Englische Version dieses Blogs – Neueste Artikel

Mylenium’s Health Stuff

Hinterlasse einen Kommentar

Windeltest: DryLife Slip Super

Obwohl wir schon eine ganze Menge abgedeckt haben, habe ich doch fast jede Woche mit einem weiteren Artikel zu tun. Es ist schon lustig, wie immer gerade dann was neues auftaucht, wenn man denkt, man kann sich zurücklehnen und die Dinge mal etwas lockerer angehen. Schauen wir also, was die DryLife Slip Super für uns bereithält.

DryLife Slip Super

Das Produkt selbst ist nicht wirklich so neu und ist in Großbritannien schon ein ganzes Weilchen verfügbar, aber natürlich war es für uns Kontinentaleuropäer, und dabei insbesondere hier in Deutschland, nicht so einfach, über normale Vertriebskanäle ranzukommen. Das hat sich seit September geändert, seitdem das Produkt in die heiligen Hallen von SaveExpress aufgenommen wurde und im Onlineshop auftauchte. Der Preis ist eigentlich ganz okay, wenn man bedenkt, welche verschlungenen Wege das Produkt genommen haben muss, um hierher zu kommen und was all die Steuern und Zollgebühren kosten, aber es wird nicht die billigste 15er-Packung Windeln sein, die ihr jemals kaufen werdet.

Seit seinem Debüt hat das Ganze schon einigen Wirbel verursacht, da einige Leute behaupten, dass es eine genaue Kopie einer älteren Kolibri Comslip Plus wäre, oder ums auf den Punkt zu bringen, das exakt gleiche Produkt, das auf den exakt gleichen Maschinen bei irgendeinem Auftragshersteller in Europa gefertigt wird, nur anders verpackt und unter anderem Namen. Da das zu einer Zeit war, als ich noch gar keine Windeln getragen habe, habe ich da keinen Vergleichsmaßstab und kann die entsprechenden Mutmaßungen und Gerüchte weder bestätigen noch entkräften. In dieser verrückten  Industrie ist alles möglich, aber ich werde das Produkt wie jedes andere behandeln und versuchen, einen so gut wie möglich umfassenden und unvoreingenommenen Blick darauf zu haben, als wäre es ein unbeschriebenes Blatt.

DryLife Slip Super

Einer der Gründe, warum dieses Produkt so viel Aufmerksamkeit erfährt ist natürlich, weil es auf Folie basiert. Mit dem Aufkommen von immer mehr Windeln mit textilartigen Oberflächen wird es ja immer schwerer, vernünftige, hochwertige Folienprodukte zu bekommen abgesehen von speziellen Sachen wie ABU und Rearz. Die meisten Hersteller vor Ort stellen ja um, gerade hier in Deutschland, wo sich ab nächstes Jahr schon wieder die Anforderungen für verordnungsfähige medizinische Inkontinenzprodukte ändern. Das ganze Kuddelmuddel ist sicher mal eine etwas ausschweifendere Erläuterung wert, aber warten wir erstmal ab, bis die Gesetze überhaupt beschlossen sind. Wie auch immer, es hat natürlich Gründe, warum die Leute ein bissl am Sender drehen.

Als solches ist die Folie ziemlich stabil, auch wenn sie etwas transparent ist, wie man in den Bildern sieht. Das könnte man leicht als dünn und schwach interpretieren, aber das ist hier nicht der Fall. Zusammen mit dem textilen Untermaterial bildet das Ganze einen robusten Träger für alles andere. Wie üblich, kommt mir das sehr gelegen bei meinem Bestreben, die Windeln möglichst luftdicht anzulegen und dabei wie ein Elefant, der einen Bus abschleppt, daran zu ziehen. ;-) Es ist mir (bisher) noch nicht gelungen, dadurch eine Windel kaputt zu kriegen, also kann man das als sichere Sache ansehen, auch wenn ich mit dem Wort „unzerstörbar“ vorsichtig wäre. Ein Nachteil, wenn auch in diesem Fall in geringerem Umfang, ist natürlich, dass das in einer Art Steifigkeit resultiert, wenn man das Produkt anlegt. Da ich das immer noch hauptsächlich im Stehen mache und mir dabei die Windel zwischen die Beine klemme, ist es etwas schwerer, die Flügel gerade und glatt zu fixieren, damit alles gut sitzt.

DryLife Slip Super

Die Bänder selbst halten gut. Genau genommen fast schon zu gut, denn obwohl die Folie sehr widerstandsfähig ist, muss man doch ganz schön aufpassen, wenn man die Klebebänder auf- und wieder zu macht. Wenn die Flügel noch lose herumflattern, werden sie fast magisch von den Klebis angezogen, was das Ganze noch weiter verkompliziert. Diese erscheinen vielleicht auch etwas klein im Vergleich zum Rest der Windel, aber das ist überhaupt kein Problem. Nicht nur sind sie wirklich ziemlich kräftig, sondern sie landen auch an den richtigen Stellen. Damit bietet sich auch gleich die Gelegenheit, kurz ein paar Worte zur Gesamtform zu verlieren.

Eigenartigerweise, auch wenn das Produkt in Sachen Maße eigentlich sogar am oberen Ende einer normalen Größe M angesiedelt ist, fühlt es sich doch irgendwie knapp an. Am besten kann ich das mit einer Abri-Form (Folienversion) vergleichen, die sich ähnlich anfühlt – eigentlich eine ziemlich große Windel, doch am Körper fühlt sie sich vorne und hinten etwas kurz an. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach darin, dass diese Produkte eine stark ausgeprägte Rückseite haben und wenn man sie erstmal angelegt hat, verhindert das „Hosenbein“ dann, dass man es höher ziehen kann.

Das ist jetzt überhaupt nicht schlecht gemeint, weil man dadurch auch fast automatisch bei den Klebeändern nichts falsch machen kann und sie an den richtigen Stellen platziert werden – man hat einfach nicht so viele Möglichkeiten, etwas verkehrt zu machen. Trotzdem kann es passieren, dass man sich „nackig“ fühlt, wenn man an Windeln gewöhnt ist, die weiter nach oben reichen.

