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Mylenium’s Health Stuff

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Du hast gewonnen! (vielleicht)

Ich habe gerade ein paar e-Mails geschrieben, um die Gewinner unserer kleinen Onesies Downunder Verlosung zu benachrichtigen. Wer also dabei mitgemacht hat und diese Zeilen liest, sollte mal seine Mails checken. Sobald ich die nötigen Kontaktinfos für den Versand habe, gehen die Pakete schnellstmöglich raus. Vielen Dank nochmal an alle, die mitgemacht haben und natürlich auch unsere Sponsoren, die ein paar Kleinigkeiten zur Verfügung gestellt haben.

 

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Wie groß ist groß?

Auch wenn es bei uns in Deutschland bei weitem nicht so heiß ist wie in Südeuropa, macht mir die Hitze doch weiterhin irgendwie zu schaffen und ich fühle mich schlapp und lustlos. Wenigstens haben aber erstmal die rheumatischen Schmerzen in den Fingern nachgelassen und daher kann ich zumindest mal versuchen, wieder etwas an dem ganzen Kram zu arbeiten, den ich immer so zusammenrühre.

Etwas, das mir schon länger im Kopf rumschwirrt ist, dass ich schon immer mal zurück zu den Anfängen dieser Website/ dieses Blogs gehen und einige der Artikel von damals noch mal aus neuer Perspektive betrachten wollte. Mit der wachsenden Erfahrung bei der Verwendung und dem Testen verschiedenster Produkte haben sich einige Ansichten geändert und unabhängig davon kann man natürlich einige immer wiederkehrende Themen im Prinzip endlos diskutieren und sie schweben über unseren Köpfen, auch wenn man vielleicht keine Lust hat, schon wieder was darüber zu lesen. Die Frage der Größenauswahl für das eigene Inkontinenzprodukt ist eines dieser Themen.

Wie ihr wisst, verweise ich auch in meinen Artikeln regelmäßig darauf, weshalb es erst recht einen Grund gibt, dem Ganzen einen etwas objektiveren Touch zu geben, erst recht, da viele von euch ja gar nicht die Gelegenheit haben, einfach mal so aus der Laune heraus verschiedenste Produkte zu testen. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit mal meine interne Datenbank/ Tabelle zu verwerten, in der ich immer diverse Informationen zu den Produkten eintrage. Das wird auch in Zukunft einige Ergebnisse bringen, aber natürlich erzähle ich das schon länger und komme dann doch nie dazu, entsprechende Dinge auf die Beine zu stellen. ;-)

Für diesen Artikel habe ich eine großzügige Auswahl an Tena-Probepackungen zunutze gemacht, einfach weil sie in allen Größen und Saugstärken verfügbar waren und ich dafür niemanden auf Knien anbetteln musste. Dementsprechend danke an die Leute dort! Dadurch ergibt sich auch die Gelegenheit, ein paar Informationen über die neue XL Größe der Tena Slip einzustreuen, die erst Anfang des Jahres eingeführt wurde. Auch hier wird dann in späteren Artikeln noch das Eine oder Andere rauszuholen sein.

Maße sind Maße

In meinen Gedanken am Anfang meiner Karriere als Schreiberling zum Thema Inkontinenz hab ich ja ganz schönen Aufwand betrieben, um zu verdeutlichen, wie sich die relevanten Maße einer Windel im Verhältnis zur Körperstatur auswirken. Der lästige Teil dabei ist, dass diese grundsätzlichen Regeln und Feststellungen auch weiterhin gültig sind. Man kann sich wirklich den Tag komplett versauen, wenn man ein Produkt in der falschen Größe trägt. Allerdings bin ich im Umgang mit „übergroßen“ Produkten jetzt etwas aufgeschlossener und weiß mittlerweile, wie man sie auch sinnvoll nutzen kann, was natürlich viel mit passenden Anlegetechniken zu tun hat. Das wird später noch deutlich werden, wenn wir uns mit den spezifischen Größen beschäftigen. Jetzt zum interessanten Teil.

Nur gut, dass alles beschriftet ist!

Direkt aus der Packung kann man bei vielen Herstellern die einzelnen Größen nicht unbedingt gut unterscheiden. Bei Tena-Produkten ist das weniger ein Problem, weil die eindeutig bedruckt sind, aber man stelle sich mal vor, man hat eine Ansammlung von ähnlichen Windeln, alle mit grüner Folie, auf einen Haufen geworfen.

Die Gründe, warum manchmal Produkte in verschiedenen Größen fast schon zwanghaft so gefaltet werden, dass die gleiche rechteckige Form dabei herauskommt, sind mir nicht ganz klar, denn es hat so oder so keinerlei Vorteile. Die meisten Produkte haben sowieso unterschiedliche Stückzahlen pro Packung und unterschiedliche Beutelchen, weshalb es da keinen Grund geben sollte, irgendwelche imaginären Anforderungen der Verpackungsmaschine zu erfüllen. Umgekehrt würden auch gleiche Stückzahlen bei unterschiedlichen Größen und Saugstufen zu unterschiedlich großen Packungen führen, was ja bei der heutigen Technik auch kein Problem sein sollte. Entsprechend ist das wohl eher zufällig. Daraus ergibt sich aber eine interessante Herausforderung, nämlich wenn man dann diese Packungen in verschiedenen Größen oder von verschiedenen Herstellern stapeln muss, muss man sich schon Gedanken machen, wie man alles anordnet.

Tena Slip Größen

Tena Flex Größen

Was man in den Bildern auch erkennt ist, dass es für die Hersteller nicht unbedingt Sinn macht ihre Produkte in allen Größen und allen Saugstärken anzubieten. Selbst bei meiner eigenen kleinen Umfrage hat sich ja gezeigt, dass Größe M und L vorherrschend sind und bei den anderen Größen die Nutzerzahlen ziemlich schnell bis zur Bedeutungslosigkeit absinken. Bei Tena bedeutet das beispielsweise, dass die XS wirklich bloß als Plus Saugstärke zu haben ist. andere Hersteller machen das genauso und bieten nur ausgewählte Produkte in bestimmten Größen an.

Gut gemessen

Eines der Geheimnisse meiner kleinen Datenbank ist, dass ich mich nicht auf die Herstellerangaben verlasse und alles selber nachmesse. Man kann sich da fragen, warum, aber es gibt einen guten Grund. Typischerweise geben die Hersteller selber nämlich nur grobe, gerundete Werte an und dann auch nur die, die sie für relevant halten. Meist erfährt man nur den Umfang und wenn man Glück hat, noch die Länge quer durch den Schritt, aber das war’s dann auch schon. Das ist fürs Marketing und einen groben Überblick ausreichend, aber sobald man in die feineren Details einsteigt, doch recht wenig brauchbar. Es gibt doch einiges zu beachten.

