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Warum „Space“ und „Space“ nicht das Gleiche sind

Manchmal kann man die ABDL Community wirklich liebhaben. Oder kann sie mich mal liebhaben? Gerade mal wieder eher Letzteres, zumindest wenn man sich mal wieder den neuesten Kleinkrieg um irgendwelche Urheberrechtsansprüche ansieht. Nachdem sich Rearz vor kurzem mit dem Versuch, die generische Bezeichnung „ABDL“ als Marke zu registrieren, mächtig in die Nesseln gesetzt haben, tobt gerade eine Schlacht zwischen ABU und Tykables, ob denn nun irgendjemand anderes als ABU das Wort „Space“ als Name für Erwachsenenwindeln einsetzen darf. Der originale Thread auf Reddit, der noch dazu vom derzeitigen Besitzer/ Geschäftsführer von ABU, Casey Strom, angestiftet wurde, lässt allein schon tief blicken. Natürlich ist die ganze Wahrheit etwas komplizierter, aber ich werde jetzt einfach mal darstellen, wie ich die Sache sehe.

Als erstes muss ich sagen, dass mir das ganze wie eine völlige Überreaktion vorkommt. Ich bin kein Rechtsexperte und schon gar nicht in Sachen US Urheberrecht, aber der betreffende Eintrag in der USPTO Datenbank sagt nur, dass überhaupt nur der Begriff „Space“ registriert wurde, keine Variationen oder Ableitungen. In üblicher Auslegung würde das bedeuten, dass nur die wortwörtliche Verwendung geschützt ist (so, wie die Marke eingetragen ist), aber trotzdem jeder entsprechende Variationen und Kombinationen des Wortes „Space“ beispielsweise mit „Rocket“ oder eben wie in diesem Fall „Cadet“ verwenden darf.

Weiterhin wird gleich im Eröffnungspost gesagt, dass man seine Marke auch aktiv schützen und durchsetzen muss. Ist ja alles schön und gut, aber muss man deswegen gleich am Sender drehen und die Anwälte losschicken? Man hätte sich auch still und heimlich einigen können oder ein Lizenzabkommen schließen können und keiner hätte sich irgendwas dabei gedacht. Es ist nun mal eine kleine Szene. Kann man da nicht einfach friedlich miteinander auskommen? Wir reden hier ja nicht von Milliardengeschäften oder davon, dass der eine dem anderen die Umsätze streitig macht.

Ich musste auch in mich reingackern, als ich den Kommentar von ABUs „Internet-Typen“ gelesen habe, der sich darüber beklagte, dass seine ach so wertvollen SEO-Optimierungen (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung) umsonst sein könnten. Völlig albern! Es ist ja nicht so, dass seine inkontinente Oma nun nach „Space Diaper“ googeln würde. Die meisten Suchanfragen kommen nun mal von Leuten, die bescheid wissen und sich durchaus bewusst sind, dass ABU und Tykables zwei verschiedene Firmen sind, die eben eine bestimmte Zielgruppe bedienen. Neben diesem Umstand ist auch völlig klar, dass jemand, der mein kleines Blog findet, auch in der Lage wäre, die Seite des Herstellers über eine Websuche zu finden. Ich gebe mir hier nicht mal sonderlich Mühe (und habe technisch darüber sowieso keine Kontrolle) bezüglich SEO, also was soll dann die Aufregung?

Als jemand, der in der Medienbranche gearbeitet hat, will ich das alles nicht herunterspielen, denn wenn es um Urheberrecht geht, gibt es genug Fallstricke, aber soweit es mich angeht, ist das von Seiten ABU eine fragwürdige oder sogar böswillige Aktion. Außer, dass es alle Beteiligten einen Haufen Geld kostet (und zynischerweise könnte man hier unterstellen, dass deswegen die Produkte so teuer sind), wird dabei wieder mal nichts rauskommen. Meiner Meinung nach sind die Ansprüche nicht haltbar und am Ende gibt es nur Verlierer. Ich hoffe nur, alle kommen da wieder zur Vernunft, bevor denen das Ganze um die Ohren fliegt.

Trotz allem freue ich mich aber schon auf die Produkte von beiden Anbietern wie die ABU PeekABU und natürlich die Tykables Waddlers, Little Builders und Space Cadet.

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Nachgemessen

Auch wenn ich immer noch ziemlich durch den Wind bin, muss das Leben weitergehen und ich bin alles andere als faul, selbst wenn es nur langsam vorangeht. Nach einem Gedankenaustausch mit jemandem abseits dieser Seiten habe ich mal wieder ein Projekt rausgekramt, mit dem ich schon im letzten Jahr rumgespielt habe und welches ich nie ganz fertiggestellt hatte. Ich dachte mir, dass ich wenigstens diese Kleinigkeit machen kann und habe einige der neueren Einträge aus meiner internen Datenbank eingearbeitet.

Als erstes Ergebnis habe ich daraus eines der ach so beliebten Größenbereichsdiagramme erstellt, die eine Vorstellung davon geben sollen, wie große eine Windel real anhand des Umfanges ausfällt. Im Internet schwirren einige ähnliche Listen herum, allerdings scheinen die schon ewig nicht mehr aktualisiert worden zu sein und sind entsprechend nicht mehr aktuell. Ich hoffe, bei meiner Version ist das etwas besser. Natürlich ist die Einschränkung hierbei, dass ich nur Produkte erfassen kann, die ich auch selber in die Hände bekomme. Wer also dazu beitragen will, dass die Liste vollständiger wird, kann sich gern melden und Muster schicken, damit es für seine Region etwas relevanter wird. Ein paar kurze Erläuterungen und Hinweise sind dabei, aber wer Fragen, Ideen und Vorschläge hat, kann mich natürlich ebenfalls jederzeit anfunken. Klickt auf die Links, um die vollen Listen als PDFs runterzuladen.