DryLife Slip Super

Wenn wir nochmal auf die Theorien zurück zu kommen, dass das eine Kolibri Comslip Plus in neuer Aufmachung wäre, ist es unvermeidlich, dass wir auch über das Saugpolster reden. Was ich aus den Erzählungen der alten Legenden schließen kann, war das auch eines der herausragenden Merkmale, das von anderen Produkten in dieser Preisklasse nicht erreicht wurde (ja, billig + toll ist eine Kombination, die auch bei Windelliebhabern immer funktioniert), und wenn das stimmt, dann kann ich euch versichern, dass das überlebt hat.

Die Saugkraft wird der Bezeichnung Super gerecht und man kann das Produkt eine ganze Zeit tragen, bevor man es wechseln muss. Ich habe es sowohl zum Schlafen wie auch tagsüber unter meinen Hosen ohne Probleme getragen, während ich mich um meine üblichen medizinischen Termine gekümmert habe. Wenn ich um 8 Uhr aus dem Haus zur Physiotherapie oder zum Arzt gehe und dann oft gegen 12 Uhr zurückkomme, reicht es trotzdem noch, sich ohne weiteren Wechsel zur Mittagsruhe hinzulegen (mal abgesehen von „Bremsspuren“ wegen meiner Stuhlinkontinenz, die das vielleicht dann doch öfter nötig machen)

 

Ein weiterer Vorteil ist die günstige und Schnelle Verteilung von Flüssigkeit im Polster. Man hat nie das Gefühl, als müsste man ewig warten, bis die „Pfützen“ aufgesaugt werden, wenn man es laufen lässt. Genauso fühlt es sich nie an, als ob das ganze Polster geflutet wird, nur weil man einmal reinpinkelt, so wie das oft bei billigen Produkten in niedrigen Saugstärken vorkommt. Man könnte sagen, dass es gut abgestimmt ist, was das angeht. Ich mag auch die elegant abgerundete Form des Polsters. Ich war zwar etwas skeptisch, weil es merklich schmaler ist als bei anderen Windeln aus der saugstärksten Abteilung, aber es sitzt gut genug am Körper und hält alles, weshalb es keinen Sinn macht, noch mehr Material an manchen Stellen zu haben.

Es ist schwer, bei diesem Produkt Fehler zu finden, ohne dabei alle zu langweilen und wieder die alten Warnungen bezüglich individueller Ansprüche und Eignung wieder aus der Kiste zu kramen. diese Windel ist beinahe zu gut, um wahr zu sein fast bis an den Punkt, wo es perfekt ist. Das trifft natürlich nur zu, wenn man a) was für Folie übrig hat und b) bis das nächste neue Lieblingspielzeug kommt. ;-) Wenn es etwas preiswerter wäre und hier in Deutschland auch weiterverbreitet, könnte das Produkt gut mit der schon erwähnten Abri-Form oder auch der ID Expert Slip Super mithalten. Wenn man in UK wohnt, sieht die Sache natürlich etwas anders aus und sollte etwas vorteilhafter sein…

Hinterlasse einen Kommentar

Windeltest: Bambino Bellissimo | Classico | Teddy

Je exotischer (im Sinne von „von irgendwo anders und nicht leicht zu bekommen“) und außergewöhnlicher ein Produkt ist, umso mehr versteift man sich darauf, es haben zu wollen, egal, was die wirklichen Qualitäten nun sind. Das entwickelt sich dann schnell wie diese vorweihnachtliche Sucht, wo man etwas so sehr will, dass man es kaum noch einen Tag länger aushält und man fast explodiert. Glücklicherweise bin ich bei solchen Dingen relativ ruhig und beherrscht und kann da geduldig warten, aber die Bambino Windeln standen schon ein Weilchen auf meiner Wunschliste. Passenderweise nimmt die Jahresend(feier)saison gerade Fahrt auf, weshalb dieser Artikel vielleicht ganz passend zum Einkaufswahn kommt, sollte man auch diesen inneren Drang verspüren.

Bambino Bellissimo

Diese Packung wurde mir wieder von einem meiner heimlichen Bewunderer und Wohltäter zur Verfügung gestellt und er hat die Bellisimo mit den Manga-artigen Illustrationen auf dem Frontaufkleber gewählt, für die von uns, die diese kindliche Ader in sich haben. Die anderen zwei Varianten, Classico und Teddy sollten sich nicht groß unterscheiden, mal abgesehen von der Bedruckung. Wenn jemand noch ein paar übrig hat, kann er die ja gern bereitstellen und ich mache dann noch ein paar Fotos, um sie hier mit unterzubringen und die Neugier der Leute zu befriedigen.

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, ist die Verpackung ziemlich unspektakulär, ums mal vorsichtig auszudrücken. Das ist jetzt kein großes Problem, aber dass nur acht Stück drin sind, könnte schon eines sein. Da sollte man sich auch keiner Illusion hingeben – das ist kein Produkt für preisbewusste Menschen. Bei ungefähr 17 Euro pro Packung kommt man da mehr oder weniger auf 2 Euro pro Stück. Der Preis kann natürlich variieren, je nachdem wo auf der Welt man wohnt und kann eben höher oder niedriger sein. Auf jeden Fall sollte man ein wenig nachforschen und den preiswertesten Händler finden.

Bambino Bellissimo

Bei dem Preis sollte das Produkt besser gut sein. Schauen wir uns also mal die technischen Parameter an. Wie ich im vorherigen Abschnitt angedeutet habe, ist das eine dieser Windeln, die einen extra Folienaufkleber im vorderen Bereich verwenden und in diesem Fall dient das auch zur Differenzierung der einzelnen Produktreihen. Ich hab mir Mühe gegeben, die Farben so genau wie möglich zu treffen, weil sie tatsächlich in manchen Fällen fast neonfarbig bzw. fluoreszierend sind, da sie mit geringer Dichte/ Deckkraft gedruckt sind und viel von der weißen Folie reflektiertes Licht durchlassen.