Als erstes muss man berücksichtigen, dass die Größen untereinander eine gewisse Überschneidung haben. Wenn dir jemand sagt, dass seien Größe M einen Umfang von 70 bis 110 cm hergibt und die L von 90 bis 140 cm, welche nimmt man dann? Eine endgültige Antwort kann man natürlich nur durch eigenes Tragen und Testen finden, aber hier ist der Punkt: Viel wichtiger als der absolute Umfang ist die eigentliche Breite der Front- und Rückenteile. Dadurch definiert sich, wie anpassungsfähig die Windel insgesamt ist und, wie ich in meinen Tests immer sage, wie „groß“ oder „klein“ sie sich anfühlt im Vergleich zu einem Referenzprodukt bzw. genormten Standardgrößen. Schmale Flügel sorgen unweigerlich dafür, dass sich alles enger anfühlt, weil die Klebebänder weiter außen landen und dadurch mehr Spannung haben, während breitere Klappteile es ermöglichen, die Bänder weiter innen zu fixieren bis hin zu dem Punkt, wo sie sich bei einem übergroßen Produkt in der Mitte treffen. Damit riskiert man aber auch, dass das Produkt nicht sicher sitzt und man muss alle möglichen Tricks anwenden, um es überhaupt so hinzubekommen.

Das zweite, häufig vernachlässigte Informationshäppchen ist die Höhe der Vorder- und Rückseite, da dadurch bestimmt wird, wie mittig die Windel sitzt und in meinem Fall ist es natürlich auch dafür wichtig, wie gut ich im Bereich meines Hinterns geschützt bin. Bei einer Größe M können diese Werte für den vorderen Bereich irgendwo zwischen 11 und 27 cm liegen und für die hintere Klappe von 14 bis 35 cm. Allein dieser große Wertebereich sollte schon meinen Punkt verdeutlichen – verschiedene Hersteller haben zu dem Thema eine unterschiedliche Meinung. Einige bevorzugen einen sehr lockeren Ansatz, bei dem kurze Frontpanele viel Beinfreiheit erlauben, andere haben sehr hohe Flügel, die weit an den Beinen herunterreichen und weit bis hoch in den Rückenbereich und darauf abzielen, das wirklich alles sicher verpackt ist. Ich bevorzuge weiterhin letzteres, weshalb Produkte wie die ID Slip Super oder MoliCare Slip maxi immer noch zu meinen Favoriten gehören (natürlich auch die selteneren und teureren ABU und Rearz Produkte).

In diesem Punkt sind die Tena-Produkte fast symmetrisch und der hintere Teil ist meistens nur ein oder zwei Zentimeter höher. Bei den kleineren Größen verschiebt sich dieses fast 1:1 Verhältnis allerdings etwas, weil aufgrund der anatomischen Gegebenheiten die Rückseite bei der Verwendung bei Kindern und Heranwachsenden proportional größer ausfallen muss. Was aus meiner kleinen Infografik hoffentlich auch ersichtlich wird, ist, dass die Schnittmuster nicht einfach für jede Größe skaliert werden. Da man immer genug Platz braucht, um die Klebebänder auch wirklich befestigen zu können und es man auch eine Mindestfläche für das Saugpolster braucht, damit es überhaupt seinen Job machen kann, kann die Vorderseite eben selbst in kleinen Größen ein Mindestmaß nicht unterschreiten. Genauso bedeutet das auch, dass die größeren Varianten nicht einfach unendlich immer breiter werden. Vielmehr wurde in diesem Fall die Größe XL so gestaltet, dass sie die Wirkung eines ausladenden Bauches, der die Windel nach unten drückt, aufhebt, indem sie weiter nach oben reicht.

Tena Slip Größen

Ähnliches lässt sich für die Länge von Vorn nach Hinten feststellen. Ich habe dazu schon mal eine kurze Bemerkung in meinem Artikel zu den Param Produkten eingeworfen und hier wird das erneut bestätigt. Eine XL ist genauso lang wie eine L und die unterschiedliche Passform erklärt sich lediglich aus den unterschiedlichen Proportionen. Die untenstehende Grafik sollte auch meinen Standpunkt zu diesem Parameter rüberbringen. Selbst wenn der Umfang reicht, kann eine zu kurze Länge zwischen den Beinen hindurch immer noch zu einem unbequemen und unzureichenden Sitz der Windel führen. Natürlich macht es eine zu lange Windel aber auch gleichzeitig schwieriger zu verhindern, dass sie aus der Hose herausschaut.

Tena Slip Größen

Bei Windeln mit Bändern/ Flex-Windeln ist das eine etwas andere Geschichte und da muss ich mir sogar teilweise selbst widersprechen, auch wenn das logisch ist und einfach daran liegt, wie die Produkte funktionieren (sollen). Da man sie weiter oben über der Taille tragen soll, wachsen sie doch relativ linear, weil mit zunehmender Größe das Polster einfach immer länger sein muss, um überhaupt so weit nach oben zu reichen. Dadurch braucht man dann auch längere Befestigungsbänder, weil größere Menschen eine größeren Rumpf haben oder da oben ein Bäuchlein wartet, das umschlungen werden muss. ;-)

Tena Flex Größen

Angewandtes (Halb-)Wissen ;-)

Nachdem wir die Theorie nun abgearbeitet haben bleibt die Frage, was uns das Ganze eigentlich sagen soll. Die offensichtlichste Anwendung ist dabei die Bestimmung der „echten“ Größe der Windel und der möglichen Maxima und Minima. das ist nicht hochwissenschaftlich – man addiert einfach die Werte:

Breite Frontpanel + Breite Rückpanel + Verlängerungsband Links + Verlängerungsband Rechts

Da die meisten Maße symmetrisch bzw. identisch sind, lässt sich das vereinfachen:

2 x Panelbreite + 2 x Verlängerungsband

Das ist schon mal nicht schlecht, oder? Natürlich vergessen wir dabei völlig, dass man, um die Windel auch wirklich tragen und die Bänder schließen zu können, noch eien gewisse Überlappung braucht. Diese sollte aber auch einen bestimmten Höchstwert nicht überschreiten. Wir müssen also noch irgendwelche Sicherheitsreserven abziehen. Links und Rechts 5 cm „Luft“, aber auch nicht mehr als ein Drittel des Gesamtumfanges sind aus meiner Sicht ganz gute Werte:

Maximum:

2 x Panelbreite + 2 x Verlängerungsband – 2 x 5 cm

Minimum:

2 x Panelbreite + 2 x Verlängerungsband – (2 x Panelbreite + 2 x Verlängerungsband) /3

Setzt man die Werte für die Tena Slip in M ein, ergibt sich:

Maximum: 2 x 68 cm – 2 x 5 cm = 126 cm

Minimum: 2 x 68 cm – 2 x 68 cm / 3 = ~ 90.6 cm

Für eine Tena Flex in Größe L berechnet sich die gleiche Formel dann so:

Maximum: 2 x 40 cm +2 x 40 cm – 2 x 5 cm = 150 cm

Minimum: 2 x 40 cm +2 x 40 cm – (2x 40 cm + 2 x 40 cm) / 3 = ~ 106.6 cm

In beiden Fällen bestätigt die Mathematik, was ich anhand der praktischen Erfahrungen schon herausgefunden habe: Bei schwankenden Werten zwischen 90 cm und knapp über 100 cm für meinen Hüft- und Taillenumfang entsprechen die theoretischen Werte fast exakt der realen Situation und es gibt noch Spielräume. Bei der Slip heißt das, dass die Klebebänder ziemlich genau auf Höhe der Leistenbeuge landen, wo sie auch hingehören, und bei der Flex ist das Resultat, dass der Klettverschluss, der die beiden Bänder zusammenhält, gut mittig vorne auf dem Bauch landet, wo es nicht nervt und kratzt. Das ist schon ziemlich gut, aber natürlich sind das keine absoluten Festlegungen, wie die nachfolgenden Abschnitte zeigen werden.