Umfang Slip Windeln (cm, Deutsch) 02.02.2018

Umfang Slip Windeln (in, Deutsch) 02.02.2018

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Die News, die keine sind

Nachdem ich mal wieder still und heimlich den üblichen Artikel am letzten Wochenende unter den Tisch fallen lassen habe, mach ich’s jetzt mal ganz offiziell. Ja, ich bin wieder in so einer Phase, wo mich mein ganzer medizinischer Kram auf Trab hält und ich entsprechend nicht dazu gekommen bin, hier wirklich was zu reißen und neues Zeug für meine Blogs zu fabrizieren. Ich bin gerade mal wieder dabei, von einem Schmerzmedikament auf ein anderes umzustellen (das dritte Mal in den letzten sechs Monaten) und weil man dafür immer das alte absetzen und erstmal „entgiften“ muss, steht man dann in den zwei, drei Wochen, die das dauert, immer etwas neben den Socken. Ich bin dann vor Schmerzen immer steif wie ein Stock und noch müder als sowieso schon. Es gibt dann also noch mehr „schlechte“ Tage. Ich habe auch gerade wieder jede Menge Arzttermine usw., also noch mehr Grund, dass es hier nur langsam vorangeht und ich nur teilweise an neuen Dingen arbeiten kann. Also bitte etwas Verständnis und Geduld, wenn es in den nächsten Wochen nicht mit regelmäßigen Artikeln klappt. Irgendwie arbeite ich trotzdem immer an irgendwas, zur Zeit hab ich nur einfach nicht so viel Energie, wie nötig wäre. Es fühlt sich alles etwas mühsam an und geht nicht so fix, wie ich das selbst gerne wöllte. Ich habe aber einige Sachen auf dem Plan, die diesen kleinen Durchhänger hoffentlich wiedergutmachen…

Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 13 – Care Better

Nach der anfänglichen Sturm und Drang Phase geht es in dieser Artikelserie etwas gemütlicher zu, aber das heißt nicht, dass wir schon am Ende wären oder uns die Produkte ausgehen. Deshalb gibt’s auch heute wieder hier was zu sehen. Tatsächlich handelt es sich um die zweite Hälfte meiner Insenio-Bestellung von damals, als ich den Active Pro geordert hatte. Sagt also hallo zum Better Care Pflegebody.

Farben und Muster

Wie regelmäßige Mitleser wissen, hab ich einen ziemliche Neigung zu Blau, weil es einfach meine Lieblingsfarbe ist (zumindest bestimmte Töne) und deswegen kann ich dann auch kaum Produkten widerstehen, die in diesem Bereich einigermaßen anständig aussehen. Das ist hier nicht anders. Nachdem ich den Body mal auf einem Bild gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich mir den definitiv mal eines Tages zulegen würde. es war nur eine Frage der Zeit, wann das genau passiert. Das Produkt selbst gibt es genau genommen in zwei Farben – einem dunklen Marineblau/ Navy und eben der hellblauen Farbe, wie sie hier über den Artikel verteilt zu sehen ist. Aus Preisgründen (ja, die Dinger sind leider etwas teurer; siehe spätere Abschnitte im Artikel) habe ich nur einen zum Ausprobieren bestellt und mich für die hellere Farbe entschieden.

Das Hellblau ist dabei dem der Kiwisto-Bodys nicht unähnlich, also ein blasses Himmelsblau mit einem leicht gräulichen Unterton. Hierbei geht das mehr in Richtung Türkis/ Cyan, während es beim Kiwisto unter gleichen Lichtverhältnissen einen leichten Touch in Richtung Blaulila hat. Trotzdem stimmen sie gut überein. Natürlich kann ich euch nicht genau sagen, wie die andere Farbe ausfällt, aber zumindest deuten die Fotos auf der Webseite des Herstellers darauf hin, dass es sich wirklich eher um ein sehr dunkles, noch erkennbares Blau handelt anstatt ein bläuliches Schwarz, wie das bei manch anderem Anbieter der Fall ist. Schaut es euch am besten selber an und bildet euch eure eigene Meinung.

Größe und Passform

Anhand der verfügbaren Größeninformationen, meiner eigenen Erfahrung und ein bisschen gesundem Menschenverstand, wie denn nun die üblichen generischen Buchstaben-Größen richtigen deutschen Größen zuzuordnen sind, habe ich mich für Größe L entschieden. Zwar konnte ich mir freilich nicht 100%ig sicher sein, aber als ich den Anzug dann bekam, haute das schon hin. In der Tat war ich sogar einigermaßen überrascht, weil sowas auf Fotos immer verdammt groß aussieht und ich schon befürchtet habe, dass der Body furchtbar locker sitzen würde und dann ständig rumflattert. Dankenswerterweise stellte sich das aber dann doch als angenehm enge Passform heraus, so wie ich es eben bevorzuge. Trotzdem ist im Märchenland nicht alles in Butter, denn die ganze Sache hat einen Haken.