Natürlich dient der Aufkleber auch als Befestigungsbereich für die Klebebänder, dies sich dadurch ein paar Mal neu positionieren lassen. Bei dieser Windel darf man das aber nicht übertreiben. Die Bänder sind von Anfang an nicht sonderlich stark, auch wenn sie ihren Zweck gut erfüllen, aber exzessives Wiederfestmachen nutzt die Klebeschicht ab und reduziert die Haftkraft erheblich bis es irgendwann eben gar nicht mehr so gut hält.

Bambino Bellissimo

Die Anzahl dieser Zyklen im Griff zu haben ist auch wichtig, weil diese Art von Windeln immer etwas steif sind und es umso wichtiger ist, diese Stärke in den Bändern zu haben, damit sich alles gut an den Körper anpasst und zusammenhält. Das geht auch über die verstärkte „Frontplatte“ hinaus, weil die Folie und der Rest der Windel auch ziemlich robust ausfallen und somit etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen, um richtig zu sitzen. Da darf man sich auch nicht von den Bildern täuschen lassen – am Körper sieht es viel glatter aus. Ich habe es nur nicht hingekriegt, es an meiner Kissenrolle, die ich als Platzhalter verwende, genauso aussehen zu lassen. ;-)

Wenn man seine Blicke auf die Rückseite lenkt, sieht man, dass das Saugpolster riesig ist und fast den gesamten Bereich bedeckt. Als jemand, dessen primäre Problemzone im hinteren Bereich liegt, kommt mir das natürlich im Rahmen der möglichen Verwendungszwecke dieser Windel entgegen, was in dem Fall heißt, dass man es als Wohlfühlprodukt für spezielle Gelegenheiten oder als Nachtversorgung verwendet. Für gewöhnlichere Anwendungen wie das Tragen unter der normalen Kleidung jeden Tag ist es vielleicht etwas zu viel des Guten, auch wenn mich solche Betrachtungen nie davon abgehalten haben, solche verrückten Sachen doch zu machen.

Das Polster ist vorne ähnlich breit wie auch im Rest des Saugkörpers, weshalb es jede Menge Kapazität für die Flüssigkeitsaufnahme hat. Insgesamt ist die Saugstärke ziemlich gut und liegt im oberen Drittel meiner imaginären Liste der saugstärksten Produkte. Die Saugstärke ist vielleicht nicht so hoch wie bei einer Comficare oder BetterDry und ich denke auch nicht, dass sie so viel halten kann z.B. wie eine ABU Space oder Rearz Safari, aber es ist auf jeden Fall nah an diesen Produkten dran. Wie auch immer, man kommt auf jeden Fall damit durch eine Nacht.

Bambino Bellissimo

Für  diesen Test hatte ich nur eine Größe M, weshalb ich nicht sagen kann, wie groß die Unterschiede zu einer L wären. Die Passform ist allerdings ziemlich normal und hält sich gut an die Standardmaße für M, so dass es für alle geeignet sein sollte, die auch in diese Kategorie fallen.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die etwas kurze Frontklappe. Sie ist im Prinzip nicht viel höher als der farbige Aufkleber und das gibt einem nicht viel Spielraum, mit der Passform zu experimentieren und die Windel etwas höher zu ziehen oder tiefer sitzen zu lassen. Das wäre normalerweise auch nicht so das Problem, aber durch das große Polster hinten könnte es unerwartete Nebenwirkungen geben, weil sich dadurch möglicherweise alles von der Mitte weg verschiebt und das Material der Seitenflügel, dass sich um die Beine legt, das nicht ausgleichen kann und Lücken bleiben. Wenigstens ist der Mittelteil besonders breit und sollte zumindest einiges davon kompensieren, damit sich ein geschlossener Saum rundum bildet.

Der Rest der Features ist so ziemlich das, was man in dieser Klasse erwarten würde. Auch wenn ich den hohen Preis nicht für angemessen halte (außer vielleicht als Folge höherer Stückkosten bei zu geringen Produktionsmengen), fühlt sich das Produkt hochwertig genug an, um es zumindest für sich selbst zu rechtfertigen, wenn man sich in diese Denkweise hineinversetzt. Es fühlt sich angenehm an, ist formstabil und man hat den Eindruck, dass sich jemand da Gedanken gemacht hat (oder es alternativ ein Produkt aus besseren Tagen ist, das überlebt hat und noch auf alten Maschinen gefertigt wird, wenn man das so sehen will).

Alles zusammengenommen ist das kein schlechtes Produkt, aber ich würd’s mir für die Augenblicke aufheben, wenn man es bewusst genießen kann oder jemanden mit einem Badezimmer-Selfie beeindrucken will. Es kann einen schon dazu bringen, wegen des hohen Preises *umpf* Geräusche zu machen und es wäre wahrscheinlich ziemlich gewagt (und teuer), sowas die ganze Zeit zu tragen, es sei denn, man war ein braver Junge/ braves Mädchen und der Weihnachtsmann bringt gleich eine ganze Ladung davon… ;-)

Ein Kommentar

Windelzubehör: Suprima 1288

Als Fortsetzung unserer kleinen Exkursion in Sachen Fixier- und Schutzhosen haben wir heute nochmals ein textiles Modell von Suprima auf dem Zettel. Wendet also eure Blicke und Aufmerksamkeit auf die 1288.

Suprima 1288

Seht ihr irgendwas Besonderes? Eben! Man sieht nix. Auf den ersten Blick sieht das Produkt fast genau so aus wie die 1269 oder halt so ziemlich jedes andere Stofffabrikat, umso mehr, weil alles strahlend weiß ist. Nur ein zweiter scharfer Blick kann das Geheimnis enthüllen. Um es einfacher zu machen, habe ich mal die Innenseiten im gleichen Bild bläulich eingefärbt.