Hands-On: Tena Slip

Wenn man ein Blog betreibt, das sich mit Windeln beschäftigt, heißt das, dass man die Dinger auch tragen muss, um sinnvolle Informationen für die Leser geben zu können. Das bedeutet aber auch, dass ich manchmal mit dem zufrieden sein muss, was ich bekommen kann oder was mir die Leute schicken, auch wenn es nicht die richtige Größe ist. Der interessante Punkt dabei ist dann, Wege zu finden, das Produkt trotzdem noch bestmöglich tragen zu können. Im Laufe der Zeit habe ich deshalb meine eigenen Strategien und Lösungsansätze entwickelt und mir natürlich auch den einen oder anderen Tip von anderen zunutze gemacht.

Natürlich gibt es für mich realistisch gesehen selbst mit allen Tricks der Welt keinen Weg, eine XS auch zu verwenden. Das ist wirklich nur für den Artikel gewesen und um meine Neugier zu befriedigen. Bei einer S sieht es dank meines schmalen Popos schon besser aus und in der Not würde man sich damit behelfen können, aber ich brauch dann trotzdem noch extra Klebeband, um sie überhaupt zu verschließen. Die M ist natürlich meine Standardgröße und wie schon erwähnt, erfüllt sie die Anforderungen in Sachen Passform perfekt. Bezüglich der Tena bleibt mein größtes Problem aber, dass sie wegen der geringen Höhe der Klappen gerade hintenrum nicht die beste Abdeckung bietet. Da gibt es sicher Potenziale für eine Slip+ oder so mit 5 cm längerer Rückenpartie und einem breiteren, auf Stuhlinkontinenz abgestimmten Polster.

Bei Größe L wird’s interessant. In meinem ursprünglichen Artikel war ich ja ziemlich dagegen, diese großen Größen als meine tägliche Standardversorgung zu verwenden. Ein Teil davon hat natürlich damit zu tun, dass ich eine Wampe durch die Gegend schiebe, aber nichtsdestotrotz bleibt der Umstand, dass man erstmal Wege finden muss, einige mit der Form in Relation zum Körper verbundene grundlegende technische Probleme in den Griff zu kriegen. Selbst schlanke Menschen mit dünnen Beinchen haben nämlich genau die gleichen Probleme, selbst wenn sie 1,90 m oder größer sind. Die zwei grundsätzlichen Problem sind daher:

  1. die Vermeidung eines all zu lockeren Sitzes, um die Bewegung und Verzerrung der Windel selbst zu minimieren
    und weiterführend
  2. die Reduktion von Luft und Hohlräumen damit das Saugpolster in Kontakt mit dem Körper bleibt und seine Funktion erfüllen kann.

Die Strategien, das in den Griff zu bekommen sind so vielfältig, wie die Menschen selbst, aber ich werde mal einige Methoden erläutern, die für mich funktionieren:

Einlagen/ Vorlagen/ Zusatzpolster/ Doppelwindel

Auch wenn ich versuche, hier alles einigermaßen vernünftig und „neutral“ zu halten, sind mir natürlich diese kreativen und obskuren Dinge nicht fremd und ich werde nicht so tun, als würde ich das nicht auch machen. es gibt einfach nichts besseres, als sich dick verpackt ins Bett einzukuscheln. Ich persönlich ziehe es dabei vor, eine kleinere Windel (Größe M) als „Innenwindel“ zu verwenden an Stelle von Einlagen. Das hat den Vorteil, dass man trotzdem eine gute enge Passform bekommt und die Gefahr des Auslaufens minimiert wird, nur weil sich was verschoben hat oder verrutscht ist. Man darf natürlich nicht vergessen, dabei die Außenseite des inneren Produktes ordentlich aufzuritzen, denn sonst geht die Flüssigkeit nicht hindurch und sucht sich ihren eignen Weg aus den Beinausschnitten und anderen offenen Stellen heraus und man hat nichts gekonnt. Wenn ihr Einlagen/ Vorlagen verwendet, nehmt nur welche, die kleiner sind als das Polster der Windel. Auch hier wieder wäre es fatal, wenn ein zu großes Polster aus der Windel herausragt und wieder alles sonst wohin läuft. natürlich ist die Einschränkung hierbei, dass man es nur bis zu einem gewissen Punkt treiben kann und die Anzahl der Einlagen/ Windeln begrenzt ist, sonst wird’s irgendwann lächerlich und unpraktisch. Also schauen wir mal weiter.

Low Taping (tiefergesetzte Fixierung)

Leider gibt es dafür keine gute deutsche Übersetzung, also belasse ich es mal bei dem Begriff „Low Taping“, womit ich meine, dass man letzten Endes die Windel im vorderen Teil einfach so weit wie möglich nach oben zieht und den hinteren Teil entsprechend nach unten nachrutschen lässt, bis  es einigermaßen hinhaut. Dann werden die Klebebänder eben einfach irgendwo auf der Hälfte der Höhe im Bereich des Polsters festgemacht, so als ob der obere Teil gar nicht existiert und man eine kleinere Windel trägt. Auch wenn die Methode funktioniert, hat sie doch gleich mehrere Nachteile. Erstmal baumelt der überstehende Teil, den man hochgezogen hat, herum wie die Klappe einer Latzhose, die sich von den Hosenträgern gelöst hat. Das muss man dann entweder kunstvoll ordentlich falten und in die Schutzhose stopfen oder es mit zusätzlichem Klebeband fixieren. Letzteres ist aber dabei nicht immer möglich, weil man ja den Rückenteil nach unten gesetzt hat und die Flügel sich dann nicht mehr genau gegenüber liegen. Gaffa-Tape und Ähnliches will man sich ja auch nicht direkt auf die Haut kleben. Ein weiterer Nachteil ist, dass man dadurch die nutzbare Kapazität der Windel enorm reduziert, weil große Teile des Saugpolsters in einem Bereich sind, wo es gar nicht nass werden kann. Gleiches gilt für den Bereich um die Beine. Die größere Freiheit kommt auf Kosten von weniger saugfähigem Material.