Care Better Pflegebody, Vorderseite

Wie sich herausstellte, konnte ich den Anzug nicht so tragen, wie es beabsichtigt ist, also mit dem Reißverschluss auf dem Rücken. Manchmal ist die Realität komischer als die Serien im Fernsehen und deswegen kann ich den Anzug nur mit dem Reißverschluss vorne tragen. Das hat nichts damit zu tun, dass die Sache mit dem Hochziehen des Verschlusses sonderlich unbequem wäre (auch wenn es das ohne Hilfe oder eine zusätzliche Kordel, wie man sie an einem Surfanzug meist findet, natürlich ist). Nein, stattdessen baut sich beim „richtigrum“ Tragen bei mir eine komische Spannung im Stoff auf, die es schwer macht, den Rücken gerade zu halten. Es fühlt sich fast an, als hätte man die Stoffteile für Vorder- und Rückseite vertauscht, auch wenn das definitiv nicht der Fall ist und somit zumindest diese Theorie nicht haltbar. Für mich bleibt es deswegen ein ungelöstes Mysterium, für das ich keine Erklärung anbieten kann, selbst wenn ich übliche Dinge wie mein Hohlkreuz ausschließe.

Care Better Pflegebody, Rückseite

Nachdem ich erstmal über diesen „Ach nö…“-Moment hinweggekommen war, fand ich die Passform insgesamt aber akzeptabel und es ist in Anbetracht dieser kleinen Katastrophe zumindest hilfreich, dass der Schnitt weitestgehend symmetrisch ist und somit ein paar Nachteile ausgleicht. Kaum vorstellbar, wie ich da reingefallen wäre, wenn die Unterschiede der Form stärker herausgearbeitet wären oder das Teil sowas wie speziell geformte Beinröhren hätte!

Windelfixierung

Die Fixierung der Windel ist hier hervorragend. Das kommt durch zwei Faktoren: Einmal die enge Passform, wie schon erwähnt, und zweitens die Beinteile, die quasi als „Stopper“ fungieren und das Windelpaket abbremsen, so dass es nicht zu weit herunterrutscht. Da passt es auch gut, dass der Stoff eine ziemlich formstabile Mischung aus 80% Baumwolle und 20% Polyester ist, was gerade noch genug Dehnbarkeit ergibt, um sich gut dem Körper anzupassen, aber eben auch nicht zu viel, so dass etwas nachgeben könnte. Zumindest bei mir ist es superbequem und alles bleibt dort, wo es hingehört.

Care Better Pflegebody, Beinreißverschluss

Wegen der relativ engen Passform und dem festen Stoff kann es jedoch ziemlich anstrengend sein, den Beinreißverschluss zu schließen, ohne dass man dabei ins Schwitzen oder Fluchen kommt. Meistens vermeide ich das und ziehe den Body einfach mit geschlossenem Zipper wie bei einem konventionellen Modell hoch. Ich muss dazu aber sagen, dass ich noch ziemlich kräftige Oberschenkel habe, auch wenn ich schon jahrelang nicht mehr intensiv Rad fahre, wie ich das eine Zeit lang mal getan habe. Wenn man also etwas schlankere Beine hat, hat man das Problem vielleicht nicht so, weil dann alles etwas ausgeglichener ist und man trotz engem Sitz am Körper den Reißverschluss leichter zu bekommen kann.

Materialien und Herstellungsqualität

Wie schon erwähnt, handelt es sich beim Stoff um eine Baumwolle/ Polyester Mischung, die mechanisch sehr robust ist. Wie üblich hat es ein Momentchen gedauert, bis ich mich an das Hautgefühl gewöhnt hatte, weil sich Polyester für mich irgendwie immer „staubig“ anfühlt, aber nach einer Weile ist es okay. die Farben sind stabil und durchgehend, was man von einem speziellen Produkt für den Pflegebereich auch erwarten können sollte, da es aus hygienischen Gründen eine 60-Grad-Wäsche verkraften muss.

Ein weiterer Hinweis auf diesen Einsatzzweck ist der absichtlich seitlich versetzte Rückenreißverschluss, der noch dazu auch von außen angenäht ist. Das soll Druckstellen und wunde Stellen vermeiden, wenn man im Bett auf dem Rücken liegt. Ansonsten gäbe es vollen Kontakt mit den vorstehenden Teilen der Wirbel, was erhebliche Schädigungen selbst bei jüngeren Menschen hervorrufen kann, wenn, um es mal so lax zu sagen, nicht genug Fleisch am Knochen bzw. Fettgewebe unter der Haut ist, das den Druck absorbieren kann. Wegen der Passprobleme und weil ich immer zusammengerollt auf der Seite schlafe, spielt es aber für mich keine Rolle.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Hals

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Größenlabel

Die Qualität der Nähte ist insgesamt okay, auch wenn es, wie hier gezeigt, ab und zu mal kleine Unsauberkeiten gibt. Die meisten Nähte sind perfekt gerade und bewirken keinen Verzug, auch wenn man in den üblichen Bereichen mit starken Kurven wie beim Beinreißverschluss etwas Nachsicht walten lassen sollte. Da kommt es dann doch schon mal zu etwas unregelmäßigen Verzerrungen, die sich erst wieder am Körper glattziehen. Bei meinem Exemplar habe ich auch ein paar kleine Löcher entdeckt, bei denen ich nur schlussfolgern kann, dass sie von Stecknadeln stammen, mit denen die Teile temporär zusammengehalten wurden und die Löcher dann auf der falschen Seite der Naht gelandet sind, anstatt in den überlappenden Bereichen zu verschwinden.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Stopper

Was für mich überhaupt nicht funktioniert, ist das kleine Stück Stoff, das verhindern soll, dass der Verschluss vom Zipper auf der Haut kratzt. Da stecken zwar gute Absichten dahinter, aber die Umsetzung ist einfach schlecht gemacht. Das kleine Fähnchen ist einfach zu schmal und verschiebt sich beliebig, weshalb das Metall meist doch freiliegt. Meiner Meinung nach müsste es mindestens doppelt so breit sein, damit es auch sinnvoll zum Einsatz kommen kann.