Suprima 1288

Dieses innere Material repräsentiert eine spezielle Polyurethanbeschichtung. Das ist so ähnlich wie die Lederimitation die man bei manchen Kleidungsstücken neuerdings wieder öfter sieht, seitdem irgendjemand drauf gekommen ist, dass die 1980er und 1990er irgendwie wieder cool sind (da ich das in meiner Jugend teilweise miterlebt habe, warte ich eigentlich nur darauf, welche modischen Grässlichkeiten noch aus der Mottenkiste gekramt werden ;-) ). Die Beschichtung ist ziemlich elastisch und dehnbar wie auch das Polyester-Grundmaterial. Passend dazu kann der eine oder andere vielleicht sogar den seidigen Glanz auf den Außenseiten in den Bildern erkennen, was es vom vorherigen, baumwollbasierten Produkt unterscheidet.

Suprima 1288

Das Schnittmuster ist weitestgehend gleich, um nicht zu sagen genau dasselbe. Deshalb sehen die Bilder auch so aus, als hätte ich einfach die aus dem anderen Artikel einfach wiederverwendet, aber wer sich genau den Faltenwurf ansieht, erkennt, dass ich mir die Mühe gemacht habe, einen Satz komplett neue Bilder zu bearbeiten. Aber natürlich spielt das Aussehen keine Rolle, wenn die Funktion nicht gegeben ist. Wie also schlägt sich das Produkt in dieser Hinsicht?

Als ich die 1269 in der Mache hatte, war eine meiner größten Sorgen die fehlende Elastizität und somit auch das Fehlen einer gewissen Anpassungsfähigkeit. Das ist hier nun viel weniger das Problem aufgrund der Natur beider Materialien und ermöglicht es, die Windel endlich einigermaßen vollständig zu umschließen, ohne allzu viele offene Stellen zu lassen. Der Unterschied ist beachtlich, besonders an den Beinen. Mit der besseren Passung erledigen sich auch einige der potenziellen Auslaufprobleme, erst recht, weil das Innenmaterial auch nach außen als Bündchen umgeschlagen ist und somit zusätzliche Stärke und Widerstandskraft bringt. Außerdem dient es dadurch gleich als so etwas wie einen „Dichtungsring“ um die Oberschenkel.

Suprima 1288

Trotzdem würde ich beim nächsten Mal die Schutzhose eine Nummer größer nehmen. Die normale Größe 5 funktioniert bei einer relativ dünnen Windel noch ganz gut, aber wenn man sich für dickere, saugfähigere Produkte entscheidet, kommt man schnell an die Grenze der Dehnbarkeit. Etwas größer wäre auch besser in Sachen Bewegungsfreiheit. Zwar schlägt sich die 1288 wegen ihrer Flexibilität schon von vornherein besser als die 1269 und Dinge, wie aufplatzende Druckknöpfe passieren weniger häufig und nicht so schnell, aber man kann es natürlich immer noch besser machen.

Weil es aus zwei synthetischen Materialien besteht, ist es relativ einfach, dieses Produkt sauber zu halten. Nicht ganz so einfach wie bei einer Plastikhose, aber immerhin dicht dran. Die undurchlässige Innenschicht kann man einfach feucht oder auch trocken abwischen oder vorsichtig abspülen. Die Schutzhose kann man auch problemlos komplett ins Wasser eintauchen, weil der Polyester-Stoff schnell trocknet. Aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, hat sich meine Hose allerdings nach ein paar Mal Waschen leicht gelblich verfärbt, auch wenn ich sie immer nur mit der weißen Wäsche und bei 60 Grad in die Maschine geworfen habe. Wie bei all diesen Produkten verwende ich natürlich dabei keinen Weichspüler oder ähnliches, aber trotzdem wird irgendwann die Beschichtung rissig werden und abblättern wie Farbe oder gar als spröde Flocken abplatzen.

Suprima 1288

Soweit es meine wenigen Erfahrungen mit textilen Produkten angeht, ist dieses bisher mein Favorit. Am deutlichsten wird das bei der Schutzfunktion, wo es sich einfach am besten schlägt, wobei es fast so einfach zu handhaben ist wie eine Plastikhose und sich trotzdem noch genug wie ein Stoffprodukt mit den entsprechenden Vorzügen anfühlt. Es gibt natürlich ein paar kleine mögliche Haken wie Schweißansammlung unter der undurchlässigen Membran und natürlich die üblichen Größen-/ Passform Geschichten, aber wenn man wirklich absolut keine PVC-Hosen mag, ist es immer noch eine gute Alternative. Ich werde sie auf jeden Fall noch weiter zusammen mit meinen anderen Schutzhosen tragen, bis sie ihren Geist aufgibt, damit ich dann eines Tages auch ein endgültiges Urteil zur Haltbarkeit abgeben kann.

Windeltest: MoliCare Premium Elastic

Kurz nachdem ich meine Artikel zu den MoliCare Premium Slip 2016er Versionen fertig hatte, hat mich Hartmann ausgetrickst und einfach mal so ein neues Produkt rausgebracht, die MoliCare Premium Elastic. Da hat wohl jemand wirklich vergessen, vorher bescheidzusagen. ;-) Es hat ein Weilchen gedauert, alle Details auszuknobeln, aber nachdem ich lange genug nachgestochert habe, haben sich die Verantwortlichen dann doch durchgerungen, dankenswerterweise ausreichend Material zur verfügung zu stellen, damit ich euch hoffentlich einen ziemlich umfangreichen und vollständigen Artikel hier präsentieren kann.

MoliCare Premium Elastic

Zum Zeitpunkt des Artikels waren/ sind noch nicht alle Größen und Saugstärken verfügbar, zumindest nicht in Deutschland, und auch nicht auf der Hartmann-Webseite gelistet, aber die Tabelle, die auf den Beuteln aufgedruckt ist, spricht dafür, dass irgendwann zusätzliche Varianten verfügbar sein werden. Die gezeigten sind die am oberen Ende der Saugstärken angesiedelten. Das Lustige dabei ist, dass die Saugstärken bei diesem Produkt nicht anhand der neu eingeführten einheitlichen Namenskürzel referenziert werden, sondern nur mit der Zahl der Tropfen. Das ist natürlich unpraktisch, und im Interesse einer konsistenten Zuordnung und um mir das Schreiben etwas zu vereinfachen, werde ich mich daher trotzdem auf die Namen wie bei den anderen Produkten beziehen. Dementsprechend ist die lila Packung die super Variante und die dunkelblaue die maxi. Wenn man das weiterdenkt, wären die niedrigeren Saugstufen demzufolge extra (sechs Tropfen) und extra plus (sieben Tropfen).