Diagonal-/ Kreuzklebetechnik

Dabei handelt es sich um den vielleicht bekanntesten Workaround und bedeutet einfach, dass man versucht die Bänder in der Tat so zu fixieren, dass dabei mehr oder weniger ein horizontal ausgerichtetes (also auf der Seite liegendes) Andreaskreuz rauskommt, indem man die oberen Bänder nach unten auf der gegenüberliegenden Seite ausrichtet und umgekehrt. Die zugrundeliegende Annahme hierbei ist, dass die schrägen Zugkräfte dafür sorgen, dass die entsprechenden Teile der Windel dorthin gezogen werden, wo sie hin sollen. Der hintere Teil beispielsweise wird also nach oben gezogen, so dass das Polster gegen die Pobacken gedrückt wird während oben der Rand wie ein Hosenbund mit Gummizug wirkt. Wie mein Geschreibe schon andeutet, hängt dabei der Erfolg zu großen Teilen von der Form der Hüftpartie ab, weil man ja doch versucht, die ganze Windel unterzubringen. Eine Person mit schönem rundem Hintern wird da mehr Glück haben als jemand, der extrem dünn ist. ;-)

Natürlich kann man all diese Dinge beliebig zusammenwürfeln je nach verwendeten Produkten, eigenem Körperbau und persönlichen Vorlieben. Die meiste Zeit wird man entsprechend etwas aufpolstern und seine eigene Variante der beiden Klebetechniken verwenden. Es ist auch anzumerken, dass entsprechend eng sitzende Schutzhosen einem einige dieser Sorgen abnehmen können.

Abschließend wollen wir uns noch die XL Variante der Tena Slip ansehen. wie ich geschrieben habe, ist diese Version erst in diesem Jahr frisch vom Band gerollt und war vorher nicht verfügbar. Auch wenn die Maß zu großen Teilen denen der Größe L entsprechen, ist der Eindruck beim Tragen doch ein ganz anderer. In meinem Fall sind dabei zwei Sachen zu beobachten: Erstens fühlt es sich wegen der großen Höhe der Flügel, die sehr weit nach oben reichen, fast schon wie Leibchen oder wie eine Weste an. Entsprechend, und das ist der zweite Punkt, landen die Klebbänder dann auch fast genau mittig und es fühlt sich tatsächlich an, als würde man seine Kleidung zuknöpfen. Interessanterweise finde ich die Passform angenehmer als bei der L, was wohl vor allem am anderen Schnitt liegt. es flattert nicht so viel herum, auch wenn das komisch klingt. Das einzige, was eigentlich fehlt, ist ein drittes Paar Klebebänder. Bei so viel Material an den Flügeln ist immer irgendwo ein Spalt.

Hands-On: Tena Flex

Bei der Tena Flex sind die Dinge etwas einfacher. Der Drang, damit wilde Experimente zu veranstalten wird von vornherein durch die schmalere Form gebremst. Ich selbst kann mich da auch nur schwer dran gewöhnen und immer noch nicht sehen, dass ich derartige Produkte die ganze Zeit tragen würde. Ich hab da immer Angst, dass bei meinen Durchfällen da einfach Links und Rechts alles am Polster vorbeidonnert. Unter kontrollierten Bedingungen (also zu Hause mit Klo in Reichweite) habe ich allerdings nichts dagegen, erst recht nicht, wenn ich kostenlose Muster bekomme. ;-)

Wie erwartet, kann ich mit der Größe S nicht so recht was anfangen. Lustigerweise ist das so eine Sache von ca. 7 cm Überlappung, die da auf beiden Seiten fehlen, um die Bänder zu schließen. Aber selbst wenn das ginge, würde sie verdammt weit unten sitzen und sähe dann aus, wie manch knapper Damen-Tangaslip. auch wenn es sonst meine Standardgröße ist, habe ich schon vor einiger Zeit festgestellt, dass bei Flex-Produkten die Größe M einfach nicht hinhaut. Das muss ich auch wieder mal auf meinen Bauch schieben, der einfach die Bänder zu weit nach unten schiebt, damit da was sinnvolles rauskommen könnte. Auf der positiven Seite hat Tena zumindest in den jüngeren Überarbeitungen des Produktes die Größe der Klettverschlüsse angepasst. Das war ja in meinem originalen Test einer der Hauptkritikpunkte, weil das Kratzen auf der Haut so genervt hat. Ich werde jetzt nicht sagen, dass das Problem damit ganz ausgeräumt ist, aber da jetzt rund um die Klettis etwas Luft ist, ist die Gefahr etwas geringer und man muss sich auch nicht mehr so abmühen, alles auf den Mikrometer genau zu platzieren, nur damit die Zähnchen nicht überstehen.

Die Größe L Version ist bei diesem Produkt meine bevorzugte Variante. Wie weiter oben erläutert, haut es von der rechnerischen Seite her hin und die Bänder landen dort, wo sie auch ihren Job erledigen können. Auch wenn ich dicke Polster genauso liebe wie jeder andere, macht das hier nicht unbedingt wirklich Sinn. Ich habe das schon kurz in meinem Test der Seni Optima erwähnt, glaube ich, und hier ist das nicht anders. Man kann einfach konstruktionsbedingt nicht die volle Kapazität ausnutzen und es erscheint wenig sinnvoll, sein Geld zum Fenster rauszuwerfen, indem man die saugstärkste Variante kauft. Bei Tena wäre das die Maxi, aber meiner Meinung nach ist die Super mehr als ausreichend, wenn man diese Einschränkung berücksichtigt.

Im Gegensatz zur Slip gibt es bei der Flex die XL schon ein ganzes Weilchen. Für mich ist diese weitestgehend unbenutzbar, weil sie einfach zu groß ist. Das kann man leicht bestätigen, wenn man das Bild mit den Maßen betrachtet – 2 x 50 cm entspricht nun mal 100 cm und in meinem Fall sind das genau zwei oder drei Zentimeter zu viel. Das klingt erstmal nicht schlimm, aber dadurch passiert es, dass die Klettverschlüsse, von denen es hier übrigens drei gibt anstatt nur zwei, nicht mehr auf dem Gürtelband landen sondern auf der Außenseite der hinteren Klappe und dort haften Sie einfach nicht. Die Gürtelbänder teilen dieses Schicksal, weil auch sie zu lang sind und damit entweder auf der Außenseite landen oder bestenfalls kurz davor, was für mich einen nicht akzeptablen sehr lockeren Sitz zur Folge hat. Wer das also mal ausprobieren wollte und körperlich auch nur meinen Maßen entspricht, kann sich die negative Erfahrung sparen.

Das Ende vom Lied?