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Kratzschutz Innen

Care Better Pflegebody, Rückenreißverschluss, Kratzschutz Innen

Preise und Verfügbarkeit

Wie schon in der Einleitung gesagt, kann man den Pflegebody bei Insenio und einigen anderen Anbietern kaufen. Man kann ihn auch direkt beim Hersteller Care Better über die Webseite bestellen. Als ich damals meine Bestellung aufgegeben habe, lag der Preis noch bei über 30 Euro, aber jetzt scheint er eher bei um die 26 Euro zu liegen, was absolut akzeptabel ist. Die Verfügbarkeit scheint gut zu sein und entweder der Hersteller oder die Händler haben immer was auf Lager. Eine Bestellung sollte deswegen recht schmerzfrei über die Bühne gehen, auch wenn man dabei bedenken muss, das aktuell nur aus Deutschland oder der Schweiz geliefert wird und man deswegen eventuell in anderen Regionen länger warten muss, bis das Paket eintrudelt.

Zusammenfassung

Im Vergleich zum Active Pro ist dieses Produkt wesentlich befriedigender und für mich auch nützlicher, auch wenn es wegen der Macke mit dem Reißverschluss am Ziel vorbeischrammt. Hätte es dieses Problem nicht, wäre es eine Überlegung als dauerhafter Schlafanzug-Ersatz wert. So wie es ist, werde ich mir aber auf absehbare Zeit wohl nicht noch eines dieser Teile zulegen. Ein Teil von mir wäre auch sehr dafür zu begeistern, wenn man die schönen Farben auch für einen Body verwenden würde, den man auch tagsüber als Unterhemd oder sogar ganz für sich allein als T-Shirt-Ersatz tragen kann (natürlich dann ohne Reißverschluss auf dem Rücken), während die Funktionalität in der unteren Hälfte dabei genauso gut erhalten bleibt.

Insgesamt ist das Produkt nicht schlecht, auch wenn die meisten Leute, die dieses Blog lesen, damit sicher nicht so viel anfangen können und ihr Geld lieber für was anderes ausgeben. Es ist eine einfache Wahrheit, dass es eben mehr als genug Alternativen gibt, die einem weniger Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Selbst wenn es funktionieren würde, wie man erwartet, wäre es doch ein etwas umständlich zu handhabender Body. Wie immer hängt das natürlich stark vom Körperbau ab, aber ich hoffe, dass der Artikel wenigstens eine kleine Entscheidungshilfe ist.

Windeltest: ID Slip Maxi und Maxi Prime

Heute haben wir ein Produkt auf der Karte, welches ich schon eine ganze Weile auf meiner „Muss man mal ausprobieren!“– Liste hatte. Als großer Fan der ID Slip Super in all ihren Varianten wollte ich schon immer mal herausfinden, ob die Maxi da noch eine Schippe drauflegt. Als dann irgendwann letztes Jahr noch die Maxi Prime auftauchten, gab es einfach keinen Grund mehr, es noch länger aufzuschieben, also ist es jetzt soweit.

ID Slip Maxi und Maxi Prime, Packungen

Da die Produkte mal wieder nicht offiziell in Deutschland vertrieben werden, musste ich erneut auf einen Onlineshop in Belgien zurückgreifen, was auch den zusätzlichen Vorteil hat, dass die Produkte ein kleines bisschen billiger sind. Die Packungen enthalten genau die gleiche Stückzahl wie die Ladenvariante der atmungsaktiven Super, weshalb es umso leichter ist, die Preise direkt zu vergleichen. Der kleine Haken hier ist, dass die folienbasierte Version in den großen 28er Packungen trotzdem immer noch billiger ist, wenn man sich den Stückpreis ausrechnet. Wem das reicht, der kann hier aufhören zu lesen. ;-) Für die nachfolgenden unvermeidlichen Vergleichsfotos habe ich ohnehin nur so eine Folien-Super zur Hand gehabt. das verzerrt das Bild etwas, weil die besser gefaltet sind und dadurch etwas flacher rüberkommen. Trotzdem sollte es für unseren Zweck erstmal ausreichen.

ID Slip, Saugstärken

ID Slip, Dickenvergleich

Wie man sehen kann, sind frisch aus der Tüte die verschiedenen Varianten nahezu identisch. wenn man wollte, könnte man die Maxi als die dickste der drei ansehen, aber mal abgesehen von meinen begrenzten technischen Möglichkeiten beim Fotografieren hätte das dann auch was von Kaffeesatzleserei. Soll heißen, man könnte es sich auch einbilden. In der Praxis wird man somit kaum einen Unterschied bei der absoluten Dicke feststellen. Was man jedoch merkt, ist eine unterschiedliche Haptik, also wie es sich anfühlt, wenn man es in der Hand hält. Nimmt man die Super als Grundreferenz, ist die Maxi etwas luftiger wohingegen sich die Maxi Prime eher fest und hart anfühlt. Diese ist auch die schwerste von den drei, was sich bestätigt, wenn man sie auf die Waage legt.

ID Slip Maxi Prime, Vorderseite

Die Gesamtform entspricht der der Super bis aufs letzte Detail, also ist auch die Passform beinahe hundertprozentig gleich. Innerhalb der üblichen kleinen Abweichungen sollte man daher keine Probleme haben, je nach Bedarf jederzeit zwischen den Produkten zu wechseln. Was ist also nach diesen Feststellungen der wirkliche Unterschied?