MoliCare Premium Elastic

Die Packungsgrößen entsprechen denen der anderen MoliCare Produkte, sowohl von den Abmessungen wie auch der Stückzahl pro Packung. Die Finesse hierbei scheint zu sein, dass es, im Gegensatz zu den konventionellen Slip-Varianten mit ihren großen und dicken Saugpolstern, keinen Grund gibt, die Stückzahl in der Packung zu sehr zu reduzieren. Ums mal zu auszuwalzen: Während die MoliCare Slip maxi nur 15 Stück in der Tüte hat, weil das Polster dreifach übereinander gefaltet ist und sich an manchen Stellen fünf Schichten davon stapeln (vorne, hinten und zusätzlich die seitlichen Ausläufer übereinander, was erheblich dazu beiträgt, dass man einen ziemlichen Ziegel in der Hand hat, bis man es auffaltet), hat die Elastic jeweils 24 oder 26 Stück selbst bei der maxi in den Größen L bzw. M. Bei den dünneren Saugstärken gehe ich davon aus, dass es sogar 28 oder 30 sind.

MoliCare Premium Elastic

Aufgrund der spezifischen Eigenschaften fühlt sich die Windel sogar im Vergleich zu herkömmlichen dünnen Produkten sehr leichtgewichtig an. Man darf sich allerdings von diesem etwas irreführenden Eindruck nicht täuschen lassen. Die Dicke des Polsters hat zwar durchaus eine gewisse Relevanz für das Produkt, aber nicht unbedingt im traditionellen Sinne. Klar kann man den Einfluss auf die Saugstärke nicht abstreiten, aber es spielt auch eine große Rolle in Sachen Stabilität und Tragekomfort. Womit wir auch zum Punkt kommen.

MoliCare Premium Elastic

MoliCare Premium Elastic

Als die Windel rauskam und ich keine Informationen weiter hatte, war ich natürlich ziemlich versessen drauf, weil ich den Eindruck hatte, dass das sowas Ähnliches wie die Attends Adjustable wäre. Wie sich herausstellte, lag ich da daneben. Was das Produkt genau ist, lässt sich etwas schwer erklären, weil es sowas wie eine Gürtelvorlage/ Flex-Windel ist, aber eben auch wieder nicht. Auf den ersten Blick erinnert der eigentliche Windelteil an die typische, fast rechteckige Form der meisten Flex-Produkte.

Der wirkliche Unterschied liegt darin, dass es keinen extra Gürtel gibt. Vielmehr sind zwei Streifen direkt am Mittelteil angebracht, die als verlängerte, elastische Fixierbänder fungieren. Auf jeder Seite gibt es eins davon und sie sind extra breit, obwohl die eigentlichen Klettbändchen schmaler sind. Die Bänder sind sehr weich und dehnbar, womit sich dann auch der Produktname der Elastic herleitet. Es sorgt auch dafür, dass die Windel sehr angenehm zu tragen ist. Nach einer Weile vergisst man sie fast, weil es so komfortabel ist.

MoliCare Premium Elastic

Aufgrund der Konstruktion sind die Bänder auch für alle Abwägungen bei der Größenwahl relevant. Wie man an den Fotos sieht, hatte ich eine reichliche Menge zum Testen und konnte mich entsprechend austoben, aber wer nicht diese Möglichkeiten hat, muss sich natürlich entscheiden, was er sich ins Haus holt, und sollte deshalb die nächsten Zeilen genau lesen. Mit irgendwo zwischen 90 und 100 cm Hüftumfang (variiert immer mal ein wenig), funktioniert Größe M bei mir eigentlich ganz gut, aber es gibt einen kleinen Haken: Man muss verdammt gut aufpassen, dass alles genau mittig und symmetrisch ausgerichtet ist und dabei streckt es die Bänder auch schon fast bis an ihr Maximum.

Hingegen sind die Bänder in Größe L für mich viel zu lang. Auch wenn sie in diesem Fall dann weiter oben landen und über die Wampe gehen, was noch ein paar mehr Zentimeter zum Umfang hinzufügt, muss ich sie dennoch über Kreuz befestigen, was aussieht wie ein entsprechender Sportsitzgurt in einem Rennauto oder so ähnlich. Sieht zwar irgendwie abgefahren aus, kann aber definitiv nicht die Absicht der Produktentwickler gewesen sein. Leider, auch wenn ich hier gern die Ausnahme wäre, scheint das doch ein weiter verbreitetes Problem zu sein, zumindest was man so auf diversen Internetseiten liest. Oder anders gesagt: Bei einer Größe L sind die Bänder vom Umfang her wohl eher wie eine XL. Das muss wohl in einer zukünftigen Überarbeitung des Produkts nochmal in Angriff genommen werden. Ich möchte mir da gar nicht vorstellen, was für verrückte Dinge man mit einer echten XL Version dieser Windel machen könnte. ;-)

MoliCare Premium Elastic

Die Eigenheiten mit den überlangen Bändern bringen uns auch zurück zu dem Punkt, wie verschiedene Saugstärken auch die Stabilität beeinflussen: Die dickere Version hat einfach eine bessere Formerhaltung und hängt nicht so stark durch, was einige der Probleme kompensiert, besonders nach einer gewissen Tragezeit. Selbstverständlich ist dann diese Zeit auch länger. Die Klassifizierung mag zwar nur einen Tropfen Differenz anzeigen, aber der Unterschied zwischen super und maxi ist doch ganz deutlich. Das ist umso wichtiger, weil das Polster aus nachvollziehbaren Gründen natürlich kleiner ist als bei den normalen Slip-Varianten der MoliCare Premium. Je länger man das Produkt trägt, umso spürbarer wird der Unterschied.