Wie man hoffentlich an meinem langatmigen Geschreibsel sieht, bleibt die Frage der Größe ein ewiges Thema und es kann keine definitive Antwort geben, auch wenn ich so ausführlich zu sein versuche, wie es nur geht. Es spielen zu viele Faktoren rein. Ich hoffe aber zumindest, dass ich einige Bedenken ausräumen konnte und dem Einen oder Anderen schlechte Erfahrungen ersparen kann. Wer Fragen hat, kann sie gern in den Kommentaren stelle. Ich werde mich in der Zwischenzeit weiter werkeln und mich mal bemühen, diese ultimative Größentabelle zusammenzustellen… ;-)

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Halloween kann kommen!

…zumindest bei mir. Einen passenden Onesie hätte ich dank unserer Freunde von Onesies Downunder jetzt schon mal da. Die spannende Frage ist natürlich, ob sich dann auch eine passende Halloween-Party finden würde, denn dieser Feiertag hat ja bei uns keine Tradition, erst recht hier im Osten. ansonsten kann ich ja immer noch einen auf Darkwing Duck machen (ja, der mit dem „Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert!“) und die Leute auf der Straße erschrecken.

Das Blöde ist, dass eigentlich alles schon zu spät ist, wenn ihr diese Zeilen lest, denn der Spooky Night Onesie aus der Halloween 2017 Limited Edition ist schon wieder weg. Deswegen wird das Foto auch einige Leute frustrieren und grummelig machen, aber ich poste es trotzdem mal *tada*:

Onesies Downunder Halloween 2017

Als Alternative gibt es allerdings noch einige Exemplare der Spooky Sweets. Wer sich also beeilt, kriegt vielleicht noch einen davon…

Hinweis: Vergesst auch nicht, dass unsere kleine Verlosung nur noch eine Woche läuft. Zumindest könnt ihr ja dann vielleicht euer Halloween-Kostüm mit einem der bunten Bändchen aufhübschen…

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ABU Onesies Schnäpperchen

Auf einem der Foren, in denen ich mich so rumtreibe, hat ein User gerade ein Angebot für ein paar ABU Diaper Suits verkündet (welches aufgrund der rigiden Moderationspolitik dort auch schon wieder verschwunden ist), weshalb ich das jetzt einfach mal hier bei mir plakatiere. Da die Dinger wie in meinem Artikel geschrieben ziemlich umständlich und schwer zu bekommen sind, wäre das eine günstige Gelegenheit. Ein wirkliches Schnäppchen sind sie zwar nicht, aber zumindest muss man sich nicht mit Zoll & Co. rumärgern und sie sind schnell da, weil schon in Germanien. Angeboten wird die Größe L, also ist das leider nur was für Leute mit 1,85 m oder größer, sonst hätte ich da vielleicht schon zugeschlagen. Wer es also mal probieren will – hier geht’s zur Anzeige bei eBay Kleinanzeigen.

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Sommerzeit = Faultierzeit

Wie der Titel schon suggeriert, ist der Sommer nicht unbedingt meine Lieblingsjahreszeit. Selbst als ich noch gesund war, war das warme Wetter eigentlich nur gut dafür, noch ein paar Kilometer mehr zu radeln. Ansonsten konnte ich mit der Hitze nie so richtig was anfangen. Als Herbstkind mag ich eher kühlere Tage und bedeckten Himmel und vielleicht steckt ja auch ein kleiner Wikinger in mir.

Entsprechend waren die letzten zwei Wochen wegen der Hitzewelle hier eher lahm(-arschig) und ich war daher ziemlich faul. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, hatte ich noch dazu einen recht heftigen Schub Rheumatoider Arthritis, wie das bei meiner Sarkoidose immer mal vorkommt. Deshalb war es schwierig, mit steifen und schmerzenden Händen überhaupt was hinzubekommen. Es ist einfach schwierig, mit dem Stift übers Grafiktablett zu schrubben, wenn die Finger eigentlich immer nur entspannt und ausgestreckt sein wollen. Aus diesem Grund gab es auch vorige Woche keinen Artikel und ich muss mal sehen, ob ich für diese Woche was auf die Reihe bekomme.

Gottseidank gibt’s aber auch noch gute Nachrichten und Onesies Downunder hat gerade seine diesjährigen Halloween-Onesies angekündigt (ja, dieses Mal gibt es zwei Varianten). Weil die in meinem Artikel super abgeschnitten haben und ich das da auch schon erwähnt habe, dachte ich mir, dass ich mal diesen Post zusammenhämmere, damit ihr nicht das Tempo verpasst und auch eine Chance habt, die Sonderedition zu bestellen. Wenn sie ab 7. August scharfgeschalten wird und Bestellungen möglich sein werden, wird sie nämlich dann auch ratzfatz ausverkauft sein. Wer sich schon mal informieren will, kann einfach auf die Links klicken:

Spooky Night Onesie

Spooky Sweets Onesie

Ich würde mir wahrscheinlich den Spooky Night Onesie zulegen, aber der andere wäre auch okay. Also schon mal Computer und Internetverbindung überprüfen, damit es bei der Bestellung keine technischen Probleme gibt und irgendwo einen Notizzettel hin kleben, falls ihr es vergesst.

Bei einem anderen neuen Onesie vom gleichen Anbieter musste ich gleich in mich reingrinsen, als ich das Bild auf Facebook gesehen habe. Es passte so gut zur Situation, also habe ich mir den Namen gleich mal für den Titel dieses Posts geschnappt. Der Sloths (Faultiere) Onesie ist einfach zum urmeln. Wenn man damit an einem Montag nach einem durchgefeierten Wochenende mitsamt Kaffeebecher in der Hand ins Büro kommt, haben auch die Kollegen was zu lachen und die unterschwellige Botschaft dürfte recht eindeutig sein… ;-)

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Böse Vitamine

Auch wenn man’s kaum glauben mag, hat auch die Pharmaindustrie ihre Modewellen und aller paar Jahre wird mal was Neues aus der Kiste gekramt. Bis vor kurzem sollten wir uns am liebsten mit Vitamin B12 bis zum Haaransatz vollpumpen, um unsere Leistungsfähigkeit zu steigern und an Omega-3-Fettsäuren zum Schlankwerden und Hyaluron als Wundermittel gegen alle möglichen Alterserscheinungen der Haut haben wir uns ja auch schon gewöhnt. Vitamin D war eigentlich auch nie wirklich vom Radar verschwunden, aber zumindest wenn man diesem Fernsehbeitrag glaubt, scheint es gerade wieder etwas mehr in Mode zu kommen.

Nun ist zwar ganz grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn man versucht, sich fit zu halten, aber gegen unmotivierten dauerhaften Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln habe ich dann doch was. Damit mich da keiner falsch versteht: Zu meiner Radfahrerzeit habe ich natürlich auch ab und zu mal Chinin oder Magnesium genommen, um Krämpfen vorzubeugen genauso wie auch nichts dagegen spricht, mal Vitamin C zu nehmen, wenn man der Meinung ist, dass damit die Erkältung schneller verfliegt, aber die Betonung liegt dabei eben auf der vorübergehenden Verwendung. Wenn man das Zeug dauerhaft nimmt, ist das was ganz anderes, womit wir zum Punkt kommen.