Ich habe das schon mal mit einer Person, die hier nicht weiter namentlich erwähnt werden soll, ein wenig inoffiziell per e-Mail diskutiert und wir beide sind da zu einer ähnlichen Meinung gekommen. Wenden wir uns erstmal der Maxi zu. Wie man aus der Angabe der Saugstärke auf der Verpackung schon schließen kann, ist der Unterschied eher gering. Der Sprung von 7,5 Tropfen bei der Super auf hier 8 Tropfen ist einfach nicht sonderlich groß. Hauptsächlich wird man das an der etwas lockereren Struktur und dem daraus resultierenden Volumen bemerken. Das kann man dann auch wieder den Bezug zum Foto mit den gestapelten Windeln herstellen, bei denen man das so ein kleines bisschen sieht, aber eben nicht signifikant. Ob einem das dann auch was bringt, ist wieder eine andere Frage.

Mein eigenes Bauchgefühl sagt „Nein!“, weil ich eigentlich mit der Super auch immer prima zurechtgekommen bin. Ja, es gibt eine etwas längere Nutzungszeit, aber das ist meiner Meinung nach einfach unerheblich. Es ist wieder mal das vielzitierte „eine Mal mehr (pinkeln)“, was einem aber nicht unbedingt den Arsch rettet, weil man es auch hier nicht übertreiben kann/ darf. Ganz abstrakt gesehen gibt es also nichts, was für das Produkt sprechen würde. Lasst mich aber mal ausreden. Einer der der Vorteile des noch etwas luftigeren Saugpolsters ist, dass es nachts nochmal den Tragekomfort um ein kleines Zähnchen verbessert. Die (atmungsaktive) Super ist zwar nicht unbequem, aber wenn man Wert darauf legt, den Kuschelfaktor zu maximieren, ist das zumindest ein Anreiz, es mal zu probieren.

ID Slip Maxi Prime, Seitenansicht

Die Maxi Prime ist wieder eine ganz andere Sache. Regelmäßige Leser dieses kleinen Blogs werden sich an meinen Test der Tena Slip Ultima erinnern und wer sich schon gedacht hat, dass es in eine ähnliche Richtung gehen würde, hat recht damit. Auch wenn es bedauerlich ist, ergibt sich hier das gleiche negative Bild. Anstatt das Produkt grundsätzlich zu überarbeiten und von Grund auf neu zu entwickeln, hat irgendwer die brillante Idee gehabt „Lasst uns einfach noch mehr Superabsorber reintun!“. Das hat natürlich dafür gesorgt, dass die physikalischen Gegebenheiten aus dem Gleichgewicht geraten sind und nichts mehr so funktioniert, wie es vielleicht beabsichtigt war. gerade als extra saugstarke Nachtwindel versagt das Produkt oder bringt zumindest nichts mit, was man mit der Super oder Maxi nicht auch erreichen könnte.

Das Fließverhalten der Flüssigkeiten in der Windel ist einfach beeinträchtigt, was man auch sofort merkt, wenn man die Windel das erste Mal benutzt. wie auch bei dem anderen Produkt der Konkurrenz bilden sich hier lokale Ansammlungen von Flüssigkeit, anstatt dass sich das ganze gleichmäßig im Polster verteilt. Wenn man wirklich Pech hat, fließt die Flüssigkeit an schon gesättigten Stellen ewig auf der Oberfläche des Saugkerns umher, was dann möglicherweise zu seitlichem Auslaufen führt. Das ist erst recht ein Grund, warum es für die Nacht nicht die erste Wahl ist, gerade wenn man in Seitenlage schläft.

Das Ganze ist aber nicht ganz hoffnungslos. Wenn man sich, wie ich, keine Platte macht und auf längeren Touren auch tagsüber mit dickem Windelpopo rumläuft, kann man das noch ausnutzen. Bei vertikaler Ausrichtung und mit kontrolliert dosierter Urinabgabe ist zumindest eine einigermaßen effektive Nutzung möglich. Trotzdem wird man es wohl nie schaffen, dass man das reale Äquivalent zu den zehn Tropfen ausschöpft – egal ob nach Gefühl oder gemessen.

ID Slip Maxi Prime, Rückseite

Auch wenn ich wirklich neugierig war, hat der reale Test jetzt nicht so den großen Durchbruch gebracht. Es bleibt das Gefühl, dass man nix verpasst hat. Diese Erkenntnis wird übrigens von meinem geheimnisvollen Bekannten mitgetragen. Wie üblich will ich damit nicht sagen, dass diese zwei Produkte nicht ihren Sinn haben können, aber die Anwendungsbereiche sind für mich zu speziell, um da eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Wenn man die ID Slip Super schon mal ausprobiert hat, kann man hier grundsätzlich erstmal nichts verkehrt machen. Beide Varianten erreichen zumindest diese Leistungen ohne Probleme, aber es bleibt die Frage, was darüber hinaus noch rauszuholen ist und das ist meiner Meinung nach nicht genug, um den höheren Preis zu rechtfertigen. Es ist wirklich wieder so eine „Wenn nur…“ Geschichte. Der eine oder andere kann sicher kreative Wege finden, damit es für ihn hervorragend funktioniert, aber ich bleibe erstmal für die seltenen Momente, in denen ich mir mal was Gutes gönne, bei der Super. vielleicht kriegt Ontex es ja hin, die angesprochenen Kritikpunkte zu verbessern und dann kann man sich das mit der Maxi und Maxi Prime mal etwas ernsthafter überlegen, sofern der Preis natürlich stimmt.