Und jetzt zum großen Fragezeichen, das über unseren Köpfen schwebt: Natürlich habe ich schon öfter gesagt, dass ich nicht der größte Fan von Flex-Windeln bin, aber es sieht so aus, als ob ich mich in dem Fall dran gewöhnen könnte. Natürlich werde ich nicht schwindeln – ich denke trotz allem, dass es eine verpasste Gelegenheit ist und es wäre super gewesen, wenn der Designer bei Hartmann an die extra 5 cm links und rechts im hinteren Bereich gedacht hätte, aber so, wie es aussieht, kann man wohl nicht erwarten, dass irgendjemand diese Produktkategorie revolutioniert und komplett neu überdenkt.

Wegen der elastischen Bänder und einer insgesamt recht strammen Passform fühlt es sich aber zumindest eine Zeit lang sicher genug an, bis dieses beunruhigende Gefühl, dass es an den Beinöffnungen reinzieht, wiederkommt, wenn alles über einen gewissen Punkt hinaus nass wird. Bei mir ist das immer bei ungefähr zwei Drittel der effektiv nutzbaren Tragezeit, wenn die Flüssigkeit dann zwischen den Beinen nach hinten läuft und man merkt, wie es an den Pobacken feucht wird. Bei einer herkömmlichen Windel würde ich das dann vielleicht noch länger tragen, aber nicht unbedingt bei diesem Produkt, weil es für mich dann immer unausweichlich scheint, dass was ausläuft, sobald ich mich dann hinsetze. Deswegen wäre es auch nicht meine erste Wahl für die Nacht und ich würde es nur tagsüber benutzen.

MoliCare Premium Elastic

Zufälligerweise kann ich auch den als Werbespruch auf der Packung aufgedruckte „Quick & Easy Use“, also die schnelle und einfache Anwendung, bestätigen. Diese Woche hatte ich eine Koloskopie (Darmspiegelung) und im Aufwachraum hatte ich schon so eine Windel mitgebracht und bereitgelegt. Obwohl ich noch leicht bedröppelt vom Narkosemittel war, konnte ich das Ding ohne große Mühe anlegen und mein Bruder konnte mir ohne große Verrenkungen dabei helfen, obwohl er sonst von sowas keine Ahnung hat. In solchen Situationen kommen die Vorteile des Produktes gut zum Tragen. Das kompakte rechteckige Polster kann man ohne großes Rumturnen gut im Liegen unter den Hintern schieben und die Bänder sind so gefaltet, dass man sie nicht vorher schon ausrollen muss. Man kann sie einfach so lassen, bis man soweit ist, und muss dann nur an den Klettverschlüssen ziehen, damit sie sich entsprechend entfalten. Das ist ziemlich cool, denn damit lässt sich das übliche Gehedder vermeiden, dass niemand wirklich mag.

In der Gesamtheit ist das in seiner Kategorie ein fast perfektes Produkt im Sinne von „beinahe, aber eben doch nicht ganz“. Es ist schade, dass es keine vollwertige Windel ist, die andere Slip-Formen ersetzen könnte. Hartmann hat die Idee eben nicht weit genug vorangetrieben und sich für weniger entschieden. Besonders die Fixierbänder und die Einfachheit ihrer Verwendung würden sich auch gut an anderen Produkten machen und wären eine prima Lösung für diese lästigen Situationen, wenn man die Windel in einer viel zu engen Toilette wechseln muss. Wenn man sich nur sicher sein könnte, dass der Hintern besser abgedeckt wird… Trotzdem ist es kein schlechtes Produkt und sofern man nur an Urininkontinenz leidet, ist es mehr als ausreichend innerhalb der in diesem Artikel dargelegten Rahmenbedingungen.

Windeltest: Kiddo Diaper

Es ist Halloween-Wochenende, weshalb es ganz gut passt, dass wir über eine Windel sprechen, die Eulen, Sterne und einen Sichelmond aufgedruckt hat. Einige empfinden Eulen ja als unheimlich und gruselig, andere betrachten sie als die weisen Freunde der Zauberer oder generell als Symbol für Intelligenz. Wie auch immer, es gibt viele Möglichkeiten, das zu interpretieren und daraus Kostümideen abzuleiten und wenn einem nichts weiter einfällt, kann man natürlich auch einfach seinen gewindelten Hintern im Mondlicht durch die Gegend schieben und sich als Baby verkleiden. ;-) Schauen wir uns also die Kiddo Diaper mal an.

Kiddo Diaper

Bevor wir loslegen, muss ich mich erstmal entsprechend bei einem lieben Menschen bedanken, der die Packung extra für mich bestellt und zu mir schicken lassen hat. Das ist genau die Art von Hilfe, die die Seite braucht, damit es interessant bleibt und der Laden hier läuft. Natürlich hilft mir das auch bei meinen begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Also nochmal ein dickes „Danke!“ an den Spender. Wer sich ebenso großzügig zeigen will und mal hier erwähnt werden will, kann mich ja anfunken. Das Produkt selbst ist bei verschiedenen Anbietern verfügbar, natürlich inklusive des ursprünglichen Erfinders Diaper Minister (vielleicht sollte ich mich ja auch langsam „Pampers-Papst“ oder sowas ähnliches nennen) Diaper Minister oder auch Nappies’R’Us. Auf jeden Fall sollte es einfach genug sein, einen Anbieter in der Nähe zu finden oder zumindest was, wo sich die Kosten für eine Bestellung rechnen.

Kiddo Diaper

Wie man auf den Bildern sehen kann, handelt es sich bei den Formen nicht um Wolken, sondern um fünfblättrige Blüten, wie sie die meisten Vektorgrafikprogramme schnell und einfach ausspucken. Die Platzierung ist allerdings wegen der Variationen beim Herstellungsprozess nicht bei allen Exemplaren gleich, was wohl dazu geführt hat, dass die Leute das als Wolken wahrgenommen haben. Die Punkte dienen lediglich dazu, die sichtbare Struktur aufzulockern und die harten Kanten abzumildern. Die Eulen sind nur auf der extra Verstärkungsfolie im Frontbereich aufgedruckt und bestehen aus einem leuchtenden Grün, einem milchig-weißen Mittelblau und Zierelementen aus dunklem Cyan. Wie man sehen kann, hat auch jemand mitgedacht und transparente Klebebänder verwendet, so dass nicht gleich wieder zu viel vom Design abgedeckt wird.