Wegen meiner Sarkoidose und der damit verbundenen Störung des Kalziumstoffwechsels, die nun mal auch zu Osteoporose führt bekomme ich nämlich Vitamin D Substitution, muss also jeden Tag meine Tabletten nehmen. Allerdings mache ich das nur, weil

  1. ich ständig unter Überwachung mittels regelmäßiger Bluttests stehe
  2. ich regelmäßig meine Knochendichte messen lasse und
  3. es sich im Rahmen meiner Erkrankung um eine anerkannte Therapie handelt.

Auf wen diese Punkte nicht zutreffen, sollte also die Finger davon lassen. Zwar hat Vitamin D keine direkte toxische Wirkung, weil der Körper es schnell abbaut und ausschwemmt, aber das heißt ja nicht, dass man sich damit belasten muss, wenn es keinen Grund gibt. Genauso muss man keine Panik schieben, nur weil man sich mal müde fühlt, wenn die Haut keine Sonne abbekommt und zu wenig körpereigenes Vitamin D produziert wird. Das ist alles normal. Also immer ruhig und sachlich an die Sache rangehen. Nur bei langanhaltenden Problemen (mehr als ein halbes Jahr), sollte man sich mal Gedanken machen, aber auch hier sollte man zunächst einmal seinen eigene Lebenswandel hinterfragen und analysieren, anstatt gleich zur Tablette zu greifen…

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Windelzubehör: Der große Onesie-Vergleich – Teil 9 – ABU

Als sie damals angekündigt wurden, war ich ja wegen der ABU Diaper Suits total hibbelig. dann musste ich natürlich in der üblichen Manier noch ein Weilchen die ganze Sache aussitzen, bis sie auch wirklich verfügbar waren, erst recht in einer aus Sicht eines Europäers vertretbaren, erschwinglichen Form. Das passierte dann auch recht überraschend und spontan im Januar dieses Jahres, als die Dinger bei Nappies’R’Us auftauchten und ich gleich zugeschlagen habe. Ich darf gar nicht so intensiv darüber nachdenken, wieviel Geld ich allein dieses Jahr schon für Onesies ausgegeben habe. Aber man kann das eben leider nicht wirklich planen und muss die Gelegenheit beim Schopfe packen, wenn sie sich bietet, und schnell reagieren. Was man nicht alles so tut…. Na egal, legen wir mal los!

Farben und Muster

Was mich wie einen kleinen Schuljungen in Aufregung versetzt hat, waren natürlich die Farben. So komisch das auch ist, die Herstellerfirmen scheinen die Situation komplett falsch zu bewerten und zu unterschätzen, wie relevant für ihr Geschäft ein paar entsprechend sorgfältig ausgewählte einfarbige Windelbodys doch sein könnten, sofern man davon ausgeht, dass sie wirklich ein T-Shirt eins zu eins ersetzen würden. Es ist schon verwirrend und frustrierend, überhaupt passende farbige Produkte zu finden, die in diese Kategorie passen. Dankenswerterweise scheinen die Leute bei ABU einen einigermaßen guten Geschmack zu haben und haben sich für Farben entschieden, die durchaus als das tägliche Unterhemd oder T-Shirt durchgehen können. Zu diesen Farben gehört das übliche Weiß, ein dunkles Blattgrün, dunkles Lila, ein klares und farbintensives Ultramarinblau ein etwas verwaschenes Orange, ein dunkles Schiefergrau, das hier Midnight Grey (Mitternachtsgrau) heißt und natürlich mein geliebtes Pink.

ABU Diaper Suits Farben

Zusätzlich dazu gibt es derzeit zwei gedruckte Muster. Beide haben auf ihre Art was mit Weltraum im weitesten Sinne zu tun, weshalb eines dann Space Penguins (Weltraumpinguine) und das andere Moons and Stars (Monde und Sterne) heißt. Ein drittes Muster, dass thematisch auch auf dieser Linie liegt wird demnächst hinzukommen und es basiert auf der Space Windel, die hier sozusagen in Form eines Bodys aufgegriffen wird. Der vierte Print wird sich an den ebenfalls enorm populären Little Pawz orientieren. Wie es der Zufall nun mal so will, aber als ob die gewusst haben, dass ich den Artikel diese Woche schreiben würde, hat ABU vor ein paar Tagen auf Facebook ein passendes Video veröffentlicht, das die bevorstehende Ankunft der neuen Varianten ankündigt.

Größe und Passform

Au Backe! Wo soll man da anfangen? Ich könnte natürlich einfach sagen, dass die Größen komplett falsch sind, aber damit ist ja auch niemandem geholfen. Also gehen wir mal ins Detail. Natürlich wird das Ganze dem einen oder anderen bekannt vorkommen. In meinen Artikeln habe ich ja schon öfter geschrieben, dass mir die ABU Windeln manchmal doch arg übertrieben groß vorkommen und entsprechend offenbart sich damit bei den Diaper Suits bedauerlicherweise eine ähnliche, wenn auch etwas verkorkste Denkweise bei diesem Thema. Ja, liebe Freunde, die Dinger sind riesig. Um das noch etwas besser zu verdeutlichen, erlaubt mir, euch die Geschichte meiner Bestellung zu erzählen und wie sie (glücklicherweise) erstmal ein bisschen schiefgegangen war, was nicht unwesentlich zu meiner Meinung beigetragen hat.

Als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, die Windelbodys zu bestellen, stand ich natürlich wie jedes Mal vor dem Problem, erstmal die richtige Größe herauszufinden. Der erste Stolperstein dabei ist, dass die Maßtabellen nur Werte in Inch enthalten, was für uns Festlandeuropäer relativ nutzlos ist. Also mal schnell eben die Taschenrechner-App gestartet, die Werte ausmultipliziert und erstmal richtig Scheiße erschreckt, was da für große Zahlen rauskamen. Weil das relativ kritisch war und ich wusste, dass es aus diversen Gründen keine Möglichkeit geben würde, die Produkte zurückzugeben oder umzutauschen, habe ich mich vorsichtig für die Größe M entschieden. Das allein ist ja schon ziemlich bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass meine normale Größe die L ist und ich die meisten anderen Produkte bisher in XL gekauft habe. Das ist aber noch nicht das Ende der Story.

