere Hülle. Ironischerweise werden diese kombinierten „Plastikmittelteil mit atmungsaktiven Seitenteilen“ Windeln oft als das beste von beidem angepriesen und häufig sogar für Stuhlinkontinenz empfohlen, nur leider kommen die theoretischen Vorteile (besserer Schutz bei gleichzeitiger Hautfreundlichkeit) in der Praxis oft nicht zum Tragen und das ist auch hier der Fall. Vielleicht ist das auch ein grundlegend falscher Ansatz und die Firmen sollten das eingestehen und auf andere Dinge konzentrieren…

Windelzubehör: Suprima Schutzhosen

Inkontinenzversorgung beruht nie auf isolierten, einzelnen Maßnahmen, sondern funktioniert als System und sollte auch als solches behandelt werden. Selbst eine gute Windel kann ohne richtige Fixierung und sonstige zusätzliche Schritte eben doch nur „gerade so“ ihre volle Wirkung erzielen wohingegen sich Mittelklasseprodukte mit ein bisschen Hilfe zu ganz neuen Höhen aufschwingen können. Für bestimmte Sachen wie meine Stuhlinkontinenz und ihre spezifischen Begleiterscheinungen würde ich es sogar als grundlegende Notwendigkeit Bezeichnen. Ich wünschte, meine Krankenkasse würde das genau so sehen und mich nicht in diesen ganzen Kuddelmuddel wegen einer Kostenübernahme für die schützende Unterbekleidung verstricken! ;-) Aber wollen wir mal nicht zu weit abschweifen.

Abgesehen von ein paar lockeren, unspezifischen und allgemeinen Betrachtungen in meinem Einführungsartikel und einem Artikel über ein entsprechendes Produkt der Firma Param gab es noch keine Gelegenheit, das großartig auszubauen, aber ich hoffe, dass sich das jetzt ein wenig ändern wird. Ich schaue mich ja immer nach neuen Möglichkeiten um und diese kleinen Entdeckungsreisen befriedigen nicht nur meine eigene Neugier sondern sind hoffentlich auch für euch, meine lieben Leser, nützlich, damit ihr nicht Geld für Kram ausgebt, den ihr hinterher vielleicht gar nicht mögt. Mit diesem Hintergedanken habe ich mir einen Plan ausgedacht und meinen Kopf mit den Leuten von Suprima zusammengesteckt, um einige Sachen auszuknobeln und alles richtig hinzubekommen. Zum Anfang werden wir einen Blick auf die diversen „Schwedenknöpfer“-artigen Produkte werfen, zumindest einige davon.

Suprima 1249, 1250, 1252, 1269, 1288

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir uns detaillierter damit beschäftigen und ihre Für und Wider in Sachen Tragekomfort, Haltbarkeit, Einfachheit der Pflege und Reinigung, wie gut sie ihren Job machen und so weiter unter die Lupe nehmen. Natürlich gibt es einen Grund, warum ich die Knopfvarianten als erstes ausgesucht habe. Aus meiner Sicht sind sie einfach die praktischste Art der Verpackung, weil man sie in allen erdenklichen Lagen im Bett, stehend sowie sitzend anlegen kann und sie somit im Gegensatz zu Schlupfformen keine Verrenkungen der Beine erfordern oder man stehen muss. Es gibt andere Vorteile, natürlich auch einige Nachteile und manches ist eben nur so-so. Das werden wir aber in den jeweiligen Artikeln separat abhandeln und nicht jetzt schon lang und breit erörtern.

Suprima 1249, 1250, 1252

Die Exemplare, die wir uns in der Plastik-/ PVC-Sparte anschauen sind eine Suprima 1249, eine 1250 und eine 1252. Die ersten beiden könnte man als Grundversionen betrachten, während die 1252 eine fortgeschrittene Variante mit zahlreichen verstellbaren elastischen Bändern ist . Das wird auch für mich interessant, damit herumzuspielen und verschiedene Einstellungen und Passformen auszuprobieren, weil ich sowas noch nicht hatte. es gibt eben für alles ein erstes Mal. ;-)

Suprima 1249, 1250Suprima 1252

Die anderen beiden Produkte in unserem kleinen Testlauf sind stoffbasiert, aber haben natürlich einige Tricks drauf dank spezieller Beschichtungen und Imprägnierung. Diese Art von Produkten ist gerade in den letzten Jahren etwas mehr verfügbar geworden, weil a) sich die Technologien zur (kostengünstigen) Herstellung enorm entwickelt haben und b) der allgemein offenere Umgang mit Inkontinenzproblemen dafür sorgt, dass es mehr Nachfrage nach solchen Spezialprodukten gibt, die, zumindest auf einen flüchtigen, oberflächlichen ersten Blick, auch als normale Unterwäsche durchgehen könnten.

Suprima 1269, 1288Suprima 1269, 1288

Wenn jemand spezifische Fragen zu den Produkten hat, kann er die in den Kommentaren gern stellen. Ich werde versuchen, sie in die Beiträge mit einzuarbeiten und die notwendigen Informationen zusammenzutragen. Aus offensichtlichen Gründen werde ich mit der 1249 und 1250 anfangen, um eine Basis und Vergleich für spätere Artikel zu haben und dann schauen wir mal. Bis demnächst dann hier also…

Erst krank, dann arm

Dieser Satz fällt irgendwann kurz vor dem Ende der ZDF 37°  Reportage 40 Stunden schaff ich nicht und, traurig, dass man das sagen muss, aber leider trifft die Dokumentation die Sache ziemlich auf den Kopf.

Bei der ganzen Sache geht es um Behinderung, aber eher im Sinne von chronischen, spät eingetretenen Erkrankungen und Einschränkungen und der daraus resultierenden Veränderung und Verelendung und natürlich schreibe ich darüber, weil ich mich genau in der gleichen Scheiß Situation befinde. Gut, dass da nun gleich wieder in die Vollen gegangen und auf die Krebs-Tränendrüse gedrückt wurde, inklusive abgedroschener „Ich bin ja froh, dass ich noch lebe.“ Sprüche, fand ich jetzt nicht so passend, aber insgesamt gibt es die Situation doch ganz gut wieder.

Dabei fällt natürlich auf, wie schnell man abrutscht, weil unser Sozialsystem gar nicht dafür gemacht ist, mit solchen Fällen umzugehen. Blöd nur, dass man das erst merkt, wenn man drauf angewiesen ist. Fristen sind zu knapp bemessen, Leistungen hängen davon ab, in welchem Arbeitsverhältnis man steht bzw. stand. Das Beispiel mit der Pharmazeutin passt da prima, weil es den zeitlichen Ablauf des Niedergangs gut illustriert. Bei mir war es ja genau so, auch wenn ich eine andere Krankheit habe und der Untergang meines damaligen Arbeitgebers mindestens genau so viel damit zu tun hatte.

Natürlich gibt es zudem ständig Streit und Ärger, weil alles zwischen verschiedenen Leistungsträgern, also Krankenversicherungen, Rentenversicherung, Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozialamt, Versorgungsamt und wer auch immer dann noch da mit involviert ist, aufgeteilt wird. Irgendwie schreibt man ständig Anträge, und wenn die dann aus diversen, oft aus reiner Paragraphenreiterei bestehenden Gründen erstmal abgelehnt werden, ist man schnell Dauergast beim Sozialgericht und dümpelt mit Hartz IV rum.

Besonders schmerzhaft ist natürlich das Ganze mit der Arbeitssuche und das kommt in dem Beitrag auch gut rüber. Wenn Leute mit -zig Qualifikationen keinen Job finden, nur weil sie behindert sind, braucht mir keiner was über Fachkräftemangel erzählen. Das kann ich sogar aus meiner eigenen Erfahrung mehr als bestätigen. Ich halte mich schon nicht für ganz doof, auch wenn mir all die schicken Diplome und Zertifikate fehlen, und hab mich auch auf die unmöglichsten Stellen beworben, die mit meinem bisherigen Berufsleben gar nichts zu tun hatten, aber es ist natürlich klar, dass sowas zum Scheitern verurteilt ist.Wenn man beim Bewerbungsgespräch schon nach Luft schnappt und in den üblichen Schwätzchen zu Arbeitszeitgestaltung erwähnen muss, dass man öfter zum Arzt muss, jede zweite Woche krank ist und eigentlich auch gern nur 30 Stunden oder weniger arbeiten würde, erntet man da, wie zu erwarten, kaum Verständnis.

Hier zeigt sich auch das Totalversagen der Arbeitsintegration von allen Seiten. Im Prinzip kriegt man ja von Jobcenter & Co. keine Unterstützung. Das allgemeine Motto dabei lautet meist „Such dir ’nen Job und wenn du einen hast, genehmigen wir die Förderung ohne Probleme.“, aber darüber hinaus tut sich nichts, weil es diese Jobs einfach nicht gibt. Selbst bei sogenannten „behindertengerechten“ Stellen läuft es meist darauf hinaus, dass nur bestimmte Behinderungen eingeplant sind. Du sitzt im Rolli? Kein Problem, wir haben ja Fahrstuhl im Haus. Du leidest unter chronischer Erschöpfung und brauchst ständig Pausen? Dann lieber nicht… In dieser bizarren Welt bewegt sich das und leider stecke ich da auch mittendrin. Wenn ich diesen Artikel fertig geschrieben habe, werde ich mich schon wieder kaum noch konzentrieren können und muss erstmal abschalten und was anderes machen.

Wer also neben meiner eigenen, natürlich völlig voreingenommen Sicht der Dinge mal ein bisschen mehr zu dem Thema erfahren will, sollte sich den Beitrag mal anschauen. Eine halbe Stunde ist ja nicht zu lang und tut nicht weh. ;-)

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