Ich hatte nur die Größe M zum Testen und als ich das erste Stück aus der Packung nahm, begann einiges ziemlich schnell ziemlich vertraut auszusehen. Nicht nur die schon erwähnte extra Folie auf der Vorderseite, sondern auch die Form und Farbe des Saugpolsters wie auch der Windel insgesamt haben mich sofort an die MyDiaper erinnert. Das heißt, ziemlich stark. Ich behaupte nicht, dass es das gleiche Produkt ist, denn immerhin gibt es ja nun mehr als nur eine Windelfabrik auf der Welt oder sogar in China, die in der Lage wäre, so eine Windel zu produzieren, aber ich würde drauf wetten, dass es da schon irgendeinen Zusammenhang gibt, sei es auch nur, dass die Fabriken zum gleichen Firmenkonglomerat gehören.

Kiddo Diaper

Mit diesen Informationen in der Hand könnt ihr ja einige der Details schon erraten. Das, was am meisten heraus sticht: Ja, das Produkt ist definitiv ziemlich klein für uns Europäer. Wenn man, wie ich, auf halber Strecke zwischen den Größen M und L steckt und die maximalen Grenzen der kleineren Größe schon ausschöpft, sollte man auf jeden Fall die größere Version nehmen. Das hilft auch enorm beim Anlegen, was für mich ein ziemlich frustrierender Teil der Übung war. Eigentlich sollte das ganz einfach sein, weil auf jeder Seite nur ein Band ist, aber wie sich herausstellt, ist es das gar nicht.

Die Schwierigkeiten, eine gute Fixierung zu bekommen, kommen von verschiedenen Faktoren. Als erstes natürlich meine eigene, nicht ganz perfekte Figur. Zweitens die knappe Form der Windel und deshalb die Kürze der Seitenflügel, die es notwendig machen, superexakt bei der Platzierung der Klebebänder vorzugehen, was sich aber dank der verstärkten Folie auf der Vorderseite zurechtfummeln lässt. Drittens, und das ist wirklich nervig, gibt es schnell überall Falten. Einfache Physik. Sobald man am Folienaufkleber wie auch an den Klebebändern zieht, fallen sie unter die Mechanismen der halbstarren Faltung, was heißt, dass die Teile, an denen man zieht, unter Spannung stehen und etwas dünner werden, weshalb die anderen dann drüber klappen. Alles flach und faltenfrei zu halten und damit die Klebefläche maximal auszunutzen kann schon ganz schön anstrengend sein.

Kiddo Diaper

Die Saugstärke ist okay, aber ich denke nicht, dass man wirklich an die auf der Packung vermerkten 4000 ml nach ISO rankommt, auch wenn ich zugebe, dass ich normalerweise auch nicht wirklich alles ausreize, wenn ich nicht muss. Man kommt mit so einer Windel gut durch die Nacht, aber man sollte die Verwendung nicht übertrieben ausdehnen. Das hat auch etwas mit der wegen der einzelnen Klebebänder irgendwie lockeren Passform zu tun. Es gibt nicht genug Spannung an den Beinsäumen und dem Hüftbund, was dazu beiträgt, das Produkt nicht bis zum Rand füllen zu können, wenn man das so sagen will. Klar kann man aber diese Probleme kreativ mit zusätzlichem Klebeband lösen. Zumindest geht das Saugpolster hinten und vorn weit genug in die Seitenbereiche hinein, damit man kein unmittelbares Auslaufen befürchten muss, solange man das Limit noch nicht erreicht hat. Und natürlich lege ich immer noch Wert auf gute Abdeckung am Hintern, also ist das okay so.

Im Großen und Ganzen ist das mal eine interessante Ablenkung und Abwechslung von der alltäglichen Windel, aber ich würde mir das für kontrollierte Situationen aufheben, wo man immer Ersatz in Reichweite hat. Nur eine Packung auszuprobieren und noch dazu in der nicht so idealen Größe erlaubt zugegebenermaßen vielleicht nicht eine ultimative Beurteilung, aber ich persönlich hab mich dabei auch nie so sicher gefühlt, dass ich mich da weiter auf experimentelles Gebiet vorgewagt hätte. Ich habe immer mit Auslaufen gerechnet, weil in den überlappenden Bereichen nicht alles komplett versiegelt ist. Das ist auf jeden Fall einer der Nachteile dieser gewählten Ausführung. Die Schnittform zu überarbeiten oder auf die konventionelleren zwei Klebebänder umzuschwenken wäre sicher eine gute Idee für zukünftige Produktionschargen und würde einiges verbessern. Natürlich habt ihr aber vielleicht auch einen viel besseren Körper als ich und dann passt das schon…

Ich habe heute kein Foto für euch! ;-)

Irgendwie passt dieser Klumsche Klassiker der modernen deutschen Volkslyrik doch immer, und dieses Mal sogar im wörtlichen Sinne! *g* Wer mein englisches Krimskrams-Sammelblog liest, hat vielleicht schon mitgekriegt, das mein Vater ziemlich unerwartet an Leberkrebs verstorben ist, nachdem er die Diagnose nur ein paar Tage vorher bekommen hat. Zu den Details werde ich sicher irgendwann mal was schreiben, wenn sich die Wogen geglättet haben. Fakt ist aber, dass mich der ganze Trubel derzeit ziemlich auf Trab hält und ich noch dazu bis Anfang November einige Dinge zu regeln und Schreiben zu verfassen habe, die in Zusammenhang mit meiner Krankheit und dem ewigen Krieg mit den „Leistungsträgern“, sprich diversen Ämtern und Behörden, stehen. Deshalb komme ich nicht so recht dazu, die Bilder für die Artikel zu verfassen und mir die Texte aus dem Schädel zu hämmern, was wiederum bedeutet, dass es jetzt für ein, zwei oder sogar drei Wochen erstmal eine größere Lücke bei den Artikeln geben könnte. Ich gebe mir zwar Mühe, aber kann da nix versprechen. Ich hoffe, ihr versteht das und schon mal danke für eure Geduld!