ABU Diaper Suit Orange Größe M

Ürsprünglich hatte ich die pinke, orange, grüne, lila und blaue Version bestellt. Aus Gründen, die bis heute trotz entsprechender Nachforschungen nicht aufgeklärt werden konnten, wurde dabei der blaue vergessen/ weggelassen, fand somit nie seinen Weg ins Paket und in Folge dessen auch nicht in meine Hütte. In den diversen e-Mails zwischen Nappies’R’Us und mir ergab es sich dann, dass ich mir so dachte, es wäre eine gute Idee, doch auch mal die Größe S auszuprobieren, nachdem ich nun mal die Exemplare in M schon ausgepackt hatte und sie immer noch ganz schön (über-)groß fand. Leider war der blaue Onesie in dieser Größe nicht mehr verfügbar, weshalb ich dann die dunkelgraue Variante erhielt, die auch schnell zu meinem Liebling wurde. Also um es mal klar auszusprechen: Ich hatte also ein Produkt, welches je nach Zählweise drei bzw. vier (!) Größen unter meinen üblichen Größen lag und trotzdem noch ziemlich fluffig am Körper sitzt. Das macht mich immer noch etwas sprachlos und ist ziemlich verrückt, sowohl im guten wie im schlechten Sinne.

ABU Diaper Suit Orange Größe M

Aufgrund dieser Erfahrungen kann ich mir daher nur schwer vorstellen, wer überhaupt die Version in 3XL tragen soll, was die größte im Angebot ist. sofern man damit nicht von hohen Gebäuden springen und den Body dabei als Wingsuit nutzen will, muss man irgendwie 2,50 m groß sein oder schon ein ziemlicher Klotz (meine ich nicht böse), um überhaupt die Größe einigermaßen auszufüllen. Schon möglich, dass da draußen ein 2 m Hühne rumläuft, der zum Spaß Steine wirft, um seine Schultern aufzupumpen und dem das dann zugutekommen würde, aber den durchschnittlichen Windelträger kann ich mir da kaum als Zielgruppe vorstellen. Bei den „Tall“-Varianten mit zusätzlich um zwei bis drei Inch verlängertem Oberkörper fällt das erst recht schwer.

Bei all dem Gesagten muss man extrem aufpassen, was man genau bestellt, denn bei ABU ist nix mit Umtausch und das wirkt sich auch auf die entsprechenden Händler aus. Lediglich die weiße Version kann man zurückgeben, weshalb der Anbieter selbst empfiehlt, erstmal eine solche zu kaufen um zu überprüfen, ob es überhaupt passt. Ironischerweise werden dieses Mal vor allem kleinere Menschen wirklich zu kämpfen haben, überhaupt was zu finden, was passt, ohne dabei wie ein Kartoffelsack zu wirken (sonst ist es ja eher umgekehrt, weil die Größen kleiner ausfallen). Ich würde sogar behaupten, dass ich vermutlich sogar noch eine XS tragen könnte und die würde dann halt nur der engen Passform entsprechen, die man bei anderen Produkten vorfindet. Wenn man kleiner als 1,60 m ist, wird man da wohl nicht glücklich werden, selbst wenn man ein Verfechter einer lockeren Passform ist und auf Baggys steht.

ABU Diaper Suit Grau Größe S

Die Form insgesamt orientiert sich eher an „dicken Hintern“, das heißt also es gibt untenrum jede Menge Platz, wobei dann trotzdem noch genug Stoff zur Verfügung steht, damit alles locker und entspannt bleibt. Wie ich schon erwähnt habe, hat selbst in meine Größe S genug Reserve und das, obwohl ich von vornherein nun nicht der athletischste und schlankste Typ bin! Andererseits muss man sich deswegen dann aber auch keine Sorgen machen, dass es in den Schultern und unter den Achseln zu sehr spannt. Man könnte damit sogar sicher problemlos eine Jogastunde in den verrücktesten Stellungen überstehen, ohne dass dabei was aufplatzt, weil zu viel Zug drauf ist. ;-) Natürlich kann man auch einfach nur dicke Windeln und sogar mit zusätzlichen Einlagen bequem darunter tragen.

ABU Diaper Suit Grau Größe S

Ein Feature, das ich wirklich verlockend fand, sind die Gummibündchen an den Beinen. Man könnte sich natürlich darüber streiten, ob sie wirklich notwendig sind – immerhin würde ein Produkt, welches wesentlich körperbetonter ist, automatisch dafür sorgen, dass sich da eine entsprechende Spannung aufbaut und alles an Ort und Stelle hält. Trotzdem finde ich das irgendwie nützlich, weil man damit einfach den Body so zurechtzupfen kann, bis die Windel wirklich komplett darunter verschwindet. Da ist es dann nicht ganz so peinlich, wenn die Nachbarin mal überraschend klingelt, während man nur leichtbekleidet mit einem Windelbody durch die Wohnung hüpft… ;-)

ABU Diaper Suit Halsausschnitt

Der Rest der Eigenschaften entspricht dem, was man erwarten würde. Aufgrund der lockeren Form kann man den Windelbody tatsächlich fast wie ein herkömmliches T-Shirt tragen und in Kombination mit den richtigen Hosen ist es völlig unauffällig, sofern man der Typ ist, der normalerweise die Hemden in die Hose stopft. Hier kann sich die luftige Form auch ausnahmsweise noch zusätzlich auszahlen, wenn man den überhängenden Stoff geschickt über dem Hüftbund der Hose drapiert und somit die Illusion verstärkt.

Windelfixierung

Sobald ich die ersten Bilder dieses Produktes gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich in Sachen „Antischwerkraftunterstützung“ nicht so viel erwarten sollte, auch wenn es ansonsten auf seine eigene Art schon cool sein würde. Die Beinbündchen mit den elastischen Bändchen agieren selbstverständlich schon als Stopper, aber das war’s dann auch. Der Rest wird niemals auch nur annähernd an dieses „Hosenträger“-Gefühl herankommen, welches man bei anderen Bodys hat. Wenn der Stoff locker herumflattert ist das einfach unvermeidlich, weshalb das mal wieder einer der Fälle ist, wo man wohl kaum herum kommt, noch eine zusätzliche Schutz-/ Fixierhose über der Windel zu verwenden.

ABU Diaper Suit Beinbereich

Die Diaper Suits sind mit vier Knöpfen ausgestattet, die großen Größen sogar mit fünf. Diese scheinen relativ hochwertig zu sein. Zumindest bei meinen Exemplaren zeigen sich noch keine Kratzer oder Abnutzungserscheinungen an der silbrigen Beschichtung. Das Zuknöpfen kann manchmal etwas trickreich sein, gerade an den äußeren Knöpfen, weil die elastischen Bänder eine gewisse Kraft ausüben und den hinteren Teil immer wieder zurückziehen. An welcher Stelle sich die ganze Sache dann positioniert, hängt davon ab a) welche Größe man sich zugelegt hat und b) wie man die Beinabschlüsse zurechtgezupft hat. Das ist nicht immer ganz vorhersehbar und kann auch unangenehm sein. Wenn die Drücker zu tief und zu weit hinten zwischen den Beinen landen, bekommt man das Gefühl, dass man breitbeinig wie ein Kleinkind laufen müsste. Einige von euch werden das lieben, aber für mich ist es nicht die bevorzugte Variante. In diesem Fall muss man auch davor warnen, dass man Druckstellen und ein unangenehmes Reiben auf der Haut bekommt, wenn die Knöpfe zwischen dem Stoff der darüber getragenen Hose eingeklemmt werden oder in die Leistenbeuge rutschen. Es ist dann besser, wenn man das dann alles nach oben zieht, damit es mehr im vorderen Intimbereich ist.

ABU Diaper Suit Knöpfe Vorderseite

ABU Diaper Suit Knöpfe Rückseite

Materialien und Herstellungsqualität

Die ABU Diaper Suits verwenden einen ziemlich dichtes und etwas schwereres Gewebe als man es bei vielen anderen Produkten findet. es besteht aus 100% Baumwolle und ist dementsprechend so hautfreundlich, wie man sich das nur vorstellen kann (sofern man nicht an Hautkrankheiten leidet oder allergisch darauf reagiert natürlich). Die einfarbigen Versionen sind durchgefärbt und die mit den Mustern wieder im üblichen Direktdruckverfahren bedruckt. Für mich fühlt sich der Stoff etwas fusselig/ samtig an, soll also heißen, dass man die mikroskopischen Fasern beim Drüberstreichen spürt und es irgendwie flauschig ist. Bei den ersten paar Male des Tragens hat man dann auch diese Faserchen auf der Haut kleben, es krümeln immer mal ein paar Fusseln heraus und es sammeln sich auch Wollmäuse im Bauchnabel, aber mit der Zeit wird das besser. ;-)

Die Pflegehinweise erscheinen mir erneut etwas übertrieben vorsichtig. Es gibt definitiv keinen Grund, die Dinger nur mit kaltem Wasser zu waschen. Ein normales Programm bei 30 oder 40 Grad schadet nichts und theoretisch sollten die einfarbigen Versionen sogar bis zu 60 Grad problemlos verkraften. Man muss nur Vernunft walten lassen und entsprechende Regeln einhalten – reichlich Wasser, ein mildes Waschmittel, sanftes Schleudern und Trocknen bei nicht zu hohen Temperaturen. Sofern man sich daran hält, ist es wahrscheinlicher dass der Gummi in den Bändchen bröselig wird oder etwas anderes Schaden nimmt, bevor der Stoff selbst kaputt geht. Auf der ABU Webseite wird auch vor dem üblichen Schrumpfen nach dem ersten Waschen gewarnt, aber in Anbetracht der großzügigen Passform kann man das völlig vernachlässigen. Wenn man sie schon zu klein gekauft hat, hat man so oder so die Arschkarte.

Die Nähte sind sehr sauber ausgeführt und es gibt kaum Stellen, wo irgendwas verwurschtelt ist oder nicht richtig versäubert wurde. Ein eindeutiges Zeichen dafür sind die T-Verbindungen zwischen Schultern und Armen. Während man bei vielen anderen Produkten hier fast immer dicke, knubbelig Stellen hat, wo einfach alles irgendwie unter Zwang zusammengeschossen wurde, sind diese Bereiche hier flach, spannungsfrei und folgen dem natürlichen Verlauf der Nähte. Alles ist sauber und ordentlich. Mir gefällt auch, dass man sich hier für etwas größere Stichweiten und breitere Überlappungen entschieden hat, was auch für weniger Spannungen und gleichmäßige Linienführung sorgt. Als Ergebnis davon gibt es kaum Verzerrungen, wenn man mal von den kleinen Diskrepanzen absieht, die sich bei solchen Materialien nicht vermeiden lassen. Die Qualität ist insgesamt sehr gut.

Preise und Verfügbarkeit

Wenn ich einer dieser Comedy-Menschen oder Kabarettist wäre, würde meine Show bestimmt irgendeinen Satz in Richtung „Es gibt andere Anbieter und dann gibt’s ABU.“ enthalten, aber nicht im positiven Sinn. „Notorisch unzuverlässig.“ ist zweifelsfrei eine künstlerische Übertreibung meinerseits, aber irgendwie beschreibt es meine Gefühlslage bei der Sache ganz gut. Selbst wenn man drauf angewiesen wäre, könnte man sich nicht darauf verlassen, die ABU Windeln seiner Wahl in der passenden Größe und ausreichender Menge irgendwo zu bekommen und bei den Oesies ist das noch schlimmer. Alles scheint immer nur in homöopathischen Dosen und völlig unzureichenden Stückzahlen verfügbar zu sein. Damit wird es zum reinen Glücksspiel, ob man überhaupt was abbekommt. Es war völliger Zufall, dass ich die Bodys erwischt habe und zufällig noch etwas Geld auf dem Konto hatte, um gleich zuschlagen zu können. Ein paar Tage später war schon alles ausverkauft.

Als wenn das nicht schon blöd genug wäre, scheint es auch, dass seitdem Nappies’R’Us nie Nachschub bekommen hat, um die Lager wieder aufzufüllen. Klar sage ich das alles aus meiner Sicht als Europäer/ Germane, aber irgendwie kommt es einem so vor, dass wir bei diesen Anbietern auf der Liste immer ganz weit unten stehen. Es ist mehr als frustrierend und einfach eine Katastrophe. Sollte sich hier jemals ein zuverlässiger Vertrieb finden (und wegen des Brexit sollte der besser nicht aus Großbritannien kommen), wird das ein Grund zum Jubeln. Direkt aus den USA zu bestellen ist übrigens keine sinnvolle Alternative.

Der Preis für das Produkt ist definitiv im oberen Segment angesiedelt. Mit 35 bis 45 Dollar (USD), was sich dank Gebühren und Steuern beim Import fast 1:1 in Pfund (GBP) bzw. Euro (EUR) umrechnet, ist das nichts, was man mal spontan einfach so mitnimmt. Man muss es schon eingeplant haben und darauf vorbereitet sein, sei es auch nur in abstrakter, idealisierter Form im Kopf, wenn man die schlechte Verfügbarkeit bedenkt.

Zusammenfassung

Man wird mich dafür hassen, aber in diesem speziellen Fall stinkt ABU ganz mächtig. Solange die Nachschubprobleme nicht gelöst werden, spielt es eigentlich fast gar keine Rolle, wie gut oder schlecht die Produkte sind und was ich dazu hier schreibe, weil die meisten europäischen Verbraucher derzeit einfach keine realistische Chance haben, sie auch mal auszuprobieren. Trotzdem muss man natürlich sagen, dass die Diaper Suits eigentlich ziemlich gut sind. Sie haben ihren eigenen Reiz und verfolgen einen eigenen Lösungsansatz anstatt einfach andere Produkte nachzuahmen. Man muss sich nur erstmal mit den speziellen Charakteristika arrangieren und es so eintakten, dass es auch für einen selbst funktioniert. Ich werde definitiv meine Augen offen halten und versuchen, die Space und Little Pawz Variante zu bekommen, auch wenn das wieder die berühmte Jagd nach dem Einhorn wird. Ich find’s einfach zu niedlich. ;-)

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