Totales Organ(-spende-)versagen

Der Aufschrei ist mal wieder groß, aber wie zu erwarten stagniert die Zahl der Organspenden in Deutschland bzw. ist de facto sogar gesunken. Dass so wenig Spendenbereitschaft existiert, ist schlimm genug, aber was mich an der ganzen Sache am meisten stört, ist die scheinheilige Diskussion von Seiten der Verantwortlichen, die schon seit Jahren nichts ändern. Man muss noch nicht mal ein Medizinexperte sein, um die größten Probleme zu benennen. Aus meiner Sicht sind das folgende:

In Deutschland gilt das Opt-In-Verfahren. Man muss sich also bewusst für eine Spende entscheiden. Da der Mensch nun mal in erster Linie an seiner Bequemlichkeit interessiert ist, wird es Leuten viel zu einfach gemacht, dieser Entscheidung aus dem Weg zu gehen – wer nicht will, muss eben nicht. Eine simple Umstellung auf ein Opt-out-Verfahren, bei dem man sich explizit gegen eine Spende entscheidet, würde hier viel bringen, denn dann wären gerade die, die das so vehement verdrängen mal gezwungen, sich zu positionieren und einen (Nicht-)Spendeausweis auszufüllen. Ich fänd das richtig klasse!

Patientenverfügungen sind nicht bindend. Auch hier muss man leider dem Gesetzgeber den Stinkefinger zeigen, weil er zu viele Lücken gelassen hat. Sollte es also mal passieren, dass jemand durch tragische Umstände zum potenziellen Spender wird und verfügt hat, dass er keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht, kann eben doch noch ein unentschiedener Angehöriger, ein dödeliger amtlicher Betreuer oder sogar ein Arzt diese Entscheidung überstimmen. Natürlich passiert dann das Unvermeidliche – man gammelt so vor sich hin und die Organe werden durch die Medikamente vergiftet, womit sie für eine Spende unbrauchbar werden.

Sterbehilfe ist nicht eindeutig geregelt. Dieser Punkt ist dem vorherigen ganz ähnlich, denn auch hier läuft es darauf hinaus, dass man, anstatt ordentlich und in Würde sterben zu dürfen, genötigt wird, Wege zu gehen, die den Körper einer Verwertung zur Organspende entziehen.

Fehlende Anreizsysteme. Ja, ich weiß, das klingt jetzt wieder nach Organhandel und ganz schlimm, aber die Frage ist, zumindest bei Lebendspenden: Warum nicht? Blutspender erhalten ja bei bestimmten Anbietern auch einen kleinen Obulus. Natürlich müsste das irgendwie einheitlich geregelt werden, aber warum sollte man jemandem, der z.B. ein Stück Haut oder ein paar Blutgefäße hergibt nicht auch noch was Gutes tun (sofern kein direktes Verwandtschaftsverhältnis besteht)? Klar, die Operationen und Krankentage werden von der Kasse übernommen, aber ich könnte mir schon vorstellen dass man das noch verbessern kann. Das muss ja auch kein Geld sein. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, dass man nach einer anstrengenden OP einer Woche Ostsee-Kur nicht abgeneigt wäre. Selbst das scheint derzeit nicht möglich zu sein.

Wie ich das Ganze sehe, wäre es also gar nicht so schwer. Es müssten nur langsam mal ein paar Dinge ernsthaft geregelt werden. Über die teilweise haarsträubenden (und falschen) Argumente, die in den Kommentaren  zum Spiegel-Beitrag auftauchen, könnte man sich jetzt auch noch seitenlang aufregen, aber das lasse ich mal. Fürs Erste reicht es vielleicht, dass ihr euch alle mal Gedanken macht und einen Organspenderausweis ausfüllt, damit wir hier nicht noch in hundert Jahren das gleiche Thema wiederkauen.

Windelgrundlagen: Ein neuer Blick auf Hautpflege bei Inkontinenz – Teil 4 – Attends

Nachdem ich, wie wohl die meisten von euch, das Jahresende etwas ruhiger angehen lassen habe, nicht immer ganz freiwillig wegen einiger unvorhergesehener „schlechter Tage“, ist es an der Zeit, mit einem weiteren Artikel in einer unserer Serien ins neue Jahr zu starten. Dieses Mal schauen wir uns die Hautpflegeprodukte von Attends an. Es sind nicht so viele wie bei Seni, also sollte der Artikel auch etwas einfacher zu lesen sein. Wie immer vorab das Wichtigste: Alle Produkte wurden von Attends bereitgestellt und vielen Dank dafür an die entsprechende Stelle, aber trotzdem werde ich natürlich versuchen, alles so objektiv wie möglich mit meinem kritischen Blick zu beäugen.

Allgemeines

Auch wenn die reduzierte Anzahl an Produkten es einfacher macht, manche Dinge zu erklären und zu beurteilen, wird es doch zugleich auch schwerer, den schmalen Anwendungsbereich zu definieren, für den sie relevant sein könnten. Was ich damit meine, werdet ihr später noch sehen.

Das Design der Packungen usw. ist insgesamt recht modern und auch „neutral“, was zumindest meine Designer-Geschmacksknospen bei Laune hält. Es gibt eine eindeutige Farbkodierung, bei denen kräftige, leuchtende Farben großflächig aufgedruckt sind, was zusammen mit der begrenzten Auswahl die Verwechslungsgefahr extrem reduzieren sollte. Man kann sozusagen eigentlich gar nichts verwechseln. Im Bad könnte es allerdings etwas zu knallig wirken, auch wenn sich  dadurch natürlich eine meiner Beschwerden, die ich bei den Seni-Produkten hatte, erledigt.

Mit Ausnahme der Barrier Sprays gibt es die Produkte in angemessen großen Tuben und Spenderflaschen bzw. in akzeptablen Stückzahlen pro Packung. Auch darin unterscheiden sie sich teilweise vom schon genannten Mitbewerber, auch wenn das natürlich völlig subjektiv ist. Ja nachdem, wie die tägliche Routine so aufgebaut ist, braucht man eben mal mehr von dem einen Produkt und weniger vom anderen.

Trockenreinigung/ Wasserlose Reinigung

In diesem Bereich ist eigentlich alles ziemlich eindeutig, weil einem da keine ausgefallenen Dinge um die Ohren fliegen und alles so ist, wie man es erwarten würde – es gibt Feuchttücher, Einmalwaschhandschuhe und dazu passend Reinigungsschaum und -emulsion. Man denkt da kann nichts schiefgehen, aber wie es aussieht eben doch. Lasst mich das mal erklären.

Natürlich sind Variationen bei der Zusammensetzung der Produkte von Anbieter zu Anbieter völlig normal. Manche bevorzugen eine andere Textur und Konsistenz, andere einen unterschiedlichen Duft. Das ist auch hier so. Der Schaum und die Reinigungslotion sind wesentlich wässriger als ihre Gegenparts bei Seni. Das ist für die Emulsion auch kein Problem, beim Schaum aber schon, was dessen Nützlichkeit durchaus einschränkt.

Hier wird ein normaler seitlicher Sprühkopf verwendet, wodurch es allgemein leichter wird, den Schaum aufzutragen. Allerdings bringt genau das einen dann auch nicht weiter, wenn man es eben nicht so machen kann. Wenn man den Schaum erst auf die Hand sprühen muss, um ihn anschließend auf die betroffenen Bereiche zu verteilen, löst er sich viel zu schnell auf, um das zufriedenstellend hinzubekommen. Das wird noch weiter verkompliziert, weil er nicht gut auf der Haut haftet. Die typische, leicht ölige Struktur ist einfach nicht vorhanden. Deswegen fühlt es sich dann auch an, als würde man versuchen, ganz normale Badeschaumwölkchen zu verteilen und möglicherweise verwendet man einfach unnötig viel von dem Zeug.

Attends Reinigungsprodukte

Als ob das nicht schon genug wäre, hat mich der nächste Punkt wirklich aufgeschreckt. Der Schaum hat einen intensiven Zitrusduft und enthält Limonene, also den aromatischen Extrakt von Zitrusöl. Dabei handelt es sich um einen starke natürliche Reinigungssubstanz, aber es ist eben auch dafür bekannt, Hautreizungen und allergische Reaktionen auszulösen. Die meisten Hautärzte empfehlen, den unmittelbaren Hautkontakt zu vermindern z.b. wenn man in Reinigungsprodukten damit in Berührung kommt, weshalb das für mich zumindest fragwürdig ist, warum man es hier verwendet, auch wenn ich zu Hause regelmäßig beim Putzen in einer Wolke aus Zitrusduft hantiere. Im Zweifelsfall sollte man das also vorsichtig ausprobieren, bevor man sich voll in die Sache reinstürzt.

Langfristig sollte man diese kritischen Substanzen vielleicht auch komplett eliminieren, was auch zu einer konsistenteren Geruchserfahrung beitragen würde. Eigenartigerweise hat die Waschlotion einen ganz anderen Geruch, der eher dem typischen „riecht irgendwie nach Blume, aber ich kann nicht sagen nach welcher“ entspricht, wie er in vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz kommt.

Attends Waschhandschuhe, Packung

Die Einmalwaschhandschuhe gibt es in Packungen zu fünfzig Stück und, was für mich mal wieder nicht so günstig ist, nur ohne Innenfolie. Damit wird es schwieriger sie, zu verwenden, wenn man hintenrum mal wieder eine richtig große Sauerei verursacht hat. Da bräuchte man dann unbedingt noch Gummihandschuhe. Kleine Notiz am Rande: Auf der Packung gibt es ein bisschen Marketinggeschreibsel, dass die ovale Öffnung das Überstreifen leichter machen würde. Ausnahmsweise stimmt das sogar mal. manchmal sind es eben die kleinen Dinge und die einfachen Ideen.

Attends Waschhandschuh

Weiter mit den Feuchttüchern. Diese fallen wieder komplett aus dem Rahmen und liegen jenseits der üblichen Erwartungen. Für ein Produkt, das auf Inkontinenzpflege für Erwachsene ausgerichtet ist, sind sie mir schlicht zu klein, also wirklich wie Babytücher. Es ist nicht unmöglich, damit zurechtzukommen, aber selbst für eine einfache Grundreinigung des Intimbereiches braucht man dann schon mal zwei oder drei Tücher einfach weil eine große Fläche beackert werden muss. Das ist umso mehr der Fall, wenn man die Windeln lange getragen hat und entsprechend mehr Rückstände auf der Haut sind, bei denen man noch stärker rangehen muss. Soll also heißen, die Tücher sind für eine gründliche Reinigung etwas unpraktisch, gerade wenn man große Hände hat.

Attends Feuchttücher, Packung

Auch – ratet mal was jetzt kommt – haben sie erneut einen anderen Duft, den ich an manchen Tagen als eine Geruchsmischung aus Kamille und grünem Gras empfinde, andere Male einfach nur als scharf und stechend, beinahe wie bei einem Desinfektionsmittel mit massig Isopropylalkohol darin. Für meine Nase definitiv nicht der angenehmste Geruch.

Hautpflege

In diesem Bereich ist das Attends Portfolio ziemlich leichtgewichtig und man könnte sogar sagen, dass es unterrepräsentiert ist, gerade wenn man berücksichtigt, dass das Gesamtprogramm keinerlei ergänzenden Produkte für die Reinigung mit Wasser enthält. Deswegen müssen die Körperlotion und die Pflegecreme allein dafür sorgen, dass die beim Duschen oder Baden verlorengegangene Hautfettschicht wieder regeneriert wird.

Attends Pflegeprodukte

Die Body Milk, also Körpermilch, tendiert ähnlich wie die Reinigungslotion mehr zur wässrigen Seite. da ich schon recht fettige Haut habe ist das sogar ganz gut, weil sie dadurch relativ schnell einzieht und ich nicht ewig das Ganze einmassieren muss. das ist auch günstig, um schnell die frische Windel anlegen zu können, weil man eben auch nicht lange warten muss, bis die Feuchtigkeit abgetrocknet ist. wenn man recht trockene Haut hat, ist das aber vermutlich nicht das am besten geeignete Produkt. Es bietet nicht genug langfristigen Schutz und man müsste noch weitere Pflegeprodukte verwenden, zumindest für den Anwendungsfall der für uns hier relevant ist. für die empfindlichen Bereiche sollte man auf jeden Fall eine fetthaltigere Creme verwenden.

das könnte natürlich auf jeden Fall auch die Attends-eigene Pflegecreme sein, weil sie einen dünnen Film auf der Haut bildet. was das angeht, ist sie dem Seni Pflegebalsam (die Tube mit der gelben Farbkodierung) aus dem vorherigen Artikel sehr ähnlich. Ich finde es hier sogar genau genommen noch besser, weil es sich nicht so klebrig anfühlt als hätte man Honig oder Zuckerwasser draufgemacht. Weil die Creme aber nicht so dick ist, reibt sie sich aber auch schneller ab. Beide Produkte haben übrigens einen Geruch, der der Reinigungslotion ähnelt, also ist das zumindest hier etwas einheitlich.

Das dritte Produkt, das Hydrogel, fällt eher in die Kategorie medizinischer Zusatz-/ Hilfsmittelchen und nicht so sehr in die Hautpflege. Derartige Produkte werden in Krankenhäusern und Pflegeheimen oft eingesetzt, um die Durchblutung bei bettlägerigen Patienten etwas anzuregen, häufig dann abends vor der Nachtruhe, damit es im Bett schön warm ist, wenn man wegduselt. Je nachdem, wie man die ätherischen Öle empfindet, kann das angenehm oder nervig sein. Wenn man im Krankenhaus zusammen mit vier anderen älteren Herren liegt, die gerade eingerieben wurden, merkt man es aber schon, das könnt ihr mir glauben! Für die Inkontinenzpflege hat es aber auf jeden Fall keien Bedeutung. Wenn man es in kleinen Mengen verwendet, riecht man dann wie Pfefferminzkaugummi. Wer da drauf steht (oder der Partner), kann das ja mal probieren. ;-)

Schutzprodukte

Die zwei Schutzprodukte sind genau genommen eigentlich nur eins, lediglich die Konsistenz und Dicke unterscheidet sich. Die Forte Version hat etwas mehr Zinkoxid und Bienenwachs, so dass sie weniger fließt und etwas dicker aufträgt.

Attends Barrier Spray, Packungen

Mir gefällt die Idee, das Ganze als Sprühflasche zu machen, weil damit das langweilige Händewaschen danach entfallen kann. man sprüht einfach aus der Ferne. Dadurch wird auch sichergestellt, dass eine gleichmäßige, dünne Schicht aufgetragen wird. Der Nachteil ist, dass egal welche der Varianten man verwendet, beide trotzdem noch sehr dünnflüssig z.B. im Vergleich zu einer herkömmlichen Creme sind, was bedeutet, dass man trotzdem noch ganz schön warten muss, bis sie trocknen. Eine weitere kleine Einschränkung ist, dass die dickflüssigere Variante gern mal sabbert und größere Flecken aus der Sprühdüse kleckern, weshalb man sich dann doch die Finger schmutzig machen muss, um das Zeug zu verteilen. aus meiner Sicht ließe sich das vermeiden, wenn man eine richtige Spraydose oder eine druck-Pumpspray verwenden würde, weil durch den höheren Druck eine andere Düse verwendet werden könnte bzw. die Flüssigkeit besser herausgedrückt wird, wodurch es dann zu weniger Verstopfung und Sabbern kommen würde.

Attends Barrier Spray

Zusammenfassung

Die Attends Hautpflegeprodukte sind ein bisschen ein Kuddelmuddel, vor allem weil die „User Experience“ für den Anwender so bunt gemischt ist. Ehrlich gesagt kommt es mir sogar teilweise so vor, als hätte man einfach ein paar Produkte von generischen Anbietern zusammengesucht und denen dann erlaubt, das Logo drauf zu drucken. Deshalb wäre es schon ein guter Anfang, wenn man sich wenigstens mal auf einen einheitlichen Duft einigen könnte. Dadurch würde sich dan nauch vielelicht der Einsatz von umstrittenen Inhaltsstoffen erledigen. Die Produkte selbat sind eher für Leute relevant, die noch ein gewisses Mindestmaß an normaler Hautfunktion haben, insbesondere was die Lipidschicht angeht. Bei sehr trockener Haut sehe ich nicht, wie das funktionieren soll, zumindest nicht ohne jede Menge extra Aufwand. Hier gäbe es dann definitiv noch Potenzial, eine zweite Produktlinie genau für diese Fälle zu entwickeln oder zumindest das bestehende Programm noch weiter auszubauen und zu ergänzen.

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