Windelzubehör: Suprima 1269

Nachdem wir nun schon einige Suprima-Produkte aus PVC hier verwurstet haben, ist es an der Zeit, sich einigen der angebotenen textilen Produkte zuzuwenden. Wir fangen mit der 1269 an.

Suprima 1269

Die meisten dieser Stoffprodukte kommen mit einer beschränkten Auswahl an Farben. Einige sind in Schwarz verfügbar, die meisten aber nur in Weiß und letzteres ist hier der Fall. Das ist jetzt pauschal gesehen nicht zwingend problematisch, aber ein sehr eindeutiger Nachteil ist natürlich, dass man den kleinsten Spritzer Dreck oder die leichteste Verfärbung auf weißem Stoff sieht und man wird deshalb ziemlich oft das Ganze waschen (müssen). Das kann sich jeder vorstellen, der seine Wäsche selber wäscht.

Wenn wir schon mal beim Thema allseits beliebter Haushaltsaufgaben sind, macht es Sinn, auch gleich mal auf die Waschanweisungen zu schauen. Dieses spezielle Stück Körperverpackung besteht zwar zum Großteil aus Baumwolle, hat aber eine dünne synthetische Membran zwischen den zwei Schichten eingearbeitet. Deshalb gelten hier ähnliche Regeln, wie bei den meisten dieser speziellen Produkte und auch PVC-Artikeln: Kein Weichspüler, keine aggressiven Bleichmittel, keine anderen möglicherweise für die Membran schädlichen Chemikalien. Glücklicherweise kann man das Ganze bei bis zu 95 °C in die Kochwäsche geben, wenn man das denn so will, was zumindest den einen oder anderen Hygiene- und Sauberkeitsfanatiker beruhigen sollte, wenn man mal wieder wirklich hartnäckige Flecken gemacht hat.

Suprima 1269

Weil es aus einem Naturmaterial besteht, fühlt sich das Ding sehr angenehm auf der Haut an und lässt sich sehr lange tragen, wenn nötig. Ich hab’s meistens in der Nacht getragen und nur gelegentlich am Tag benutzt, weil ich es erstmal nicht so schnell blau werden lassen wollte vom Abfärben der Jeans. ;-)

Die Größe ist okay, aber um ehrlich zu sein, würde ich es beim nächsten Mal eine Nummer größer nehmen. Das Exemplar, das ich habe ist eine 40/42 (deutsche Damengröße) bzw. Größe 5 (deutsche Herrenwäschegröße), was im Prinzip einer internationalen Größe M entspricht, aber es fällt eben etwas klein aus. Das konnte ich sogar durch einen direkten Vergleich der Schnittformen mit einer 1249/ 1250 bestätigen. Die hintere Klappe ist links und rechts jeweils ungefähr 2,5 cm kürzer. Man glaubt das eigentlich nicht, aber die fehlenden fünf Zentimeterchen machen schon einiges aus.

Ich konnte es trotzdem noch relativ problemlos tragen, aber es wird eben schwerer, eine dickere Windel zu verwenden, ohne dass dabei die Druckknöpfe gleich wieder aufplatzen. Weil der doppelte Stoff mit der Membran auch nicht so elastisch ist, verschärft sich diese Einschränkung noch. In meinem Fall ist eine dieser Nebenwirkungen, dass die Bündchen kaum richtigen Kontakt mit den Oberschenkeln haben. Deshalb können die Schlussfolgerung und meine Empfehlung nur lauten, immer eine Größe über der üblichen Standardgröße zu nehmen.

Suprima 1269

Trotz des Aussehens, das normaler Baumwollunterwäsche ähnelt, ist es natürlich immer noch eine Schutzhose und wir müssen mal begutachten, wie gut sie diesen Job macht. Wegen der Problemchen mit der Passform habe ich es nicht bis ans Limit getrieben, aber selbst mir passiert es ja trotz aller Erfahrung noch, dass man genau die paar Sekunden zu spät merkt, dass die Windel eigentlich schon voll ist und überläuft/ ausläuft. Bei mir passiert das meistens zwischen den Beinen.

Bei textilen Produkten gibt es dementsprechend zwei Seiten der Gleichung: Die innere Baumwollschicht saugt die Flüssigkeit auf, während die Membran verhindern soll, dass es auf die Außenseite durchschlägt. Das funktioniert ganz gut, aber man sollte das nicht unterschätzen: Die umgeschlagenen genähten Bündchen fungieren trotzdem als leitfähiges System und transportieren Feuchtigkeit auf die Außenseite. Es gibt nur eine begrenzte Zeitspanne, in der man das Produkt weiter tragen kann, sobald es nass geworden ist. Wenn es erstmal eingesaut ist, möchte man es auch nicht unbedingt wieder nach dem Windelwechsel anlegen und klar, dann hat man schon wieder ein Stück für den Wäschekorb.

Auch wenn es eine interessante Alternative zu Plastikschutzhosen ist, kann ich mich nicht so recht für dieses Modell erwärmen. Überwiegend würde ich es als eine gute, angenehm zu tragende Fixierhose betrachten, wäre aber zugleich auf der Hut, was den Auslaufschutz angeht. Es ist einfach zu eingeschränkt und wenn man unterwegs ist, ist die Wiederverwendung einer nassen Hose echt ein Problem. Plastikhosen kann man auch auf öffentlichen Toiletten mittels Klopapier und Warmlufttrockner reinigen und trockenlegen, aber hier müsste man irgendwie immer einen Ersatz im Rucksack haben und würde dann nach dem Wechsel das angeschmuddelte, nasse Teil spazieren tragen. Einfach nicht ideal. Andererseits könnte man damit gut als Nachtvariante zurechtkommen, wenn man PVC-Hosen wegen des Schwitzens und dem Gefühl auf der Haut nicht mag und es lieber etwas kuscheliger hat. Man muss sich dann aber wenigstens drei Stück zulegen, damit das auch mit dem Wäschekreislauf funktioniert…

%d Bloggern gefällt das: